Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
AD Andorra, Andorra, Andorre, Andorra, Andorra
Kräuter, Hierba, Herbe, Erba aromatica, Herb

A

B

borratja
borraina
Borretsch (W3)

"Boretsch", "Borretsch", "Buretsch" - "Borago officinalis"

Schon die Kelten sollen den "Borretsch", dessen Name sich vom Wort kelt. "porrach" ableitet, das eine heldische Person meint, besonders geschätzt und zur Steigerung ihres Mutes Wein mit darin eingelegten Borretschblättern genossen haben. Später verabschiedete man auch die Kreuzfahrer mit einem Trunk, der "Borretsch" enthielt.

(E?)(L1) http://www.bio-gaertner.de/Articles/V.GesundeErnaehrung-GesundesLeben/Heilkraeuter-Heilpflanzen/Borretsch.html


(E1)(L1) http://gernot-katzers-spice-pages.com/germ/Bora_off.html
Auf den hervorragenden Seiten von Gernot Kratzer findet man in der umfangreichen Abhandlung zu "Borretsch" auch den etwas übersichtlicheren Hinweis zur Etymologie von "Borretsch":


Der Name "Borretsch" ist über Vermittlung durch Spanisch und Französisch auf den mittelalterlichen Namen "borrago" zurückzuführen. Für diesen gilt wiederum ein arabischer Ursprung als gesichert, etwa andalusisch-arabisch "abu buraq" = "Vater des Schweißes" (hocharabisch "abu araq") oder "abu huras" = "Vater der Rauheit". Im ersteren Fall wäre das Benennungsmotiv die Verwendung der Borretschblätter in schweißtreibenden Medizinen, im zweiten die rauhe Blattoberfläche.

Viele europäische Sprachen haben mit "Borretsch" verwandte Namen, z.B. französisch "bourrache", englisch "borage", kroatisch" borac", baskisch "borrai", ungarisch "borrágófu", griechisch "borantsa", und bulgarisch "porech". Auch das hebräische "borag" gehört in diese Reihe; ich vermute, daß es sich um eine eher junge Entlehnung handelt.

Trotz der arabischen Herkunft von "Borretsch" finden wir im modernen Arabisch keinen damit verwandten Pflanzennamen. Stattdessen heißt "Borretsch" "lisan athaur", was "Rinderzunge" bedeutet ("lisan" Zunge" und "thaur" "Bulle") und offenbar auf die dicken und rauhen Blätter anspielt.
...


(E6)(L?) http://www.heilpflanzen-welt.de/lexikon/


(E?)(L?) http://dcvb.iecat.net/


(E?)(L?) http://www.mein-schoener-garten.de/de/site/pflanzenlexikon/Pflanzenlexikon.jsp


(E?)(L?) http://www.ruehlemanns.de/
12 Treffer mit Borretsch-Pflanzen, darunter:

(E?)(L?) http://www.ruehlemanns.de//infos/bor03x.htm


(E1)(L1) http://www.uni-tuebingen.de/romanistik/zfk/grab.html


Zeitschrift für Katalanistik 13 (2000), p. 92-108
Elke Grab-Kempf (Rabat/Casablanca)
Notizen zur Etymologie von kat. "borratja", "borraina", "Borretsch", "Ochsenzunge", "Ramonda myconi", "Natternkopf".

Auf den 18 Seiten findet man viele Beispiele von altarabischen, arabischen, altspanischen, spanischen, altkatalanischen, katalanischen und andern Formen des dt. "Borretsch". Aber gerade die Vielzahl der aufgeführten Formen und möglichen Ableitungen läßt den roten Faden nur schwer erkennen.

Am klarsten scheint mir noch die Auflistung der bestehenden Ableitungsversuche auf der zweiten Seite zu sein. Ich habe den Abschnitt unter Ersetzung von "akat." durch "altkat." (= "altkatalanisch") und Weglassung der Literaturverweise übernommen (was hoffentlich zu einem besseren Verständnis beiträgt):


... ...


Um nicht als unseriöse Wissenschaftlerin zu erscheinen legt sich die Autorin nicht fest und unterzieht alle Varianten einer neutralen Prüfung und stellt in einer Fleissarbeit viele Tabellen zusammen.

Aber anscheinend scheint Frau Elke Grab-Kempf doch Sympathie für die letztere Variante zu empfinden, was ich auf Grund des folgenden Abschnitts schliesse:


Hiermit sind die etymologische Annahmen Lathams [vulg.ar. "(a)bu hureš"] und Müllers [vulg.ar. "(a)bu huraš"] präzisiert, denn die mit "(a)bu" und einem entsprechenden Diminutiv ("hurayš" oder "hurrayš") zusammengesetzte Form vulg.ar. "(a)bu-hur(r)ayš" sowie Varianten (und weitere Formen und Bildungen zur Wurzel "h-r-š" = "rauh") sind schon im mittelalterlichen Vulg.Ar. belegt und existieren noch heute in arabischen Varietäten als Bezeichnungen für die betreffenden Pflanzen. Diese Bezeichnungen kennzeichnen die Gewächse nach einer hervorstechenden Eigenschaft ("borstig", "rauh behaart"), auch im Deutschen werden sie als "Rauhblattgewächse" bezeichnet.


Eine besondere Erwähnung der katalanischen Rolle findet man noch mal in dem Abschnitt:


Analogie: mlat. "borrago", -aginis; "borragine(m)" < altkat. "borrage", kat. "borratja" < vulg.ar. "bu hur(r)ayš", "bu hur(r)ayša". Die Analogiereihe ist chronologisch von hinten zu lesen: vulg.ar. > altkat. > mlat. Aus dem Mlat. entlehnen dann die europäischen Sprachen die verschiedenen (halb-) gelehrten Formen. Mithilfe dieser mlat. Serie sind Formen wie kat., arag. "borraina", ital. "borragine", "borrana" etc. als Übernahmen aus dem Mittellateinischen zu erklären. Im Katalanischen handelt es sich bei "borraina" demnach um einen gelehrten Rückwanderer oder um einen Mozarabismus.


Und schliesslich ist auch noch ein Hinweis auf eine volksetymologische Variante zu finden:


Auf dieser mlat. Fom kann asp. "borraza" "Borretsch" basieren. Die Form läßt auf volksetymologischen Einfluß der von spätlat. "burra" "Scherwolle" abgeleiteten Formen (cf. "burracea" >. kat. "borrassa" "borra"; "cosa de borra") schließen. Auch semantisch wäre der Einfluß zu erklären: die ganze Borretschpflanze (typisch für Boraginazeen) ist mit einem rauhen, pelzigen Haarflaum überzogen, was in den Texten auch oft erwähnt wird und nicht zuletzt liegt auch der ar. Benennung dieses Konzept des "Rauhen", "Haarigen" zugrunde. Es scheint hier folgende Filiation vorzuliegen: vulg.ar. "bu hur(r)ayš(a)" > mlat. "borrachia" X "burracea" > asp. "borraza" "Borretsch".


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