Etymologie, Étymologie, Etymology
DE Deutschland, l'Allemagne, Germany
Grammatik, Grammaire, Grammar

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Adverbialisierung durch -lich (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Denominale Derivate auf "-lich" entstammen größtenteils dem 18. und 19., nur in wenigen Fällen dem 20. Jh. Der früheste uns verfügbare Beleg (aus der Relation von 1609) ist das heute kurios anmutende "befehlich" (beuelich eines Presidenten selbigen Königreichs (32,12)).
Aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen "abzüglich", "bezüglich" und das jetzt veraltete "beziehentlich" (letzter Eintrag im Duden 1967 mit dem Vermerk: Amtsdeutsch). "Einschließlich" und "hinsichtlich" sind im Duden 1880 verzeichnet.
"Anläßlich" scheint eine Bildung dieses Jahrhunderts zu sein, es findet sich nicht im Duden 1880. Das Substantiv "Anlaß" hat seine heutige Bedeutung ("auslösendes Ereignis") erst seit dem 19. Jh.; im Mittelhochdeutschen bedeutete es noch "Startpunkt eines Rennens".
In Mackensen 1954 sind "rücksichtlich" und "zuzüglich" verzeichnet. Das letztere dürfte eine späte Analogiebildung zu "abzüglich" sein. "Gelegentlich" ist als Präposition erst im Duden 1967 aufgenommen.
Die Produktivität dieses Musters ist nicht sehr hoch gewesen. Zieht man in Betracht, daß ein Teil der Formen von lexematisch verwandten Substantiven abgeleitet ist ("abzüglich", "bezüglich", "zuzüglich" und "hinsichtlich", "rücksichtlich"), bleiben nicht sehr viele Substantive als Basen dieser Derivation übrig.
Es versteht sich, daß man ex silencio nichts schließen kann. Z.B. sind die alten Präpositionen "ausgenommen" und "betreffend" nicht im Duden 1880, sondern erst 1967 aufgenommen.
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Denominale Derivate auf "-lich" entstammen größtenteils dem 18. und 19., nur in wenigen Fällen dem 20. Jh. Ihre Blütezeit scheint vorbei zu sein, "ausweislich" dürfte ein - im Duden 1986 dem Papierdeutschen zugerechneter - Nachzügler sein. Freilich kann man bei einer Sprache, deren Sprecher sich jederzeit an Texten früherer Jahrhunderte neu inspirieren können, schwer Prognosen über den endgültigen Tod von Bildungsmustern abgeben.
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Das historische Material reicht aus, um festzustellen, daß in diesem Jahrhundert der Trend eindeutig zur Präpositionalfügung geht, die sowohl Formen auf "-lich", solche auf "-s" als auch stärker grammatikalisierte Präpositionalfügungen und sekundäre Adpositionen wenigstens teilweise ersetzt. Am anfälligsten hierfür scheinen Bildungen zu sein, die dem Kanzlei- und Amtsdeutschen entstammen (so wie "betreffs", "behufs", "hinsichts", "rücksichts", "beziehentlich" und "gelegentlich") und sich in der Umgangssprache niemals recht eingebürgert haben. Die ungeheuere Produktivität der Präpositionalfügung bringt es mit sich, daß gelegentlich sowohl vom strukturellen als auch vom semantischen Standpunkt völliger Leerlauf in der Erneuerung herrscht. Dies gilt z.B. für das modische "mit Blick auf" statt des älteren "im Hinblick auf".
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Adverbialisierung durch Genitiv-s (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Das "Genitiv-s" bildet sonst auch Adverbien wie "abends" oder "eilends". Seine Funktion bei der Bildung von Adpositionen ist ganz dieselbe. Daß in einem Falle Adverbien und im anderen Adpositionen entstehen, liegt nur am Unterschied in der Relationalität der Basis: ein relationales Substantiv als Basis ergibt in der Ableitung eine Adposition. F9 bietet das allgemeine Schema und illustriert es durch "mangels".
Die Rektion des Basissubstantivs vererbt sich also auch hier auf die Adposition. Allerdings wird sie zur Genitivrektion nivelliert; das Substantiv Mangel regiert ja eigentlich die Präposition an. Gelegentlich leitet "-s" von derselben Basis Adverbien und Adpositionen ab. Das ist der Fall bei den Zusammensetzungen mit "-seits". Beispiele für den ersten Typ sind "ihrerseits", "allerseits". Hier kommen, abgesehen von Wendungen wie "amtlicherseits", als Träger des Relators fast nur Pronomina vor. ... Man kann nun annehmen, daß in den Zusammensetzungen des ersten Typs das Determinans des Kompositums wie ein Komplement die Leerstelle des Determinatums besetzt, während in denen des zweiten Typs das Determinans das Determinatum bloß modifiziert, so daß dessen Leerstelle offenbleibt. Einige Beispiele, etwa "allerseits" für den ersten Typ, stützen diese Analyse auch morphologisch. Freilich behaupten wir nicht, daß in solchen Komposita perfekte Kompositionalität waltet.
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Die ersten und meisten der auf "-s" abgeleiteten Präpositionen stammen aus dem Frühneuhochdeutschen. Bei Luther findet sich neben "laut" auch die adverbialisierte Form "lauts" ("lauts meines evangelij" (Röm. 2,16)). Ferner hat er "angesichts", und zwar noch mit der wörtlichen Bedeutung "etwas vor den Augen habend" (Paul 1920:48).
"Zwecks" und "behufs" entstammen der neuhochdeutschen Kanzleisprache. Dies gilt auch für "betreffs", "hinsichts", "rücksichts" und "seitens" zu, die nach demselben Muster gebildet sind, aber größtenteils nicht über die Amtsstuben und Kontore hinausgelangten.
Die Entstehung von "mittels" ist ziemlich unklar. Zu frühneuhochdeutscher Zeit existieren die Varianten "(in) mittels(t)", und zwar ausschließlich in adverbialer Funktion mit temporaler Bedeutung ("inzwischen"): "in mittelst bleiben die andern Commissarien deß Ertzhertzogs allda" (Relation 53,16).
"Mittels" (sowie das daran und an mittelniederdeutsch overmits angelehnte "vermittelst"; vgl. Behaghel 1924:49) in seiner jetzigen Bedeutung kommt erst seit dem 17. Jh. vor. Ob es aus den früheren Formen entwickelt oder auf der Basis von "Mittel" (dessen instrumentale Bedeutung ihrerseits relativ jung ist) neugebildet ist (evtl. in Anlehnung an die früheren Vorbilder), bleibt festzustellen.
Das Bildungsmuster war eine Zeitlang sehr produktiv. Dafür sprechen die folgenden Gesichtspunkte: ...
Die Adverbialisierung durch "Genitiv-s" ist eine Strategie, die den Höhepunkt ihrer Produktivität im Frühneuhochdeutschen hatte. Eine kleine Anzahl von Neubildungen hat es bis ins letzte Jahrhundert hinein gegeben, allerdings nur im Kanzleistil, dem die meisten der so gebildeten Adpositionen ohnehin entstammen.

