Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
DE Deutschland, Alemania, Allemagne, Germania, Germany
Geflügeltes Wort, Palabra alada, Parole historique, Parola alata, Gevleugeld Woord, Winged Word

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Geflügelte Worte (W3)

Ein "geflügeltes Wort" ist ein Zitat (aus literarischen Werken oder ein Ausspruch einer historischen Person), das Eingang in die Altagssprache gefunden hat, das also oft zum Besten gegeben wird. Die Bezeichnung dt. "Geflügeltes Wort" ist eine Lehnübersetzung des bei Homer (-8. Jh.) in der "Ilias" und der "Odyssee" zu findenden griech. "épea pteróenta", mit griech. "épos" = dt. "Wort", "Rede", "Erzählung" und grich. "pterón" = dt. "Flügel".

Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) verwendete den Ausdruck in seinem Epos "Der Messias". Die Bezeichnung für "Worte, die vom Mund des Redners zum Ohr des Angesprochenen fliegen", entlehnte erneut Johann Heinrich Voß in seiner Homerübersetzung (1781 und 1793) als "Geflügelte Worte". August Georg Büchmanns (1822-1884) machte den Ausdruck gänzlich zum "Geflügelten Wort" indem er ihn in seinen "Geflügelte Worte: Citatenschatz des Deutschen Volkes" von 1864 aufnahm und ihm die Bedeutung "oft gebrauchtes Zitat" gab.

(E?)(L?) http://www.altphilologenverband.de/forumclassicum/pdf/MDAV1996-3.pdf

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„Ab ovo“ bis „Veni vidi vici“*

Antike ist in den neuen Bundesländern seit 1989/90, wie man etwa bei der Lektüre von Zeitungen feststellen kann, wieder in, so wie Christliches und Kirchliches wieder in sind, auf jeden Fall verbal, vielleicht also mehr an der Oberfläche - m. E. ist beides weithin eine Mode -, aber immerhin.

Die Redakteure besinnen sich auf ihre in größerem oder meist kleinerem Umfang vorhandenen Lateinkenntnisse („der Corpus“, „nolens volens“ auf einen Plural bezogen) und werfen mit lateinischen Brocken um sich: Sie sagen nicht mehr „von Anfang an“, sondern „ab ovo“ (bekanntlich lobt Horaz Homer, daß er den Trojanischen Krieg nicht „vom Ei der Leda an“ besingt: Zeus, in Gestalt eines Schwans, hat eine Affäre mit Leda; Ergebnis dieses Tête-à-Têtes sind zwei Eier, aus denen die Dioskuren und die „Schöne Helena“ hervorgehen, die den Anlaß zum Trojanischen Krieg gibt).

Die Redakteure sagen nicht mehr „ausführlich“, sondern „in extenso“, nicht mehr „Verfahrensweise“, sondern „modus procedendi“ oder noch lieber, „das Prozedere“, mit "z" und mit großem "P" (das ist auch bei Wissenschaftlern außerordentlich beliebt), und sie sagen nicht mehr „Der Wolf ist dem Menschen ein Wolf“ (ein Gedanke, der in der hinter uns liegenden Ära zu der Prägung „Wolfsgesetz des Kapitalismus“ führte), sondern „Homo homini lupus“.

Dieses Sprachgut hat es immer schon gegeben, aber zumindest in den DDR-Medien war es nicht sehr verbreitet. Um so mehr jetzt auch im Ostteil Deutschlands.

Wir haben es mit Redeschmuck zu tun, mit lateinischen Zitaten aus der Antike oder aus späteren Zeiten bzw. mit Geflügelten Worten. "Geflügelte Worte" nannte 1864 Georg Büchmann sein Lexikon von Zitaten aus der gesamten Weltliteratur. Er griff die Homerische Prägung "épea pteróenta" auf, gesagt von Wörtern, die, erst einmal ausgesprochen, wie gefiederte Pfeile dahinfliegen.

Büchmanns Name dient inzwischen metonymisch zur Bezeichnung seines immer wieder aufgelegten Buches: „der Büchmann“, so wie „der Duden“, nach dem bekannten Orthographen "Konrad Duden". Die DDR schuf sich übrigens aus Valuta- und ideologischen Rücksichten ihren eigenen, nicht schlechten Büchmann, der allerdings aus urheberrechtlichen Gründen nicht „Büchmann“ heißen durfte, sondern nur, mit einem Sachtitel, "Geflügelte Worte" (Leipzig 1981 u. ö.).

Wenn bei Spruchgut, das Erfahrungen oder daraus abgeleitete Mahnungen von gewisser Allgemeingültigkeit in sprachlich, rhythmisch, gegebenenfalls metrisch einprägsamer Form präsentiert (oft auch in bildlicher Form), der Verfasser nicht / nicht mehr bekannt ist, so bezeichnen wir es bei in sich geschlossenen Aussagen in Form von (z. T. elliptischen) Sätzen als "Sprichwort" („Homo homini lupus“), bei Syntagmen je nachdem als "sprichwörtliche Redensart" („ab ovo“), "sprichwörtlichen Vergleich" („melle dulcior“) usw.

Ist dagegen der Verfasser bekannt, sprechen wir von einem "Geflügelten Wort". Die Grenze ist nicht immer leicht zu ziehen. Einerseits greifen Dichter / Schriftsteller auf bereits in einer Sprachgemeinschaft umlaufende Sprichwörter zurück, deren Urheber nur eben nicht mehr bekannt sind (ein Engländer hat das Sprichwort deshalb definiert als „The wit of one, the wisdom of many“), andererseits werden von Dichtern geprägte Sentenzen bzw. Wendungen aufgrund der genannten Charakteristika zu Sprichwörtern, die jeder benutzt, weithin ohne sich dessen bewußt zu sein, daß sie etwa aus Schillers „Wilhelm Tell“ stammen wie der Blankvers „Die Axt im Haus erspart den Zimmermann“, ein Vers, der seinerseits auf ein wesentlich älteres Sprichwort zurückgehen mag. (Für das Verhältnis des Blankverses zur nichtmetrischen Alltagsrede gilt, was Aristoteles für das "?aµâe¦ï?" festgestellt hat.)

