Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
AT Österreich, Austria, Autriche, Austria, Austria
Fremdwort, Extranjerismo, Mot étranger, Esotismo, Foreign word

A

B

C

D

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F

Fremdwort

(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Fremdwort


Fremdwörter (AT)

Nach der Reichsgründung 1871 kommt es zu bewusst geplanten Fremdwortverdeutschungen (wovon Österreich, die Schweiz und Luxemburg nicht betroffen sind, weshalb sich viele Fremdwörter hier viel länger oder überhaupt bis heute behaupten können).

Fremdwörter

In Wien kann man heute noch Resten des französischen Einflusses begegnen:

G

H

I

J

K

L

M

N

O

P

Q

R

S

T

U

Uni Wien
Wörter aus der Fremde, Vorlesungsscript

(E?)(L?) http://www.unet.univie.ac.at/~a9902976/Sommer00/fwnetz.htm


(E?)(L?) http://web.archive.org/web/20050404064959/http://www.unet.univie.ac.at/~a9902976/Sommer00/fwnetz.htm
Hier findet sich eine schöne Vorlesungsreihe mit dem Titel "Wörter aus der Fremde" von Prof. Richard Schrodt im Sommersemester 2000 (08.03.2000 bis 21.06.2000)

Die 49 Seiten sollte man sich ausdrucken und in Ruhe lesen.
Sie gibt einen hervorragenden Überblick über die wissenschaftliche Systematik von Fremdwörtern (Typologie). Und durch die Angabe vieler Beispiele kann man diese Abhandlung durchaus als Wörtersammlung mit etymologischen Hinweisen durchgehen lassen.

Erstellt: 2002-12

Italienische Fremdwörter können heute dazu dienen, die österreichischen Eigenheiten im Vergleich zu den übrigen deutschen Sprachen (bzgl. des Wortschatzes) zu spezifizieren, da sie z. B. in Deutschland nicht vorkommen. Sie stehen oft synonymen französischen Entlehnungen gegenüber, wobei die französischen Varianten meist mehr Prestige offerieren und tendenziell die italienischen verdrängen: "Kassa" - "Kasse", "Pomeranze" (aus ital. "pomo" = "Apfel" und "arancia" = "bitter") - "Apfelsine" (aus frz. "pomme de Sine" = "Apfel aus China"), "Biskotte" (aus ital. "biscotte") - "Biskuit" (aus frz. aus lat. "bis coctus" = "zweimal gebackenes Brot"), "Marille" (aus ital. "armellino" = "armenischer Apfel") - "Aprikose" (aus frz. aus span. aus Port. aus arab. aus griech. aus lat. "praecoquum" = "frühreif"), "Melanzani" - "Aubergine" (aus frz. aus kat. aus arab. aus pers.).

Nach der Reichsgründung 1871 kommt es zu bewusst geplanten Fremdwortverdeutschungen (wovon Österreich, die Schweiz und Luxemburg nicht betroffen sind, weshalb sich viele Fremdwörter hier viel länger oder überhaupt bis heute behaupten können). Schon 1874/75 schlägt Reichspostmeister Heinrich von Stephan ca. 800 Verdeutschungen vor, die v. a. das Postwesen betreffen. Viele davon sind tatsächlich in die deutsche Sprache eingegangen, wie z. B.

Ein großer Teil dieser Eindeutschungen (z. B. das Bahnwesen betreffende Verdeutschungen) setzten sich in Österreich erst Jahrzehnte später durch. Durch den Deutsch-französischen Krieg von 1870/71 steigt der Nationalismus und das bewusste Festigen des Nationalgefühls. Englisches, Französisches, Katholisches, Jüdisches, Sozialdemokratisches usf. (Was bleibt dann noch über als "deutsch"?) wird (auch wenn es sich um Wörter handelt) abgelehnt, die Eindeutschungen nehmen zu.

An der Aussprache der Fremdwörter ist im Allgemeinen der Grad der Integration ablesbar. Ein Beispiel wäre die französische Nasalierung, die in Österreich kein Problem für den Sprecher darstellt. Deutsche Bundesbürger hingegen haben mit diesem für sie unüblichen Sprachgebrauch zu kämpfen. Man unterscheidet bzgl. der Integration in Nicht-, teilweise und totale Integration. Beispiele für totale Integration wären: "blond", "Tampon", "Rampe", "Balkon". Partiell integriert ist "Gage" als; der stimmhafte Sibilant entspricht nicht der korrekten französischen Aussprache.