Denominale Derivate auf "-lich" entstammen größtenteils dem 18. und 19., nur in wenigen Fällen dem 20. Jh. Ihre Blütezeit scheint vorbei zu sein, "ausweislich" dürfte ein - im Duden 1986 dem Papierdeutschen zugerechneter - Nachzügler sein. Freilich kann man bei einer Sprache, deren Sprecher sich jederzeit an Texten früherer Jahrhunderte neu inspirieren können, schwer Prognosen über den endgültigen Tod von Bildungsmustern abgeben.

Die syntaktisch/phraseologisch gebildeten Adpositionen sind häufiger als die derivativ gebildeten und haben offenbar keine so starken Produktivitätseinbrüche in der belegten Sprachgeschichte wie die Gesamtheit der letzteren. Dies hängt mit dem niedrigeren Grammatikalitätsgrad und damit höheren Freiheits- und Verfügbarkeitsgrad der Syntax gegenüber der Morphologie zusammen. Deutliche Variation in der Produktivität zeigen dagegen die einzelnen in den denominalen Fügungen benutzten adverbialisierenden Präpositionen (vgl. §5.2.1). Diese ist vergleichbar dem Abwechseln zwischen älterem "-s" und jüngerem "-lich" in der Derivation.
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Das "Genitiv-s" verdrängte zeitweise andere Strategien der Adverbialisierung wie den Anschluß durch eine primäre Präposition. Wir sahen schon daß zur Zeit Luthers von der Basis "Angesicht" bereits die Präpositionalfügungen "in angesicht", "nach angesicht", "zu angesicht" bestanden. Nach dem Fehlen des definiten Artikels und der Metaphorisierung zu schließen, waren diese schon in die Grammatikalisierung eingetreten. Die derivierte Form "angesichts" setzte sich jedoch durch, ebenso wie "mangels" gegenüber "aus Mangel", "in mangel".
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Das historische Material reicht aus, um festzustellen, daß in diesem Jahrhundert der Trend eindeutig zur Präpositionalfügung geht, die sowohl Formen auf "-lich", solche auf "-s" als auch stärker grammatikalisierte Präpositionalfügungen und sekundäre Adpositionen wenigstens teilweise ersetzt. Am anfälligsten hierfür scheinen Bildungen zu sein, die dem Kanzlei- und Amtsdeutschen entstammen (so wie "betreffs", "behufs", "hinsichts", "rücksichts", "beziehentlich" und "gelegentlich") und sich in der Umgangssprache niemals recht eingebürgert haben. Die ungeheuere Produktivität der Präpositionalfügung bringt es mit sich, daß gelegentlich sowohl vom strukturellen als auch vom semantischen Standpunkt völliger Leerlauf in der Erneuerung herrscht. Dies gilt z.B. für das modische "mit Blick auf" statt des älteren "im Hinblick auf".
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Adverbialisierung durch primäre Präposition (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Das Bildungsmuster der denominalen Fügung, die durch eine primäre Präposition adverbialisiert wird, ist sehr alt. Zu althochdeutscher Zeit entstand "in eban(i)" = "in gleicher Ebene", "zusammen", das dem modernen "neben" zugrundeliegt. Seit dem 13. Jh. ist "von ... wegen" belegt, das sich semantisch, morphologisch und syntaktisch offenbar in Analogie zu dem älteren "halben" entwickelt.
Ebenso seit dem Mittelhochdeutschen gibt es "an ... stat" "an ... stete" und "um ... willen". Eine ganze Welle von Fügungen dieser Art entstammt den spätmittel- und frühneuhochdeutschen Kanzleisprachen.
So stammt "nach laut" aus der spätmittelhochdeutschen Kanzleisprache, "nach Besage", "in Kraft", "aus Kraft", "nach Vermöge", "aus Ursache" aus dem 16. Jh.
In der Relation von 1609 sind außerdem belegt: "auf Anhalten", "auf Befehl", "in Ansehung", "im Falle", "mit Hilfe" und "in Mangel".
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als, also (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
"als" und "wie" haben überhaupt keine Rektion und würden, wenn man die Definition von §2.3 gelten läßt, deshalb nicht zu den Adpositionen zählen.