Für das Sprichwörtlichwerden spielen übrigens außer der sprachlichen und sonstigen Formung, die bei Schiller in hohem Maße gegeben ist, noch andere Faktoren eine Rolle, so, gerade im Fall Schiller, seine Bekanntheit als Schul- und als Bühnenautor! - Wenn die Abgrenzung von "Sprichwort" und "Geflügeltem Wort" nun schon bei einer heute von etwa 100 Millionen Menschen täglich benutzten Sprache so kompliziert ist, wie kompliziert ist sie erst bei einem zwar noch als Kirchensprache u. ä. lebenden, aber seit anderthalb Jahrtausenden nicht mehr von einer ganzen Sprachgemeinschaft verwendeten Idiom: In der Regel kennen wir antik-lateinisches Spruchgut ja überhaupt nur aus römischen Autoren; da ist es schwierig, säuberlich zwischen "Sprichwort" und "Geflügeltem Wort" zu scheiden. Eine annähernd einheitliche und damit aussagekräftige Terminologie für "Sprichwort", "Zitat" usw. gab es übrigens weder im Lateinischen noch im Altgriechischen. Die Klassische Philologie ist da schlechter dran als die überwiegend auf Neuzeitliches gerichtete, außerordentlich anregende und ertragreiche internationale Sprichwortforschung, wie sie vor allem durch Wolfgang Mieder (Burlington, Verm.) unter anderem mit der von ihm herausgegebenen sehr nützlichen Zeitschrift „Proverbium“ repräsentiert wird (zuletzt Bd. 12/1995).


(E?)(L?) http://www.uni-due.de/buenting/
(E?)(L?) http://www.uni-due.de/buenting/05GlossarPhraseologismen.pdf

Geflügelte Worte: So nennt man Sprichwörter und Redensarten, bei denen der Autor bekannt ist; der Begriff geht zurück auf Homers öfter gebrauchten Ausdruck ... und sprach die geflügelten Worte"; Skript S. n


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Geflügelte Worte
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Geflügelte Worte" taucht in der Literatur um das Jahr 1800 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2018-06

Geflügeltes Wort (W3)

Ein "geflügeltes Wort" ist ein Zitat (aus literarischen Werken oder ein Ausspruch einer historischen Person), das Eingang in die Altagssprache gefunden hat, das also oft zum Besten gegeben wird. Die Bezeichnung dt. "Geflügeltes Wort" ist eine Lehnübersetzung des bei Homer (-8. Jh.) in der "Ilias" und der "Odyssee" zu findenden griech. "épea pteróenta", mit griech. "épos" = dt. "Wort", "Rede", "Erzählung" und grich. "pterón" = dt. "Flügel".

Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) verwendete den Ausdruck in seinem Epos "Der Messias". Die Bezeichnung für "Worte, die vom Mund des Redners zum Ohr des Angesprochenen fliegen", entlehnte erneut Johann Heinrich Voß in seiner Homerübersetzung (1781 und 1793) als "Geflügelte Worte". August Georg Büchmanns (1822-1884) machte den Ausdruck gänzlich zum "Geflügelten Wort" indem er ihn in seinen "Geflügelte Worte: Citatenschatz des Deutschen Volkes" von 1864 aufnahm und ihm die Bedeutung "oft gebrauchtes Zitat" gab.

(E?)(L?) https://www.altphilologenverband.de/forumclassicum/pdf/FC2017-2.pdf

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Besprechung:

Eva Lidauer: Platons sprachliche Bilder. Die Funktionen von Metaphern, Sprichwörtern, Redensarten und Zitaten in Dialogen Platons.
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Für die "Phraseologie" und "Parömiologie" sind folgende Unterscheidungen vorgenommen: "Zitat", "Sentenz", "Gnome", "Geflügeltes Wort", "Sprichwort", "Sprichwörtliche Redensart", "Phraseologismus", "Situationsformel" (16-20), für die "Metaphorologie" finden die Begrifffe "Bild", "bildhaft", "bildlich" und "übertragen" Verwendung (21), ohne altgriechische Kategorien aus der Betrachtung auszuschließen.
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(E?)(L?) https://www.br.de/mediathek/podcast/das-kalenderblatt/kalenderblatt-04-01-1822/51163

Kalenderblatt 04.01.1822 - 04.01.2006

Georg büchmann, Sammler geflügelter Worte, wird geboren.

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(E?)(L?) https://www.br.de/mediathek/podcast/das-kalenderblatt/giovanni-trapattoni-haelt-wutrede/45593

Das Kalenderblatt

Giovanni Trapattoni hält Wutrede

Manch Dichter und Denker sinnt lange in der Hoffnung auf Eingang in den deutschen Zitatenschatz. Bayern Trainer Trapattoni poltert einfach drauflos und prägt ein "geflügeltes Wort" ums andere.

Autorin: Brigitte Kohn


(E?)(L?) https://www.duden.de/sprachwissen/newsletter/Duden-Newsletter-150612

Für Sie nachgeschlagen

Ein geflügeltes Wort

oft zitierter Ausspruch eines Dichters, Schriftstellers, Publizisten u. a.: Georg Büchmanns berühmte Sammlung "Geflügelte Worte" erschien zuerst 1864.

Die Wendung ist eine Lehnübersetzung des homerischen "epea pteroenta" = "mit Flügeln versehene Worte". Man stellte sich Worte und Sprüche wie Vögel mit Flügeln vor, die aus dem Mund des Sprechers entweichen. Büchmann deutete die griechischen Worte in seinem Sinne um: „Geflügelte Worte nenne ich Worte, die, von nachweisbaren Verfassern ausgegangen, allgemein bekannt geworden sind und wie Sprichwörter angewandt werden.“

Aus: Duden, Redensarten. Woher sie kommen, was sie bedeuten. Mannheim 2012.


(E?)(L?) http://www.gutenberg.org/ebooks/43759

Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes by Georg Büchmann et al.

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Einleitung.

Als Georg Büchmann im Jahre 1864 zuerst jenen köstlichen Schatz hob, der unter stetiger Vermehrung den Inhalt des vorliegenden Werkes bildet, gab er seiner Sammlung den willkürlich gewählten, dem Homer entlehnten Titel "Geflügelte Worte".

Bis dahin hiess "geflügelte Worte" nur, was es bei Homer heisst, nämlich "schnell von den Lippen des Redenden enteilende, zum Ohre des Hörenden fliegende Worte". Weil Büchmann jedoch unter diesem Namen einen neuen, von ihm selbst geschaffenen Begriff in die deutsche Sprachwissenschaft einführte, musste er eine möglichst scharfe Erklärung Dessen, was er wollte, zu geben versuchen. Er sagte darüber:

"Die allgemeinen Verständigungsmittel der Menschen sind nicht nur die in ihrer Form fertigen, Jedem zu Gebote stehenden einzelnen Wörter; es haben sich daneben auch im Laufe der Zeit stehende, fertige Formen von Wortzusammenstellungen und Gedanken entwickelt, für welche eine allgemeine Bezeichnung nicht vorhanden ist, und welche je nach ihrer Natur "Redensarten", "sprichwörtliche Redensarten", "Sprüche", "Sprichwörter" u. s. w. genannt werden. Lässt sich von den meisten dieser Gedankenformen weder die Zeit, in welcher, noch die Umstände, unter welchen sie entstanden sind, angeben, so giebt es doch eine Gruppe derselben, die sich auf einen bestimmten litterarischen oder historischen Ausgangspunkt zurückführen lassen. Diese sind in dem folgenden Büchlein unter dem Titel: "Geflügelte Worte" gesammelt und mit den Attesten ihres oft überraschend versteckten Ursprungs versehen worden; mag der Name "geflügelte Worte" nun richtig gewählt sein oder nicht. So viel über den Gedanken und den Namen des Buchs. Der Ausführung des Gedankens treten namentlich zwei Schwierigkeiten in den Weg; die Schwierigkeit der [S. XXIII] Abgrenzung des "geflügelten Wortes" gegen das "Sprichwort" und die andere, festzustellen, ob ein Wort allgemein genug ist, um den Rang eines geflügelten Wortes beanspruchen zu dürfen. Was die erstere anbetrifft, so entsteht oft die Frage, ob ein Schriftsteller ein schon vorher umlaufendes Wort für seine Zwecke angewendet hat, oder ob er selbst der Schöpfer seines Worts ist. Denn auch die Sprichwörter fallen nicht wie Manna vom Himmel; jedes derselben hat seinen speciellen Autor, seinen ersten Erfinder; viele derselben sind ohne Zweifel Sprüche aus verloren gegangenen oder noch nicht wieder aufgefundenen Schriftstellern. Selten nur ist man so glücklich, von dem Schriftsteller selbst zu erfahren, ob ein Wort, das er anwendet, auf seiner eigenen Mühle gemahlen oder fremde Ware ist. In zweifelhaften Fällen wird hier dem Sammler als Regel gelten dürfen, die erste schriftstellerische Quelle getrost anzumerken und es dann der spätern Forschung zu überweisen, ob das Wort schon in früheren Tagen im Volke verbreitet gewesen ist."

Es mag zunächst auffallend erscheinen, dass Büchmann in der vorstehenden Erklärung das Wort "Citat" vermeidet. Dies ist kein Zufall. Der engere Begriff des landläufigen Citates in dem allgemein üblichen Sinne der bewussten Anführung eines fremden Satzes deckte sich nämlich nicht ganz mit dem Inhalte schon der ersten Auflage des Buches. Schon dort sind als "geflügelte Worte" verzeichnet die bei uns landläufigen Anwendungen von Aussprüchen und Ausdrücken der Dichter, Denker, Propheten, Redner, Geschichtsschreiber und Mythographen, einschliesslich des metaphorischen Gebrauches von Ereignissen und typisch gewordenen Namen. Mit dem Untertitel "Citatenschatz des deutschen Volkes" wollte Büchmann sein Werk einführen und wenigstens dem grössten Teile des Inhaltes nach kennzeichnen, soweit er nicht eine Erweiterung des Begriffes "Citat" überhaupt beabsichtigte. Aus begreiflichen Gründen wurde denn auch dieser Untertitel beibehalten, obschon er dem allgemeinen Sprachgebrauche gegenüber zu eng war und mehrfach zu nicht ganz unberechtigten Bedenken strenger Begriffswächter Anlass geboten hat. Büchmann [S. XXIV] sagte darüber in einer seiner Vorreden, dass das Buch unter dem alten Titel, unter dem es sich beim Publikum eingeführt hätte, weiter erscheinen müsse, und dass "weder Autor noch Verleger das Werk unter einem anderen, als dem gewohnten Namen, gewissermassen in einer Vermummung dem Publikum vorführen könnten".

Büchmann musste bald erkennen, dass seine erste Erklärung den Inhalt seines Buches nicht erschöpfte, und so brachte er denn in der Einleitung zur achten Auflage vom Jahre 1874 den nachfolgenden kürzeren Versuch:

"In jeder Sprache, so auch in der deutschen, giebt es neben der unendlichen Fülle von Sprichwörtern, Stich-, Kraft- und Schlagworten, deren Urheber gänzlich unbekannt sind, eine verhältnissmässig kleine Zahl solcher Worte, deren Ursprung sich urkundlich belegen lässt. Letztere sind, soweit sie dem deutschen Volke angehören, in diesem Buche unter dem Namen 'Geflügelte Worte' zusammengestellt."

Doch auch diese Erklärung konnte Büchmann nicht auf die Dauer befriedigen, daher fasste er sich bald ganz kurz und urteilte:

"'Geflügelte Worte' nenne ich solche Worte, welche, von nachweisbaren Verfassern ausgegangen, allgemein bekannt geworden sind und allgemein wie Sprichwörter angewendet werden".

Diese, den Inhalt des Buches ebenfalls nur teilweise deckende Definition behielt Büchmann bis in die dreizehnte Auflage letzter Hand vom Jahre 1882 bei, indem er annahm, dass sein Buch selbst die beste Definition enthalte.

Erst Robert-tornow gelang es, eine feste Umgrenzung des Begriffes "geflügeltes Wort" im Sinne Büchmanns zu finden. Diese, auch heute noch gültige Erklärung lautet:

"Ein geflügeltes Wort ist ein in weiteren Kreisen des Vaterlandes dauernd angeführter Ausspruch, Ausdruck oder Name, gleichviel welcher Sprache, dessen historischer Urheber, oder dessen litterarischer Ursprung nachweisbar ist. Immer muss man möglichst bestimmt sagen können: 'da steht es zuerst geschrieben', oder: 'aus der Stelle ist es abgeleitet', [S. XXV] oder: 'Der hat es hervorgerufen', und: 'es hat sich bei den Gebildeten eingebürgert'."

Diese Begriffsbestimmung umschliesst Alles, was Büchmann in seiner Sammlung unter dem Namen "Geflügelte Worte" vereinigt hat und steht daher, weil Büchmann einen neuen Begriff in die deutsche Sprache einführte, ebenso ausserhalb der Kritik, wie die Bezeichnung, die der Finder eines neuen Sternes seiner Entdeckung giebt.

Wenn nun auch hiermit die Definition des "geflügelten Wortes" im sprachwissenschaftlichen Sinne erledigt ist, so darf doch nicht übersehen werden, dass auch ihrer Durchführung zwei erhebliche Schwierigkeiten sich entgegenstellen.