Hier die mir interessant erscheinenden Auszüge aus der 49-seitigen Mitschrift:
(Näheres zu sprachwissenschaftlichen und geschichtlichen Hintergründen findet man in der Mitschrift.)

Eine Bemerkung am Rande: In anderen Sprachen gibt es zumeist keine eigenen Fremdwörterbücher. Nur die deutsche Sprache bzw. Wörterbücher der deutschen Sprache evozieren diese Merkwürdigkeiten. Der neue zehnbändige Duden versucht, die Fremdwörter im Rahmen des "normalen" deutschen Wörterbuchs zu behandeln.

Fremdwörter sind Formen der Lebenspraxis und werden von bestimmten Sprachkulturen und -schichten unterschiedlich eingesetzt (z.B. "Kultur des Shoppings" bei Beispielen). Sie können dabei morphologische oder semantische Lücken ("gebookmarkt", "cool") ausfüllen, können aber auch parallel zu einem deutschen Wort eingesetzt werden ohne nennenswerte Unterschiede auf der Denotatebene ("Cushion" statt "Polster"). Dies führt dazu, dass neueste Fremdwörter (oft Anglizismen) nicht in Fremdwörterbüchern enthalten bzw. dort sehr umständlich und oft beinahe lächerlich erklärt werden. Die von den FWBn vorgeschlagenen deutschen Entsprechungen wirken ungewohnt und unpassend (Bsp.: "Kaufhaus" ist die "Destination" - "Kaufhaus" ist die "Bestimmung", der "Bestimmungsort", der "Endzweck" - Sinnänderung).

Im Bereich der Wissenschaftsliteratur hat das Englische beinahe alle anderen Sprachen verdrängt. Während zur Mitte des Jahrhunderts englische Forschungsliteratur in Österreich nur übersetzt veröffentlicht wurde, wird ursprünglich deutschsprachige Literatur im Forschungsbereich nur beachtet, wenn sie ins Englische übertragen wird.

I. Begriffliches
Die Termini Fremdwort und Lehnwort werden in der Alltagssprache wie auch in der Wissenschaft verwendet. Letztere versucht, klare Definitionen für diese Wörter zu geben.

Die resultierende Problematik sei an folgendem Satz demonstriert: "Am vergangenen Freitag nahm der Großvater des Herzogs mit Rücksicht auf die Beschwerden der Untertanen an einer Sitzung in der Hauptstadt teil." Nur die Präpositionen und Artikel sind deutsche Wörter. Alle übrigen Wörter haben ihren Ursprung oder ihre Motivation in einer anderen Sprache. Man bezeichnet sie als Lehnprägungen.
...
Die Fremdwörter sind also so alt, dass sie bereits vollständig ins Deutsche integriert sind, die grammatischen Flexionen des Deutschen übernommen haben usf. Zur Ordnung in Gruppen dient:

Vorrangig unterscheidet man:

Bsp.: "lesen" - urspr. "auflesen", durch Kontakt mit lat. "legere" - zusätzliche Bedeutung "(Schrift) lesen"; "Gott" - urspr. "Opfern", "Gießen", später: aus Neutrum wird Masculinum - "christlicher Gott"; "Geist" - urspr. "außer sich sein" (indoeuropäisch für "gähnen"); früher meinte man: "See" - früher Zusammenhang mit See; Bindeglied zu neuer Bedeutung: "Wassergeister". aber: etymologisch nicht geklärt; "Gnade" - urspr. "Wohlwollen", später: christlicher Sinn.

"Lehnbildungen" scheidet man in "Lehnformung" und "Lehnschöpfung".

Die "Lehnschöpfung" ist ein Wort, das nur durch das Vorhandensein eines gegebenen fremdsprachigen Wortes entstehen kann. Ein neues Lexem wird gebildet; allerdings nicht (wie bei Lehnformung) durch Übersetzung. Beispielsweise ist Freistaat nicht ohne das Vorbild Republik denkbar. Bsp.: Gesichtskreis für Horizont, Hochschule für Universität [Universität bedeutet urspr. die Gesamtheit und Einheit der Lehrenden und Studierenden], Kraftwagen für Auto, Morgenrock für Negligé, Automobil als Kunstwort in Anlehnung an griechisch-lateinischen Begriffe, Fahrkarte für billet [heute: Ticket. Der Unterschied zwischen Ticket und Eintrittskarte bzw. Fahrkarte scheint in der sozialen Sprachschicht zu liegen.] Diese Wörter gäbe es nicht ohne die fremdsprachige Vorlage.

