Etymologie, Étymologie, Etymology
DE Deutschland, l'Allemagne, Germany
Grammatik, Grammaire, Grammar

A

aber (W3)

Das ahd. "aver" hatte noch die Bedeutung "weiter weg", "später", "noch einmal wieder".
Und im Saarland sagt man heute immer noch "aver" oder "awwer".
Ob lat. "aversio" = "sich abwenden", von dem "Aversion" übernommen wurde, damit verwandt ist, ist noch zu klären. Passen würde es ja.

(E?)(L?) http://www.dw-world.de/dw/article/0,,2245465,00.html?maca=de-newsletter_DeutschImFokus-1655-html


about
German Grammar Guide

(E?)(L?) http://german.about.com/library/blgrammatik.htm


Adverbialisierung durch -lich (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Denominale Derivate auf "-lich" entstammen größtenteils dem 18. und 19., nur in wenigen Fällen dem 20. Jh. Der früheste uns verfügbare Beleg (aus der Relation von 1609) ist das heute kurios anmutende "befehlich" (beuelich eines Presidenten selbigen Königreichs (32,12)).
Aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen "abzüglich", "bezüglich" und das jetzt veraltete "beziehentlich" (letzter Eintrag im Duden 1967 mit dem Vermerk: Amtsdeutsch). "Einschließlich" und "hinsichtlich" sind im Duden 1880 verzeichnet.
"Anläßlich" scheint eine Bildung dieses Jahrhunderts zu sein, es findet sich nicht im Duden 1880. Das Substantiv "Anlaß" hat seine heutige Bedeutung ("auslösendes Ereignis") erst seit dem 19. Jh.; im Mittelhochdeutschen bedeutete es noch "Startpunkt eines Rennens".
In Mackensen 1954 sind "rücksichtlich" und "zuzüglich" verzeichnet. Das letztere dürfte eine späte Analogiebildung zu "abzüglich" sein. "Gelegentlich" ist als Präposition erst im Duden 1967 aufgenommen.
Die Produktivität dieses Musters ist nicht sehr hoch gewesen. Zieht man in Betracht, daß ein Teil der Formen von lexematisch verwandten Substantiven abgeleitet ist ("abzüglich", "bezüglich", "zuzüglich" und "hinsichtlich", "rücksichtlich"), bleiben nicht sehr viele Substantive als Basen dieser Derivation übrig.
Es versteht sich, daß man ex silencio nichts schließen kann. Z.B. sind die alten Präpositionen "ausgenommen" und "betreffend" nicht im Duden 1880, sondern erst 1967 aufgenommen.
...
Denominale Derivate auf "-lich" entstammen größtenteils dem 18. und 19., nur in wenigen Fällen dem 20. Jh. Ihre Blütezeit scheint vorbei zu sein, "ausweislich" dürfte ein - im Duden 1986 dem Papierdeutschen zugerechneter - Nachzügler sein. Freilich kann man bei einer Sprache, deren Sprecher sich jederzeit an Texten früherer Jahrhunderte neu inspirieren können, schwer Prognosen über den endgültigen Tod von Bildungsmustern abgeben.
...
Das historische Material reicht aus, um festzustellen, daß in diesem Jahrhundert der Trend eindeutig zur Präpositionalfügung geht, die sowohl Formen auf "-lich", solche auf "-s" als auch stärker grammatikalisierte Präpositionalfügungen und sekundäre Adpositionen wenigstens teilweise ersetzt. Am anfälligsten hierfür scheinen Bildungen zu sein, die dem Kanzlei- und Amtsdeutschen entstammen (so wie "betreffs", "behufs", "hinsichts", "rücksichts", "beziehentlich" und "gelegentlich") und sich in der Umgangssprache niemals recht eingebürgert haben. Die ungeheuere Produktivität der Präpositionalfügung bringt es mit sich, daß gelegentlich sowohl vom strukturellen als auch vom semantischen Standpunkt völliger Leerlauf in der Erneuerung herrscht. Dies gilt z.B. für das modische "mit Blick auf" statt des älteren "im Hinblick auf".
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Adverbialisierung durch Genitiv-s (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Das "Genitiv-s" bildet sonst auch Adverbien wie "abends" oder "eilends". Seine Funktion bei der Bildung von Adpositionen ist ganz dieselbe. Daß in einem Falle Adverbien und im anderen Adpositionen entstehen, liegt nur am Unterschied in der Relationalität der Basis: ein relationales Substantiv als Basis ergibt in der Ableitung eine Adposition. F9 bietet das allgemeine Schema und illustriert es durch "mangels".
Die Rektion des Basissubstantivs vererbt sich also auch hier auf die Adposition. Allerdings wird sie zur Genitivrektion nivelliert; das Substantiv Mangel regiert ja eigentlich die Präposition an. Gelegentlich leitet "-s" von derselben Basis Adverbien und Adpositionen ab. Das ist der Fall bei den Zusammensetzungen mit "-seits". Beispiele für den ersten Typ sind "ihrerseits", "allerseits". Hier kommen, abgesehen von Wendungen wie "amtlicherseits", als Träger des Relators fast nur Pronomina vor. ... Man kann nun annehmen, daß in den Zusammensetzungen des ersten Typs das Determinans des Kompositums wie ein Komplement die Leerstelle des Determinatums besetzt, während in denen des zweiten Typs das Determinans das Determinatum bloß modifiziert, so daß dessen Leerstelle offenbleibt. Einige Beispiele, etwa "allerseits" für den ersten Typ, stützen diese Analyse auch morphologisch. Freilich behaupten wir nicht, daß in solchen Komposita perfekte Kompositionalität waltet.
...
Die ersten und meisten der auf "-s" abgeleiteten Präpositionen stammen aus dem Frühneuhochdeutschen. Bei Luther findet sich neben "laut" auch die adverbialisierte Form "lauts" ("lauts meines evangelij" (Röm. 2,16)). Ferner hat er "angesichts", und zwar noch mit der wörtlichen Bedeutung "etwas vor den Augen habend" (Paul 1920:48).
"Zwecks" und "behufs" entstammen der neuhochdeutschen Kanzleisprache. Dies gilt auch für "betreffs", "hinsichts", "rücksichts" und "seitens" zu, die nach demselben Muster gebildet sind, aber größtenteils nicht über die Amtsstuben und Kontore hinausgelangten.
Die Entstehung von "mittels" ist ziemlich unklar. Zu frühneuhochdeutscher Zeit existieren die Varianten "(in) mittels(t)", und zwar ausschließlich in adverbialer Funktion mit temporaler Bedeutung ("inzwischen"): "in mittelst bleiben die andern Commissarien deß Ertzhertzogs allda" (Relation 53,16).
"Mittels" (sowie das daran und an mittelniederdeutsch overmits angelehnte "vermittelst"; vgl. Behaghel 1924:49) in seiner jetzigen Bedeutung kommt erst seit dem 17. Jh. vor. Ob es aus den früheren Formen entwickelt oder auf der Basis von "Mittel" (dessen instrumentale Bedeutung ihrerseits relativ jung ist) neugebildet ist (evtl. in Anlehnung an die früheren Vorbilder), bleibt festzustellen.
Das Bildungsmuster war eine Zeitlang sehr produktiv. Dafür sprechen die folgenden Gesichtspunkte: ...
Die Adverbialisierung durch "Genitiv-s" ist eine Strategie, die den Höhepunkt ihrer Produktivität im Frühneuhochdeutschen hatte. Eine kleine Anzahl von Neubildungen hat es bis ins letzte Jahrhundert hinein gegeben, allerdings nur im Kanzleistil, dem die meisten der so gebildeten Adpositionen ohnehin entstammen.

Denominale Derivate auf "-lich" entstammen größtenteils dem 18. und 19., nur in wenigen Fällen dem 20. Jh. Ihre Blütezeit scheint vorbei zu sein, "ausweislich" dürfte ein - im Duden 1986 dem Papierdeutschen zugerechneter - Nachzügler sein. Freilich kann man bei einer Sprache, deren Sprecher sich jederzeit an Texten früherer Jahrhunderte neu inspirieren können, schwer Prognosen über den endgültigen Tod von Bildungsmustern abgeben.

Die syntaktisch/phraseologisch gebildeten Adpositionen sind häufiger als die derivativ gebildeten und haben offenbar keine so starken Produktivitätseinbrüche in der belegten Sprachgeschichte wie die Gesamtheit der letzteren. Dies hängt mit dem niedrigeren Grammatikalitätsgrad und damit höheren Freiheits- und Verfügbarkeitsgrad der Syntax gegenüber der Morphologie zusammen. Deutliche Variation in der Produktivität zeigen dagegen die einzelnen in den denominalen Fügungen benutzten adverbialisierenden Präpositionen (vgl. §5.2.1). Diese ist vergleichbar dem Abwechseln zwischen älterem "-s" und jüngerem "-lich" in der Derivation.
...
Das "Genitiv-s" verdrängte zeitweise andere Strategien der Adverbialisierung wie den Anschluß durch eine primäre Präposition. Wir sahen schon daß zur Zeit Luthers von der Basis "Angesicht" bereits die Präpositionalfügungen "in angesicht", "nach angesicht", "zu angesicht" bestanden. Nach dem Fehlen des definiten Artikels und der Metaphorisierung zu schließen, waren diese schon in die Grammatikalisierung eingetreten. Die derivierte Form "angesichts" setzte sich jedoch durch, ebenso wie "mangels" gegenüber "aus Mangel", "in mangel".
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Das historische Material reicht aus, um festzustellen, daß in diesem Jahrhundert der Trend eindeutig zur Präpositionalfügung geht, die sowohl Formen auf "-lich", solche auf "-s" als auch stärker grammatikalisierte Präpositionalfügungen und sekundäre Adpositionen wenigstens teilweise ersetzt. Am anfälligsten hierfür scheinen Bildungen zu sein, die dem Kanzlei- und Amtsdeutschen entstammen (so wie "betreffs", "behufs", "hinsichts", "rücksichts", "beziehentlich" und "gelegentlich") und sich in der Umgangssprache niemals recht eingebürgert haben. Die ungeheuere Produktivität der Präpositionalfügung bringt es mit sich, daß gelegentlich sowohl vom strukturellen als auch vom semantischen Standpunkt völliger Leerlauf in der Erneuerung herrscht. Dies gilt z.B. für das modische "mit Blick auf" statt des älteren "im Hinblick auf".
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Adverbialisierung durch primäre Präposition (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Das Bildungsmuster der denominalen Fügung, die durch eine primäre Präposition adverbialisiert wird, ist sehr alt. Zu althochdeutscher Zeit entstand "in eban(i)" = "in gleicher Ebene", "zusammen", das dem modernen "neben" zugrundeliegt. Seit dem 13. Jh. ist "von ... wegen" belegt, das sich semantisch, morphologisch und syntaktisch offenbar in Analogie zu dem älteren "halben" entwickelt.
Ebenso seit dem Mittelhochdeutschen gibt es "an ... stat" "an ... stete" und "um ... willen". Eine ganze Welle von Fügungen dieser Art entstammt den spätmittel- und frühneuhochdeutschen Kanzleisprachen.
So stammt "nach laut" aus der spätmittelhochdeutschen Kanzleisprache, "nach Besage", "in Kraft", "aus Kraft", "nach Vermöge", "aus Ursache" aus dem 16. Jh.
In der Relation von 1609 sind außerdem belegt: "auf Anhalten", "auf Befehl", "in Ansehung", "im Falle", "mit Hilfe" und "in Mangel".
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als, also (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
"als" und "wie" haben überhaupt keine Rektion und würden, wenn man die Definition von §2.3 gelten läßt, deshalb nicht zu den Adpositionen zählen.

"als" hat sich vom mhd. "als(e)" = "also" abgespalten, das sich ursprünglich ahd. "also" aus "all so" = "ganz so" zusammensetzt.

(E?)(L?) http://www.dw-world.de/dw/0,1595,9011,00.html
Das kleine Wörtchen "also" setzt sich zusammen aus "all" und "so" und bedeutet ursprünglich "ganz so".

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"Also" ist ja eine Konjunktion! ... tagtäglich, ungezählte Male, sagen die Deutschen "Also".
...
Ein "Also" verbindet. Das haben Konjunktionen so an sich. Sie sind, verwenden wir den deutschen Ausdruck, Bindewörter. Sie verbinden Satzglieder oder ganze Sätze. Die klassische Konjunktion schlechthin ist "und". Aber wir wollen uns nicht in die Grammatik vertiefen, sondern lieber dem "Also" auf den Grund gehen.
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Ein Blick auf den Grund des Glases und die berühmtesten „Alsos“ der Geschichte erstehen vor unserem geistigen Auge. René Descartes bezeichnet als die erste und sicherste Erkenntnis des Philosophen den Satz: "Cogito, ergo sum". Auf deutsch: "Ich denke, also bin ich". Einem Franzosen also hat es die schlichte deutsche Konjunktion "Also" zu verdanken, dass sie in einem der berühmtesten Zitate zumindest in der Übersetzung einen Platz gefunden hat. "Also" hat in diesem Zitat eine überwältigende Bedeutung.
...
Friedrich Nietzsche. In den Jahren 1883 bis 1885 erschien sein wohl bekanntestes Werk; die "Philosophische Dichtung" "Also sprach Zarathustra." In geradezu feierlichem Gewand erscheint hier das "Also", steht es doch in erhabener, um nicht zu sagen ‚göttlicher’ Umgebung.
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an Hand, anhand (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.) entstammen "an Hand" ...
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Während es in Mackensen 1954 noch "an Hand" heißt, wird im Duden 1967 "anhand" verzeichnet.
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angesichts (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Die ersten und meisten der auf "-s" abgeleiteten Präpositionen stammen aus dem Frühneuhochdeutschen. Bei Luther findet sich neben "laut" auch die adverbialisierte Form "lauts" ("lauts meines evangelij" (Röm. 2,16)). Ferner hat er "angesichts", und zwar noch mit der wörtlichen Bedeutung "etwas vor den Augen habend" (Paul 1920:48).
...
So bedeutet angesichts bei Luther noch "Auge in Auge mit", "in der konkreten Gegenwart von" ("angesichts des Feindes"), während der Kontakt heute meist nur metaphorisch verstanden wird ("angesichts der Tatsachen"). Dies ist die semantische Seite der Demotivation.
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anläßlich, aus Anlaß (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
So findet sich im Duden 1967 s.v. "anläßlich" die Anmerkung: 'besser: "aus Anlaß"'.
...


auf Anlaß
auf der Basis
auf der Grundlage
auf Vorschlag (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
In den letzten Jahrzehnten sind wiederum neue Fügungen entstanden: "auf Anlaß", "auf der Basis", "auf der Grundlage", "auf Vorschlag".
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auf Grund, aufgrund (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Der Eintritt von Fügungen wie "aufgrund" in die Klasse der Präpositionen vollzieht sich unter unseren Augen.
...
In Mackensen 1954 findet sich "auf Grund", im Duden 1967 bereits "aufgrund".
...


aus (W3)

(E?)(L?) http://www.dw-world.de/dw/0,,8193,00.html
(E?)(L?) http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1642291,00.html
Hier findet man einige Beispiele von "aus-Wörten":

ausdenken, Ausweg, ausgerechnet, ausrechnen, ausgezeichnet, ausbreiten, es ist aus, ausgegangen, Ausweis, heraus, ausgehen, Ausgang haben, einen ausgeben, aus dem Regal nehmen, aus Spaß an der Freude, ausgelassen, aus welcher Gegend, ausgebaut, auskennen, ausdrücklich, ...

...
"aus" ist eine Präposition, die hauptsächlich mit dem Dativ verwendet wird und eine Richtung angibt? Also zum Beispiel - was wir jetzt grade machen - nämlich "aus einem Glas trinken" oder "etwas aus dem Gedächtnis wiederholen" oder "der Wind weht aus Osten"? Sie sollten auch das umgangssprachliche "aus" erwähnen wie "das Licht ist aus" oder das "Aus!" als Interjektion in einer Reihung wie "Aus! Schluss! Ruhe!" Das "Aus" finden Sie ja von A bis Z, von "ausbaden" bis "Auszug", als Präfix unzähliger Verben, denken Sie nur an "auswechseln" oder "auswerten"; und ohne weiteres können wir durch Substantivierung vom Verb zum Nomen kommen, aus "auswechseln" wird "Auswechslung" und so weiter und so weiter.


aus Anlaß (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
In den letzten Jahrzehnten sind wiederum neue Fügungen entstanden: "aus Anlaß", ...
...


ausweislich, nach Ausweis (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Eine Zeitlang bestehen die konkurrierenden Bildungen nebeneinander, wie "ausweislich" vs. "nach Ausweis" und "hinsichtlich" vs. "in Hinsicht auf".
...


B

bezüglich, in bezug, im bezug (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Neben "bezüglich" findet sich schon im Duden 1880 "in bezug", "im bezug" auf.
...


binnen (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
"Bi-innen" wird schon im Althochdeutschen zu "binnen".
...


brigitte
'und' am Satzanfang (W2)

(E?)(L?) http://www.brigitte.de/kultur/leute/typ_beratung_naidoo/
(E?)(L?) http://ora-web.swkk.de:7777/swk-db/goerep/
(E?)(L?) http://ora-web.swkk.de:7777/goe_rep_online/repertorium.Volltextsuche
(E?)(L?) http://www.wissen-im-netz.info/literatur/goethe/briefe/schiller/
In einem Artikel in der "Brigitte" (Januar 2006) wird in einem Artikel erwähnt, Goethe habe 1765 in einem Brief darauf hingewiesen, man möge besser "Man gibt sich Mühe." als "Und man gibt sich Muhe." schreiben. Das würde einem besseren Sprachstil entsprechen. Seither gilt die offizielle Regel, daß "und" nicht am Satzanfang zu verwenden ist.

Leider kann ich die entsprechende Stelle in den Briefsammlungen Goethes nichts finden.