Die erste wurde schon vorhin erwähnt. Sie besteht darin, dass der Begriff des "landläufigen Citates" sich nicht voll mit dem "geflügelten Worte" im Sinne Büchmanns deckt. Diese, wohl unbewusste Erweiterung, die Büchmann dem Begriffe "Citat" gab, hat mancherlei Missverständnisse, auch von hochgeschätzter Seite zur Folge gehabt. Denn viele "geflügelte Worte" im Büchmannschen Sinne sind längst als "Wörter" in die deutsche Sprache übergegangen und gehören trotzdem in diese Sammlung, weil ihr historischer oder litterarischer Ursprung sich nachweisen lässt. Die zweite Schwierigkeit ist noch grösser, weil sie es nicht mit Einzelnen zu thun hat, sondern mit dem deutschen Sprachgebrauche überhaupt, der sich des Ausdruckes "geflügeltes Wort" nach Büchmanns Einführung immer mehr und mehr bemächtigte und in dessen Anwendung weit über die Grenzen, die ihm Büchmann gezogen hatte, im Laufe der Zeit hinausgegangen ist. Der vulgäre Sprachgebrauch versteht unter einem geflügelten Worte jeden Ausspruch, der in allgemeinem Gebrauch als Citat von Mund zu Mund fliegt, gleichgültig ob der historische Urheber oder der litterarische Ursprung nachweisbar ist oder [S. XXVI] nicht, und gleichgültig auch, ob das Wort schon wirklich dauernd dem deutschen Sprachschatze einverleibt ist. Diese, durch einen lässigen Sprachgebrauch entstandene Begriffserweiterung veranlasst nun wieder manche Freunde und Leser des Buches in ihm Dinge zu suchen, die in dem, durch Büchmann geschaffenen sprachwissenschaftlichen Sinne gar nicht hineingehören. Die Herausgeber dieses Buches wissen von der gewaltigen Anzahl von Zuschriften zu berichten, die oft mit den Ausdrücken des lebhaftesten Erstaunens angebliche geflügelte Worte in dem Buche vermissen, ohne dass dabei daran gedacht wird, dass ein allgemein bekannter und gebrauchter Ausspruch u. s. w. erst durch den bestimmten Nachweis seines historischen Urhebers oder litterarischen Ursprungs zu einem geflügelten Worte wird. Nur um Beispiele zu erbringen, die sich leicht ins Hundertfache vermehren liessen, sei hier gesagt, dass Citate wie "Als ich noch im Flügelkleide in die Mädchenschule ging", "honny soit qui mal y pense", "sint ut sunt aut non sint", "sic transit gloria mundi" darum keine geflügelten Worte sind, weil ihr Ursprung bis jetzt noch nicht hat nachgewiesen werden können. Manche bekannten Redensarten und Ausdrücke, die in alten Auflagen des Buches als "geflügelt" standen, sind später wieder in Fortfall gekommen, weil die angegebene Quelle sich nicht als stichhaltig erwies. Sie mögen in den Büchern der Plagiatoren, die sich dieses Ausschusses aus alten Büchmann-Auflagen bemächtigt haben, um den Eindruck grösserer "Reichhaltigkeit" zu machen, nachgelesen werden.

Zum Kennzeichen des geflügelten Wortes gehört neben der Nachweisbarkeit seines Ursprunges und seiner Landläufigkeit auch, dass es dauernd in den Sprachgebrauch der Gebildeten übergegangen ist. Gerade in dieser Hinsicht muss der Herausgeber doppelt vorsichtig [S. XXVII] sein, weil die wandelbare Gunst der Menge schon nach wenigen Jahren oft nichts mehr von den Schlagworten weiss, die kurz vorher in aller Munde waren. Und so ist es denn auch kein Zufall, dass in dem vorliegenden Buche die letzten geflügelten Worte nach zeitlicher Ordnung aus dem Jahre 1888 stammen. Bedachtsam muss hier weiter gearbeitet werden, und immer muss man an die Weisung denken, die Büchmann seinen Nachfolgern hinterliess, dass nämlich die Prüfung, Ordnung und Sichtung des vorhandenen Inhaltes weit wichtiger wäre als die Vermehrung.

Nur als Curiosum sei erwähnt, dass von manchen Lesern verlangt wird, es sollten in das Buch auch solche Citate, insbesondere aus unseren deutschen Klassikern, aufgenommen werden, die zwar noch nicht allgemein gebräuchlich sind, aber doch verdienten, wegen der Tiefe und Schönheit der in ihnen enthaltenen Gedanken zu geflügelten Worten zu werden.

Die Erfordernisse eines "geflügelten Wortes" sind also nach den vorstehenden Darlegungen: Hinsichtlich der ersten Bedingung ist, soweit sie nicht schon früher erläutert wurde, zu bemerken, dass historische Forschungen hier wie anderwärts leicht bis an die Grenze des Mythus führen nach dem Satze, dass "alles Gescheite schon gedacht worden ist".

Wenn wir Homer, Aesop, die Bibel, oder die Edda als Quellen angeben, so schwankt die Beantwortung der Frage, ob das betreffende Wort wirklich da zuerst [S. XXVIII] geschrieben stehe, ganz beträchtlich, ja sie schwankt eigentlich immer, denn Niemand kann sicher wissen, ob nicht etwa mancher aus Goethe viel citierte Spruch seine Form oder seinen Inhalt befreundetem oder anderem Einfluss verdankt. Und dennoch bleibt er ein "geflügeltes Wort" aus Goethes Werken, denn für uns steht er bestimmt da zuerst geschrieben, wenn sich keine ältere Parallelstelle nachweisen lässt. Parallelstellen finden aber nur dann Aufnahme, wenn sie für die Genesis oder für die Wandlungen des "geflügelten Wortes" von wesentlicher Bedeutung sind; während Parodien nur dann eingeschaltet werden, wenn deren Urheber erweislich ist.

Die zweite Bedingung, die Beantwortung der Frage, ob ein Wort so allgemein geworden ist, dass es "geflügelt" genannt zu werden verdient, lässt sich nur durch Beobachtung und Umfrage lösen. Von vornherein muss sich Jeder vor dem Irrtum hüten, als ob ihm und seinen besonderen Kreisen geläufige Worte deswegen allein schon geflügelte Worte seien, und als ob ein ihm nicht geläufiges, vielleicht gar nicht bekanntes Wort deswegen aus der Reihe der geflügelten Worte zu streichen sei.

Obwohl Mancher daran zweifelt, giebt es dabei doch recht untrügliche Proben. Wird nämlich ein Wort von unbelesenen Leuten überhaupt, oder von vielen Gedächtnisschwachen falsch, oder von mehreren Witzigen in übertragener Bedeutung angeführt, dann ist es gewiss ein "geflügeltes"; ist es aber vielen belesenen und gedächtnisfrischen Leuten fremd, dann ist es schwerlich "geflügelt".

Mit blossem Taktgefühl oder ästhetischem Belieben kommt man bei diesem Werke nicht weiter. Der Begriff des geflügelten Wortes zieht dem Sammler strenge Schranken, und es wäre allerdings viel bequemer, dem Buche durch hineingesprengte Citate eigener leichtfertiger [S. XXIX] Wahl den Anschein grösseren Stoffreichtums zu geben.