"als" hat sich vom mhd. "als(e)" = "also" abgespalten, das sich ursprünglich ahd. "also" aus "all so" = "ganz so" zusammensetzt.

(E?)(L?) http://www.dw-world.de/dw/0,1595,9011,00.html
Das kleine Wörtchen "also" setzt sich zusammen aus "all" und "so" und bedeutet ursprünglich "ganz so".

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"Also" ist ja eine Konjunktion! ... tagtäglich, ungezählte Male, sagen die Deutschen "Also".
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Ein „Also“ verbindet. Das haben Konjunktionen so an sich. Sie sind, verwenden wir den deutschen Ausdruck, Bindewörter. Sie verbinden Satzglieder oder ganze Sätze. Die klassische Konjunktion schlechthin ist "und". Aber wir wollen uns nicht in die Grammatik vertiefen, sondern lieber dem "Also" auf den Grund gehen.
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Ein Blick auf den Grund des Glases und die berühmtesten „Alsos“ der Geschichte erstehen vor unserem geistigen Auge. René Descartes bezeichnet als die erste und sicherste Erkenntnis des Philosophen den Satz: "Cogito, ergo sum". Auf deutsch: "Ich denke, also bin ich". Einem Franzosen also hat es die schlichte deutsche Konjunktion "Also" zu verdanken, dass sie in einem der berühmtesten Zitate zumindest in der Übersetzung einen Platz gefunden hat. "Also" hat in diesem Zitat eine überwältigende Bedeutung.
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Friedrich Nietzsche. In den Jahren 1883 bis 1885 erschien sein wohl bekanntestes Werk; die "Philosophische Dichtung" "Also sprach Zarathustra." In geradezu feierlichem Gewand erscheint hier das "Also", steht es doch in erhabener, um nicht zu sagen ‚göttlicher’ Umgebung.
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an Hand, anhand (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.) entstammen "an Hand" ...
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Während es in Mackensen 1954 noch "an Hand" heißt, wird im Duden 1967 "anhand" verzeichnet.
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angesichts (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Die ersten und meisten der auf "-s" abgeleiteten Präpositionen stammen aus dem Frühneuhochdeutschen. Bei Luther findet sich neben "laut" auch die adverbialisierte Form "lauts" ("lauts meines evangelij" (Röm. 2,16)). Ferner hat er "angesichts", und zwar noch mit der wörtlichen Bedeutung "etwas vor den Augen habend" (Paul 1920:48).
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So bedeutet angesichts bei Luther noch "Auge in Auge mit", "in der konkreten Gegenwart von" ("angesichts des Feindes"), während der Kontakt heute meist nur metaphorisch verstanden wird ("angesichts der Tatsachen"). Dies ist die semantische Seite der Demotivation.
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anläßlich, aus Anlaß (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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So findet sich im Duden 1967 s.v. "anläßlich" die Anmerkung: 'besser: "aus Anlaß"'.
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auf Anlaß
auf der Basis
auf der Grundlage
auf Vorschlag (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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In den letzten Jahrzehnten sind wiederum neue Fügungen entstanden: "auf Anlaß", "auf der Basis", "auf der Grundlage", "auf Vorschlag".
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auf Grund, aufgrund (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Der Eintritt von Fügungen wie "aufgrund" in die Klasse der Präpositionen vollzieht sich unter unseren Augen.
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In Mackensen 1954 findet sich "auf Grund", im Duden 1967 bereits "aufgrund".
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aus Anlaß (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
In den letzten Jahrzehnten sind wiederum neue Fügungen entstanden: "aus Anlaß", ...
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ausweislich, nach Ausweis (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Eine Zeitlang bestehen die konkurrierenden Bildungen nebeneinander, wie "ausweislich" vs. "nach Ausweis" und "hinsichtlich" vs. "in Hinsicht auf".
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B

bezüglich, in bezug, im bezug (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Neben "bezüglich" findet sich schon im Duden 1880 "in bezug", "im bezug" auf.
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binnen (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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"Bi-innen" wird schon im Althochdeutschen zu "binnen".
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brigitte - 'und' am Satzanfang (W2)

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In einem Artikel in der "Brigitte" (Januar 2006) wird in einem Artikel erwähnt, Goethe habe 1765 in einem Brief darauf hingewiesen, man möge besser "Man gibt sich Mühe." als "Und man gibt sich Muhe." schreiben. Das würde einem besseren Sprachstil entsprechen. Seither gilt die offizielle Regel, daß "und" nicht am Satzanfang zu verwenden ist.