C

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Die Satzgrammatik
Ein Satz ist eine relativ selbstständige, abgeschlossene sprachliche Einheit. Er kann allein stehen oder zusammen mit anderen Sätzen zu einem Text, einer Erzählung usw. kombiniert werden.
Nach ihrer Form und ihrer Funktion im Text oder Gespräch können im Deutschen verschiedene Satzarten unterschieden werden: Aussagesätze, Fragesätze, Aufforderungssätze, Wunschsätze und Ausrufesätze.
Die Form eines Satzes zeigt, dass er aus kleineren sprachlichen Einheiten aufgebaut ist, die verschiedene Funktionen erfüllen. Dies sind die Satzglieder (Subjekt, Prädikat, Objekt, Adverbialbestimmung). Die Satzglieder bestehen ihrerseits aus einem oder mehreren Wörtern. Der Satzgliedbau beschreibt, aus welchen Wörtern und Wortgruppen ein Satzglied bestehen kann.
Satzglieder können nicht beliebig zu einem Satz zusammengesetzt werden. Die Satzbaupläne beschreiben, welche Satzglieder zusammen einen Satz bilden können. Auch die Reihenfolge der Satzglieder innerhalb eines Satzes ist nicht völlig frei. Es gelten verschiedene Regeln und Einschränkungen, die unter dem Begriff Wortstellung zusammengefasst werden.
Wenn mehrere Teilsätze miteinander zu einem komplexen Einheit verbunden werden, entsteht ein zusammengesetzter Satz. Ein Teilsatz enthält in der Regel ein Subjekt und ein finites (konjugiertes) Verb. Die Teilsätze werden gewöhnlich durch bestimmte Bindewörter – Konjunktionen und Relativpronomen – miteinander verbunden.
All diese Aspekte werden in den verschiedenen Kapiteln der Satzgrammatik beschrieben. Zusätzlich enthält die Satzgrammatik eine separate Beschreibung der Verneinung.
Wortgrammatik
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Die neuen Regeln der Rechtschreibung


Die neuen Regeln der Rechtschreibung sind eine Zusammenfassung derjenigen offiziellen Rechtschreibregeln, durch die es nach der Reform von 1998 zu Neuschreibungen kommt. Es handelt sich also NICHT um eine Gesamtdarstellung der amtlichen Regelung der deutschen Rechtschreibung (siehe dafür: Deutsche Rechtschreibung - Amtliche Regelung).
Jede der hier gezeigten Regeln umfasst Jedes Wort steht mit all seinen Schreibvarianten (alt und neu) in der Liste. Mit Hilfe von zwei Filtern (Schreibweise, Region) können Sie sich anzeigen lassen, welche Schreibvarianten für die gewählte Schreibweise und Region korrekt sind. Beispiele mit Stammprinzip-Regel Konsonantenverdoppelung: Die Regeln sind nach Art des Rechtschreibeproblems eingeteilt: Die folgenden Rechtschreibeprobleme werden hier nicht behandelt:

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irrealer Konditionalsatz | irrealer Konsekutivsatz | irrealer Konzessivsatz | irrealer Vergleichssatz | irrealer Wunschsatz | Kardinalzahl | Kasus | kausal | Kausaladverb | Kausalbestimmung | Kausalsatz | Kernsatz | Kollektivum | kombinierte Ableitung | kombinierte Derivation | Komparation | Komparativ | Komparativsatz | Komposition | Kompositionsfuge | Kompositum | konditional | Konditionalsatz | Kongruenz | Konjugation | konjugieren | Konjunktion | Konjunktionaladverb | Konjunktionalsatz | Konjunktiv | Konkretum | konsekutiv | Konsekutivsatz | Konsonant | kontrastierende Verneinung | Konversion | konvertieren | konvertiertes Wort | konzessiv | Konzessivsatz | Koordination | koordinierend | Kopula | kopulativ | Kopulaverb | Korrelat | Lautform | lokal | Lokaladverb | Lokalbestimmung | Lokalsatz | Maskulin | Materialbezeichnung | mehrteilige Ableitung | Mehrzahl | Mitlaut | Mittelfeld | modal | Modaladverb | Modalbestimmung | Modales Satzadverbial | Modalsatz | Modalverb | Modus | männlich | Möglichkeitsform | Nachfeld | Nachsatz | natürliches Geschlecht | nebenordnend | nebenordnende Konjunktion | Nebenordnung | Nebensatz | Negation | Negationswort | Nennform | neoklassisch | neoklassische Wortbildung | neoklassisches Formativ | Neutrum | Nomen | Nomenableitung | Nomengruppe | Nomenkompositum | Nomenpräfix | Nomenstamm | Nomensuffix | Nominativ | Null-Ableitung | Nullableitung | Numerale | Numerus | ob-Satz | Objekt | Objektsatz | Okklusiv | Ordinalzahl | Ordnungszahl | Orthographie | Ortsname | Partizip | Partizip I | Partizip II | Partizip Perfekt | Partizip Präsens | Partizipgruppe | Partizipialkonstruktion | Passiv | Perfekt | perfektiv | perfektives Verb | Perfektpartizip | Perfektstamm | Periode | Person | Personalpronomen | Personenname | persönliches Fürwort | persönliches Verb | Plosiv | Plosivlaut | Plural | Pluralendung | Pluraletantum | Pluralform | Pluralstamm | Pluralsuffix | Plusquamperfekt | Positiv | Possessivpronomen | prepositional case | produktiv | Pronomen | Pronomenableitung | Pronomengruppe | Pronomenkompositum | Pronominaladverb | Pronominalsatz | Prädikat | Prädikativ | prädikativ | Prädikativsatz | präfigieren | Präfigierung | Präfix | Präposition | Präpositionaladverb | präpositionale Fügung | präpositionale Wendung | Präpositionalgefüge | Präpositionalgruppe | Präpositionalkasus | Präpositionalobjekt | Präpositionalphrase | Präsens | Präsenspartizip | Präsensstamm | Präteritum | Präteritumstamm | Pseudopartizip | Pseudowort | Rechtschreibung | reflexiv | reflexives Verb | Reflexivpronomen | regelmäßiges Verb | Reibelaut | reiner Kasus | relatives Verb | Relativpronomen | Relativsatz | reziprok | reziprokes Verb | Reziprokpronomen | rückbezügliches Fürwort | rückbezügliches Verb | Sammelbezeichnung | Satzgefüge | Satzglied | Satzgliedkern | Satzklammer | Satzperiode | Satzteilkonjunktion | Satzverbindung | Schaltsatz | Scheinpartizip | Scheinwort | Schreibung | Schreibweise | schwaches Verb | sein-Passiv | Selbstlaut | Singular | Singularendung | Singularetantum | Singularform | Singularstamm | Singularsuffix | Spannsatz | Spirant | Sprachgeschichte | sprachgeschichtlich | Sprechmoment | Sprechzeitpunkt | Stamm | Stammauslaut | Stammformen | Stammvokal | starkes Verb | steigern | Steigerung | Steigerungsform | Steigerungsstufe | Stellungsfeld | stimmhaft | stimmlos | Stirnsatz | Stoffbezeichnung | Subjekt | Subjektsatz | Subordination | subordinierend | Substantiv | substantivieren | substantivierte Konjunktion | substantivierte Ordnungszahl | substantivierte Verbgruppe | substantivierter Infinitiv | substantivisch | substantivische Wortgruppe | suffigieren | Suffigierung | Suffix | Superlativ | Synonym | sächlich | temporal | Temporaladverb | Temporalbestimmung | Temporalsatz | Tempus | terminativ | terminatives Verb | Terminologie | Terminus | Tilgung | Toponym | transitiv | trennbar | trennbares Verb | Tätigkeitsverb | Tätigkeitswort | Umlaut | umlauten | Umlautung | Umstandsbestimmung | Umstandswort | unbestimmter Artikel | unbestimmtes Fürwort | unbestimmtes Zahladjektiv | unbestimmtes Zahlwort | unbetont | uneingeleiteter Nebensatz | unflektierbar | unflektiert | ungebeugt | unpersönliches Verb | unregelmäßiges Verb | unterordnend | unterordnende Konjunktion | Unterordnung | untrennbar | untrennbares Verb | unveränderlich | Ursprungssprache | Valenz | Verb | Verbableitung | Verbalabstraktum | Verbalsubstantiv | Verbendung | Verbkompositum | Verbpräfix | Verbstamm | Verbsuffix | Vergangenheit | Vergleichssatz | Verhaltensrichtung des Verbs | Verhältniswort | Verkleinerungsform | Verneinung | Verneinungswort | Verschlusslaut | Vervielfältigungszahlwort | Vokal | Vollverb | Vordersatz | Vorfeld | Vorgangspassiv | Vorgangsverb | Vorgegenwart | Vorsilbe | Vorvergangenheit | Vorzukunft | w-Satz | wechselseitiges Pronomen | wechselseitiges Verb | weiblich | weiterführender Nebensatz | Wemfall | Wenfall | werden-Passiv | Werfall | Wesfall | wie-Satz | Wiederholungszahlwort | Wirklichkeitsform | Wortart | Wortbildung | Wortbildungselement | Wortbildungsendung | Wortbildungspräfix | Wortbildungssuffix | Wortform | Wortgruppe | Wortklasse | Wortstamm | Wunschsatz | Würzwort | Zahlwort | Zeit | Zeit-Modus-Signal | Zeitenfolge | Zeitform | Zeitwort | Zitatform | ZM | Zukunft | Zusammensetzung | Zusammensetzung | Zustandspassiv | Zustandsverb | Zwecksatz | zweites Partizip | Zwielaut | Zwischensatz

(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=wordPartIndex
Index of all Word Formatives

a | ab | abel | ad | ade | age | al | alisch | aller | ament | an | and | ane | aner | anisch | ans | ant | ante | anti | anz | ar | är | arisch | arium | ase | asma | asmus | ast | at | ate | ateur | ation | atisch | ativ | ator | atur | auf | aus | außen | außer | azee | bar | bei | bi | binnen | chen | co | dar | de | des | di | dings | dis | durch | dys | e | é | ee | ée | ef | ei | ein | el | ell | eln | em | en | end | ens | ent | enz | er | erchen | erei | erich | erie | erig | erlei | ern | erz | ese | esk | ess | esse | etisch | ett | ette | eur | euse | ex | extra | fach | falls | fehl | für | ge | gegen | grund | haft | halben | halber | haupt | heit | hinter | hyper | i | ia | iade | ial | ianer | ianisch | iat | ibel | id | ie | iell | ien | ier | iere | ière | ieren | ifizier | ifizieren | ig | igen | igkeit | ik | iker | ikon | ikum | il | iment | in | ine | infra | inisch | inne | innen | inner | inter | intra | intro | ion | iös | isch | isier | isieren | ismus | isse | ist | istisch | it | ität | iter | iteur | ition | itisch | itiv | itor | itur | ium | izier | izieren | keit | ko | kon | konter | kontra | land | lein | ler | lich | ling | lings | los | makro | mal | mals | maßen | mäßig | ment | meta | mini | miss | mit | multi | nach | neben | neo | ner | nis | non | o | ober | ol | om | on | or | orisch | os | ös | ose | otisch | para | per | post | prä | pro | pseudo | re | retro | rich | rück | s | sal | sam | sch | schaft | seits | sel | semi | sonder | sub | super | supra | teils | trans | tum | ual | über | uell | ultra | um | un | ung | unter | ur | ver | vize | vor | wärts | wegen | weise | wider | willen | yl | zer | zirkum | zu | zurecht | zwischen

D

dank
Kasus nach dank (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
So regierten "dank" und "trotz" ursprünglich beide den Dativ, den die entsprechenden Verbalsubstantive vom Verb geerbt haben. Seit dem 18. Jh. tritt jedoch auch der Genitiv auf (Paul 1920:49).
...


(E?)(L?) http://www.duden.de/deutsche_sprache/newsletter/archiv.php
24.03.2005

"Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" lautet ein Buchtitel. Aber dass es auch umgekehrt geht zeigt folgendes Beispiel: ...
"Dank dem guten Wetter erlitten die Obstbäume keine Frostschäden."
Sie wenden sich mit Grausen ab? Zu Unrecht! Der Dativ war lange der einzig mögliche Kasus, der auf die Präposition "dank" folgte.
Die Erklärung liegt in der Entstehungsgeschichte, denn zur Präposition wurde dieses Wörtchen durch eine Auslassung: "Dank (sei) dem guten Wetter!"
Heute hat sich daneben auch der Genitiv nach "dank" eingebürgert, weil er auch nach anderen unechten Präpositionen steht, die aus einem Substantiv hervorgegangen sind.
Einige Beispiele dafür sind "infolge (des warmen Wetters)", "kraft (seines gärtnerischen Geschicks)" und "statt (frostiger Temperaturen)". Im Plural überwiegt heute sogar der Genitiv: "dank der Fortschritte der Wissenschaft" (seltener: "dank den Fortschritten der Wissenschaft").
...


das, der, die, the, a, that, le, la, il, lo, el (W3)

(E?)(L?) http://www.yourDictionary.com/
werden zurückgeführt auf idg. "*to".

verweisen auf "the", "thi".

(Article), Pronunciation: ["dhê" before consonants, "dhee" before vowels]

Definition 1: The definite article marks nouns referring to things the speaker expects the listener to be familiar with. "A dog" refers to any mutt while "the dog" refers to one the listener sees or knows about from a previous conversation.

Usage 1: An interesting fact about "the" is that it is used differently in different dialects. Everyone says "in school" and "at work" without the "the", but the British also drop it from "in hospital." If you watched the popular British television series, "All Things Great and Small," you probably noticed that in Yorkshire, people say things like "I'll go to kitchen and put kettle on."

Definition 2: Comparative of comparison: "The more the merrier"

Suggested usage: If an object is unique, "the" is usually required: "the sun," "the moon," "the Atlantic Ocean." In German the equivalent of "the" is used before proper nouns, e.g. der Hans "Hans," die Grete "Grete." Greek does the same. In Swedish, the definite is expressed by a suffix on nouns: en dag "a day," dagen "the day." Bulgarian does the same thing: student "student," studentêt "the student." That [t] at the end of the Bulgarian word is not coincidental: it comes from the same root as English "that."

Etymology: The interesting fact about Indo-European languages is that the definite and indefinite articles are all derived from the demonstrative pronoun "that" in an earlier life. Relatively few languages in the world have definite (the) and indefinite (a) particles. In English "a" is a reduction of "one" (cf. German "ein" = "one", "a") and "the" is a reduction of "that" (cf. German "das" = "that", "the"). In French ("le", "la"), Italian ("il", "lo", "la"), and Spanish ("el", "lo", "la") all come from Latin "ille" = "that." The equivalent of "a" in all these languages also comes from the word for "one."

Die bestimmten Artikel gehen also in vielen Sprachen auf ein hinweisendes "that", "jenes" zurück. Die unbestimmten Artikel auf die Mengenangabe "ein ..." (auch wenn heute durchaus mehrere Individuen damit gemein sein können; vgl. "ein" Hund hat mich gebissen; "ein" Hund hat eine gute Nase = "alle" Hunde haben eine gute Nase).

db-thueringen
Bildung von Adpositionen im Deutschen
Christian Lehmann & Christel Stolz

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DocumentServlet?id=936
(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770?XSL.ContextID=
(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
Zusammenfassung
Im Deutschen gibt es mehrere Schichten von Präpositionen: sekundäre wie "jenseits", "inmitten", primäre wie "durch", "über" und, als eine Untergruppe der letzteren, grammatische wie "von", "zu". Zwischen den Gruppen besteht synchrone und diachrone Variation, also auch die Möglichkeit des Überwechselns eines Elements in eine andere Gruppe, in der angegebenen Reihenfolge. Dieser Grammatikalisierungsvorgang ist mit einer Veränderung semantischer und struktureller Eigenschaften verbunden. Er wird teilweise gesteuert von Mustern bereits vorhandener Präpositionen, gemäß welchen der Input reanalysiert wird.
Die genannten Gruppen von deutschen Präpositionen werden in bezug auf ihre unterschiedlichen grammatischen Eigenschaften analysiert, und diese werden zu ihrem unterschiedlichen Alter in Beziehung gesetzt. Der Grammatikalisierungsvorgang wird an ein paar zeitgenössischen Beispielen nachvollzogen. Es zeigt sich, daß Grammatikalisierung und Reanalyse in zahlreichen Einzelfällen interagieren. Es wird dafür plädiert, daß ein angemessenes Verständnis der Funktionsweise eines grammatischen Systems eine Beschreibung des Wirkens der Diachronie in der Synchronie einschließt.

Inhalt

...
Zusammenfassung
Zum Abschluß können wir auf die in §1 gestellten Leitfragen zurückkommen.

1. Welche grammatische Struktur haben Adpositionen?
Eine Adposition hat, als Kasusrelator, eine asymmetrische Relationalität, nämlich eine modifikative Leerstelle für die Dependenz "nach oben" und eine rektive Leerstelle für die Dependenz "nach unten". Wenn sie nach Regeln gebildet wird, wird sie aus Zeichen zusammengesetzt, die außer den Leerstellen, die für den internen Zusammenhang der Adposition benötigt werden, noch Leerstellen übrig haben, die eben das relationale Potential der gesamten Adposition ergeben.

2. Wie werden Adpositionen grammatisch gebildet, aus was für Konstruktionen entstehen sie also?
Adpositionen werden auf der Basis aller Hauptwortarten gebildet. Die dazu notwendigen Relationierungsoperationen richten sich nach der von der lexikalischen Basis eingebrachten Relationalität. Bei regelmäßiger Bildung ist eine rektive Leerstelle bereits vorhanden. Sie kann dann, z.B. bei deverbalen Adpositionen, unmittelbar vom Komplement eingenommen werden, oder sie kann, z.B. bei vielen Adpositionalfügungen, durch eine vom Basissubstantiv regierte primäre Präposition vermittelt werden. Die Hinzufügung einer rektiven Leerstelle erfordert nicht-kompositionelle, insbesondere analogische Prozesse. Die benötigte modifikative Leerstelle kann, z.B. bei deadjektivischer Bildung, ebenfalls bereits vorhanden sein. Andernfalls wird sie durch Adverbialisierung geschaffen. Dies ist sowohl auf syntaktisch-phraseologischem Wege, durch Einsatz einer übergeordneten primären Präposition, als auch auf derivativem Wege, durch Einsatz von adverbialisierenden Suffixen, möglich.

3. Nach welchen Prinzipien verändern sich Adpositionen grammatisch, und welchen Anteil hat die Grammatikalisierung an solchem Wandel?
Abgesehen davon, daß komplexe Adpositionen ohne weitere Anpassung außer Gebrauch kommen können, können sie sich in Richtung auf den Prototyp der primären Präposition entwickeln. Dazu wird zunächst die Worteinheit hergestellt. Dies ist ein Prozeß der Lexikalisierung, der Reanalyse der zugrundeliegenden syntaktischen Struktur erfordert. Dabei spielen Desemantisierung und morphologische Reduktion eine Rolle. Des weiteren wird die Adposition nötigenfalls in der Stellung angeglichen, d.h. zur Präposition, und übernimmt auch die Rektionseigenschaften einfacher Präpositionen. Lexikalisierung geht hierbei in Grammatikalisierung über.
...


Deadjektivische Adpositionen (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Relativ alt sind die adpositionalen Verwendungen von "gleich" und "gemäß". Der präpositionale Gebrauch von "unweit" geht ebenfalls auf die Adverbialisierung des zugrundeliegenden Adjektivs samt seinem Komplement zurück. Hierfür sind "nah" und "fern" unschwer als analogische Vorbilder auszumachen.
Von den "-lich-Bildungen" dürfte wohl keine durch Umkategorisierung eines Adjektiv entstanden sein. Potentielle Ausnahmen sind "bezüglich" und "seitlich". Die Präposition "gelegentlich" hat semantisch und syntaktisch mit dem gleichlautenden Adjektiv nicht viel zu tun.
...


Deadverbiale Adpositionen (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Zahlreiche Wörter oder Wortgruppen können als Adposition und als Adverb fungieren, z.B. "im Anschluß", "in der Folge", "im Vorfeld", "abseits", "links", "außerhalb", "unweit", "gegenüber", "entsprechend".
Der Unterschied zwischen Adposition und Adverb besteht in der rektiven Leerstelle (vgl. Wunderlich 1984, §6). Diese ist als semantische Argumentstelle beim Adverb zwar ebenfalls vertreten, aber implizit deiktisch besetzt. So bedeutet gegenüber in seiner adverbialen Funktion notwendigerweise "gegenüber dem impliziten Referenzpunkt".
...
Die Geschichte der Wortartzugehörigkeit von "nah", "nächst", "zunächst" und "fern" ist nicht leicht zu klären. Sie sind seit althochdeutscher — zunächst seit mittelhochdeutscher — Zeit als Adverbien belegt, nächst z.B. bis ins 18. Jh.: "des Kaisers Günstling, nächst an Thron und Stufen" (Goethe).
Optional nehmen sie ein Dativkomplement; m.a.W., sie kommen von Anfang an als Präpositionen vor. Der adjektivische Gebrauch ist demgegenüber sekundär; d.h. hier erbt das Adjektiv die Rektion des Adverbs.
...