Bei der Sorgfalt, mit der die Bearbeitung dieser Sammlung länger als dreissig Jahre hindurch stattgefunden hat, darf gesagt werden, nicht nur, dass die Hauptarbeit gemacht ist, sondern auch, dass es kaum geflügelte Worte in irgendwie erheblicher Anzahl geben wird, die der "Büchmann" nicht verzeichnet. Was aber von bekannten Aussprüchen und Redensarten hier fehlt, ist in seinem Ursprünge noch nicht nachweisbar und darum auch nicht "geflügelt".

Nicht ganz so sicher wird man den vorstehenden Satz umkehren können dahin, dass alle in dieser Sammlung verzeichneten Worte auch ausnahmslos "geflügelt" sind oder wenigstens einmal "geflügelt" waren. Manch ein Wort wird wohl als "blinder Passagier" in dem Schifflein dieses Buches mitschwimmen, ohne sich genügend über seine Landläufigkeit, soweit sie wenigstens für die Gegenwart noch in Frage kommt, ausweisen zu können, oder das mit einem Ursprungsatteste versehen ist, dessen Angaben spätere historische oder litterarische Forschungen als unrichtig erweisen werden. Jeder, der sich ernstlich damit befasst, wird merken, dass es nicht leicht ist, die Klasse der geflügelten Worte aus dem Gesamtschatz aller heimischen und eingewanderten Worte und Wendungen herauszuheben, und er muss einsehen, dass auch dem Erfahrenen bei der Bestimmung eines "geflügelten Wortes" Irrtümer nicht erspart bleiben.

Wenn nun der Sammler geflügelter Worte mit inniger Freude seinen Vorrat überschaut, weil es ihm immer und immer wieder dabei vor die Seele tritt, wie hoch der durchschnittliche Bildungsgrad seines Volkes im Vergleich zu anderen Nationen ist, so ist er doch keineswegs in der glücklichen Lage Desjenigen, der es sich zur Aufgabe gestellt hat, die Perlen und Goldkörner, die in reichster Fülle über die deutsche Litteratur zerstreut sind, zusammenzulesen; er hat es [S. XXX] im Gegenteil oft genug mit dem Staube der Alltäglichkeit zu thun. Zieht Jenen vielleicht gerade das Ungewöhnliche und Seltene an, so ist er verpflichtet, auf das Gewöhnliche und Gebräuchliche sein Augenmerk zu richten, mag er sich auch oft daran erfreuen können, dass das Gebräuchliche zugleich ein tiefer, schön ausgeprägter Gedanke ist. Nicht der gediegene Inhalt nämlich macht Worte zu geflügelten, sondern der oft zufällige Eindruck auf einen grösseren Kreis von Lesern und mehr noch von Hörern. Die Kanzel, das Theater, das Schulkatheder, die Rednerbühne, der Gesang, die Zeitschrift sind die Vermittler derselben. Daher kommt es, dass die dramatische Litteratur ihrer mehr liefert, als die lyrische oder die epische, und dass aus der lyrischen Poesie mehr solche fliessen, die komponiert worden sind und gesungen werden, als andere. Daher kommt es auch, dass mancher Liebling des Volks und der Musen in diesem Buche unvertreten bleibt, und dass Meisterstücke der Lyrik, ausgezeichnete Romane, überhaupt Werke, die in den seltenen Stunden stiller Weihe die Seele erquicken und deren Publikum stets der einzelne Mensch oder höchstens ein traulich geschlossener enger Kreis ist, eine überaus geringe Ausbeute zu den geflügelten Worten geben. Diese entstehen auf dem Markte des Lebens und im Strudel der Öffentlichkeit.

Viele werden das Werk nur als Nachschlagebuch wert halten und benutzen, Manche jedoch werden den in ihm behandelten Stoff tiefer fassen als eine Hilfswissenschaft zur Erkenntnis des Seelenlebens der Völker. Diesen, unseren eigentlichen Lesern kann es nicht darauf ankommen, sich zu merken, wie man richtig zu citieren habe, geschweige auf oberflächliche Vielwisserei; sondern ihre Grundfrage wird lauten: "Welche geistigen Strömungen haben Deutschland im 19. Jahrhundert befruchtet?" "Und was hat Deutschland an die anderen Nationen weitergegeben?" [S. XXXI] werden sie fragen, wenn sie die ähnlichen Werke für Frankreich, Italien, Ungarn, England, Holland, Dänemark und Schweden vergleichend lesen.

Im 20. Jahrhundert kommen hoffentlich die Deutschen als Spendende mehr und mehr in Betracht. Allmählich erfüllt sich ja Friedrichs des Grossen Prophezeiung: "Il pourra arriver que notre langue polie et perfectionnée s'étende, en faveur de nos bons écrivains, d'un bout de l'Europe à l'autre. Ces beaux jours de notre littérature ne sont pas encore venus: mais ils s'approchent." Schon sind wir längst nicht mehr nur die Übersetzenden, sondern wir werden auch fleissig übersetzt, und Goethes "Weltlitteraturepoche" tritt immer lebendiger ans Licht.
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(E?)(L?) http://www.phil.muni.cz/german/mediaev/histsem/nofr-beisp-HS.htm

Bedeutungsgeschichte


(E?)(L?) https://www.swr.de/blog/1000antworten/antwort/20871/sprichwoerter-gefluegelte-worte-redensarten-wo-liegen-die-unterschiede/

Sprichwörter, geflügelte Worte, Redensarten - wo liegen die Unterschiede?

von Rolf-Bernhard Essig am 10.08.2016, Kommentar hinzufügen

"Sprichwörter" sind lehrhafte Sätze, meist gehobener Sprache und sehr beliebt. "Geflügelte Worte" können darüber hinaus auch redensartlich sein - nur Satzteile - aber als gebildeter Mensch weiß man, woher das kommt. Ein Beispiel: „Das also war des Pudels Kern“ - das kommt von Goethe. "Geflügelte Worte" sind also solche, deren Urheber noch bekannt sind.

Verbundene Medien

Audio: Sprichwörter, geflügelte Worte, Redensarten - wo liegen die Unterschiede?


(E?)(L?) https://www.swr.de/blog/1000antworten/antwort/2638/ich-kenne-meine-pappenheimer---hat-das-mit-dem-pappenheim-bei-nordlingen-zu-tun/

„Ich kenne meine Pappenheimer“ - hat das mit dem Pappenheim bei Nördlingen zu tun? (18.08.2009)

von Rolf-Bernhard Essig am 18.08.2009, Kommentar hinzufügen

Es handelt sich um ein "geflügeltes Wort". "Geflügeltes Wort" kommt eigentlich aus der Übersetzung der Ilias und zwar wird das immer wieder von Voß so aus dem Griechischen übersetzt: „Und er sprach die geflügelten Worte“. Damit bezeichnet die Sprachwissenschaft ein Zitat, das wie eine Redensart oder ein Sprichwort allgemein verwendet wird, von dem man aber in der Regel noch weiß, woher es stammt.