Leider kann ich die entsprechende Stelle in den Briefsammlungen Goethes nichts finden.

C

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Die Wortgrammatik
Wörter können aufgrund ihrer verschiedenen Funktionen im Satz und der damit verbundenen Formmerkmale in verschiedene Wortklassen (Wortarten) eingeteilt werden.
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Satzgrammatik
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Wortbildungsregeln
Die Wortbildungsregeln zeigen, wie im Deutschen neue Wörter gebildet werden. Anhand von Tabellen, Beispielen und Erklärungen wird ersichtlich, welche Regelmäßigkeiten, Wortbildungselemente und Besonderheiten bei der Wortbildung vorkommen.
Bei jeder Regel haben Sie die Möglichkeit, sich alle betroffenen Wörter anzeigen zu lassen. Beispiel: Anzeige aller Nomen-zu-Nomen-Ableitungen bei der Suffigierungsregel mit ling.
Die Regeln und Wortbildungselemente sind nach Art der Bildung und nach der Wortart der beteiligten Wörter in Klassen und Unterklassen eingeteilt. Auf diese Informationen können Sie in verschiedener Weise zugreifen:

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Die Satzgrammatik
Ein Satz ist eine relativ selbstständige, abgeschlossene sprachliche Einheit. Er kann allein stehen oder zusammen mit anderen Sätzen zu einem Text, einer Erzählung usw. kombiniert werden.
Nach ihrer Form und ihrer Funktion im Text oder Gespräch können im Deutschen verschiedene Satzarten unterschieden werden: Aussagesätze, Fragesätze, Aufforderungssätze, Wunschsätze und Ausrufesätze.
Die Form eines Satzes zeigt, dass er aus kleineren sprachlichen Einheiten aufgebaut ist, die verschiedene Funktionen erfüllen. Dies sind die Satzglieder (Subjekt, Prädikat, Objekt, Adverbialbestimmung). Die Satzglieder bestehen ihrerseits aus einem oder mehreren Wörtern. Der Satzgliedbau beschreibt, aus welchen Wörtern und Wortgruppen ein Satzglied bestehen kann.
Satzglieder können nicht beliebig zu einem Satz zusammengesetzt werden. Die Satzbaupläne beschreiben, welche Satzglieder zusammen einen Satz bilden können. Auch die Reihenfolge der Satzglieder innerhalb eines Satzes ist nicht völlig frei. Es gelten verschiedene Regeln und Einschränkungen, die unter dem Begriff Wortstellung zusammengefasst werden.
Wenn mehrere Teilsätze miteinander zu einem komplexen Einheit verbunden werden, entsteht ein zusammengesetzter Satz. Ein Teilsatz enthält in der Regel ein Subjekt und ein finites (konjugiertes) Verb. Die Teilsätze werden gewöhnlich durch bestimmte Bindewörter – Konjunktionen und Relativpronomen – miteinander verbunden.
All diese Aspekte werden in den verschiedenen Kapiteln der Satzgrammatik beschrieben. Zusätzlich enthält die Satzgrammatik eine separate Beschreibung der Verneinung.
Wortgrammatik
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Die neuen Regeln der Rechtschreibung sind eine Zusammenfassung derjenigen offiziellen Rechtschreibregeln, durch die es nach der Reform von 1998 zu Neuschreibungen kommt. Es handelt sich also NICHT um eine Gesamtdarstellung der amtlichen Regelung der deutschen Rechtschreibung (siehe dafür: Deutsche Rechtschreibung - Amtliche Regelung).
Jede der hier gezeigten Regeln umfasst Jedes Wort steht mit all seinen Schreibvarianten (alt und neu) in der Liste. Mit Hilfe von zwei Filtern (Schreibweise, Region) können Sie sich anzeigen lassen, welche Schreibvarianten für die gewählte Schreibweise und Region korrekt sind. Beispiele mit Stammprinzip-Regel Konsonantenverdoppelung: Die Regeln sind nach Art des Rechtschreibeproblems eingeteilt: Die folgenden Rechtschreibeprobleme werden hier nicht behandelt:

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Pluraletantum | Pluralform | Pluralstamm | Pluralsuffix | Plusquamperfekt | Positiv | Possessivpronomen | prepositional case | produktiv | Pronomen | Pronomenableitung | Pronomengruppe | Pronomenkompositum | Pronominaladverb | Pronominalsatz | Prädikat | Prädikativ | prädikativ | Prädikativsatz | präfigieren | Präfigierung | Präfix | Präposition | Präpositionaladverb | präpositionale Fügung | präpositionale Wendung | Präpositionalgefüge | Präpositionalgruppe | Präpositionalkasus | Präpositionalobjekt | Präpositionalphrase | Präsens | Präsenspartizip | Präsensstamm | Präteritum | Präteritumstamm | Pseudopartizip | Pseudowort | Rechtschreibung | reflexiv | reflexives Verb | Reflexivpronomen | regelmäßiges Verb | Reibelaut | reiner Kasus | relatives Verb | Relativpronomen | Relativsatz | reziprok | reziprokes Verb | Reziprokpronomen | rückbezügliches Fürwort | rückbezügliches Verb | Sammelbezeichnung | Satzgefüge | Satzglied | Satzgliedkern | Satzklammer | Satzperiode | Satzteilkonjunktion | Satzverbindung | Schaltsatz | Scheinpartizip | Scheinwort | Schreibung | Schreibweise | schwaches Verb | sein-Passiv | Selbstlaut | Singular | Singularendung | Singularetantum | Singularform | Singularstamm | Singularsuffix | Spannsatz | Spirant | Sprachgeschichte | sprachgeschichtlich | Sprechmoment | Sprechzeitpunkt | Stamm | Stammauslaut | Stammformen | Stammvokal | starkes Verb | steigern | Steigerung | Steigerungsform | Steigerungsstufe | Stellungsfeld | stimmhaft | stimmlos | Stirnsatz | Stoffbezeichnung | Subjekt | Subjektsatz | Subordination | subordinierend | Substantiv | substantivieren | substantivierte Konjunktion | substantivierte Ordnungszahl | substantivierte Verbgruppe | substantivierter Infinitiv | substantivisch | substantivische Wortgruppe | suffigieren | Suffigierung | Suffix | Superlativ | Synonym | sächlich | temporal | Temporaladverb | Temporalbestimmung | Temporalsatz | Tempus | terminativ | terminatives Verb | Terminologie | Terminus | Tilgung | Toponym | transitiv | trennbar | trennbares Verb | Tätigkeitsverb | Tätigkeitswort | Umlaut | umlauten | Umlautung | Umstandsbestimmung | Umstandswort | unbestimmter Artikel | unbestimmtes Fürwort | unbestimmtes Zahladjektiv | unbestimmtes Zahlwort | unbetont | uneingeleiteter Nebensatz | unflektierbar | unflektiert | ungebeugt | unpersönliches Verb | unregelmäßiges Verb | unterordnend | unterordnende Konjunktion | Unterordnung | untrennbar | untrennbares Verb | unveränderlich | Ursprungssprache | Valenz | Verb | Verbableitung | Verbalabstraktum | Verbalsubstantiv | Verbendung | Verbkompositum | Verbpräfix | Verbstamm | Verbsuffix | Vergangenheit | Vergleichssatz | Verhaltensrichtung des Verbs | Verhältniswort | Verkleinerungsform | Verneinung | Verneinungspartikel | Verneinungswort | Verschlusslaut | Vervielfältigungszahlwort | Vokal | Vollverb | Vordersatz | Vorfeld | Vorgangspassiv | Vorgangsverb | Vorgegenwart | Vorsilbe | Vorvergangenheit | Vorzukunft | w-Satz | wechselseitiges Pronomen | wechselseitiges Verb | weiblich | weiterführender Nebensatz | Wemfall | Wenfall | werden-Passiv | Werfall | Wesfall | wie-Satz | Wiederholungszahlwort | Wirklichkeitsform | Wortart | Wortbildung | Wortbildungselement | Wortbildungsendung | Wortbildungspräfix | Wortbildungssuffix | Wortform | Wortgruppe | Wortklasse | Wortstamm | Wunschsatz | Würzwort | Zahlwort | Zeit | Zeit-Modus-Signal | Zeitenfolge | Zeitform | Zeitwort | Zitatform | ZM | Zukunft | Zusammensetzung | Zusammensetzung | Zustandspassiv | Zustandsverb | Zwecksatz | zweites Partizip | Zwielaut | Zwischensatz

(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=wordPartIndex
Index of all Word Formatives

a | ab | abel | ad | ade | age | al | alisch | aller | ament | an | and | ane | aner | anisch | ans | ant | ante | anti | anz | ar | är | arisch | arium | ase | asma | asmus | ast | at | ate | ateur | ation | atisch | ativ | ator | atur | auf | aus | außen | außer | azee | bar | bei | bi | binnen | chen | co | dar | de | des | di | dings | dis | durch | dys | e | é | ee | ée | ef | ei | ein | el | ell | eln | em | en | end | ens | ent | enz | er | erchen | erei | erich | erie | erig | erlei | ern | erz | ese | esk | ess | esse | etisch | ett | ette | eur | euse | ex | extra | fach | falls | fehl | für | ge | gegen | grund | haft | halben | halber | haupt | heit | hinter | hyper | i | ia | iade | ial | ianer | ianisch | iat | ibel | id | ie | iell | ien | ier | iere | ière | ieren | ifizier | ifizieren | ig | igen | igkeit | ik | iker | ikon | ikum | il | iment | in | ine | infra | inisch | inne | innen | inner | inter | intra | intro | ion | iös | isch | isier | isieren | ismus | isse | ist | istisch | it | ität | iter | iteur | ition | itisch | itiv | itor | itur | ium | izier | izieren | keit | ko | kon | konter | kontra | land | lein | ler | lich | ling | lings | los | makro | mal | mals | maßen | mäßig | ment | meta | mini | miss | mit | multi | nach | neben | neo | ner | nis | non | o | ober | ol | om | on | or | orisch | os | ös | ose | otisch | para | per | post | prä | pro | pseudo | re | retro | rich | rück | s | sal | sam | sch | schaft | seits | sel | semi | sonder | sub | super | supra | teils | trans | tum | ual | über | uell | ultra | um | un | ung | unter | ur | ver | vize | vor | wärts | wegen | weise | wider | willen | yl | zer | zirkum | zu | zurecht | zwischen