Deverbale Adpositionen (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Von Partizipien abgeleitete Adpositionen sind überwiegend Bildungen des 17. und 18. Jahrhunderts.
Wir betrachten zunächst die auf dem Partizip Perfekt basierenden Adpositionen. Die meisten sind mit Negationspräfix deriviert ("unbeachtet", "unerachtet", "ungeachtet", "unangesehen", "unbeschadet", "unerwogen", "ungehindert") und bedeuten soviel wie "trotz".
Daneben gibt es nur "ausgenommen" (das ebenfalls negative Bedeutung hat) und "angesehen". Von diesen sind mehrere schon in der Relation von 1609 belegt: "unangesehen dessen"; "ungehindert ihrer praetensionen"; "ungeacht deß großen unkostens so darauff gangen"; "ausgenommen die Reisigen Provisoren".
Frühe Belege für zwei weitere sind die folgenden:
"unbeachtet der Dauer unserer Freundschaft" (Wieland); "ohnbeschadet der Einfalt und Kürze" (Briefwechsel zw. Gleim u. Uz 338,15).
In Bauer 1830:406 werden bereits "unangesehen", "angesehen", "besage, "unbeschadet", "unerwogen" und "ungehindert" als veraltet oder als reiner Kurialstil bezeichnet. In der Tat gelangt von diesen auch nur "unbeschadet" in den Duden.
"Unerachtet" schließlich finden wir seit dem Duden 1880.
Dieser Gruppe gegenüber gibt es nur zwei auf dem Partizip Präsens basierende Adpositionen: "betreffend" und "entsprechend". Das erstere ist mindestens seit dem Frühneuhochdeutschen sowohl in prä- als auch in postpositionalem Gebrauch: "betreffendt aber die Academian oder Consistorium, wollen jhre May. den Stenden auffzurichten nicht zulassen" (Relation 114,19); "jüngstes begeren die Religion betreffent" (Relation 48,14).
Dagegen finden wir "entsprechend" erst im Duden 1967.
...


Duden (W3)

Der erste Duden von "Konrad Duden" (1829 - 1911) erscheint als "Vollständigen orthographischen Wörterbuch der deutschen Sprache" am 07.07.1880 für Preussen und Bayern und erwies sich als wegweisend für eine einheitliche deutsche Rechtschreibung.

(E?)(L?) http://www.duden.de/ueber_duden/


durch (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
Ebenso seit dem Mittelhochdeutschen gibt es "an ... stat"/"stete" und "durch"/"um ... willen".
...
"durch" entstammt der Kanzleisprache des 15./16. Jh.
...


durch Kraft (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
"durch Kraft" stammt aus der spätmittelhochdeutschen Kanzleisprache aus dem 16. Jh.

durch Mittel, mittels (W3)

"durch Mittel" ist in der "Relation" von 1609 belegt.
...
Bereits im 17. Jahrhundert ist "durch mittel" ohne Artikel belegt:
... das der Hertzog von Mantua "durch mittel" des Königs in Franckreich vom Großtürcken Paßporten erlangt.
... Später setzte sich "mittels(t)" durch.


dw-world
Stolpersteine (der deutschen Sprache)

(E?)(L?) http://www.dw-world.de/dw/0,2142,9031,00.html
Verflixt, was ist nun richtig?
Hier haben wir eine Auswahl sprachlicher "Stolpersteine" zusammengestellt. Alltägliche Beispiele aus dem Leben der multikulturellen Wohngemeinschaft von Eva, Yang, Carla und Thomas sorgen dafür, dass die Grübelei Spaß macht. Viele Fallstricke, die auch dem Fittesten in der deutschen Sprache auflauern, verschwinden spielend leicht!

04.01.2008:



E

Eigenschaftswort, Adjektiv (W3)

(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/Index/ueberblick/index.html?lang=de
(E?)(L1) http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=termDbIndexDummy
(E5)(L1) http://www.teachsam.de/deutsch/glossar_deu.htm
(E6)(L?) http://www.teachsam.de/deutsch/glossar_deu_w.htm
(E?)(L?) http://www.uni-erfurt.de/sprachwissenschaft/proxy.php?file=lido/servlet/Lido_Servlet
Das "Eigenschaftswort" beschreibt eine Eigenschaft eines Gegenstands (Mensch, Tier, Sache). Es ist eine "Wortart zur näheren Bestimmung eines Bezugsworts".
Die sprachwissenschaftliche Bezeichnung ist "Adjektiv" von lat. "nomen adiectivum" = "Beiwort".

Der Plural von "Eigenschaftswort" lautet "Eigenschaftswörter".

ein (W3)

(E?)(L?) http://www.dw-world.de/dw/0,,8193,00.html
(E?)(L?) http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1595361,00.html
2005-05-26

Hier findetman einige Beispiele von "ein-Wörten":

...
Unbestimmter Artikel. Neutrum. Singular. Numeral. Zahlwort.
...
"Ein und Alles", einfällen, einmal, Einfall, Ein Reiher, Einreiher, Wiedervereinigung, Alteingesessene, Eintracht Frankfurt,Alle für einen, Einer für alle, einerseits, einfach, einsilbig, einsam, einmal ist keinmal, einzigartig, Einfaltspinsel, Einbahnstraße, einpacken, einvernehmlich, ein Unglück kommt selten allein, allein, Mutterseelenallein, Einfälle, ...


einschließlich, unter Einschluß (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
In einigen Fällen ist die ältere Bildung schon so gut etabliert, daß die dem jüngeren Muster folgende sie nicht verdrängen kann. So hat sich "unter Einschluß" nicht gegenüber "einschließlich" durchgesetzt.
...


entlang (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Als Präposition kommt "entlang" seit dem 18.Jh. in der norddeutschen Schriftsprache vor.
...
Hier ist auf entlang zurückzukommen. Wir sahen, daß es sich zunächst als Quasi-Postposition mit einem unabhängig bedingten Akkusativ der Erstreckung kombinierte. Allerdings tritt auch hier schon gelegentlich der Dativ auf: "Ich ging der Kutsche und den Pferden entlang" (Tieck) (vgl. Paul 1920:53). In der Literatur des 19. Jh. ist "entlang" dann als Präposition belegt, und zwar mit allen drei obliquen Kasus: Während der Akkusativ noch am ehesten der ursprünglichen Konstruktion entspricht, muß es für die Genitiv- und Dativrektion analogische Vorbilder gegeben haben. Für die erstere kommen Präpositionen wie "unweit", für die letztere "gegenüber" oder "gemäß" in Frage. Die Vielfalt der möglichen Kasus und das Schwanken im Kasusgebrauchs selbst eines einzelnen Sprechers unterscheiden diese Variation von den zuvor besprochenen.
...


es (W3)

Zur Geschichte des "es" gibt es kaum erhellende Hinweise. Es ist verwandt mit "er" und dieses wieder mit "ein". Der "Kluge" verweist auf ein idg. "*eis".

Der Duden unterscheidet:

Aber worauf bezieht sich das "es" in Sätzen wie "Es ist schönes Wetter." In "Es ist schön." könnte "es" z.B. für "Wetter" stehen, also "Es - das Wetter - ist schön." Aber wofür steht "es", wenn "Wetter" schon im Satz vorkommt. Oder wofür steht es in "Es geht mir gut." oder "Es herrscht Unklarheit."

F

faql
Grammatik

(E?)(L?) http://faql.de/grammatik.html
Adjektive | Akkusativ | Ländernamenvdas/daß | Fugenzeichen | Genitivapostroph | -undeins | Datum, Komma | Verbapostroph

faql
Numerus - Singular und Plural

(E?)(L?) http://faql.de/numerus.html
Alias | Labor | Monitor | Penny/Euro/Cent | Status | Wort | Abkürzungen | Umlautformen | Andere Wörter | Sonderfälle

Freie Künste

(E?)(L?) http://www.etymonline.com/a7etym.htm
art

Die Arithmetik gehört zu den "sieben freien Künsten".

Die sieben freien Künste ("septem artes") sind die Künste, die "von freien Bürgern gepflegt wurden". Als Grundwissenschaften der Antike und des Mittelalters sind dies:
Arithmetik, Astronomie, Dialektik, Geometrie, Grammatik, Musik, Rhetorik.
Als "Neunte Kunst" kam dann die "Comic-Kunst" hinzu.
Aber: Welches ist die "achte Kunst"?

Im Mittelalter (seit dem 6.Jh.) waren die "Sieben freien Künste" noch einmal aufgeteilt in das "Trivium" bestehend aus "Grammatik", "Logik" und "Rhetorik" und das "Quadrivium" bestehend aus "Arithmetik", "Geometrie", "Musik" und "Astronomie".

G

gegenüber (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Ein Beispiel für sekundäre Randstellung des Komplements ist die neuhochdeutsche Prä- und Postposition "gegenüber". Sie geht auf eine mittelhochdeutsche Zirkumposition "entgegen NS über", dann "gegen NSdat/akk über" zurück. Der Kasus wurde von der Präposition, also mittelbar vom regierenden Verb, bestimmt. In dieser Verbindung erhielt sich die Dativrektion von "gegen" wesentlich länger als ohne Adverb (Paul 1920:50;30f).

Beispiele: das "gegen dem hohen Golgatha über" lag (Klopstock); "gegen dem Schloß über" (Goethe).
Wenn die Leerstelle deiktisch-implizit besetzt war ("gegenüber dem impliziten Referenzpunkt"), resultierte adverbialer Gebrauch und gleichzeitig Kontinuität des Komplexes; so schon bei Luther: "und traten gegen über von fernen" (2. Kön. 2,7 [1523]). Die Juxtaposition der beiden Teile bei Voranstellung des Komplements ermöglichte im 18. Jh. die Bildung der Postposition NSdat. "gegenüber": "der schönen Nymphe gegenüber" (Wieland). Seit dem 19. Jh. wird es auch als Präposition verwendet: "gegenüber diesen unerquicklichen Tatsachen" (Freytag).
In einigen Fällen herrscht Variation zwischen kontinuierlicher und diskontinuierlicher Konstruktion einer komplexen Adposition, vgl. "wir arbeiten mithilfe solcher Begriffe" vs. "Begriffe, mit deren Hilfe wir arbeiten"; "zugunsten von Alfred" vs. "zu seinen Gunsten".
...


gelegentlich, bei Gelegenheit (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
"Gelegentlich" wird heute durch "bei Gelegenheit" ersetzt.
...


goethe
Grammatische Veränderungen im heutigen Deutsch

(E?)(L?) http://www.goethe.de/kug/prj/dds/de142853.htm
Nicht nur die Wörter ändern sich - auch die Art ihrer Nutzung ist einem immerwährenden Wandel unterworfen.

Grammatik verändert sich nicht so kurzfristig und schnell wie der Wortschatz. Tendenzen, Zweifelsfälle oder neue Entwicklungen in der Grammatik des Deutschen sind zumeist die Ausläufer längerfristiger Entwicklungen.

Einige Erscheinungen sind Spätfolgen der systematischen Veränderungen, von denen die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache geprägt war (z.B. Festlegung der Kasus-Markierung auf den Artikel, der Kennzeichnung des Plurals auf die Endungen des Substantivs), eine zweite Gruppe lässt sich darauf zurückführen, dass an bestimmten Stellen Regeln der Schriftlichkeit von Regeln der Mündlichkeit überlagert werden. Letztlich gibt es auch Erscheinungen, die man als kurzfristigere Gebrauchspräferenzen verstehen kann. Ihre Bedeutung für das System ist unklarer.
...


Weitere Überschriften dieses Artikels sind:

Gramm, Monogramm, Programm, Stenogramm, Telegramm, Grammophon, Grammatik, Graphik (W2)

(E3)(L1) http://de.wikipedia.org/wiki/Grammatik
Die auf den ersten Blick etwas alleinstehende Gewichtseinheit "Gramm" (= 1/4 Unze) hat bei näherer Betrachtung recht viele Verwandte. Da gibt es "Monogramm" (= "ein Zeichen"), "Programm" (= "Vorschrift" im Sinne von "voran schreiben", "öffentlich ausschreiben"), "Stenogramm" (= "schmale Schrift"), "Telegramm" (= "Fernschrift"; zu "griech. "télos" = "Ende", "Ziel", "Zweck") und "Grammophon" (= "aufgezeichneter Ton") aber auch die "Grammatik" (= "die Schrift betreffend"). Aber was verbindet diese Familienmitglieder mit der Gewichtseinheit?
"Gramm" geht zurück auf gr.-lat- "grámma" = "Geschriebenes, Schrift, Schriftzeichen" (dazu gehört auch "gráphein" = "schreiben" ("Graphik"). Aber auch griech. "grámma" = "Gewicht".
Leider läßt sich der "Duden" nicht darüber aus, wieso "Schrift" zur Bezeichnung einer Gewichtseinheit benutzt wurde.
Da bleibt Raum für Spekulationen: Ist die Verbindung darin zu suchen, dass beim Schreiben ein gewisser Druck ausgeübt werden musste? (vor allem in Zeiten der Keilschrift). Oder darin, dass die Schrift aus der Notwendigkeit des Handels und der 'Steuererfassung' entstanden sein könnte und damit eben die entsprechenden Gewichtseinheiten notiert wurden?
Wer kann hier weiterhelfen?

H

-halb, -halber, weshalb, deshalb (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Im Althochdeutschen haben der Akkusativ (wie noch in Resten im Neuhochdeutschen) und der Dativ Plural die Funktion der Adverbialisierung von Nominalsyntagmen. Das ahd. "halba" = "Seite" liefert in einer Reihe von morphologischen Formen (Akkusativ "halb", Dativ Plural "halben", im 15. Jh. zu "halber" umgebildet) Postpositionen.
Die Form "halb" tritt in zwei Konstruktionen auf. In der ursprünglichen Bedeutung "-seits" nimmt sie zunächst ein Adjektivattribut. Aus dieser Konstruktion gehen Präpositionen wie "unterhalb", "innerhalb", "außerhalb" hervor ("unterhalb der Brucken" (Relation 206,10)).

Ferner nimmt "halb" die Bedeutung "wegen" an und regiert dann ein Genitivkomplement: "sinero lido halb" = "wegen seiner Glieder" (Notker). Hierauf gehen die modernen Formen "weshalb", "deshalb" zurück.

Ganz parallel liegt der Fall für die Form "halben", die noch bis ins 18. Jh. als produktive Postposition dient. In der Bedeutung "-seits" ist es in "allenthalben" erhalten, in der Bedeutung "wegen" etwa in "meinethalben".
Alle diese Formen, mit der teilweisen Ausnahme von "halber", werden heute nur noch in Komposition gebraucht.
...
Seit mittelhochdeutscher Zeit werden die Postpositionen "halb" und "halben" als Suffix mit ihrem Komplement verbunden. Nur in dieser Konstruktion haben sie sich bis heute gehalten: "weshalb", "meinethalben". Abgesehen von den Fällen wie "unterhalb", "allenthalben", die anders gebildet sind, tritt diese Konstruktion gerade dann auf, wenn das Komplement ein Pronomen ist.
Dieselbe Regel gilt für "wegen" und "um ... willen": wenn ihr Komplement ein Pronomen ist, werden sie sein Suffix (vgl. "deinetwegen", "um ihretwillen"). Wiederum ist es kein Zufall, daß gerade diese beiden Adpositionen einer solchen Regel unterliegen: sie sind von allen Post- und Zirkumpositionen die am stärksten grammatikalisierten. "Wegen" dürfte auch in diesem Punkte "halben" als analogischem Vorbild gefolgt sein.
Es gibt eine Postposition, "halber", die alternativ als Derivationssuffix fungiert; vgl. "der (größeren) Sicherheit halber" mit "sicherheitshalber". Ein letzter Relator, "-seits", tritt überhaupt nur als Suffix auf. Wir sahen, daß seine Träger sowohl die Relation des Komplements als auch die des Determinators bzw. Attributs zu ihm haben können, und daß die Komplemente typischerweise Pronomina sind. Hierin ist "-seits" "halb" und "halben" ähnlich, mit denen es auch bedeutungsverwandt ist.
...
Die Morphologie der von ahd. "halba" = "Seite" gebildeten Postpositionen ist in §5.2.4 besprochen worden. Aufgrund ihrer substantivischen Herkunft regieren sie zunächst den Genitiv. Schon seit dem Mittelhochdeutschen und Mittelniederdeutschen bis zum Neuhochdeutschen des 18. und 19. Jh. gewinnt jedoch die Dativrektion an Raum: "innerhalb den ahte tagen" (Tristan 2466); "innerhalb dem zaun" (Hans Sachs, Fastnachtssp. K. 133,6); "unterhalb seinen rück" (Hans Sachs, Fastnachtssp. K. 59,340); "uzerhalb dem bürgetor (Iwein 6147).
...


hinsichtlich, in Hinsicht auf (W3)

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Eine Zeitlang bestehen die konkurrierenden Bildungen nebeneinander, wie "ausweislich" vs. "nach Ausweis" und "hinsichtlich" vs. "in Hinsicht auf".
...