In diesem Fall stammt es aus „Wallenstein“ bzw. der Wallenstein-Trilogie von Friedrich Schiller. Wallenstein sagt da an einer Stelle, als sich die Pappenheimer so ein bisschen unklar darüber sind, ob sie zu Wallenstein halten sollen oder nicht: „Ich kenne meine Pappenheimer“.

Das bedeutet, er weiß genau wie sie sind, er kennt sogar einzelne Personen dieses Regimentes. Es handelt sich um das Regiment der Pappenheimer, die unter Wallenstein in seinem Heer tatsächlich gekämpft haben und eine Art Elitekampftruppe waren. Er sagt also, „dran erkenne ich meine Pappenheimer“ - an ihrer Gesinnung, ich kenne aber auch jeden Einzelnen.
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Verbundene Medien

Audio: "Ich kenne meine Pappenheimer" - hat das mit dem Pappenheim bei Nördlingen zu tun?


(E?)(L?) https://de.wikipedia.org/wiki/Geflügeltes_Wort

Als "geflügeltes Wort" wird ein auf eine konkrete Quelle zurückführbares Zitat bezeichnet, das als Redewendung Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden hat. Darunter sind oft knappe Formulierungen komplizierter Sachverhalte oder solche von Lebenserfahrungen, die treffend „auf den Punkt gebracht“ werden. Geflügelte Worte können u. a. die Form haben von Aphorismen, Bonmots, Gnomen, Sentenzen, Sinnsprüchen und Sprichworten.
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Begriffsgeschichte

Der mittelhochdeutsche Dichter Heinrich von Meißen bezeichnet das Sprichwort als "flügges Wort", als ein Wort, dem Flügel gewachsen seien.

Klopstock verwendete in seinem Epos Der Messias von 1742 die Formulierung:

„Geflügelte Worte sprach er zu ihnen, dann sandt’ er sie unter das weichende Volk aus.“

– Friedrich Gottlieb Klopstock: Der Messias, Vers 222

Auch Johann Heinrich Voß verwendet diese Worte in seinen berühmten Homer-Nachdichtungen. Sie sind die Lehnübersetzung von "épea pteróenta" „mit Flügeln versehene Wörter“. Erst seit dem Erscheinen von Georg Büchmanns Zitatensammlung "Geflügelte Worte" im Jahr 1864 wird der Ausdruck gebraucht im Sinn von

„literarisch belegbaren, in den allgemeinen Sprachschatz des Volkes übergegangenen, allgemein geläufigen Redensarten.“

– Georg Büchmann

Büchmanns Nachfolger Walter Robert-tornow präzisierte den Begriff in der von ihm 1884 herausgegebenen 14. Auflage

„Ein geflügeltes Wort ist ein in weiteren Kreisen des Vaterlandes dauernd angeführter Ausspruch, Ausdruck oder Name, gleich welcher Sprache, dessen historischer Urheber oder dessen literarischer Ursprung nachweisbar ist“

– Walter Robert-tornow

Die Fundstelle eines Zitates, das die bekannteste Formulierung eines Sachverhalts gibt, das historisch zur stehenden Wendung geworden ist, nennt man den "Locus classicus". Dieser Ausdruck ist beispielsweise auch für wissenschaftliche Aussagen oder juristische Schlüsse üblich.
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(E?)(L?) http://www.wispor.de/w-lifa-g.htm#gefluegeltes_wort

"Geflügeltes Wort": "Geflügelte Worte" sind Zitate oder Aussprüche, die häufig genutzt werden.

Bekannte Herausgeber und Sammler von Zitaten, geflügelten Worten, ... sind: Büchmann, Lipperheide, Mackensen, ...

Siehe auch: Begriffe, Redensarten, lat. Zitate


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Geflügeltes Wort
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Geflügeltes Wort" taucht in der Literatur um das Jahr 1880 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2018-04

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Sentenz
sentence (W3)

Der Begriff dt. "Sentenz" wird als Oberbegriff für dt. "Maximen", "Sinnsprüche", "Geflügelte Worte" usw. verwendet. Er geht zurück auf lat. "sententia" = dt. "Meinung", "Urteilsspruch", "Gedanke", "Sinnspruch", lat. "sentire" = dt. "wahrnehmen", "empfinden", "entscheiden".

Der engl. "sentence" = dt. "Satz" hat die Bedeutung dt. "Satz" und "Strafurteil" angenommen.

(E?)(L?) http://www.uni-due.de/buenting/


(E?)(L?) http://www.uni-due.de/buenting/05GlossarPhraseologismen.pdf


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Sentenz
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Sentenz" taucht in der Literatur um das Jahr 1650 / 1750 auf.

Erstellt: 2012-06

T

U

V

W

wikipedia.org
Liste geflügelter Worte

(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte

Georg Büchmanns Geflügelte Worte, 12. Auflage von 1880

Als Geflügeltes Wort wird ein literarisches Zitat bezeichnet, das als Redewendung Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden hat.

Hier folgt die alphabetisch geordnete Liste Geflügelter Worte, soweit sie in Sammlungen derselben nachzuweisen sind.


(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/A




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/B




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/C




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/D




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/E




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/F




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/G




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/H




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/I




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/J




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/K




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/L




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/M




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/N




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/O




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/P




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/Q




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/R




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/S




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/T




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/U




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/V




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/W




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/X

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(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/Y




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geflügelter_Worte/Z




Erstellt: 2011-08

X

Y

Z

Bücher zur Kategorie:

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
DE Deutschland, Alemania, Allemagne, Germania, Germany
Geflügeltes Wort, Palabra alada, Parole historique, Parola alata, Gevleugeld Woord, Winged Word

A

B

C

D

E

F

G

Gutknecht, Christoph
Lauter spitze Zungen
Geflügelte Worte und ihre Geschichte

(E?)(L?) http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/340645965X/etymologety0f-21


(E?)(L?) http://www.amazon.fr/exec/obidos/ASIN/340645965X/etymologetymo-21


(E?)(L?) http://www.amazon.co.uk/exec/obidos/ASIN/340645965X/etymologety0d-21
     

beck'sche reihe
292 Seiten

Das Inhaltsverzeichnis listet folgende Themen in diesem Werk:

(E?)(L?) http://www.beck-shop.de/iis/produktview.html/catID/3/tocID/360/prodID/154877/

Wenn eine Familie mit "Kind und Kegel" in Ferien fährt, so heißt dies eigentlich, sie nimmt außer den ehelichen auch die unehelichen Kinder mit; "Kegel" ist ein altes deutsches Wort für einen "Bankert" ("ein uneheliches Kind"). Das Wort "Pudel" hingegen kommt von "pudeln", einem alten Ausdruck für "herumplätschern". "Pudel" nannte man früher einen für die Wasservögeljagd abgerichteten Hund. Deshalb also der bemitleidenswerte "begossene Pudel" und das Adjektiv "pudelnaß". Aber warum "pudelwohl"? Christoph Gutknecht erzählt in diesem Band überraschend und unterhaltsam von "geflügelten Worten" und ihrer Geschichte - quer durch die europäischen Sprachen.