D

dank - Kasus nach dank (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
So regierten "dank" und "trotz" ursprünglich beide den Dativ, den die entsprechenden Verbalsubstantive vom Verb geerbt haben. Seit dem 18. Jh. tritt jedoch auch der Genitiv auf (Paul 1920:49).
...


(E?)(L?) http://www.duden.de/deutsche_sprache/newsletter/archiv.php
24.03.2005

"Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" lautet ein Buchtitel. Aber dass es auch umgekehrt geht zeigt folgendes Beispiel: ...
"Dank dem guten Wetter erlitten die Obstbäume keine Frostschäden."
Sie wenden sich mit Grausen ab? Zu Unrecht! Der Dativ war lange der einzig mögliche Kasus, der auf die Präposition "dank" folgte.
Die Erklärung liegt in der Entstehungsgeschichte, denn zur Präposition wurde dieses Wörtchen durch eine Auslassung: "Dank (sei) dem guten Wetter!"
Heute hat sich daneben auch der Genitiv nach "dank" eingebürgert, weil er auch nach anderen unechten Präpositionen steht, die aus einem Substantiv hervorgegangen sind.
Einige Beispiele dafür sind "infolge (des warmen Wetters)", "kraft (seines gärtnerischen Geschicks)" und "statt (frostiger Temperaturen)". Im Plural überwiegt heute sogar der Genitiv: "dank der Fortschritte der Wissenschaft" (seltener: "dank den Fortschritten der Wissenschaft").
...


das, der, die, the, a, that, le, la, il, lo, el (W3)

(E?)(L?) http://www.yourDictionary.com/
werden zurückgeführt auf idg. "*to".

verweisen auf "the", "thi".

(Article), Pronunciation: ["dhê" before consonants, "dhee" before vowels]

Definition 1: The definite article marks nouns referring to things the speaker expects the listener to be familiar with. "A dog" refers to any mutt while "the dog" refers to one the listener sees or knows about from a previous conversation.

Usage 1: An interesting fact about "the" is that it is used differently in different dialects. Everyone says "in school" and "at work" without the "the", but the British also drop it from "in hospital." If you watched the popular British television series, "All Things Great and Small," you probably noticed that in Yorkshire, people say things like "I'll go to kitchen and put kettle on."

Definition 2: Comparative of comparison: "The more the merrier"

Suggested usage: If an object is unique, "the" is usually required: "the sun," "the moon," "the Atlantic Ocean." In German the equivalent of "the" is used before proper nouns, e.g. der Hans "Hans," die Grete "Grete." Greek does the same. In Swedish, the definite is expressed by a suffix on nouns: en dag "a day," dagen "the day." Bulgarian does the same thing: student "student," studentêt "the student." That [t] at the end of the Bulgarian word is not coincidental: it comes from the same root as English "that."

Etymology: The interesting fact about Indo-European languages is that the definite and indefinite articles are all derived from the demonstrative pronoun "that" in an earlier life. Relatively few languages in the world have definite (the) and indefinite (a) particles. In English "a" is a reduction of "one" (cf. German "ein" = "one", "a") and "the" is a reduction of "that" (cf. German "das" = "that", "the"). In French ("le", "la"), Italian ("il", "lo", "la"), and Spanish ("el", "lo", "la") all come from Latin "ille" = "that." The equivalent of "a" in all these languages also comes from the word for "one."

Die bestimmten Artikel gehen also in vielen Sprachen auf ein hinweisendes "that", "jenes" zurück. Die unbestimmten Artikel auf die Mengenangabe "ein ..." (auch wenn heute durchaus mehrere Individuen damit gemein sein können; vgl. "ein" Hund hat mich gebissen; "ein" Hund hat eine gute Nase = "alle" Hunde haben eine gute Nase).

db-thueringen - Bildung von Adpositionen im Deutschen
Christian Lehmann & Christel Stolz