I

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Flexion im Deutschen

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à (Präposition) | a- (ahistorisch) (Affix) | a- (Apräsenz) (Affix) | ab (Präposition) | -abel (akzeptabel) (Affix) | aber (Konnektor) | abermals (Konnektor) | abgesehen davon (Konnektor) | abgesehen davon (...), dass (Konnektor) | abseits (Präposition) | abzüglich (Präposition) | -ade (Marinade) (Affix) | -ade (Robinsonade) (Affix) | -age (Sabotage) (Affix) | -age (Spionage) (Affix) | -aille (Diplomaille) (Affix) | -al (instrumental) (Affix) | -al (optimal) (Affix) | -alie (Fressalie) (Affix) | alldieweil (Konnektor) | alldieweil (Konnektor) | allein (Konnektor) | allemal (Konnektor) | allenfalls (Konnektor) | allerdings (Konnektor) | als (Konnektor) | als (Konnektor) | als dass (Konnektor) | als ob (Konnektor) | als wenn (Konnektor) | alsbald (Konnektor) | alsdann (Konnektor) | also (Konnektor) | an (Präposition) | -and (Doktorand) (Affix) | -and (Konfirmand) (Affix) | andernfalls (Konnektor) | andernfalls (Konnektor) | andernteils (Konnektor) | anders gesagt (Konnektor) | andrerseits (Konnektor) | anfänglich (Konnektor) | anfangs (Konnektor) | angenommen (Konnektor) | angenommen dass (Konnektor) | angesichts (Präposition) | angesichts dessen (Konnektor) | angesichts dessen (...), dass (Konnektor) | anhand (Präposition) | anhand dessen (Konnektor) | anhand dessen (...), dass (Konnektor) | anlässlich (Präposition) | anschließend (Konnektor) | ansonsten (Konnektor) | anstatt (Konnektor) | anstatt (Konnektor) | anstatt (Präposition) | anstatt dass (Konnektor) | anstatt dessen (Konnektor) | anstelle (Präposition) | anstelle dessen (Konnektor) | -ant (Asylant) (Affix) | -ant (charmant) (Affix) | -ant (Informant) (Affix) | -ant (Lieferant) (Affix) | -ant (Obskurant) (Affix) | -ant (tolerant) (Affix) | antwortlich (Präposition) | -anz (Brisanz) (Affix) | -ar (Antiquar) (Affix) | -ar (atomar) (Affix) | -ar (Bibliothekar) (Affix) | -är (familiär) (Affix) | -är (Legionär) (Affix) | -är (prioritär) (Affix) | -är (Sekretär) (Affix) | -arium (Kulinarium) (Affix) | -arium 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im ..., in ... (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Was jedoch die Neubildungen unseres Jahrhunderts angeht, so wird hier deutlich "in" bevorzugt. Beneš 1974 zitiert eine Frequenzuntersuchung eines Corpus von zeitgenössischen wissenschaftlichen Texten, wonach 7 von 10 der häufigsten Adpositionalfügungen mit "in" adverbialisiert werden, nämlich: "im Sinne", "im Hinblick auf", ""in Hinblick auf", "im Lauf(e)", "im Gegensatz zu", "im Falle", "in bezug auf", "in Hinsicht auf".
...


im Gefolge, infolge (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
In den letzten Jahrzehnten sind wiederum neue Fügungen entstanden: "im Gefolge" ...
...
Der Eintritt von Fügungen wie "infolge" oder "aufgrund" in die Klasse der Präpositionen vollzieht sich unter unseren Augen.
...
Neben "infolge", das zwar ebenfalls eine Präpositionalfügung ist, aber schon einen gewissen Grammatikalitätsgrad erreicht hat (fehlender Artikel, Univerbierung), haben wir seit einiger Zeit "im Gefolge" (erstmals verzeichnet in Duden 1967), freilich eher mit der Bedeutung "nach".
...
"Infolge" ist schon im Duden 1880 als ein Wort verzeichnet.
...


im Namen, namens (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
"Namens" wird heute überhaupt nicht mehr im Duden geführt und allmählich durch "im Namen" ersetzt.
...


im Vorfeld, Vorfeld (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
In den letzten Jahrzehnten sind wiederum neue Fügungen entstanden: "im Vorfeld", ...
...
Bei "im Vorfeld" wiederum ist das Basissubstantiv im Moment der Bildung von einer semantischen Unregelmäßigkeit betroffen.

"Vorfeld" bedeutet ja eigentlich "Gelände vor der eigenen Kampfstellung".

Bei der Präpositionalfügung bleibt jedoch nicht nur die ursprünglich militärische, sondern auch die lokale Bedeutung des Basissubstantivs überhaupt unberücksichtigt, da "im Vorfeld" "(zeitlich) vor" bedeutet.
...


im Wege (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
In den letzten Jahrzehnten sind wiederum neue Fügungen entstanden: "im Wege", ...
...
Dies trifft auf "im Wege" zu. Handelte es sich hier um ein nach Regeln der Syntax gebildetes lokales Adverbial, so müßte es "auf dem Wege" heißen. "Im Wege" als Synonym für "durch" ist also schon aus strukturellen Gründen im Lexikon zu verzeichnen.
...


im Zuge (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
In den letzten Jahrzehnten sind wiederum neue Fügungen entstanden: "im Zuge", ...
...


in Anbetracht (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.) entstammen "in Anbetracht" ...
...


in Anbetreff (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
"in Anbetreff" entstammt den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.).
...
Es versteht sich, daß i.a. keine Notwendigkeit besteht, daß eine Einheit, die einen Grammatikalisierungskanal beschritten hat, ihn bis zu Ende durchläuft. Sie kann sehr lange auf einer Stufe verharren; und sie kann außer Gebrauch geraten, bevor sie weiter grammatikalisiert wird. Z.B. sind nach dem sehr produktiven Muster der Adpositionalfügung viele Adpositionen wie "in Anbetreff" oder "zum Behufe" gebildet worden, die heute veraltet sind. Dieser Kanal ist in Sprachen wie dem Deutschen hinter der Position der primären Adpositionen im wesentlichen blockiert.
...


in betreff, betreffs, betreffend (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
"in betreff" entstammt den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.).
...
"betreffs" wurde noch im 19. Jh. teilweise durch "in betreff" ersetzt.
Die letztere denominale Fügung konkurriert mit der seit frühneuhochdeutscher Zeit belegten departizipialen Form "betreffend".
...


in Bezug auf, in bezug auf (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Im Duden 1880 findet sich der Eintrag "im Bezug auf" oder "in Bezug auf", seit Mackensen 1954 jedoch nur noch "in bezug auf".
...


in Gemäßheit, gemäß (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
In den letzten Jahrzehnten sind wiederum neue Fügungen entstanden: "in Gemäßheit", ...
...
Zu "gemäß" tritt im 20. Jh. "in Gemäßheit".
...


in Hinsicht auf, hinsichts, hinsichtlich (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
"in Hinsicht auf" entstammt den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.).
...
"hinsichtlich" ist im Duden 1880 verzeichnet
...
"Hinsichts" wird heute überhaupt nicht mehr im Duden geführt, "hinsichtlich" wird auch allmählich durch "in Hinsicht auf" ersetzt.
...


in Rücksicht auf (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.) entstammen "in Rücksicht auf" ....
...


inmitten (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
Ein Beispiel ... ist "inmitten", das im Althochdeutschen offenbar zunächst als Adverb aufkam.
...
Bei mehreren Adpositionen tritt ein Wandel der Rektion in die entgegengesetzte Richtung auf. "Inmitten" aus "in mitten" gibt es seit dem Althochdeutschen als Adverb; dann auch als Präposition zunächst mit dem Dativ: "in mitten" dem paradeisz. Erst im Neuhochdeutschen tritt auch Genitivrektion auf, möglicherweise aufgrund einer Uminterpretation des veralteten adjektivischen "mitten" zum relationalen Substantiv "Mitte".


Interjektion (W3)

(E2)(L1) http://www.duden.de/deutsche_sprache/newsletter/archiv.php
10.02.2006

Die "Interjektion" wurde bereits im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen "interiectio" = "das Dazwischenwerfen", "Zwischenwort" entlehnt.

Interjektionen sind wortähnliche Lautgebilde wie "Oh!", "Igitt!" oder "Ah!", mit denen Empfindungen ausgedrückt werden.

Die Interjektionen lassen sich unterteilen in Die Schreibung der Interjektionen ist nicht immer eindeutig festgelegt und manchmal entziehen sie sich überhaupt einer schriftlichen Fixierung (z. B. das Nachahmen von Pferdeschnauben als Zeichen der Entrüstung).

J

jenseits (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
Die Adposition "jenseits" wurde durch Adverbialisierung durch "-s" gebildet.

K

kraft ... (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
"in kraft", "aus kraft", "bi kraft" entstammt der Kanzleisprache des 15./16. Jh. "In Kraft" ist bis ins 18. Jh. hinein üblich.
"in craft dits briefs" (Urk. Max's 203,31); "in krafft ihrer habenden Commißion" (Relation 61,9); "uss krafft gedachter freyheit" (Urk. Max's 432,18); "durch krafft" seiner schwartzkünstlerey (Wendunmuth II,39,11).
Bloßes "kraft" ist im Basler Urkundenbuch zwischen 1497 und 1500 bereits dreimal belegt und tritt seit der zweiten Hälfte des 16. Jh. immer häufiger auf: "... die vom Hauß Gonzaga krafft eines Testaments der recht Patron dieser Herrschaft ist" (Relation 25,25).
...
Bei sekundären Präpositionen, die aufgrund ihrer Herkunft eigentlich den Dativ regieren, kann in Analogie zu anderen sekundären Präpositionen wie "kraft", "laut" und "vermöge" auch der Genitiv auftreten.
Das deadjektivische "gemäß" regiert ursprünglich den Dativ. Als Präposition findet es sich auch mit dem Genitiv, und das gleiche gilt für "entsprechend" ("gemäß Ihres neuen Vertrages", "entsprechend ihres Auftrages in administrativen Schreiben von 1999").
...


L

längs (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
"Längs" ist mit dem "Genitiv-s" adverbialisiert und (wiewohl jedenfalls semantisch relational) möglicherweise zunächst nur als Adverb gebraucht worden. Jedenfalls ist es als Adverb vom 16. bis 18. Jh. belegt (Paul 1920:53), jetzt jedoch veraltet.
Als Präposition ist es seit dem 17. Jh. belegt und nimmt den Dativ, gelegentlich auch den Genitiv ("langs hiesiger Statt" (Relation 168,23); "längs seines Kornfeldes" (Wieland)).
Abschließend eine Bemerkung zu dem in der Literatur "sekundär" und "unorganisch" genannten, im übrigen aber unerklärten -t-Suffix, das sich an mehreren auf -s abgeleiteten Präpositionen findet. Neben "entlanges" gab es im Niederdeutschen "entlangest".
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laut (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
"Nach laut(e)" (mhd. "nach lute") entstammt der spätmittelhochdeutschen Kanzleisprache. Bloßes "laut" ist ebenfalls seit dem Ende des Mittelalters und z.T. durch dieselben Quellen belegt: "nach laute der artikel" (Frankf. Reichskorr. I,495,22); "laut der fürsten letzte antwurt" (Frank. Reichskorr. II,2,495); "lut des artikels" (Chron. d. dt. Städte V,393,20 [1467]).
...


lingo4u
Grammatik

(E?)(L?) http://www.lingo4u.de/


lingsoft
Grammatische Auskunft über deutsche Wörter

(E?)(L?) http://www.lingsoft.fi/cgi-bin/gertwol


linguist
Welche Adjektive können graduiert werden und welche nicht

(E?)(L?) http://www.linguist.de/pisarska/adjektive.html


M

magazin.institut1
Grammatikalische Anmerkungen

(E?)(L?) http://www.magazin.institut1.de/903_Magazin_Deutsch_Archiv_Hauptseite.html
Die folgenden Beiträge enthalten auch etymologische Hinweise:

Wenn "heißen", "machen" und "lassen" als Hilfsverben auftreten | Hilfsverben bilden unterschiedliche Partizipien im Perfekt | Einzahl und Mehrzahl – bei Fremdwörtern versagt das Sprachgefühl | Anmerkungen zum Unwort des Jahres | Ein heißumkämpftes Kapitel der Rechtschreibung: recht oder Recht? | Zusammenschreibung oder Getrenntschreibung – kennenlernen oder kennen lernen? | Das große Rätsel um die deutsche Sprache | Das Wesen der Dinge – treiben sie gar ihr Unwesen? | Possessivpronomen im Deutschen, Englischen und Französischen – ein Vergleich | Sprachliche Feinheiten: je – desto oder umso – je einige – wenige | Champignon und Champion, Standarte und Standard – Fremdwortpaare mit Tücken | Von weichen Pfühlen und fetten Pfründen ... was kümmert es mich, der ich ja doch den Stockschnupfen habe | Margit Osterloh und Antoinette Weibel: Investition Vertrauen – Prozesse der Vertrauensentwicklung in Organisationen | Anreden und Unterschriften – politische und grammatische Zwänge zu sprachlichen Schwerfälligkeiten

mangels (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Ein weiterer, von uns nicht überprüfter Kandidat ist "mangels", das als "mangels an" entstanden sein sollte.
...


mit (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Bereits zu indogermanischer Zeit wurde der Vorläufer von "mit" aus dem Lokativ des Worts für "Mitte" gebildet, der althochdeutsch zu "mit" verkürzt wurde.
...


mit hilff (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Bereits im 17. Jahrhundert ist "mit hilff" ohne Artikel belegt:
Zu Tolossa hat sich ein Portugesischer Pfaff so sich an einer Edelfrawen verliebt, mit hilff 6 Adelspersohnen unterstand, derselben Frawen Eheman umbzubringen. (Relation 66,9); ... mit hilff der Ungarn ... (Relation 71,33).
...


mit Rücksicht auf, Rücksichts, rücksichtlich (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.) entstammen "mit Rücksicht auf" ...
...
"Rücksichts" wird heute überhaupt nicht mehr im Duden geführt, und "rücksichtlich" wird auch allmählich durch "mit Rücksicht auf" ersetzt.
...


N

nach ... (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Z.B. gibt es aus dem 15./16. Jahrhundert mehrere durch "nach" angeschlossene Fügungen wie "nach Laut", "nach Besage", "nach Vermöge".
...


nächst, nahe (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Die deadverbialen "nächst" und "nahe" regieren ursprünglich den Dativ, dann aber auch den Genitiv.
...


neben, nebst (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Zu althochdeutscher Zeit entstand "in eban(i)" = "in gleicher Ebene", "zusammen", das dem modernen "neben" zugrundeliegt.
...
Neben "(in/ver)mittels" gibt es "(in/ver)mittelst", neben "neben" gibt es "nebenst", "nebest" und "nebst". "Nebenst" ist eine im 17. Jh. bei norddeutschen Autoren häufige Form. "Nebst" ist dort auch schon belegt, gelangt aber im 18. Jh. fast zur Alleinherrschaft. Es scheint ziemlich klar, daß hier Analogie zu Superlativen von syntaktisch ähnlichen deadjektivischen Adverbien wie etwa "zu unterst" vorliegt. Das engste Vorbild für "nebenst" ist "nächst", das nicht einmal deadjektivisch ist. Ein Superlativ ist auch semantisch völlig motiviert bei "in mittelst", das ursprünglich "genau in der Mitte" bedeutete. Formen wie mhd. "nebent" müssen dann als weitere Ausbreitung des "-t-Suffixes" verstanden werden.
...
"Neben" nahm ursprünglich nur den Dativ: "nals fore dir", "noh in eben dir" "nicht vor dir, noch neben dir" (Notker). Dieser hat sich auch in dynamischer Verwendung noch lange erhalten: "legt meine Beine neben seinen Beinen" (Luther, 1. Könige 13,31); "wehe der fremden Schönheit, die das Herz hat, sich neben ihr zu stellen" (Lessing).
Jedoch geriet "neben", als lokale Präposition und in Analogie zu den primären topologischen Präpositionen "in", "auf" und "an", in den Sog der konditionierten Rektion. So ist der Akkusativ schon seit dem 12. Jh. belegt. Im Neuhochdeutschen ist die Verteilung von Dativ und Akkusativ ebenso strikt wie bei den primären Präpositionen dieser Gruppe geregelt.
Ein Rektionswechsel in umgekehrter Richtung liegt bei "nebst" vor. "nebst" tritt seit dem 17. Jh. als Variante von "neben" auf. In seiner ursprünglichen lokalen Bedeutung übernimmt es dessen konditionierte Rektion, die zu der Zeit bereits wohl ausgebildet war: "Daher Balacin die Portugiesen... nebst die Bengaler stellete" (Banise 338,12).
In der Folgezeit erhält "nebst" jedoch komitative Bedeutung. Gleichzeitig wird die Rektion auf den Dativ eingeschränkt. Ein mögliches analogisches Vorbild hierfür bietet die semantisch sehr ähnliche Präposition "mit". Bei "neben" und "nebst" liegt nun wirklich ungerichtete Variation nach verschiedenen analogischen Vorbildern vor, die von der gleichzeitig stattfindenden Grammatikalisierung völlig unabhängig ist.
...


Nominalsyntagma, NS (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
"NS" ist die Abkürzung für "Nominalsyntagma". Dieses setzt sich zusammen aus "nominal", frz. "nominal", lat. "nominalis" = "zum Namen gehörig", "namentlich" und griech. "syntagma" = "Zusammengestelltes", "Sammlung".
Sprachwissenschaftlich geht es also um ene 'Zusammenstellung von Begriffen der Wortart "Nomen"'.
Beispiele: "in Eile".

O

Objekt (W3)

Das "Objekt" geht zurück auf lat. "obicere" = "vorwerfen", "entgegenwerfen".

P

paulh
Numerus

(E?)(L?) http://gutenberg.spiegel.de/paulh/prinzip/Druckversion_paulka15.htm
§ 185.
Auch der Numerus wird zu einer grammatischen Kategorie nur durch Ausbildung der Kongruenz. Auch in den flektierenden Sprachen ist der Plural nicht durchweg erforderlich, wo es sich um Bezeichnung einer Mehrheit handelt. Jede Vielheit kann von dem Sprechenden wieder als eine Einheit zusammengefasst werden. Und so gibt es gerade Bezeichnungen für eine bestimmte Anzahl, die singularisch sind, wie "Paar", "Schock", "Dutzend", "Mandel", wie ursprünglich durchaus "tausend", "hundert" und wahrscheinlich auch andere Zahlwörter. So sind ferner überhaupt die sogenannten Kollektiva zusammenfassende singularische Bezeichnungen für Mehrheiten. Da nun die Auffassung einer Masse als Einheit oder Vielheit so sehr vom subjektiven Belieben des Sprechenden abhängt, so kann seine Auffassung auch in Widerspruch geraten mit derjenigen, welche durch die grammatische Form des gewählten Ausdruckes angezeigt ist, und diese Abweichung der subjektiven Auffassung dokumentiert sich dadurch, dass sie statt des grammatischen Numerus die Kongruenz bestimmt, was dann zum Teil auch Abweichungen im Genus zu Folge hat.

Der häufigste Fall ist, dass auf ein singularisches Kollektivum ein Plural folgt. In unserer gegenwärtigen Schriftsprache, die ja überhaupt sehr stark von grammatisch - logischer Schulung beeinflusst ist, ist diese Erscheinung sehr eingeschränkt. Aber noch im 18. Jahrhundert ist sie häufig wie im Griech. und Lat. und noch jetzt im Engl. Vgl. "ich habe mich offenbaret deines Vaters Hause, da sie noch in Egypten waren" (Lu.); "im vollen Kreise des Volks entsprungen, unter ihnen lebend" (Herder); "civitati persuadet ut exirent" (Caes.); "ex eo numero, qui per eos annos consules fuerunt" (Cic.); "ängstlich im Schlafe liegt das betäubte Volk und träumt von Rettung, träumt ihres ohnmächtigen Wunsches Erfüllung" (Goe.); "das junge Paar hatte sich nach ihrer Verbindung nach Engagement umgesehen" (Goe.); "alle Menge deines Hauses sollen sterben, wenn sie Männer worden sind" (Lu.); "the whole nation seems to be running out of their wits" (Smollet); "Israel aber sog aus in den Streit und lagerten sich" (Lu.); "dass der Rest von ihnen sich durch Libyen nach Cyrene retteten und von da in ihr Vaterland zurückkamen" (Le.); "the army of the queen mean to besiege us" (Sh.); "pars saxa jactant" (Plaut.); "concursus populi, mirantium quid rei esset" (Liv.); "ho óchlos êthroísthê, thaumázontes kaì ideîn boulómenoi" (Xen.).