H

Hug, Wolfgang
Wissen, wo Barthel den Most holt
Kleine Kulturgeschichte geflügelter Worte
Ernst und heiter: Die Ursprünge unserer Spruchweisheiten.

(E?)(L?) https://www.rhenania-buchversand.de/appDE/nav_product.php?product=957102

(R) 176 S., Tb.

Um Sprichwörter und Spruchweisheiten geht es in diesem Buch. Wir wollen wissen, woher sie kommen und was sie uns wert sind. Diese Leitfragen verweisen auf einen Zusammenhang in der Geschichte unserer Sprichwortkultur. Dabei ist auf den Alten Orient ebenso einzugehen wie auf die antike Weltliteratur, auf die Bibel der Juden wie auf die der Christen. Geläufige Redensarten sind als Zeugen der Geschichte zu lesen mit ihren Verweisen auf Lebensverhältnisse vergangener Zeit. In vertrauten Zitaten aus Werken deutscher und europäischer Klassiker ist ihr geistiger Quellgrund wahrzunehmen. Sprichwörter aus fremden Kulturen machen mit Denk- und Erfahrungsweisen anderer Völker vertraut. Die ausgewählten Sprichwörter und Spruchweisheiten können Lebenskunst lehren. Sie bezeugen, wie Wertvorstellungen der Menschheit über Raum und Zeit hinaus wirken. Diese Anthologie spiegelt ein Stück Kulturgeschichte der Humanität. Ernste und heitere Passagen, Altvertrautes, kaum Bekanntes und Stoff zum Nachdenken laden zum Schmunzeln ein. Nicht allem sprichwörtlich Gesagtem ist zuzustimmen. Kritisch wird hinterfragt, was in die Irre führt. Das Buch enthält in 12 Kapiteln nicht nur eine Fülle an Informationen, sondern ist in Stil und Inhalt ein Lesevergnügen.

Wolfgang Hug war Professor für Geschichte und ihre Didaktik an der PH Freiburg. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur badischen und südwestdeutschen Kultur und Geschichte.

Inhaltsverzeichnis


Erstellt: 2017-05

I

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K

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M

Müller, Christoph
Ikarus fliegt weiter
Ursprung und Rezeption geflügelter Worte und Sprachbilder

(E?)(L?) https://www.antikmakler.de/bv20792

Christoph Müller. Ikarus fliegt weiter. Ursprung und Rezeption geflügelter Worte und Sprachbilder. Kulturgeschichte der antiken Welt. 232 Seiten


(E?)(L?) http://www.altphilologenverband.de/forumclassicum/pdf/FC2001-3.pdf

232 S., Mainz von Zabern 2001 (Kulturgeschichte der antiken Welt, Bd. 76, ISBN 3-8053-2607-6).

Was haben Kadmus, JOHANNES GUTENBERG und BILL GATES miteinander gemein? Zum einen haben sie sich um die Schriftkultur verdient gemacht – der phönizische Königssohn als mythischer Urheber des Alphabets, GUTENBERG als spätmittelalterlicher Erfinder des Buchdrucks und BILL GATES als zeitgenössischer Pionier elektronischer Textverarbeitung. (Ob man letzteren eines Tages als Totengräber der Schriftkultur ansehen wird, muss der Beurteilung späterer Generationen vorbehalten bleiben). Eine weitere Gemeinsamkeit dieses ungleichen Triumvirats ist, dass ihm das hier zu besprechende Buch gewidmet ist. Diese ungewöhnliche Widmung verrät in nuce etwas vom feuilletonistischen Stil und der Zielsetzung des Buches, nämlich Rezeptionslinien von der Vergangenheit bis in die Gegenwart zu ziehen. Thematisiert wird die Herkunft und das Fortleben von neun mythologischen und acht historischen Metaphern bzw. Sprachbildern, im einzelnen: "Ariadnefaden", "Ikarusflug", "Zankapfel", "Parisurteil", "Danaergeschenk", "Trojanisches Pferd", "Augiasstall", "Tantalusqualen", "Danaidenfass" bzw. "Philippika", "Herostratentum", "Gordischer Knoten", "Pyrrhussieg", "Alea iacta est", "Rubikonüberquerung", "Vandalismus" und "Canossagang". Diese Beschränkung auf wenige Beispiele soll anders als BÜCHMANNS „Geflügelte Worte“ nicht „1000 Städte in 100 Tagen“ zeigen, sondern „beschaulichere, aber auch gründlichere Streifzüge“ (XIV) ermöglichen, ein Konzept, das aufgegangen ist.

Die insgesamt 14 Kapitel weisen eine doppelte Struktur auf: Zunächst wird jeweils der einer Metapher zugrundeliegende mythologische oder historische Sachverhalt erläutert, wobei die „Frage der historischen Echtheit berühmter Worte und Taten“ (XIX) geklärt wird; im Anschluss verfolgt Müller das jeweilige „Weiterleben und die wahrnehmungsprägende Kraft von Metaphern“ (ebd.). Dabei dürfte auch der einschlägig vorbelastete Leser manch Neues erfahren, wie einige Beispiele belegen mögen:

So dürfte CAESAR bei seinem Rubikonübergang anstelle des berühmten "alea iacta est" den aus MENANDERS Stück „Arrhephoros“ stammenden und bereits sprichwörtlich gewordenen Halbsatz „Anerriphtho kybos“ ("Hoch soll der Würfel fliegen") geäußert haben, zumal er sich mit seinem Offizierskorps auf Griechisch verständigte. ERASMUS traf den ursprünglichen Sachverhalt richtig, wenn er den Satz lateinisch mit "alea iacta esto" wiedergab.

Nach einer selteneren Sagenvariante war Ariadne zunächst die Geliebte des Dionysos und verließ diesen um des Sterblichen Theseus willen. Im Labyrinth half sie ihm anstelle des Fadens mit der Strahlenkrone des Gottes. Diese Version dürfte ein Reflex der bis ins zweite vorchristliche Jahrtausend reichenden Verehrung der Ariadne als kretischer Vegetationsgottheit Aridela (die Strahlende) sein.