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DocumentServlet?id=936
(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770?XSL.ContextID=
(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
Zusammenfassung
Im Deutschen gibt es mehrere Schichten von Präpositionen: sekundäre wie "jenseits", "inmitten", primäre wie "durch", "über" und, als eine Untergruppe der letzteren, grammatische wie "von", "zu". Zwischen den Gruppen besteht synchrone und diachrone Variation, also auch die Möglichkeit des Überwechselns eines Elements in eine andere Gruppe, in der angegebenen Reihenfolge. Dieser Grammatikalisierungsvorgang ist mit einer Veränderung semantischer und struktureller Eigenschaften verbunden. Er wird teilweise gesteuert von Mustern bereits vorhandener Präpositionen, gemäß welchen der Input reanalysiert wird.
Die genannten Gruppen von deutschen Präpositionen werden in bezug auf ihre unterschiedlichen grammatischen Eigenschaften analysiert, und diese werden zu ihrem unterschiedlichen Alter in Beziehung gesetzt. Der Grammatikalisierungsvorgang wird an ein paar zeitgenössischen Beispielen nachvollzogen. Es zeigt sich, daß Grammatikalisierung und Reanalyse in zahlreichen Einzelfällen interagieren. Es wird dafür plädiert, daß ein angemessenes Verständnis der Funktionsweise eines grammatischen Systems eine Beschreibung des Wirkens der Diachronie in der Synchronie einschließt.

Inhalt

...
Zusammenfassung
Zum Abschluß können wir auf die in §1 gestellten Leitfragen zurückkommen.

1. Welche grammatische Struktur haben Adpositionen?
Eine Adposition hat, als Kasusrelator, eine asymmetrische Relationalität, nämlich eine modifikative Leerstelle für die Dependenz "nach oben" und eine rektive Leerstelle für die Dependenz "nach unten". Wenn sie nach Regeln gebildet wird, wird sie aus Zeichen zusammengesetzt, die außer den Leerstellen, die für den internen Zusammenhang der Adposition benötigt werden, noch Leerstellen übrig haben, die eben das relationale Potential der gesamten Adposition ergeben.

2. Wie werden Adpositionen grammatisch gebildet, aus was für Konstruktionen entstehen sie also?
Adpositionen werden auf der Basis aller Hauptwortarten gebildet. Die dazu notwendigen Relationierungsoperationen richten sich nach der von der lexikalischen Basis eingebrachten Relationalität. Bei regelmäßiger Bildung ist eine rektive Leerstelle bereits vorhanden. Sie kann dann, z.B. bei deverbalen Adpositionen, unmittelbar vom Komplement eingenommen werden, oder sie kann, z.B. bei vielen Adpositionalfügungen, durch eine vom Basissubstantiv regierte primäre Präposition vermittelt werden. Die Hinzufügung einer rektiven Leerstelle erfordert nicht-kompositionelle, insbesondere analogische Prozesse. Die benötigte modifikative Leerstelle kann, z.B. bei deadjektivischer Bildung, ebenfalls bereits vorhanden sein. Andernfalls wird sie durch Adverbialisierung geschaffen. Dies ist sowohl auf syntaktisch-phraseologischem Wege, durch Einsatz einer übergeordneten primären Präposition, als auch auf derivativem Wege, durch Einsatz von adverbialisierenden Suffixen, möglich.

3. Nach welchen Prinzipien verändern sich Adpositionen grammatisch, und welchen Anteil hat die Grammatikalisierung an solchem Wandel?
Abgesehen davon, daß komplexe Adpositionen ohne weitere Anpassung außer Gebrauch kommen können, können sie sich in Richtung auf den Prototyp der primären Präposition entwickeln. Dazu wird zunächst die Worteinheit hergestellt. Dies ist ein Prozeß der Lexikalisierung, der Reanalyse der zugrundeliegenden syntaktischen Struktur erfordert. Dabei spielen Desemantisierung und morphologische Reduktion eine Rolle. Des weiteren wird die Adposition nötigenfalls in der Stellung angeglichen, d.h. zur Präposition, und übernimmt auch die Rektionseigenschaften einfacher Präpositionen. Lexikalisierung geht hierbei in Grammatikalisierung über.
...


Deadjektivische Adpositionen (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Relativ alt sind die adpositionalen Verwendungen von "gleich" und "gemäß". Der präpositionale Gebrauch von "unweit" geht ebenfalls auf die Adverbialisierung des zugrundeliegenden Adjektivs samt seinem Komplement zurück. Hierfür sind "nah" und "fern" unschwer als analogische Vorbilder auszumachen.
Von den "-lich-Bildungen" dürfte wohl keine durch Umkategorisierung eines Adjektiv entstanden sein. Potentielle Ausnahmen sind "bezüglich" und "seitlich". Die Präposition "gelegentlich" hat semantisch und syntaktisch mit dem gleichlautenden Adjektiv nicht viel zu tun.
...