Bei manchen Wörtern wird die Verknüpfung mit dem Plural so häufig, dass man sie selbst als pluralisch auffassen kann, falls kein formelles Element auf den Singular deutet. Das ist z. B. der Fall bei engl. "people" = "Leute". Die Entwickelung kann noch weiter gehen, indem der Widerspruch zwischen grammatischem und psychologischem Numerus dadurch ausgeglichen wird, dass ersterer sich dem letzteren akkommodiert. So ist im Mhd. "liute" = "Leute" an Stelle des Singulars "liut" = "Volk" getreten; ganz analog sind franz. "gens" (afranz. noch "ja furent venu la gent"), it. "genti" (daneben noch "gente"), spätlat. "populi" (Apulejus, Augustinus), engl. "folks". Im Ags. bedeutet -"waru" = "civitas", der Plural -"ware" = "cives". Unser "die Geschwister" ist hervorgegangen aus dem Kollektivum "das Geschwister", welches noch im 18. Jahrhundert üblich war. Im Got. gibt es ein kollektives Neutrum "fadrein" im Sinne von "Eltern". Dieses verbindet man nicht nur mit dem Plural des Prädikats, sondern setzt auch den Artikel dazu in den Plural: "þai fadrein", "þans fadrein". Daneben erscheint es dann auch in pluralischer Form: "ni skulun barna fadreinam huzdjan, ak fadreina barnam".

Es geschieht auch umgekehrt, dass ein pluralischer Ausdruck die Funktion eines Singulars erhält, indem die dadurch bezeichneten Teile zu einem einheitlichen Ganzen zusammengefasst werden. So sagt man "ein zehn Mark"; engl. "a two shillings"; sogar "there's not another two such women" (Warren). Anhd. ist "ein Eier in Schmalz" (Rühreier). Am leichtesten vollzieht sich dieser Übergang bei Wörtern, von denen der Singular untergegangen ist (Pluralia tantum) oder wenigstens nicht eine vollständig entsprechende Bedeutung hat. Vgl. mhd. "ze einen pfingesten"; lat. "una", "bina castra" etc.; engl. "if a gallows were on land"; "there's some good news" (Sh.); "that cristal scales" (Sh.).

Schliesslich erhalten solche Pluralia auch singularische Form. Wir gebrauchen jetzt die Festbezeichnungen "Ostern", "Pfingsten", "Weihnachten" als Singulare (eigentlich Dative Plural). Unser "Buch" ist im Got. pluralisch: "bokos", eigentlich "Buchstaben"; noch im Ahd. wird der Plural für ein Buch gebraucht. Lat. "castra" wird zuweilen als singularisches Fem. gefasst und bildet einen Gen. "castrae"; entsprechend ist "festa" in den romanischen Sprachen zu einem Singular fem. geworden. Lat. "litterae" im Sinne von ,Brief` wird zu it. "lettera", franz. "lettre"; "minaciae" zu it. "minaccia", franz. "menace"; "nuptiae" zu franz. "noce" neben "noces"; "tenebrae" zu span. "tiniebla" neben "tinieblas".

Es gibt mancherlei Gegenstände, von denen immer ein Paar zusammengehört. Ein solches Paar wurde ursprünglich in den indogermanischen Sprachen durch den Dual bezeichnet, für den dann bei Untergang des Duals der Plural eintrat. Es fand aber bei manchen auch infolge der Zusammenfassung Vertauschung mit dem Singular statt.
"Hose" bezeichnete ursprünglich die (strumpfartige) Umhüllung eines Beines, wobei kein Zweifel darüber aufkommen konnte, daß der Mensch mit zwei Hosen bekleidet war. Nachdem aber die Umhüllungen der Beine mit der Umhüllung des Unterleibs (mhd. "bruoch") verbunden waren, konnte neben dem Plural "Hosen" der Singular "Hose" aufkommen. Wir sprechen jetzt noch von den Brüsten eines weiblichen Wesens, früher wurde der Dual (Plural) allgemein für die menschliche Brust gebraucht. Ebenso sind die Singulare "Nase", "Tür" an die Stelle alter Duale (Nasenflügel, Türflügel) getreten.

§ 186
Abstrakt gebraucht ist das Wort eigentlich keines Unterschiedes der Numeri fähig. Da aber der äusseren Form nach ein Numerus gewählt werden muss, so ist es gleichgültig welcher. Die Sätze "der Mensch ist sterblich" und "die Menschen sind sterblich" sagen in abstrakter Geltung das Nämliche aus. Daher ist denn auch ein Wechsel der Numeri in den verschiedenen Sprachen gewöhnlich. Otfrid macht die Verbindung "engilon joh manne". Ein Pron., welches sich auf einen abstrakten Ausdruck bezieht, steht zuweilen im Plural: "nicht als ob in ihm kein einziges Punkt wäre, die hat er" (Herder); "ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden, doch ihre Weine trinkt er gern" (Goe.); "nobody knows what is to lose a friend, til they have lost him" (Fielding); mhd. "swer gesiht die minneclîchen, dem muoz si wol behagen, daz sie ir tugent prîsent"; "jedes triftige Beiwort, an denen er glücklich ist" (Herder); "insofern ein jeder Schriftsteller in einem besondern kleinen Artikel behandelt wird, die stilistisch mit einander verbunden sind" (Ebert, Christl. lateinische Lit.). Das Präd. kann im Plural stehen: mhd. "daz ieslîcher recke in den satel saz und ir schar schihten"; lat. "ubi quisque vident, eunt obviam" (Plaut.); "uterque sumus defessi" (id.); "uter meruistis culpam" (id.); "neuter ad me iretis" (id.); it. "come ogni uomo desinato ebbero"; engl. "neither of them are remarkable" (Blair). Die meisten indogermanischen Sprachen haben zur Bezeichnung der Allgemeinheit ein singularisches und ein pluralisches Pronomen nebeneinander ("jeder" - "alle"). Diese können leicht eins in das andere übergehen. So findet sich schon im Lat. neben "omnes" der Singular, z. B. "militat omnis amans" (Ov.); im It. ist der Singular "ogni" alleinherrschend geworden. Im Griech. stehen "amphóteros" und "amphóteroi" nebeneinander. Aus "beide" haben sich singularische Formen herausgebildet. Häufig ist das Neutr. "beides", vereinzelt schon mhd. Ebenfalls schon mhd. ist "ze beider sît", vgl. "beiderseits". Im älteren Nhd. kommen andere singularische Verwendungen des Wortes vor: "beider Baum" (Mathesius), "mit beidem Arm" (Lohenstein), "auf beyde Weise" (Le.). Le. sagt auch "das alles dreies auf einmal". Der Plural "jede" ist namentlich im 18. Jahrhundert häufig (vgl. DWb. 4², 2290), und umgekehrt findet sich der Singular "aller" im Sinne von "jeder" (vgl. DWb. 1, 209).

§ 187
Unanwendbar ist die Kategorie des Numerus auch bei den reinen "Stoffbezeichnungen". Denn erst durch die Berücksichtigung der Form entstehen Individualitäten, entsteht der Gegensatz von Einzeldingen und Mehrheiten. Die Stoffbezeichnungen werden daher meistens nur im Singular gebraucht, welcher die nicht vorhandene numeruslose Form ersetzen muss. Aus demselben Grunde pflegen sie nicht mit dem unbestimmten Art. verbunden zu werden. Es stellt sich aber sehr leicht ein Übergang her von einer Stoffbezeichnung zur Bezeichnung für ein Einzelding und umgekehrt, indem die individualisierende Form leicht hinzu oder weggedacht werden kann, vgl. "Haar", "Gras", "Blüte", "Frucht", "Kraut", "Korn", "Rinde", "Tuch", "Gewand", "Stein", "Wald", "Feld", "Wiese", "Sumpf", "Heide", "Erde", "Land", "Brot", "Kuchen" etc. Hierher gehört auch "Huhn", "Schwein" statt "Hühnerfleisch", "Schweinefleisch", lat. "leporem et gallinam et anserem" (Caes.); lat. "fagum atque abietem" (Caes.) = Buchen- und Tannenholz. So erklärt sich auch der Singular in Fällen wie "der Feind zieht heran"; "der Russe" (= das russische Heer) "kommt". Entsprechend gebraucht Livius die Singulare "Romanus", "Poenus", "eques", "pedes" etc. und wagt sogar die Verbindung "Hispani milites et funditor Balearis". Bei Seneca findet sich sogar "multo hoste". Damit vergleiche man "mit willkürlicher Beliebung des ganzen Kaufmanns" (Micrälius) u. a. (vgl. DWb. 5, 337).

§ 188
Der Singular, wiederum in der Funktion einer absoluten Form, an der die Kategorie des Numerus noch nicht ausgeprägt ist, steht im Nhd. von vielen Wörtern nach Zahlen. Ihren Ausgang hat diese Konstruktionsweise allerdings von solchen Fällen genommen, in denen eine wirkliche Pluralform zugrunde liegt, die nur lautlich mit der Singularform zusammengefallen ist, so bei "Mann" - "Pfund", "Buch". Wenn aber die altertümlichen Formen sich gerade nach Zahlen erhalten haben, und ihrer Analogie andere Wörter wie "Fuss", "Zoll", "Mark" gefolgt sind, so muss das besondere Ursachen haben. Das Sprachgefühl empfindet in den altertümlichen Verbindungen so wenig wie in den analogisch nachgeschaffenen eine Pluralform. Es ist eben gerade nach einer Zahl kein Bedürfnis zu einem besonderen Ausdruck für die Mehrheit, da dieselbe schon hinlänglich durch die Zahl gekennzeichnet ist.

So ist man zu einer gegen den Numerus gleichgültigen, zu einer absoluten Form gelangt, also wieder zu einem Standpunkte, wie er vor der Entstehung des grammatischen Numerus bestand.


Punkt (W3)

(E?)(L?) http://www.jetzt.de/texte/anzeigen/146052
...
Man betrachte nur einmal die Etymologie von "Punkt": lat. "punctum", abgeleitet von "pungere" = "stechen". Klingt das nicht irgendwie zweifelhaft, unmoralisch? Höchstens Roland Barthes, der alte Wollüstling, hätte in diesem Zusammenhang sicher von einer "Erotik des Satz-Zeichens" gesprochen. Überdies kann "pungere" noch "verletzen", "kränken", "beunruhigen" und "quälen" bedeuten, also nur Unschönes und Unerfreuliches.
...


Q

R

ralf-kinas
Grammatik-Übungen

(E?)(L?) http://www.ralf-kinas.de/
Online-Übungen | Gramm./Wortschatz | Quiz/Multiple Choice | Leseverstehen | Kurze Tests | Kreuzworträtsel | Mailingliste

Reflexion (W3)

(E?)(L?) http://www.zeit.de/2005/13/C-Latein-Deutsch
"Reflexion" kommt von lat. "reflectere" = "zurückbeugen", die erste Person ist "reflecto".
"Reflexives Verb" = "Rückbezügliches Verb".
"Reflexivpronomen" = "Rückbezügliches Fürwort".

rücksichtlich (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Klare Beispiele einer Veränderung der Rektion durch Grammatikalisierung, und zwar von der präpositionalen zur Genitivrektion, bieten "bezüglich", "hinsichtlich" und "rücksichtlich". Bei Goethe werden sie noch durchgängig aufgrund der vom Verb geerbten Rektion mit auf konstruiert: "rücksichtlich auf das deutsche Theater". Seit dem 19. Jh. nehmen sie den Genitiv.
...


S

samt (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Von ahd. "samo" = "derselbe" wurde das Adverb "samat" "zum selben Ort" gebildet, das mhd. "samet" und dann "samt" ergibt.
...


schweinebildchen
FAQ zur deutschen Sprache

(E?)(L?) http://www.schweinebildchen.de/SAHARA.html
26.07.2006:

Teil A Allgemeines Teil B Grammatik Teil C Regionalismen Teil D Deutsche Wörter, Anglizismen Teil E Worterklärungen Teil F Rechtschreibung und Rechtschreibreform Teil G Aussprache Teil H Besonderheiten in de.etc.sprache.deutsch, Akronyme

Singular (W3)

Der dt. "Singular" geht zurück auf lat. "singuli" = "einzeln", "allein".

SVO, SOV, VSO (W3)

(E1)(L1) http://www.uni-erfurt.de/sprachwissenschaft/personal/lehmann/CL_Lehr/Wandel/Wandel_Rekonstruktion.html
In selbständigen Aussagesätzen haben die germanischen Sprachen die Grundwortstellung SVO (Subjekt - Verb - Objekt), das Lateinische die Stellung SOV, die keltischen Sprachen dagegen VSO. Für das Urindogermanische rekonstruiert man – mit einiger Unsicherheit – freie Wortstellung mit Vorliebe für SOV.

spät, seit (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Im Germanischen wurde der Komparativ eines Wortes für "spät" zum Vorläufer von "seit" kondensiert.
...


"spät" geht zurück auf ein ahd. "spati" = "sich hinziehend".
Und "seit" geht zurück auf ahd. "sid" = "später als".

spiegel
Fugen-S

(E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,293195,00.html


Das Fugen-s steht im Allgemeinen:
bei Zusammensetzungen mit Wörtern auf -tum, -ling, -ion, -tät, -heit, -keit, -schaft, -sicht, -ung
Altertumsforschung, Frühlingserwachen, Kommunionsfest, Realitätsverlust, Einheitsfeier, Heiterkeitsanfall, Eigenschaftswort, Ansichtskarte, Erinnerungsvermögen
bei Zusammensetzungen, deren erster Bestandteil auf -en endet (substantivierter Infinitiv)
Essensreste, Lebensfreude, Leidensweg, Redensart, Schlafenszeit, Sehenswürdigkeit, Sterbenswörtchen, Wissenslücke, und daher auch Schadensersatz, aber: Schadenfreude

Das Fugen-s steht im Allgemeinen nicht:
bei Zusammensetzungen, deren erster Bestandteil weiblich ist und nicht auf -ion, -tät, -heit, -keit, -schaft, -sicht, -ung oder einen Zischlaut endet
Weltkugel, Nachtzug, Fruchtsaft, Kammerdiener, Lageplan, Redezeit, Musikzimmer, Naturschutz, Schurwolle
Ausnahmen (u.a.): Armut, Hilfe, Liebe, Geschichte, Weihnacht
bei Zusammensetzungen, deren erster Bestandteil auf -er endet
Anglerlatein, Bäckermütze, Bohnerwachs, Feierabend, Folterknecht, Kellertür, Metzgerladen, Peterwagen, Räuberhauptmann, Ritterburg, Steuererklärung
Ausnahmen: Hungersnot, Henkersmahlzeit, Jägersmann, Petersberg und ähnliche altertümliche Begriffe
bei Zusammensetzungen, deren erster Bestandteil auf -el endet
Hagelschauer, Hebelgesetz, Kabeltrommel, Kegelklub, Mandelaugen, Nebelhorn, Paddelboot, Pendeluhr, Wendeltreppe
Ausnahmen: Engel (z.B. Engelsgesicht), Himmel (z.B. Himmelstor), Esel (z.B. Eselsohr)
bei Zusammensetzungen, deren erster Bestandteil auf -en endet und kein substantiviertes Verb ist
Bodensatz, Ebenbild, Gartentor, Nebenstraße, Ladenpassage, Rasenfläche, Wagenachse
bei Zusammensetzungen, deren erster Bestandteil mit einem Zischlaut endet (-sch, -s, -ss, -ß, -st, -tz, -z)
Waschsalon, Preisliste, Hasskappe, Grußkarte, Lastwagen, Sitzkissen, Putzmittel, Herzkammer

Schwankender Gebrauch des Fugen-s:
bei Zusammensetzungen mit -steuer, -straße
Einkommen[s]steuer, Vermögen[s]steuer, Bahnhof[s]straße, Frieden[s]straße
bei Zusammensetzungen mit einem Partizip als zweitem Bestandteil
verfassung[s]gebend, richtung[s]weisend, krieg[s]führend, staat[s]erhaltend

spiegel
Der Gebrauch des Apostrophs im Überblick

(E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,283781,00.html


spiegel
Zweifelsfälle der deutschen Sprache

(E?)(L?) http://www.spiegel.de/zwiebelfisch/
Bastian Sick bietet auf den "SPIEGEL"-Seiten unter der Bezeichnung "Zwiebelfisch"

Pünktlich zum Erscheinen des Zwiebelfisch-Buches "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" präsentiert SPIEGEL ONLINE einen neuen Service: Ein Glossar zu den Zweifelsfällen der deutschen Sprache - basierend auf den am häufigsten gestellten Fragen unserer Leser zu Stil, Rechtschreibung und Grammatik.
"Lieber Zwiebelfisch, wie heißt es denn nun richtig: Zyprer oder Zyprioten, Schilder oder Schilde, Sylvester oder Silvester? Wird brauchen nicht mit zu gebraucht? Sagt man gewinkt oder gewunken? Wann heißt es drängen und wann dringen?" Von Woche zu Woche stieg die Flut von Leser-Anfragen zu Zweifelsfällen der deutschen Sprache.
Selbst wenn der Tag 48 Stunden hätte und die Woche 14 Tage, wäre es noch fraglich, ob die Zeit reichte, um alle E-Mails persönlich zu beantworten.
...

(E?)(L?) http://www.amazon.ca/exec/obidos/ASIN/3462034480/etymologety01-20
(E?)(L?) http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3462034480/etymologety0f-21
(E?)(L?) http://www.amazon.fr/exec/obidos/ASIN/3462034480/etymologetymo-21
(E?)(L?) http://www.amazon.co.uk/exec/obidos/ASIN/3462034480/etymologety0d-21
(E?)(L?) http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/3462034480/etymologetymo-20
         

Bei "Kiepenheuer & Witsch" ist auch ein Buch mit 47 ausgewählten Artikeln unter dem Titel "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" erschienen.
Sämtliche "Zwiebelfisch"-Texte sind auch auf der angegebenen Seite abrufbar.

In den Rubriken "Der Zwiebelfisch | Zwiebelfischchen | Post | Fragen | ABC" findet man viele Artikel rund um die deutsche Sprache. Neben grammatischen Fragen und Antworten findet man auch viele etymologisch interessante Hinweise.

Eine Gesamtübersicht auf einer Seite vermisse ich, und es wird auch nicht ganz klar, was der Unterschied zwischen den Artikeln unter "Zwiebelfisch" und den Artikeln unter "Zwiebelfischchen" ist. Zu beachten ist auch, dass alle Rubriken mehrere "Übersichtsseiten" haben, die man nacheinander mit "WEITERE ARTIKEL" am Ende der Seite erreicht. - Kurz: Ich finde die Navigation etwas umständlich, und auch mit einem ISDN-Zugang etwas zeitraubend.
Dennoch ist dieses Angebot des "SPIEGEL" sehr zu empfehlen.

Die Rubrik "Der Zwiebelfisch" behandelt vorwiegend grammatische Problemfälle. Darunter findet man (aber) immer wieder auch allgemeine sprachliche Anhandlungen und eben auch etymologische Hinweise.
Beispiele dazu sind auf dem Etymologie-Portal z.B. unter "Amerikanismen (spiegel)" und "-Innen" zu finden.

(E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/0,1518,k-4050,00.html
Die Rubrik "Der Zwiebelfisch" enthielt am 12.09.2004 folgende Beiträge:

spiegel
Zwiebelfischchen

(E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/0,1518,k-4872,00.html
Die Rubrik "Zwiebelfischchen" behandelt vorwiegend sprachliche Unglücksfälle. Diese sind meist mit einem Bild aus Werbung, Verkehrszeichen oder sonstigen öffentlichen Hinweisen belegt.
Diese Rubrik wäre evtl. besser im "Link List Portal" unter der Rubrik "DE Unlogisches" aufgehoben. Aber als etymologisches Beispiel sei hier auf die Abbildung von Winston Churchill hingewiesen, als er das "V-Zeichen" = "Sieges-Zeichen" (= "Victory-Zeichen") macht. Die Verbreitung dieses Handzeichens wird immer wieder mit ihm in Verbindung gebracht.