"Lehnformungen" gliedern sich in "Lehnübersetzungen" und "Lehnübertragungen".


Abschließend lässt sich feststellen, dass diese diachrone Typologie sehr mühsam ist, weil sie genaueste Kenntnisse der Sprachgeschichte des Deutschen, sprich v. a. der ahd. Texte erfordert. Sie stammt bezeichnenderweise aus einer Zeit, während der sich die Wissenschaft bes. mit diesen Texten auseinandergesetzt hat. Werner Betz stellt sie ein einem Buch vor, worin er sich mit der althochdeutschen Benediktinerregel befasst. Interessanterweise wurde die Typologie vom Deutschen ins Englische übernommen; eine wissenschaftliche Seltenheit.

Polenz stellt fest, dass die häufig verwendete Einteilung in Fremdwort und Lehnwort nach der Anpassung oder Nichtanpassung der Wörter an die deutsche Grammatik zu sehr ungewöhnlichen Ergebnissen führen kann. Beispielsweise gelten Lexikon und Atlas so gesehen als Fremdwörter, während Foliant als Lehnwort zu klassifizieren wäre.

Frühbürgerliche Zeit

Ab Mitte 13. Jh. ist ein Rückgang des Rittertums und der damit verbundenen Kultur festzustellen. Gleichzeitig verliert sich auch der französische Einfluss auf den deutschen Sprachraum, die Entlehnungen nehmen ab und die zuvor übernommenen Fremdwörter verschwinden z. T. wieder aus dem deutschen Sprachgebrauch bzw. aus der deutschen Dichtung. Wenn es zu Neuentlehnungen kommt, so sind diese keine französischen Wörter mehr. Es zeigt sich sogar eine Tendenz zur Verspottung und Geringachtung des im Rittertum verehrten Französisch.

Die Bezeichnung dieses Abschnitts der deutschen (Sprach)Geschichte als Frühbürgerliche Zeit geht auf Peter von Polenz zurück. Er begründet sie mit dem steigenden Einfluss des Bürgertums, das zur kulturtragenden Schicht emporsteigt. Weiters kommt es zu einer Osterweiterung des deutschen Sprachgebiets, größere Städte entstehen, Handel und Verkehr nehmen zu. Damit einher geht eine verstärkte Schriftlichkeit: Während sie zuvor von der Geistlichkeit und dem Adel (meist als Gönner o. Ä.) dominiert worden ist, bedienen sich nun auch Bürger (also Kaufleute, Handwerker usf.) des Mediums Schrift. Bildung und literarische Tätigkeit sind nicht mehr Vorrecht des Adels und der Kirche. In den Dichtungen des Bürgertums treten verstärkt mundartliche Merkmale hervor, weshalb diese Texte teils schwieriger zu lesen sind als mhd. Texte aus der Zeit des Rittertums. Denn die Dichter des Rittertums versuchten, mundartliche Elemente möglichst auszuklammern und entwickelten in ihren Werken übermundartliche Züge. (Die frühere Forschung sprach von einer mhd. Dichtersprache.)

Auch die Rezeption der Literatur wandelt sich: Der mündliche Vortrag wird tendenziell von dem Lesen verdrängt. Bzgl. des Wortschatzes werden mhd. Wörter teilweise durch neue ersetzt; so etwa "dicke" - "oft", "michel" - "groß", "höfesch" - "hübsch". Neue (meist volkstümliche) Literaturformen entstehen: Volksschauspiel, Volksbühnen, Historien, Schwänke, Legenden u. a.

Bei einigen Entlehnungen entsteht eine Zweifachsuffigierung: Die letzten drei Beispiele zeigen erneut, dass sich die eher ans Latein erinnernde Form durchsetzt.