Auch von der Episode des Gordischen Knotens sind andere Fassungen überliefert. Nach der kanonisch gewordenen Erzählung des Alexanderhistorikers KALLISTHENES VON OLYNTH hieb ALEXANDER den Knoten mit dem Schwert durch, während ARISTOBULOS behauptete, der große Makedone hätte „durch Herausziehen des Spannnagels aus der Wagendeichsel“ (86) den Knoten gelockert und dann gelöst. So oder so: Die Anekdote aus dem Zeustempel von Gordion war „ein gelungener, sorgfältig in Szene gesetzter Propagandacoup“ (91), wofür u. a. spricht, dass ALEXANDER nur einem handverlesenen Kreis illustrer Künstler wie LYSIPP oder APELLES zugestand, ihn zu porträtieren.

Mit dem Namen des HEROSTRAT verbindet sich die Wahnsinnstat der Brandstiftung am Artemistempel in Ephesos – MÜLLER referiert zwei der traditionellen Sichtweise zuwiderlaufende Thesen. KARWIESE stellt der wirkmächtigen Stelle des Historikers THEOPOMP eine Passage aus ARISTOTELES’ Schrift „Meteorologia“ entgegen, in der der Brand des Artemisions als bloße Naturkatastrophe ohne menschliches Zutun erscheint. Nach Ansicht dieses Forschers war HEROSTRAT wohl ein Jahresbeamter oder Hoher Priester, der sich den Schutz des Tempels nicht intensiv genug hat angelegen sein lassen. So wurde seine Fahrlässigkeit in der öffentlichen Meinung bald zur vorsätzlichen Brandlegung.

KNIBBE vermutet gar eine bewusste Brandstiftung durch die Priesterkaste in der Absicht, den durch den hohen Grundwasserspiegel stets gefährdeten Tempel in einem erhofften Neubau auf ein höheres Fundament zu stellen.

Bemerkenswert ist auch der Versuch MÜLLERS, die Vandalen von ihrem schlechten Ruf zu befreien, der durch HENRI ABBE GREGOIRES Schule machende Wortneuschöpfung „vandalisme“ in den europäischen Sprachen sprichwörtlich geworden ist. Gemessen am Einfall der Westgoten in Rom unter ALARICH 410 und dem langwieirgen Ostgotenkrieg von 535 bis 553 hätten sich die Vandalen bei ihrem Einzug in die ewige Stadt 455 geradezu zivilisiert verhalten. Erst byzantinische Geschichtsschreiber hätten für das negative Image dieses Volkes gesorgt.

Was die Rezeption dieser geflügelten Worte und Sprachbilder in späteren Jahrhunderten angeht, kommt dem Verfasser sein Studium der Alten, Neueren und Neuesten Geschichte und der Klassischen Archäologie zugute. Aus den Bereichen der Literatur, der Geschichte und der bildenden Kunst vermag er reichhaltige Belege beizubringen. So zeigt er etwa die Bedeutung der HEROSTRATfigur in der europäischen Essayistik von MONTAIGNE über PESSOA bis zu SARTRE auf, erweist sich in der Auswahl der Illustrationen als souveräner Kenner der antiken und europäischen Kunst und vermag mit interessantem historischen Detailwissen aufzuwarten, etwa wenn er darstellt, wie sich Königin ELIZABETH I. in der Auseinandersetzung mit PHILIPP II. von Spanien als weiblicher DEMOSTHENES stilisierte.

Allerdings entgeht MÜLLER in seinem Bestreben nach vielfältigen Rezeptionsbeispielen nicht immer der Klippe bloßen name-droppings ohne tiefergehende Auseinandersetzung. („Während DE LA CUEVA dabei weitgehend in den Fußstapfen seines antiken hispanischen Landsmanns LUCAN wandelte, schildert DE VEGA vorwiegend das innere Ringen CÄSARS ...“, 13). Entschädigt wird der Leser aber häufig durch gnomenhafte Sentenzen wie „Vandalen, das sind stets die anderen.“ (169) bzw. erhellenden Durchblicken, etwa der Erklärung, warum DEMOSTHENES und CICERO im hegelianischen Deutschland abgelehnt wurden: sie galten ja als Widersacher des Weltgeistes, wie er sich in Ausnahmegestalten wie PHILIPP II. von Makedonien und ALEXANDER manifestierte.

Auffallend ist das Bemühen des Autors um sorgsam stilisierte Diktion, die sich bisweilen in Alliterationen („... menschenmordende Monster zu massakrieren, fiel die profane Putzarbeit doch arg ab.“, 32) und dem Gebrauch von Archaismen kundtut („... verschleppte er Kunstwerke sonder Zahl“, 168).

Wohl in Anlehnung an den modernen Trend des Infotainment verfällt MÜLLER ab und an in feulletonistischen Plauderton („Nun, da der letzte Ost-West-Konflikt, der Kalte Krieg, mit den samtenen Revolutionen von 1989 so überraschend friedlich zu Ende ging und sich (in Wohlgefallen?) auflöste, ist nur zu hoffen, daß sich der Knoten nicht, Jüngers Annahme entsprechend, von neuem schürzt – und beim nächsten Mal nicht mehr, wie zuletzt, eine erfreulich unmartialische Lösung a la ARISTOBULOS findet ...“, 96) und versucht bisweilen durch die Verwendung bewusst anachronistischen Vokabulars dem Stoff eine witzige Seite abzugewinnen, etwa wenn er die Nutzung von Baustoffen aus antiken Ruinen als „Beschaffungskriminalität“ (166) bezeichnet.

Insgesamt handelt es sich um ein Buch, das man mit großem Vergügen und Wissenszuwachs lesen wird und – man verzeihe die profanutilitaristische Denkweise des professionell deformierten Gymnasialpädagogen – sicher gut als Grundlage für Schülerreferate heranziehen kann.

Ein stattlicher Anmerkungsapparat von 26 Seiten mit 412 Einträgen und ein kapitelweise zusammengestelltes Literaturverzeichnis belegen Fleiß und wissenschaftliche Redlichkeit des Autors. Dem Rezensenten ist bis auf den fehlerhaften Bildhinweis „Tab. 21“ (anstelle von Tab. 2.1) auf S. 20 keinerlei Druckfehler aufgefallen, Ausweis der Sorgfalt von Autor und Lektorat. Nicht zuletzt der Druck auf „fade resistant and archival quality paper“ sollte dafür sorgen, dass Ikarus noch lange weiterfliegt.

MICHAEL LOBE


Erstellt: 2018-06

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