Die Rubrik "Zwiebelfischchen" enthielt am 26.07.2006 folgende Beiträge:

spiegel
Post an den Zwiebelfisch

(E?)(L?) http://www.spiegel.de/thema/zwiebelfisch_post/
Die Rubrik "Post" enthält (thematisch sortierte) Mitteilungen der Leser zu den Artikeln des "Zwiebelfisch". Hier habe ich kaum etymologisch interessante Hinweise gefunden. Aber wussten Sie, dass es einen Ort "Welt" gibt? (E?)(L?) http://www.gemeinde-welt.de/


Die Rubrik "Post" enthielt am 26.07.2006 folgende Beiträge:

spiegel
Fragen an den Zwiebelfisch

(E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/0,1518,k-4874,00.html
Die Rubrik "Fragen" enthält Fragen der Leser an den "Zwiebelfisch" und die Antworten des "Zwiebelfisch". Diese Rubrik scheint mir die meisten etymologisch interessanten Hinweise zu enthalten. Leider ist gerade dieser Bereich noch sehr ausbaufähig. Beispiele finden Sie auf dem "Etymologie-Portal" unter "Nagelprobe", "Puff", "Silvester" und "Faust - wie die Faust auf's Auge".

Die Rubrik "Fragen" enthielt am 26.07.2006 folgende Beiträge:

spiegel
Das Zwiebelfisch-Abc

(E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,314650,00.html
Die Rubrik "ABC" enthielt am 26.07.2006 folgende Beiträge:

Statt, statt, anstatt, an Statt, Stelle, anstelle (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Ehemalige Präpositionalfügungen wie "an Statt" haben sich zu sekundären Präpositionen ("anstatt") und dann zu primären wie "statt" entwickelt.
...
Das Substantiv "Statt" ist heute veraltet und kommt fast nur noch in Komposita wie "Werkstatt", "Lagerstatt", "Ruhestatt" vor.
"Stelle", das seit dem 16. Jh. die Bedeutung "Ort (wo man etwas hingestellt hat)" bekommt, hat heute das Substantiv "Statt" verdrängt. Davon wurde auch die Präposition "anstatt" betroffen. Um die lokale Komponente der Bedeutung hervorzuheben, wurde in diesem Jahrhundert nach dem gleichen Muster "anstelle" gebildet.
...
"An stete", "an stat" tritt im Mittelhochdeutschen als Präpositionalfügung auf. Es wird einerseits univerbiert. Andererseits ist 1657 (bei Angelus Silesius) erstmals die Reduktion auf "statt" belegt, die seit dem 18. Jh. üblich wird (Paul 1920:45).
...
Für die postnominale Stellung des Genitivattributs kann wieder "anstatt" als Beispiel dienen. Es entstand im Mittelhochdeutschen als Zirkumposition "an NSgen stat"; vgl. noch nhd. "an deß verstorbenen Vincentij statt" (Relation 112,18); heute noch "an Kindes Statt". In der Folgezeit wurde die Nachstellung des NSgen üblich, die die Kontinuität der Adpositionalfügung und damit die schon in §6.2.3 besprochene Univerbierung ermöglichte.
...
Die Univerbierung von "an statt" zu "anstatt" tritt bereits im 18. Jh. ein (Paul 1920:45).
...
Das ähnlich gebildete "an Stelle" (Mackensen 1954) ist im Duden 1967 ebenfalls zu "anstelle" univerbiert.
...
"Anstatt" und "statt" kommen seit dem 18. Jh. auch mit dem Dativ vor; in der Literatursprache ist er seit Lessing belegt (Paul 1920:45): "dieses statt jenem" (Lessing); "statt der Liebe süßem Wahn" (Goethe); "statt Dolchen des Gewissens" (Schiller).
...


T

t, 2. Person Singular, Zweite Person Singular (W1)

Die "Zweite Person Singular" eines Verbs ist im Deutschen durch ein "t" am Ende gekennzeichnet. Dazu findet man in "von Polenz: Geschichte der deutschen Sprache" den folgenden Hinweis:

Die syntaktischen Beziehungen der Wörter zueinander werden vornehmlich durch Endungen oder Vorsilben ausgedrückt, die wohl dadurch entstanden sind, daß nach- oder vorangestellte Wörter durch Akzentabstufung mit dem Wortstamm zu festen Flexionsformen verschmolzen, ahnlich wie noch im frühmittelalterlichen Deutsch der anlautende Konsonant des nachgestellten Pronomens "du" zum festen Bestandteil der Konjugationsendung der 2. Person singular wurde ( ahd. "gibis", mhd. "gibest" = "gibst", also eigentlich "gibis du").

Das "t" hat also einst das auf das Verb folgende "du" ersetzt. (Damit erfüllt die zweite Person Singular aller deutschen Verben die Kriterien für das, was ich als "Ampelwort" bezeichnet habe.)

Übrigens gibt es auch heute noch umgangssprachliche Aussagen, in denen die Ersetzung von "du" durch ein angehängtes "t" erkennbar ist. So kann man (ich glaube in Bayern) durchaus hören: "Gehsd scho ind Schul?" (oder so ähnlich). Jedenfalls wird das "du" von "Gehst du schon in die Schule" komplett ignoriert.

Anders gesehen - wenn man die historische Entwicklung berücksichtigt - ist "Gehst du?" ein "weisser Schimmel" und heisst eigentlich "Gehs du du?" und entsprechend bei allen Verben in der zweiten Person Singular.

-te - Vergangenheitsform (W1)

In "GEO kompakt" Nr.4 ist auf Seite 153 zu lesen:

... Beispielsweise entstand unsere "-te"-Vergangenheitsform in Wörtern wie "sagte" aus der urgermanischen Vokabel "*doghom" = "getan". ...

U

udoklinger
Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung

(E?)(L?) http://www.udoklinger.de/Grammatik/Grammatik.htm


ungeachtet (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Unmittelbares Vorbild für "unbeachtet", "unerachtet", "unangesehen", "unbeschadet", "unerwogen", "ungehindert" dürfte "ungeachtet" mit seiner Genitivrektion gewesen sein, was angesichts der semantischen Homogenität der Gruppe ohne weiteres plausibel ist. Daneben bestand eine grundsätzliche allgemeine Tendenz zur Genitivrektion für sekundäre Adpositionen.
...
Für "ungeachtet" wurde ursprüngliche Genitivrektion dargetan. Auch hier findet sich früh Dativrektion: "dem ungeachtet ließ sich Agathon durch diese guten Anscheinungen so verblenden" (Wieland).
...


Uni Erfurt
Grammatisches Metapädeutikum
Veranstaltungsmaterial

(E?)(L?) http://www.uni-erfurt.de/sprachwissenschaft/personal/lehmann/CL_Lehr/Gramm_Metapaedeutikum/Gramm_Meta_Index.html

Christian Lehmann - Philosophische Fakultät - Universität Erfurt
Ein Online-Angebot mit folgenden Kapiteln:
Frontispiz
0. Präliminarien 1. Einführung
2. Lautlehre
3. Morphologie
4. Syntax
5. Lexikon
Bibliographie

Uni Potsdam
Bibliographie zur deutschen Grammatik

(E?)(L?) http://www.uni-potsdam.de/u/germanistik/bdg.htm


unter Vermittlung, mittels (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Zu "mittels" tritt im 20. Jh. "unter Vermittlung".
...


V

vermittelst (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
"Vermittelst" regiert zunächst den Genitiv: "vermittelst obgedachts gütlichen Vertrags" (Basler Urkb. X,573,1); "vermittels Göttlicher Gnaden" (Relation 3,5).
Im Mittelniederdeutschen und bis ins 17. Jh. im Neuhochdeutschen kommt jedoch auch der Dativ vor: "vermittelst seinem Blut" (Luther [1568]); "vermittelst dem heiligen Leiden" (Simpl. 571,38).
...


vermöge ... (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
"Nach vermöge", "in vermöge" entwickelt sich zu Anfang des 16. Jh. zu einer Präpositionalfügung. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wird die primäre Präposition immer häufiger weggelassen: "in vermüg" der reichsordnung" (Verhandl. üb. Thomas v. Alsberg 228,30); "nach vermog eines aufgerichten compromisz" (Publ. a. d. preuß. Staatsarch. 61,328); "... das sie ihrer May. als König in Böheimb vermög der Landsordnung solche Gütter abzutreten schuldig sein" (Relation 43,6).
...


von (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
Zur Zeit sehen wir die zunehmende Verwendung der Präposition "von" als Ersatz des Genitivs.

Was ehemals eine gewöhnliche primäre Präposition war, nämlich "von", entwickelt sich immer mehr zum Zeichen des Genitivs.
...
Die erst vor kurzem entstandene limitative Zirkumposition "von ... her" ("vom Arbeitsaufwand her" u.ä.) wird in der gesprochenen Sprache zu "von" vereinfacht.
...
Der Wechsel zwischen "von" und dem bloßen Genitiv in der Rektion sekundärer Adpositionen liegt komplizierter und bedarf näherer Untersuchung. Einerseits entspricht die Abfolge "Rektion via von S Genitivrektion" dem Schema F6. Sie trifft offenbar auf "abzüglich" zu, wo der Genitiv seit dem 19. Jh. "von" ablöste. Andererseits wird überall in der deutschen Grammatik der Genitiv immer mehr durch "von" ersetzt, was der Erneuerung synthetischer durch analytische Kasusmarkierung entspricht und daher seinerseits eine Grammatikalisierungserscheinung ist. Daher wird man bei der Variation der Rektion sekundärer Adpositionen in vielen Fällen keine diachrone Richtung feststellen können. Aussichtsreich erscheint eine Überprüfung der Fälle, in denen "von" ursprünglich konkret-ablativische Bedeutung hatte. So regieren "fern" und "unweit" zwar den Genitiv, aber die zugrundeliegenden Adjektive sind auch mit "von-Komplement" denkbar (vgl. Bauer 1830:422).
...


Die Herkunft dieser "Präposition" ist ungesichert. Man vermutet eine Verwandtschaft zu lat. "po-", wie es in "Position" = "Stelle", "Lage" oder "Depot" = "Lager", "Aufbewahrungsort" vorkommt.

Damit wäre es mit frz. "poser" = "setzen", "stellen", "legen" verwandt (lat. "ponere" = "setzen", "stellen", "legen", lat. "deponere" = "ablegen", "niederlegen").

von seiten, seitens (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.) entstammen "von seiten" ...
...
Zu "seitens" tritt im 20. Jh. "von seiten".
...
"Von Seiten" (Mackensen 1954) wird im Duden 1967 zwar noch nicht univerbiert, jedoch wird das Substantiv klein geschrieben ("von seiten").
...


W

während (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Die erste departizipiale Präposition ("während") tritt um 1700 auf, einige mehr erscheinen seit 1800. Dieses Muster ist anscheinend nie sonderlich produktiv gewesen. Seine Unterentwicklung im Deutschen hängt typologisch mit dem Fehlen von Satzverkettung und der sehr geringen Rolle von Gerundialien zusammen.
...
Die Genese von "während" beruht dagegen auf Reanalyse, genauer auf Neusegmentierung. Auszugehen ist von temporalen Adverbialien, in denen das Partizip Präsens von "währen" Attribut zu einem abstrakten Bezugsnomen mit temporaler Dimension war. Das Adverbial konnte ein Präpositionalsyntagma sein, wie in folgenden Beispielen: "in werendem Kreg" (Relation 194,2); "in wärender raserey" (Simpl.); "in ainem werendem laid" (Zimm. Chron.); "unter währendem Gespräche" (Opitz); unter währendem diesem meinem Umschwaiffen" (Simplicissimus).
Das Adverbial konnte, wenigstens in der Literatursprache, auch ein Genitivus absolutus sein: "währendes Krieges hat manches seinen Herrn verändert" (Lessing); "währender Arbeit hier was zu melden" (Goethe); "währender Unterhaltung" (Goethe); "währenden dieses wunderlichen Handels" (Banise 257,1); "währender Mahlzeit: inter coenam"; "wärender gantzer Zeit: inter omne tempus" (Steinbach 1734:939).
Altertümelnd oder mundartlich hielt sich dieser attributive Gebrauch von "während" bis ins 19. Jh. Die Absolutkonstruktion wurde im 18. Jh. ... zu einem Präpositionalsyntagma mit "während" als Präposition uminterpretiert. Hierfür gibt es eine systematische und eine okkasionelle Voraussetzung. Zum ersten gilt, daß die auslautende Silbe des vormaligen Attributs in allen Flexionsformen mit dem definiten Artikel vor dem ehemaligen Bezugsnomen (fast) homophon ist. Zum zweiten ist notwendig, daß das ehemalige Bezugsnomen nicht seinerseits mit Determinantien versehen ist (wie in dem Beispiel aus Banise). Bemerkenswert und der Reinterpretation möglicherweise günstig ist auch, daß die Leerstelle in der Konstruktion bei "während" verbleibt und nur von einer modifikativen zu einer rektiven wird. Gottsched war noch gegen diese Neusegmentierung, während Adelung, der ihren Ausgangspunkt nicht mehr kannte, sie bereits für richtig hielt (Paul 1920:50). Wie es scheint, ist die departizipiale Bildung von Adpositionen insgesamt nicht sehr produktiv. Dies dürfte daran liegen, daß sie zunächst zu Postpositionen führt, die ihrerseits nicht begünstigt sind.
...
"Während" entwickelte sich im 18. Jh. zur Präposition (s. §5.3). Neben den ursprünglichen Genitiv trat sehr bald der Dativ: "während dem Handgemenge" (Lessing); "während diesem Gespräche" (Goethe); "währenddem". Er wurde jedoch von den Grammatikern abgelehnt (Adelung 1782:122f; Bauer 1830:424).
...


wegen (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
"Von wegen" tritt im Mittelhochdeutschen als Zirkumpositionalfügung der Bedeutung "von Seiten" auf, z.B. 13. Jh. "von unser beider wegen" (Paul 1920:43).
"Wegen" ist also der Dativ Plural des Substantivs "wec" = "Weg". Die Fügung drang von Norden her erst ins Mitteldeutsche, dann ins Oberdeutsche ein, wo sie erst nach 1250 nachweisbar ist. Heute ist die Zirkumposition nur noch in festen Wendungen wie "von Amts wegen", "von Rechts wegen" erhalten. Denn im Neuhochdeutschen wird zunächst das Genitivkomplement nachgestellt. Historisierende Belege aus späterer Zeit: "gebt Rechenschaft von wegen des vergoßnen Blutes" (Schiller); "ich wollte, ich wäre der Müller von wegen der Müllerin" (Chamisso).
Seit dem 17. Jh. tritt dann auch bloßes "wegen" auf.
...
Einige Präpositionen ändern seit dem 18. Jh. ihre Rektion und nehmen neben dem Genitiv, der ihnen aufgrund ihrer Bildungsweise eigentlich zukommt, mehr und mehr auch den Dativ. Dieses Faktum läßt sich z.T. dialektal erklären:
Die süddeutschen Dialekte bevorzugen den Dativ. Durch oberdeutsche Schriftsteller fand der Dativ dann auch Eingang in die Literatursprache. Dieser Entwicklung stand jedoch seit ihren Anfängen ein starker normativer Druck der Grammatiker des 18. und 19. Jh. entgegen, die für fast alle sekundären Präpositionen den Genitiv forderten.
"Wegen" tritt seit Anfang des 16. Jh. auf und wird sowohl von Adelung (1782:123) als auch von Bauer nur mit dem Genitiv gebilligt. Der Dativ wird abgelehnt, "wie sehr dies auch die Oberdeutschen lieben" (Bauer 1830:425). Er findet jedoch nicht nur durch oberdeutsche Dichter Eingang in die Literatursprache: "wegen diesem und so manchem andern wunderbaren Beistand" (Goethe); "wegen den Anwesenden" (Schiller); "wegen hundert lächerlichen Streichen" (Lessing an E. König [1772])
...


woxikon
Grammatiken

(E?)(L?) http://grammatik.woxikon.de/
Inhalt der Grammatiken

Herzlich willkommen auf den Grammatik-Übersichten von Woxikon!

Mit diesen Seiten möchten wir Ihnen helfen, die Grammatiken verschiedenster Sprachen besser zu verstehen. Im Folgenden erhalten Sie zunächst einen allgemeinen Überblick.

Für wichtige Hinweise und Beispiele, die Sie sich merken sollten, steht Ihnen unser "Woxi" zur Verfügung. Woxi erscheint immer vor den entsprechenden Beispielen!

Deutsch

Französisch Spanisch Englisch Italienisch


X

Y

Z

zufolge (W3)

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...
Den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.) entstammen "zufolge" ...
...
"Zufolge" hat lt. Duden 1967 als Post- und als Präposition verschiedene Rektion: "NSdat zufolge", aber "zufolge NSgen". Diese Variation der Rektion beruht wohl auf Analogie der Präposition zu "infolge", läuft aber im übrigen der Grammatikalisierungsrichtung zuwider und hat einen typisch normativen Anstrich.
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zum Behufe, behufs (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Es versteht sich, daß i.a. keine Notwendigkeit besteht, daß eine Einheit, die einen Grammatikalisierungskanal beschritten hat, ihn bis zu Ende durchläuft. Sie kann sehr lange auf einer Stufe verharren; und sie kann außer Gebrauch geraten, bevor sie weiter grammatikalisiert wird. Z.B. sind nach dem sehr produktiven Muster der Adpositionalfügung viele Adpositionen wie "in Anbetreff" oder "zum Behufe" gebildet worden, die heute veraltet sind. Dieser Kanal ist in Sprachen wie dem Deutschen hinter der Position der primären Adpositionen im wesentlichen blockiert.
...
"Behufs" entstammt der neuhochdeutschen Kanzleisprache und wurde noch im 19. Jh. teilweise durch "zum Behufe" ersetzt.
...


zum Zwecke, zwecks (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
"zwecks" wurde noch im 19. Jh. teilweise durch "zum Zwecke" ersetzt.
...


Zwiebelfisch (W3)

(E?)(L1) http://www.decodeunicode.org/
(E?)(L?) http://www.spiegel.de/zwiebelfisch/
(E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,256454,00.html
(E?)(L1) http://www.typolexikon.de/z/zwiebelfische.html
(E6)(L1) http://de.wikipedia.org/wiki/Portal_Schrift
Die Bezeichnung "Zwiebelfisch" geht in diesem Fall nicht auf den Karpfenfisch "Ukelei", mit der wissenschaftlichen Bezeichnung "Alburnus alburnus" zurück.

Dieser "Zwiebelfisch" kommt aus der Druckersprache und bezeichnet einen Buchstaben innerhalb eines Wortes, der (versehentlich) in einer falschen Schriftart gesetzt wurde. Irgendjemand hatte mal die Assoziation, dass ein Haufen durcheinander geratener Schrifttypen wie ein Schwarm Zwiebelfische aussehe. (Anm.: Also geht es letztlich doch auf den realen "Zwiebelfisch" zurück.) Da die Setzersprache bildhafte Ausdrücke sehr schätzt (man denke an "Hurenkind" und "Schusterjunge"), hat sich der "Zwiebelfisch" als Bezeichnung für falsch gesetzte Lettern etabliert. Und da diese Kolumne es sich zur Aufgabe gemacht hat, "falsch gesetzte" Wörter in deutschen Texten aufzuspießen, also "Zwiebelfische" im übertragenen Sinn, schwamm ihr der Name buchstäblich zu.