I. Absolutismus, bildungsbürgerliche Sprachkultivierung (17., 18. Jh.)

Als Gegenpol zum Alamode-Wesen, zur alamodischen Vielsprachigkeit und zur Sprachmengerei (v. a. Französisch, Lateinisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch), steht der Versuch, Deutsch als Unterrichtssprache einzuführen. 1687 hält Christian Thomasius eine deutsche Vorlesung und Leibnitz betont in einer Ermahnung an die Deutschen die Bedeutung der deutschen Sprache. 1571 erscheint das erste deutsche Fremdwörterbuch, der Deutsche Dictionarius von Simon Roth. Die dominierende Sprache ist Französisch, sie wird von adeligen Erziehern, Briefstellern etc. verwendet. Im 18. Jh. werden mindestens 400 Lehrwerke zur französischen Grammatik in Umlauf gebracht. Sämtliche gesellschaftlichen Aktivitäten der oberen Gesellschaftsschichten sind eng mit dem Französischen und mit Frankreich (als Stilvorbild) verknüpft.

Sprachpurismus im 19. Jahrhundert

Aus dem 19. Jh. stammen erste Belege für das Wort Fremdwort. Turnvater Friedrich Jahn behauptet: Fremdwörter gehen als solche, und wenn sie 100.000mal eingedeutscht werden, nicht in Gut und Blut ein. Sie besitzen keine Zeugungskraft. Die Tendenz, biomorphe Metaphern zu verwenden, sollte die Fremdwortdiskussion lange Zeit [bis zum heutigen Tag] bestimmen. Auch Jean Paul bezieht in der Vorrede zum Hesperus oder 45 Hundsposttage Stellung zum Fremdwort: es wäre nur als Flugsame aufgekeimt; wieder eine biomorphe Metapher. Doch das 19. Jh. ist nicht nur bestimmt von sprachpuristischen Tendenzen: Jacob Grimm schreibt beispielsweise 1847 in seinem Aufsatz über das pedantische der deutschen Sprache über die (vielen) Puristen in Deutschland, die sich gleich Fliegen an den Rand unserer Sprache setzen und mit [...] Fühlern sie betasten.

Nach der Reichsgründung 1871 kommt es zu bewusst geplanten Fremdwortverdeutschungen (wovon Österreich, die Schweiz und Luxemburg nicht betroffen sind, weshalb sich viele Fremdwörter hier viel länger oder überhaupt bis heute behaupten können). Schon 1874/75 schlägt Reichspostmeister Heinrich von Stephan ca. 800 Verdeutschungen vor, die v. a. das Postwesen betreffen. Viele davon sind tatsächlich in die deutschen Sprache eingegangen, wie z. B. (Nebenbei erwähnt, ist das Postwesen bis zur Gegenwart traditionell französisch.) Ebenfalls amtliche Eindeutschungen geschehen im Heereswesen und in der Verwaltung 1890 übersetzt der Oberbaurat Otto Sarrazin fast 1.300 Fachtermini ins Deutsche. Darunter Ein großer Teil dieser Eindeutschungen (z. B. das Bahnwesen betreffende Verdeutschungen) setzten sich in Österreich erst Jahrzehnte später durch. Durch den Deutsch-französischen Krieg von 1870/71 steigt der Nationalismus und das bewusste Festigen des Nationalgefühls. Englisches, Französisches, Katholisches, Jüdisches, Sozialdemokratisches usf. (Was bleibt dann noch über als "deutsch"?) wird (auch wenn es sich um Wörter handelt) abgelehnt, die Eindeutschungen nehmen zu.

Die gegenwärtige Situation

Allgemein ist ein Rückgang der französischen Fremdwörter zu bemerken. Sie werden oft nur noch als Zitatwörter verwendet (Bsp.: Tête-à-tête). Andererseits entsteht ein "Eurolatein", d. s. Neubildungen, die ans Lateinische erinnern. Beispiele wären die Wörter die Suffixe (Regeneration, Quantität) und die Lehnpräfixe Gleichzeitig ergeben sich viele Mischbildungen aus Bestandteilen verschiedener Sprachen (z. B. Latein-Deutsch): Ebenfalls zum Eurolatein gehörig sind die Konfixe (d. s. Wortbestandteile, die nicht Präfixe, nicht Suffixe und auch keine freien Lexeme sind) wie Besonders häufig stößt man in der deutschen Gegenwartssprache auf Internationalismen. Dies sind Wörter, die in mehr oder minder fast identer Form (lautlich und schriftlich) in mehreren, nicht miteinander verwandten Sprachen vorkommen. Bsp.: Tourismus u. v. a. [siehe dazu Klaus Heller: Das Fremdwort in der deutschen Sprache der Gegenwart. Untersuchungen im Bereich der deutschen Gebrauchssprache. - Leipzig: VEB Biographisches Institut 1966. S. 35-41 und Horst Haider Munske: Fremdwörter in deutscher Sprachgeschichte: Integration oder Stigmatisierung.]

