Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
CN China, China, Chine, Cina, China
Pflanze, Planta, Plante, Pianta, Plant

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G

Ginkgo
Mädchenhaarbaum
Maiden hair tree
Arbe aux quarante ecus
Vierzig-Taler-Baum
Tempelbaum
Goethebaum (W2)

(E?)(L?) http://baum-des-jahres.de/index.php?id=6

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Ginkgo - ein Baum und seine Namen

Der Ginkgo hat im Laufe der Jahrhunderte eine Vielzahl von Namen erhalten. Alle zeugen sie davon, wie der Baum stets die Phantasie seiner Betrachter anzuregen vermochte: "Goethebaum", "Mädchenhaarbaum", "Elefantenohrbaum", "Entenfußbaum", "chinesischer Tempelbaum", "Fächerblattbaum" oder "Großvater-Enkel-Baum".

Offiziell tauchte er 1578 in der chinesischen Literatur unter der Bezeichnung "yin hsing" bzw. "ya chio" auf, was soviel wie "Silber-Aprikose" heißt und auf die silbrig schimmernden Samenanlagen hinweist. Im Laufe der Zeit gelangte der Name von China nach Japan. Als "ginkyo", "ginnan" und "icho" ging er in den japanischen Wortschatz ein. Davon ist heute "icho" (wörtlich: "Entenfußbaum") in Japan die gebräuchlichste Bezeichnung als Anspielung auf die Blattform.

Dass er heute bei uns vor allem unter dem Namen "Ginkgo" bekannt ist, geht wahrscheinlich auf einen sich hartnäckig haltenden Schreibfehler zurück, der sich seinerzeit bei der botanischen Erfassung eingeschlichen hatte. Damals wurde aus dem "y" in "Ginkyo" ein "g". Der Fehler unterlief dem deutschen Arzt und Botaniker Engelbert Kaempfer (1651-1716) bei der Transkription des japanischen Namens in das Lateinische und wurde von Carl von Linné übernommen. Linné erweiterte bei der Einordnung des Ginkgo in sein Klassifikationssystem um den Zusatz "biloba", das die Zweilappigkeit der Blätter bezeichnend.

"Mädchenhaarbaum" ("Maiden hair tree") nennt man den Ginkgo im angelsächsischen Sprachraum im Hinblick auf die dem eleganten, exotischen Frauenhaarfarn ähnelnden Blätter.

Die Franzosen kennen den "Ginkgo" unter dem Namen "Arbe aux quarante ecus" ("Vierzig-Taler-Baum"). Diese Anspielung auf seinen Preis basiert auf der Geschichte des Franzosen, der 1780 die ersten Ginkgobäume für 25 Guineen (= 40 Taler) von einem englischen Gärtner kaufte. Seltener wird der Ginkgo in Frankreich "Tausend-Taler-Baum" genannt- eine bildhafte Umschreibung für die Goldfärbung und den Fall der Blätter im Herbst.

Viele Bezeichnungen, die bereits in Asien über den Baum gefunden wurden, sind heute noch anzutreffen, wie "Großvater-Enkel-Baum" oder "Elefantenohrbaum". Da er häufig in der Nähe von Tempeln oder anderen Kultstätten anzutreffen ist, nennt man ihn auch "Tempelbaum". In Deutschland hört man in Anlehnung an Goethes Ginkgo-Gedichte oft "Goethebaum", aber auch "Weltenbaum" oder "Fächerblattbaum".
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