Die Idee, den Begriff "Zwiebelfisch" aus der Buchdruckersprache auf einen weiter gefassten sprachlichen Kontext zu übertragen, ist allerdings nicht ganz neu. Bereits 1910 gründete Franz Blei eine bibliophile Zeitschrift für Literatur und Kunst dieses Namens, die von 1911 an im Münchner Hyperion-Verlag von Hans von Weber und dessen Sohn fortgeführt wurde, bis ihr Erscheinen 1934 eingestellt wurde. Nach dem Krieg lebte die Zeitschrift kurzzeitig wieder auf, und zwar von 1946 bis 1948.

Heute ziert der Name "Zwiebelfisch" einen kleinen Buchverlag in Berlin, ein Magazin für Gestaltung von der Freien Hochschule für Grafik-Design in Freiburg, eine seit über 30 Jahren bestehende Kneipe in Berlin Charlottenburg sowie etliche Kochrezepte, in denen Fischfilet und jede Menge Gemüsezwiebeln eine Rolle spielen.


(E?)(L?) http://www.zwiebelfisch-magazin.de/
Magazin für Gestaltung
Typografie und Kunst

ZWIEBELFISCH No.1 - Mythos Design
ZWIEBELFISCH No.2 - Heimat

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Etymologie, Étymologie, Etymology
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Grammatik, Grammaire, Grammar

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Birkner, Karin
Relativ(satz)konstruktionen im gesprochenen Deutsch
Syntaktische, prosodische, semantische und pragmatische Aspekte

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Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Gruyter; Auflage: 1 (30. November 2008)
Sprache: Deutsch

Kurzbeschreibung
Die Arbeit untersucht Relativsätze im gesprochenen Deutsch in einem umfangreichen empirischen Corpus aus informellen und formellen Interaktionen und liefert eine umfassende grammatische Analyse eines zentralen Strukturphänomens der deutschen Sprache unter konsequenter Verwendung mündlicher Sprachdaten. Bei der Corpusanalyse, die sich durch die Kombination quantitativer und qualitativer Verfahren auszeichnet, werden prosodische, syntaktische, semantische und pragmatische Verhältnisse berücksichtigt.

Über den Autor
Karin Birkner, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.


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Produktinfo
Die Arbeit untersucht Relativsätze im gesprochenen Deutsch in einem umfangreichen empirischen Corpus aus informellen und formellen Interaktionen und liefert eine umfassende grammatische Analyse eines zentralen Strukturphänomens der deutschen Sprache unter konsequenter Verwendung mündlicher Sprachdaten. Bei der Corpusanalyse, die sich durch die Kombination quantitativer und qualitativer Verfahren auszeichnet, werden prosodische, syntaktische, semantische und pragmatische Verhältnisse berücksichtigt.

Im ersten Teil wird der vorhandene Forschungsstand zum Relativsatz aufgearbeitet. Es wird u.a. gezeigt, dass die bisherigen Darstellungen, die fast ausschließlich auf schriftsprachlichen Relativsätzen und auf Introspektion beruhen, in wesentlichen Punkten revidiert und ergänzt werden müssen.

Im zweiten Teil wird das Relativsatzcorpus im theoretischen Bezugsrahmen der Construction Grammar untersucht. Bei der Beschreibung einiger ausgewählter Konstruktionen wird u.a. deutlich, dass zentrale relativische Konstruktionen im gesprochenen Deutsch trotz ihrer Häufigkeit in der Forschung bisher unberücksichtigt geblieben und in den Grammatiken ausgeblendet worden sind.


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Strukturgeschichte vom 13. bis zum 20. Jahrhundert (Broschiert)
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Sprache: Deutsch
Broschiert - 192 Seiten - Narr
Erscheinungsdatum: Juni 2005
Auflage: 2., überarb. Aufl.

Kurzbeschreibung
Dieses Buch bietet einen kompakten Überblick über die Wortbildung des Deutschen. Die zugunde liegende Sprachtheorie ist mit den üblichen grammatischen Kenntnissen und den üblichen Denkweisen der Logik leicht nachzuvollziehen. Genau beschrieben wird, wie Wortbildung funktioniert, aus welchen Einheiten und mit welchen Verfahren Wörter gebildet werden. Vorschriften werden dabei nicht gemacht. Dieses Buch ist problemorientiert und forschungsnah. Es setzt sich mit wesentlichen Termini und Begriffen auseinander und diskutiert die verschiedensten traditionellen, aktuellen und revolutionären Erklärungs-modelle der Wortbildungslehre. Es soll sensibilisieren für ein präzises Sprechen über Sprache. Weil es zudem materialreich und sprachrealitätsnah ist, ist es anschaulich und vergnüglich bei höchstmöglich wissenschaftlicher Ausrichtung.


Dorchenas, Ingeborg (Autor)
Etymologie und Syntax der Konjunktion 'daß'
in der deutschen Grammatik von ihren Anfängen bis 1800
vor dem Hintergrund antiker und moderner dass-Forschung

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Gebundene Ausgabe: 482 Seiten
Verlag: Rhombos-Verlag; Auflage: 1 (28. Dezember 2005)
Sprache: Deutsch

Kurzbeschreibung
Dieses Buch umreißt ein Kapitel deutscher Grammatikgeschichte von der ausgehenden Epoche des Frühneuhochdeutschen bis an die Schwelle der „modernen“ sprachhistorisch-vergleichenden Grammatik. Vor dem Hintergrund der normgebenden antiken Sprachlehren entsteht, vermittelt durch die humanistische Rezeption, um 1600 die erste deutsche Grammatik. Von den normativen Anfängen bis zum Postulat einer theoretisch fundierten, deskriptiven Grammatik, ist ein langer Weg, der an einem zentralen Bereich der Wortart- beziehungsweise Konjunktionenlehre an insgesamt 48 Sprachlehren aufgezeigt wird. Zentraler Forschungsgegenstand ist die Frage nach der grammatischen Systematisierung und Analysierung der Konjunktion "daß" und ihrer zahlreichen Kombinationen, aber auch die eng mit dieser Konjunktion verbundene Nebensatzlehre. "Daß", multifunktionales Talent mit rein syntaktischen und semantischen Aspekten, nimmt nicht nur eine Sonderstellung im deutschen Konjunktionensystem ein, sie spielte auch seit althochdeutscher Zeit eine wichtige Rolle für die Entwicklung des deutschen Nebensatzes. Die sprachhistorische Betrachtung findet ihre kontrastive Ergänzung durch die exemplarische Darstellung dieses Themenkomplexes in modernen Lehrwerken. So bietet die vorliegende Arbeit eine Art Kompendium zu diesem Forschungsgegenstand.

Inhaltverzeichnis A.

EINLEITENDER TEIL 1 I. Vorwort 3 1. Der Forschungsgegenstand 3 2. Methodische Fragestellungen 3 3. Die Quellen 5 II. Die Konjunktion "daß" einst und heute 7 1. Die Bedeutung der Konjunktionen für die Entwicklung des Satzgefüges 7 2. Die Entwicklung der daß-Sätze 9 3. Die sprachhistorische Entwicklung der daß-Satz-Typen bis zum Frühneuhochdeutschen 13 3.1. "daß" als multifunktionale Konjunktion 13 3.2. daß-Sätze in Subjekt- und Objektfunktion 13 3.3. Pronominale Korrelat-Sätze und Präpositionalobjektsatz 14 3.4. Attributsätze 14 3.5. Adverbiale daß-Sätze 15 4. Die Entwicklung der daß-Kombinationen 16 5. Spektrum der daß-Kombinationen im Frühneuhochdeutschen 17 III. Die Konjunktion "daß" in der modernen Grammatik 23 1. Methodische Fragen 23 2. Die Funktion der Konjunktion "daß" im heutigen Deutsch 24 2.1. Nebensatz-Status und Polyvalenz 24 2.2. Operationale Trennung von Inhalts- und Adverbialsätzen 28 3. Auflistung der zur Untersuchung herangezogenen Grammatiken 29 4. Übersicht über die Kategorialisierung der Konjunktion "daß" 30 4.1. "daß" rein syntaktisch 30 4.2. "daß" semantisch 31 4.3. daß-Kombinationen: 32 5. Kommentar 40 5.1. Bloßes "daß" 40 5.1.1. "daß" in rein syntaktisch bindender Funktion – Charakteristik und grammatische Modelle 40 5.1.1.1. Einteilung der syntaktischen daß-Sätze nach Funktionstypen 43 5.1.2. "daß" in semantischer Funktion: 45 5.1.2.1. "daß" = kausal im engeren Sinn 46 5.1.2.2. "daß" konditional 48 5.1.2.3. "daß" final 48 5.1.2.4. "daß" konsekutiv 48 5.1.2.5. "daß" Folgerung-Vermutungsbeleg 50 5.1.2.6. "daß" Folgerung-Bewertungsgrundlage 50 5.1.2.7. Resümee 51 5.2. Die daß-Kombinationen 52 5.2.1. Sprachlicher Strukturwandel und grammatische Klassifikation 52 5.2.2. Funktionale und terminologische Problematik 53 5.2.2.1. "damit daß" 54 5.2.2.2. "außer daß" und "nur daß" 54 5.2.2.3. Die Kombinationen der Konsekutivgruppe 57 5.2.2.4. zu – "als daß" 63 6. Fazit 64 IV. Kleiner Exkurs zur Terminologie 65 B. Die Konjunktion "daß" in der griechischen und lateinischen Grammatik 75 I. Die Vorbilder 77 1. Legitimation des Rückgriffs auf die antike Grammatik 77 2. Rezeptionslinie von der Antike bis zur Neuzeit 78 II. Die griechische Grammatik 81 1. DIONYSIOS THRAX: Téchne Grammatiké (2.Jh. v. Chr.) 81 2. APOLLONIOS DYSKOLOS: Perì Syndésmon (2.Jh. n. Chr.) 84 3. Resümee 93 III. Die lateinische Grammatik 97 1. Die römische Grammatik 97 1.1. Aelius Donatus: Ars Grammatica (4.Jh.n.Chr.) 97 1.2. Priscianus Caesariensis 99 2. Die humanistische Grammatik 107 2.1. MELANCHTHON, Philipp 107 3. Resümee 113 3.1. Die Konjunktion "daß" in den griechischen und lateinischen Grammatiken 113 3.1.1. Die daß-haltigen Klassen 113 3.1.2. Kategoriale Charakterisierung der Konjunktion "daß" 115 3.1.3. Die Bedeutung der Kausalklassen für die Kategorialisierung der Konjunktion "daß" 116 C. Die Konjunktion "daß" in der frühen deutschen Grammatik 123 I. Grundstrukturen der frühen deutschen Grammatik und Systematisierungsmuster konjunktionaler Kategorien 125 1. Die Abteilungen der klassischen Grammatik 125 2. Lateinische und „muttersprachliche“ Terminologie 126 3. Die Wortarten - Partes orationis 126 4. Die Wortart Konjunktion 126 5. Die konjunktionalen Kategorien 127 II. Das 16. Jahrhundert 129 1. Vorläufer und erste deutschen Grammatiken im 16. Jh. 129 2. Die Grammatiker 131 2.1. ALBERTUS, Laurentius 131 2.2. ÖLINGER, Albert 138 2.3. CLAJUS, Johannes 141 3. Resümee 144 3.1. Die Konjunktion "daß" in der deutschen Grammatik des 16. Jahrhunderts 144 3.1.1. "auf daß" als erste daß-Manifestation in der deutschen Grammatik 145 3.1.2. Modellfunktion der Kausalklasse als ursprünglicher daß-Kategorie 145 III. Das 17. Jahrhundert 151 1. Die Situation der deutschen Sprachlehre im 17. Jahrhundert 151 2. Die Grammatiker 153 2.1. RITTER, Stephan 153 2.2. KROMAYER, Johannes 157 2.3. RATKE, Wolfgang (gen. Ratichius) 158 2.4. HELWIG, Christoph 159 2.5. BRÜCKER, Jacob 162 2.6. SCHÖPF, Heinrich 164 2.7. OLEARIUS, Tilemann 165 2.8. GUEINTZ, Christian 167 2.9. GIRBERT, Johannes 171 2.10. SCHOTTEL, Justus Georg 173 2.11. PÖLMANN, Isaac 177 2.12. PUDOR, Christian 177 2.13. J.L.P. [= Johann Ludwig PRASCH] 181 2.14. BÖDIKER, Johann 183 2.15. STIELER, Kaspar 185 2.16. LANGJAHR, M. Joh. Jacob 189 3. Resümee 191 3.1. Allgemeines 191 3.2. Zur Konjunktionenforschung im 17. Jahrhundert 192 3.2.1. Die Erfassung der semantischen daß-Klassen 192 3.2.2. Das faktische "daß" in der deutschen Sprachlehre des 17. Jahrhunderts 195 3.2.3. Die daß-Kombinationen 197 3.3. Die daß-Syntax 197 3.4. Übersicht über das daß-Aufkommen in der deutschen Grammatik des 17. Jahrhunderts 199 IV. Das 18. Jahrhundert 205 1. Die Situation der deutschen Sprachlehre im 18. Jh. 205 2. Die Grammatiker 208 2.1. LONGOLIUS, Johann Daniel 208 2.2. STEINBACH, Ernst 214 2.3. WAHN, Hermann 215 2.4. HENTSCHEL, Salomon 218 2.5. KRAMER, Matthias 220 2.6. GOTTSCHED, Johann Christoph 226 2.7. WIPPEL, Johann J. (Bearbeitung v. Johann Bödiker) 230 2.8. VON ANTESPERG, Johann Balthasar 233 2.9. POPOWITSCH, Johann Siegmund Val. 237 2.10. AICHINGER, Carl Friedrich 242 2.11. HEMPEL, Christian Friedrich 245 2.12. BEL, Mathias/ KÖRBER,C.A. 247 2.13. GERLACH, Friedrich Wilhelm 250 2.14. BASEDOW, Johann Bernhard 252 2.15. WEBER, J.G.H. 256 2.16. BRAUN, Heinrich 261 2.17. FABER, D. Johann Heinrich 264 2.18. BODMER, Johann Jakob 266 2.19. WEITENAUER, Ignaz 276 2.20. HEMMER, Jakob 276 2.21. DONATUS HOFFMANN a. fig. Domini 279 2.22. HEYNATZ, Johann Friedrich 281 2.23. BOB, Franz Joseph 284 2.24. FELBIGER, Johann Ignaz von 287 2.25. FRÄNKLIN, Georg 289 2.26. Anleitung zur deutschen Sprachlehre zum Gebrauch der Nationalschulen in dem Königreiche Hungarn, und Kroatien. 295 2.27. MEINER, Johann Werner 297 2.28. ADELUNG, Johann Christoph 311 3. Resümee: Die Konjunktion "daß" in der Grammatik des 18. Jahrhunderts 331 3.1. Der Abschied von den alten Normen 331 3.2. Grammatische Rezeption 332 3.3. Rangfolge der Konjunktionen im Wortartsystem 333 3.4. Lateinische und deutsche Klassenbezeichnungen 334 3.5. Die wichtigsten Forschungsergebnisse im Bereich der daß-Spezifik 334 3.5.1. Die Systematisierung des rein syntaktischen "daß" im 18. Jahrhundert 335 3.5.2. Die Erfassung der semantischen daß-Funktionen 337 3.6. Zur daß-Syntax 338 3.6.1. Der Problemkreis 338 3.6.2. Satz- und Verbstellungslehre 339 D. ZUSAMMENFASSUNG 355 I. Die Entwicklung der Kategorialisierung der Konjunktion "daß" in den deutschen Grammatiken von 1600 - 1800 357 1. Leitlinien 357 2. Rund um die Wortart Konjunktion 358 3. Varianz der konjunktionalen Kategorienerfassung 358 4. Die Klassenterminologie 359 5. Das Problem der Unterscheidung von Konjunktionen und Adverbien 360 6. Die daß-haltigen Klassen 362 6.1. Die Causales 363 6.1.1. Die Causales als ererbte Sammelklasse 363 6.1.2. Auflistung der Kausal-Klassifizierung von "daß" und "auf daß" 364 6.1.3. Fazit 365 6.2. Die Adiunctivae 366 6.3. Die Conditionales 366 6.4. Die Finales 369 6.5. Die Illativen und andere Konsekutivklassen 373 6.5.1. Probleme einer werdenden Konjunktionenkategorie 373 6.5.2 Auflistung der Klassen mit partieller Konsekutivbelegung oder Konsekutiv­bezeichnung 375 6.5.3. Auflistung der Klassen mit so (-) daß-Belegung 377 6.5.4.1. Der Konsekutiv-Komplex 377 6.5.4.2. Der Modalkomplex 380 6.5.4.3. Der Temporal-Komplex 380 6.5.4. Profil der Klassen mit Konsekutivbelegung oder Konsekutivbezeichnung 377 6.5.5. So - daß-Klassifizierung 381 6.5.6. Zusammenfassung 382 6.6. Das syntaktische "daß" 382 6.6.1. Die Erfassung des sinneutralen "daß" 382 6.6.2. Die Entwicklung des Subjekt- und Objektbegriffs 389 6.6.3 Die syntaktischen daß-Kategorialisierungen und syntaktische Anschlußwertung signalisierende Klassen 392 7. Zu den daß-Kombinationen 393 8. Erwähnungshäufigkeit der daß-Kombinationen in der deutschen Grammatik von 1600 bis 1800 398 9. Formelhafte Optative in Gestalt elliptischer daß-Sätze 398 II. Die daß-Syntax in der deutschen Sprachlehre von 1600-1800 401 1. Leitfragen 401 2. Die Frage des Modus im daß-Satz 402 2.1. Voraussetzungen 402 2.2. "daß" im Verbparadigma des Konjunktivs 404 2.3. Die Entwicklung der Moduszuweisung im daß-Satz 405 2.4. Die Verquickung von Konjunktiv und Verbstellungsopposition im daß-Satz 406 3. Stilistische Fragen und Konstruktionsregeln 406 3.1. Korrelierende Partikeln 406 3.2. Alternativkonstruktionen: Usus omittendi und AcI 407 4. Zur Satzlehre 408 4.1. Die Wortstellung im daß-Satz und Nebensatz allgemein 408 4.2. Zur Unterscheidung von Haupt- und Nebensatz und das Problem der Verbstellungsopposition 409 4.3. Die Entwicklung des Begriffs Nebensatz im Überblick 417 III. Schlußbetrachtung: Die daß-Forschung einst und heute 419 1. Das Fehlen des Objektbegriffs und seine Auswirkung 419 2. Die Entwicklung der semantischen daß-Kategorialisierung 420 3. Die grammatische Erfassung der daß...


Duden
Knörr, Evelyn (Herausgeber) / Janssen, Claas (Illustrator)
Im Zweifel für den Genitiv
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Verlag: Bibliographisches Institut, Mannheim; Auflage: 1 (Juli 2008)
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Gibt es eine reale oder reelle Chance? Sind rosane Hosen salonfähig? Was ist von erntefrischem Erdbeerkuchen aus Gabi's Café zu halten? Wer sich solche und andere knifflige Fragen rund um die deutsche Sprache stellt, findet in diesem Buch die ultimativen Antworten. Auf leicht verständliche und unterhaltsame Weise erklärt dieses Buch typische Zweifelsfälle, die täglich in der Sprachberatung der Dudenredaktion nachgefragt werden.