Der Einfluss des Englischen als Prestige- und Bildungssprache nimmt stetig zu, auch im Bereich der Werbungs- und Jugendsprache. Die englischen Entlehnungen erfahren heute immer weniger eine Eindeutschung. Sie werden weder im Schriftbild (im Ggs. zu früheren Entlehnungen wie "Koks" aus "cokes" und "Streik" aus "strike", beide 19. Jh.) noch in der Aussprache (im Ggs. zur früheren Tendenz, engl. "a" als "ö" auszusprechen, wie in "Curry" und "Blöff") dem Deutschen angepasst, sondern wortgetreu übernommen. Die Aussprache wird heute nur noch selten bei der Entlehnung verändert (USA, "lynchen"). Der Trend, die Aussprache zu belassen, zeigt sich einprägsam an der Gegenüberstellung von "o.k." (spätere) und "k.o." (frühere Entlehnung). Einer der größten Vorteile, den die Anglizismen mit sich bringen, ist ihre Kürze und Prägnanz. Sie sind handlicher (eigentlich sprachlicher) als viele deutsche Wörter ("fit", "boy", "sex", "box"). Oft dienen Anglizismen als Euphemismen: "hostess", "sex", "playboy". Eine große Anzahl von Ausdrücken bergen einen stilistischen Effekt, etwa den eines Oxymorons bei "Christus-Fan". Letztlich eröffnen Fremdwörter (und eben auch Anglizismen) die Möglichkeit zur Begriffsdifferenzierung. So ist ein "song" weder "Lied" noch "Schlager", "Arie" o.Ä., sondern eine Form musikalischer Darbietung, die durch kein (singuläres) deutsches Wort benannt werden kann. Ähnlich verhält es sich bei dem Wörtchen "job", das dadurch gekennzeichnet ist, dass es nicht "Arbeit", "Tätigkeit", "Anstellung" meint, sondern eine Art "Gelegenheitsarbeit", die als einziges Ziel das Geldverdienen verfolgt. Fremdwörter machen also Sinn.

Fremdwörter in Fach- und Sondersprachen

Fremdwörter in der Literatur

siehe auch: "Designermineralwasser"

Fremdwörter im Werk Schillers

Aus dem Jahr 1935 stammt eine Dissertation von Fr. Przyklink, die den Fremdwortgebrauch in den Werken Schillers untersuchte. Insgesamt zählte sie ca. 2600 Fremdwörter (die einzelnen Varianten eines Fremdworts nicht mitgezählt). Besonders viele Fremdwörter fand sie im Jugendwerk Schillers.

Hinsichtlich der Fremdwortverwendung ergibt sich ein großer Unterschied zwischen den Briefen, in denen er v. a. Fremdwörter aus dem französischen Bereich verwendete, und den literarischen Werken, wo Schiller lateinische, französische, griechische u. a. Fremdwörter bewusst und gezielt einsetzte. Bsp: Die Vorrede zu den Räubern ist in einer humoristischen Passage mit vielen französischen Fremdwörtern durchsetzt, um gewisse damalige Gesellschaftsschichten zu karikieren. Besonders gelungen ist Schiller die Verwendung der Fremdwörter in Kabale und Liebe: Miller verwendet (entsprechend seiner volkstümlichen Natur) Ausdrücke und daher auch Fremdwörter aus der Alltagssprache; die Millerin, seine Frau, benutzt "verhunzte" Fremdwörter, die auf ihr beschränktes Wesen schließen lassen; deren Tochter, das einfache und schlichte Bürgermädchen Luise, verwendet keine Fremdwörter. In einem Gespräch reagiert sie auf viele Fremdwörter der Gesprächspartnerin mit: "Das ist mir zu hoch, gnädige Frau." Während Miller von Sekretarius spricht, versucht seine Frau Sekertare, Luise hingegen Sekretär.

(E?)(L?) http://apuzik.deutschesprache.ru/
Diese Seite scheint die Vorlesungsreihe komplett übernommen zu haben.


Geschichte der deutschen Sprache


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Z