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Taschenbuch: 397 Seiten
Verlag: Suhrkamp; Auflage: 1 (18. Februar 1998)
Sprache: Deutsch

Kurzbeschreibung
"Ich habe mit dem Autoren gesprochen." Richtig oder falsch? Normativ korrekt spricht man "mit dem Autor", aber immer mehr Sprachbenutzer sehen "einen Typen", verhandeln mit "einem Professoren" etc. Warum ist das so? Traditionelle Grammatiken klären den Sachverhalt ab, aber sie erläutern nicht, wie es zu diesem Phänomen kommt. Ist es mit der Sprache so, wie Andre Malraux sagt, wird "ein Fehler, den alle begehen ... schließlich als Regel anerkannt"? Herbert Genzmer versucht eine Brücke zu schlagen zwischen einer Grammatik, die Verhaltensregeln für die "korrekte" Reproduzierbarkeit von Sprache gibt (z. B. der Duden), und dem ständigen Wandel, in dem sich Sprache befindet. Seine Deutsche Grammatik zeigt den traditionellen Aufbau einer Sprachlehre, eignet sich zum Nachschlagen und zur raschen Information. Aber sie ist auch eine Grammatik anderer Art, denn sie spürt der Flexibilität der Sprache, ihrer Progressivität und Virtuosität nach, sie will anregen zur Reflexion über Grammatik und damit über Sprache selbst.


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Erschienen: 23.02.1998
suhrkamp taschenbuch 2826
397 Seiten, Broschur


Günthner, Susanne / Bücker, Jörg (Herausgeber)
Grammatik im Gespräch
Konstruktionen der Selbst- und Fremdpositionierung

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Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Gruyter; Auflage: 1 (Juli 2009)
Sprache: Deutsch

Kurzbeschreibung
Der Sammelband widmet sich grammatischen Konstruktionen der Selbst- und Fremdpositionierung. Auf der Grundlage empirischer Analysen von Positionierungsaktivitäten zeigen die Beiträge, dass Formen und Funktionen grammatischer Strukturen in Alltagsinteraktionen eng mit den Produktions- und Rezeptionsbedingungen gesprochener Sprache verwoben sind. Um dem Spannungsverhältnis zwischen der Verfestigung grammatischer Konstruktionen und ihrer prozessualen Aktualisierung in der Interaktion Rechnung zu tragen, verknüpfen die Beiträge Methoden der Interaktionalen Linguistik mit Erkenntnissen gebrauchsorientierter ( usage-based ) Positionen der Construction Grammar sowie der Cognitive Grammar.

Über den Autor
Susanne Günthner und Jörg Bücker, Westfälische Wilhelms-Universität Münster.


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Produktinfo
Die vorliegenden Beiträge, in denen sprachliche Strukturen im Kontext ihrer interaktiven Funktionen und Gebrauchsweisen studiert werden, widmen sich grammatischen Konstruktionen der Selbst- und Fremdpositionierung. Anhand empirischer Analysen von Positionierungs-Konstruktionen zeigen die Beiträge, dass Formen und Funktionen grammatischer Strukturen in Alltagsinteraktionen eng mit den Produktions- und Rezeptionsbedingungen gesprochener Sprache verwoben sind. Methodologisch hat dies zur Konsequenz, dass sprachliche Phänomene - verstanden als Konstruktionen unterschiedlicher Komplexität - nicht dekontextualisiert, sondern im jeweiligen konkreten Interaktionszusammenhang betrachtet werden; die Medialität und Handlungsbezogenheit sprachlicher Phänomene wird in den vorliegenden Analysen daher ebenso berücksichtigt wie die Dialogizität, die Sequenzialität und die Zeitlichkeit der Entfaltung sprachlicher Konstruktionen.

Um dem Spannungsverhältnis zwischen der Verfestigung grammatischer Konstruktionen und ihrer prozessualen Aktualisierung in der Interaktion Rechnung zu tragen, verknüpfen die Beiträge Methoden der Interaktionalen Linguistik mit Erkenntnissen gebrauchsorientierter („usage-based“) Positionen der Construction Grammar sowie der Cognitive Grammar.


H

Haumann, Dagmar
Lexikalische und grammatische Eigenschaften präpositionaler Elemente

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Lexikalische und grammatische Eigenschaften präpositionaler Elemente
von Dagmar Haumann, Stefan J. Schierholz
Sprache: Deutsch, Englisch
Broschiert - 207 Seiten - Niemeyer, Tübingen
Erscheinungsdatum: 1997

Kurzbeschreibung
Die Beiträge in diesem Sammelband basieren auf Vorträgen, die 1996 im Rahmen der gleichnamigen Arbeitsgruppe auf der 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft gehalten wurden. Die Beiträge befassen sich aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven mit den lexikalischen und grammatischen Eigenschaften von Präpositionen. Zentrale Aspekte sind der lexikalische vs. funktionale Kategorienstatus präpositionaler Elemente, ihre syntaktischen und semantischen Eigenschaften (auch im Hinblick auf Grammatikalisierungsprozesse), Aspekte der maschinellen Sprachverarbeitung präpositionaler Elemente sowie ihre Bedeutungen aus der Sicht der Kognitiven Linguistik.


I

J

K

Konopka, Marek / Strecker, Bruno
Deutsche Grammatik
Regeln, Normen, Sprachgebrauch

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Gebundene Ausgabe: 378 Seiten
Verlag: Gruyter, Walter De Gmbh; Auflage: 1 (15. Mai 2009)
Sprache: Deutsch

Kurzbeschreibung
Die Sorge um die deutsche Sprache füllt Säle. Wer Sprachdummheiten anmahnt, kann sich des Beifalls jener sicher sein, die sich sprachlich überlegen sehen. Selten wird die Frage gestellt, welchen Status grammatische Regeln haben. Tatsächlich ist keineswegs klar, was als korrektes Deutsch gelten kann. Wie ist das Deutsche zu fassen? Wer bestimmt, was als korrekt gelten soll? Die 44. Jahrestagung des Instituts für Deutsche Sprache suchte zur Klärung solcher Probleme beizutragen und wählte als Thema die deutsche Grammatik im Spannungsfeld von Regel, Norm und Sprachgebrauch.

Über den Autor
Marek Konopka,Institut für Deutsche Sprache in Mannheim; Bruno Strecker, Institut für Deutsche Sprache in Mannheim undUniversität Augsburg.


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Produktinfo
Die Sorge um die deutsche Sprache füllt Säle. Wer Sprachdummheiten anmahnt, kann sich des Beifalls jener sicher sein, die sich sprachlich überlegen sehen. Selten wird die Frage gestellt, welchen Status grammatische Regeln haben. Tatsächlich ist keineswegs klar, was als korrektes Deutsch gelten kann. Wie ist das Deutsche zu fassen? Wer bestimmt, was als korrekt gelten soll? Die 44. Jahrestagung des Instituts für Deutsche Sprache suchte zur Klärung solcher Fragen beizutragen. Der vorliegende Band dokumentiert, wie die deutsche Grammatik im Spannungsfeld von Regel, Norm und Sprachgebrauch auf der Tagung aufgearbeitet wurde: Zunächst stehen die theoretischen Aspekte der Problematik auf dem Prüfstand. Danach werden grammatische Normen und der Umgang mit diesen in der Öffentlichkeit fokussiert. Im nächsten Themenblock stehen grammatische Variation in ihrem Verhältnis zur Norm und konkrete Phänomene der Morphologie, Syntax und Prosodie zur Diskussion. Die Betrachtung des Grammatikunterrichts und der Grammatikschreibung vervollständigt das Bild, das durch einen Blick auf die Normativität in Frankreich zusätzlich in einen größeren Kontext gestellt wird. Der Band schließt mit einer Zusammenfassung der Podiumsdiskussion, welche den Schlusspunkt der Tagung bildete.


L

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Macheiner, Judith
Das grammatische Varieté
oder
Die Kunst und das Vergnügen deutsche Sätze zu bilden
Deutsch für Inländer

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Taschenbuch: 405 Seiten
Verlag: Piper; Auflage: 1 (2003)
Sprache: Deutsch

Kurzbeschreibung
Variete, so steht es im Wörterbuch, heißt nicht nur Unterhaltung, sondern auch Mannigfaltigkeit, Abwechslung, Spielart. Judith Macheiner zieht die verborgenen Voraussetzungen des deutschen Ausdrucks ans Licht. Sie untersucht Hunderte von Sätzen (von Kleist bis Wittgenstein), spielt mit ihnen und wendet sie solange hin und her, bis sie ihre Geheimnisse preisgeben. Unversehens wird ihre Durchmusterung der deutschen Syntax zu einem Handbuch der Stilistik, aber hinter der amüsanten Demonstration verbirgt sich eine Menge originärer Forschungsarbeit der ausgewiesenen Linguistin


Moritz, Karl Philipp / Stutz, Johann E / Stenzel, Balthasar / Vollbeding, Johann Ch (Autoren)
Grammatisches Wörterbuch der deutschen Sprache

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Gebundene Ausgabe: 1598 Seiten
Verlag: Olms, Georg; Auflage: (Nachdr. d. Ausg. Berlin 1793-1800) (1970)

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Paul, Hermann
Deutsche Grammatik, Bd. 5. Wortbildungslehre

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Unbekannter Einband - 142 Seiten - VEB Niemeyer
Erscheinungsdatum: 1959
Auflage: 4. Aufl.

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Sick, Bastian
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod - Folge 1
Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache

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Broschiert - 256 Seiten - Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum: September 2004

... So etwas wie eine Sprachpolizei bräuchte man, die freundlich aber bestimmt auf Vergehen hinweist und Bußgelder verhängt. Freundliche Hinweise bekommt man auch im Zwiebelfisch, der Sprachkolumne, die Bastian Sick seit über einem Jahr wöchentlich für Spiegel-Online schreibt. Kaum zu glauben, dass man über Phänomene wie Fugen-s, unregelmäßige Verben oder sich epidemisch ausbreitende Suffixe so unterhaltsame Texte schreiben kann. Bastian Sick ist Entertainer und Oberlehrer in einer Person, ...

Sick, Bastian
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod - Folge 2

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(E?)(L?) http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/3462036068/etymologetymo-20
Broschiert: 224 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1 (August 2005)
Sprache: Deutsch

Kurzbeschreibung
Noch nie sorgte ein Buch über den richtigen Umgang mit der deutschen Sprache für ein solches Aufsehen und begeisterte Hunderttausende von Lesern. Bastian Sick ist heute Deutschlands bekanntester Sprachpfleger, und sein zweites Buch wird schon sehnlichst erwartet. Mit seinem ersten Buch gelang Bastian Sick ein kleines Wunder. Plötzlich lasen viele Menschen über Interpunktion, den korrekten Plural oder guten Stil im Deutschen. Gleichzeitig gewannen sie neues Vertrauen in das eigene Sprachgefühl. Doch längst sind nicht alle Fragen beantwortet und alle Probleme gelöst. Und schaut man genau hin, ist nicht nur der Dativ dem Genitiv sein Tod, sondern es verschwinden noch mehr Fälle – »an den Ufern des Rhein und auch beim US-Präsident«. Natürlich möchte man die Dinge auch nicht schwarzmalen. Halt, heißt es nicht schwarz malen? Manches lässt einen verzweifeln und manchmal bleibt es ein Zweifelsfall der deutschen Sprache. Bastian Sick geht vielen dieser kleinen und großen Sprachvergehen nach und macht sich so seine Gedanken über das gefühlte Komma, den traurigen Konjunktiv und den geschundenen Imperativ. Und vor allem beantwortet er in diesem Band viele Fragen seiner Leser. Mit großem Deutsch-Test!


Sick, Bastian
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod - Folge 3
Noch mehr aus dem Irrgarten der deutschen Sprache

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Broschiert: 256 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch (20. November 2006)

Kurzbeschreibung
Wie kommt man richtig nach Aldi? Und wie zu gutem Deutsch? Beachtet man ein paar wenige Dinge und schaut auch mal zweimal hin, so ist es gar nicht so schwierig, richtiges und gutes Deutsch zu sprechen und zu schreiben. Leider hat es uns die Rechtschreibreform nicht leichter gemacht, und wenn ab August 2006 die neuen, reformierten Regeln für alle Schüler und Behörden gelten, wird man ihn noch dringender benötigen: den neuen Sick. Das wesentliche Problem der Reform - und somit erheblicher Nachbesserungsbedarf - zeigte sich auf dem Gebiet der Zusammen- und Getrenntschreibung. Da waren nämlich Wörter auseinander gerissen worden, die in zusammengeschriebener Form nie ernsthafte Probleme bereitet hatten. Der diensthabende Offizier war zum Dienst habenden Offizier degradiert worden. Dem Gesetzgeber tut es längst leid, dass er die Rechtschreibung überhaupt je zur Reformsache gemacht hat. Zwischendurch tat es ihm Leid (mit großem L), und nun doch wieder leid. Die Lehrer und Schüler, die von »leid tun« auf »Leid tun« umdenken mussten und sich nun an »leidtun« gewöhnen sollen, können einem nur leid ... Leid ... also, die kann man nur bedauern. Bastian Sick hat auch in der dritten Folge seiner Sprachführer Unglaubliches und Amüsantes, Seltsames und Ungeheuerliches zusammengetragen. Auf seine unnachahmliche Art zeigt er uns den Weg aus den Wirrnissen, gibt kluge Hinweise und lässt auch mal den Dialekt zu seinem Recht kommen. Nach den ersten beiden Bänden, die sich weit über 2 Millionen Mal verkauft haben, schließt diese Folge die Reise durch den Irrgarten der deutschen Sprache ab. Mit neuem »Zwiebelfisch«-ABC!


Smirnova, Elena
Die Entwicklung der Konstruktion 'würde' + Infinitiv im Deutschen

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Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Gruyter; Auflage: 1 (1. Oktober 2006)
Sprache: Deutsch

Die Einordnung der Konstruktion 'würde' + Infinitiv in das Paradigma der Tempus- und Modussysteme des Deutschen ist seit längerem Diskussionsgegenstand in der germanistischen Linguistik. Die Studie nimmt den Faden dieser Diskussion auf und untersucht diese Konstruktion unter dem Gesichtspunkt der Grammatikalisierung. Im ersten Teil der Arbeit erfolgt eine genaue Funktionsbestimmung und paradigmatische Einordnung der Form im heutigen Deutsch. Im zweiten Teil wird die historische Entwicklung dieser Form als mehrfach verzweigter Grammatikalisierungsprozess nachgezeichnet.

Späth, Andreas
Determinierung unter Defektivität des Determinierersystems

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Gebundene Ausgabe: 332 Seiten
Verlag: Gruyter; Auflage: 1. A. (1. August 2006)
Sprache: Deutsch

In Artikelsprachen wie dem Deutschen wird die Determination der Nominalphrasen durch die Artikel in der Grammatik weithin bereitgestellt. Die einzelnen DP-Positionen in der variablen Wortstellung der Informationsstruktur spezifizieren die Determination konzeptuell weiter. In den artikellosen slawischen Sprachen kann es Determination in der Satzbedeutung nicht geben, nur konzeptuell spezifizierte Determination in der Äußerungsbedeutung, einmal mit Hilfe des Verbalaspekts, zum anderen mit Hilfe der Wortstellungsvariabilität in der Informationsstruktur. In beiden Sprachen aber ist die spezifizierte Determination der Nominalphrasen eine Voraussetzung für die Textkohärenz.

T

U

V

Vogel, Petra Maria
Das unpersönliche Passiv

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Gebundene Ausgabe: 276 Seiten
Verlag: Gruyter; Auflage: 1 (1. Mai 2006)
Sprache: Deutsch

Zentrales Thema ist das sogennate unpersönliche oder subjektlose Passiv. In der ersten Hälfte der Arbeit wird die Funktion und Entstehung des unpersönlichen Passivs in sprachübergreifender Hinsicht herausgearbeitet. Dies ist zugleich Grundlage für die zweite Hälfte des Werkes: die historische Entwicklung des Passivs, insbesondere des unpersönlichen, im Deutschen.

W

Wahrig
Fehlerfreies und gutes Deutsch

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Wahrig 5. Fehlerfreies und gutes Deutsch.
Gebundene Ausgabe: 960 Seiten
Verlag: Bertelsmann Lexikon Institut im Wissen Media Verlag (September 2002)
Sprache: Deutsch

Aus der Amazon.de-Redaktion
Die "Klärung sprachlicher Zweifelsfälle" (Klappentext) ist seit der Rechtschreibreform trotz mancher Vereinfachung nötiger denn je. Dieses Nachschlagewerk geht die Sache nicht alphabetisch an, sondern in vier großen Kapiteln zur Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik und Stilistik.

Gleichzeitig kann man dank des sehr guten Registers gezielt auf bestimmte Einträge zugreifen: Heißt es "instand setzen" oder "in Stand setzen"? Kostet die Hochzeit den oder dem Brautvater ein Vermögen? Ist das so genannte Binnen-I ("Liebe KollegInnen") mittlerweile akzeptiert? Darf man wirklich "in 2003" sagen?

Von falsch oder richtig ist in dem übersichtlich gestalteten Werk allerdings kaum die Rede, eher von Standardsprache und Umgangssprache, von mehr oder weniger üblichen Wendungen. Also ist auch fehlerfreies Deutsch nicht notwendigerweise (übrigens ein Anglizismus!) gutes Deutsch.

Wie das aussehen kann, thematisiert abschließend das gelungene Stilistik-Kapitel. Dort finden sich Tipps und Tricks zu Textaufbau und -organisation in Briefen, E-Mails etc. Eine Zusammenstellung der wichtigsten Stilfiguren, vom Antonym ("wie Feuer und Wasser") bis zur Tautologie ("voll und ganz") fördert das Bewusstsein für Sprache und dafür, dass es nicht nur um Regeln geht.

Es geht auch um die Kompetenz und die Kreativität der Sprechenden. Das eine vermittelt dieser Wahrig nachhaltig, ohne dass dem anderen der Raum genommen wird (oder würde). --Patrick Fischer

Kurzbeschreibung
Gehen wir griechisch essen oder Griechisch essen, hat man dabei 3 Glas Wein oder 3 Gläser Wein getrunken? Sagt man buk oder backte, Staub gesaugt oder gestaubsaugt? Wie schreibt man Bewerbungen, wie verfasst man Briefe nach der aktuellen DIN-Norm? Auf diese und zahlreiche andere häufig auftretende Fragen zu den verschiedensten Aspekten der deutschen Sprache gibt das neue Standardwerk Wahrig, Fehlerfreies und gutes Deutsch schnell, präzise und zuverlässig Auskunft. Inhaltsstruktur: * Mehr als 6.000 typische Zweifelsfälle der deutschen Sprache mit Darstellungen und Lösungen * Basiert auf der täglichen Praxis und den Auswertungen der WAHRIG Sprachberatung * Doppelte Zugriffsmöglichkeit für den Benutzer: thematischer und alphabetischer Zugang * Umfassender Überblick über die wichtigsten Aspekte der Orthografie, Zeichensetzung, Grammatik und Stilistik * Umfangreiches Register von A-Z zum raschen und zielgerichteten Finden konkreter Einzelbegriffe * Zahlreiche authentische, praxisnahe Textbeispiele * Zuverlässiger Ratgeber zum korrekten und stilsicheren Sprachgebrauch


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