Deadverbiale Adpositionen (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Zahlreiche Wörter oder Wortgruppen können als Adposition und als Adverb fungieren, z.B. "im Anschluß", "in der Folge", "im Vorfeld", "abseits", "links", "außerhalb", "unweit", "gegenüber", "entsprechend".
Der Unterschied zwischen Adposition und Adverb besteht in der rektiven Leerstelle (vgl. Wunderlich 1984, §6). Diese ist als semantische Argumentstelle beim Adverb zwar ebenfalls vertreten, aber implizit deiktisch besetzt. So bedeutet gegenüber in seiner adverbialen Funktion notwendigerweise "gegenüber dem impliziten Referenzpunkt".
...
Die Geschichte der Wortartzugehörigkeit von "nah", "nächst", "zunächst" und "fern" ist nicht leicht zu klären. Sie sind seit althochdeutscher — zunächst seit mittelhochdeutscher — Zeit als Adverbien belegt, nächst z.B. bis ins 18. Jh.: "des Kaisers Günstling, nächst an Thron und Stufen" (Goethe).
Optional nehmen sie ein Dativkomplement; m.a.W., sie kommen von Anfang an als Präpositionen vor. Der adjektivische Gebrauch ist demgegenüber sekundär; d.h. hier erbt das Adjektiv die Rektion des Adverbs.
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Deverbale Adpositionen (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Von Partizipien abgeleitete Adpositionen sind überwiegend Bildungen des 17. und 18. Jahrhunderts.
Wir betrachten zunächst die auf dem Partizip Perfekt basierenden Adpositionen. Die meisten sind mit Negationspräfix deriviert ("unbeachtet", "unerachtet", "ungeachtet", "unangesehen", "unbeschadet", "unerwogen", "ungehindert") und bedeuten soviel wie "trotz".
Daneben gibt es nur "ausgenommen" (das ebenfalls negative Bedeutung hat) und "angesehen". Von diesen sind mehrere schon in der Relation von 1609 belegt: "unangesehen dessen"; "ungehindert ihrer praetensionen"; "ungeacht deß großen unkostens so darauff gangen"; "ausgenommen die Reisigen Provisoren".
Frühe Belege für zwei weitere sind die folgenden:
"unbeachtet der Dauer unserer Freundschaft" (Wieland); "ohnbeschadet der Einfalt und Kürze" (Briefwechsel zw. Gleim u. Uz 338,15).
In Bauer 1830:406 werden bereits "unangesehen", "angesehen", "besage, "unbeschadet", "unerwogen" und "ungehindert" als veraltet oder als reiner Kurialstil bezeichnet. In der Tat gelangt von diesen auch nur "unbeschadet" in den Duden.
"Unerachtet" schließlich finden wir seit dem Duden 1880.
Dieser Gruppe gegenüber gibt es nur zwei auf dem Partizip Präsens basierende Adpositionen: "betreffend" und "entsprechend". Das erstere ist mindestens seit dem Frühneuhochdeutschen sowohl in prä- als auch in postpositionalem Gebrauch: "betreffendt aber die Academian oder Consistorium, wollen jhre May. den Stenden auffzurichten nicht zulassen" (Relation 114,19); "jüngstes begeren die Religion betreffent" (Relation 48,14).
Dagegen finden wir "entsprechend" erst im Duden 1967.
...


durch (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
Ebenso seit dem Mittelhochdeutschen gibt es "an ... stat"/"stete" und "durch"/"um ... willen".
...
"durch" entstammt der Kanzleisprache des 15./16. Jh.
...


durch Kraft (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
"durch Kraft" stammt aus der spätmittelhochdeutschen Kanzleisprache aus dem 16. Jh.

durch Mittel, mittels (W3)

"durch Mittel" ist in der "Relation" von 1609 belegt.
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Bereits im 17. Jahrhundert ist "durch mittel" ohne Artikel belegt:
... das der Hertzog von Mantua "durch mittel" des Königs in Franckreich vom Großtürcken Paßporten erlangt.
... Später setzte sich "mittels(t)" durch.


dw-world - Stolpersteine (der deutschen Sprache)

(E?)(L?) http://www.dw-world.de/dw/0,2142,9031,00.html
Verflixt, was ist nun richtig?
Hier haben wir eine Auswahl sprachlicher "Stolpersteine" zusammengestellt. Alltägliche Beispiele aus dem Leben der multikulturellen Wohngemeinschaft von Eva, Yang, Carla und Thomas sorgen dafür, dass die Grübelei Spaß macht. Viele Fallstricke, die auch dem Fittesten in der deutschen Sprache auflauern, verschwinden spielend leicht!

04.01.2008:



E

Eigenschaftswort, Adjektiv (W3)

(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/Index/ueberblick/index.html?lang=de
(E?)(L1) http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=termDbIndexDummy
(E5)(L1) http://www.teachsam.de/deutsch/glossar_deu.htm
(E6)(L?) http://www.teachsam.de/deutsch/glossar_deu_w.htm
(E?)(L?) http://www.uni-erfurt.de/sprachwissenschaft/proxy.php?file=lido/servlet/Lido_Servlet
Das "Eigenschaftswort" beschreibt eine Eigenschaft eines Gegenstands (Mensch, Tier, Sache). Es ist eine "Wortart zur näheren Bestimmung eines Bezugsworts".
Die sprachwissenschaftliche Bezeichnung ist "Adjektiv" von lat. "nomen adiectivum" = "Beiwort".

Der Plural von "Eigenschaftswort" lautet "Eigenschaftswörter".

einschließlich, unter Einschluß (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
In einigen Fällen ist die ältere Bildung schon so gut etabliert, daß die dem jüngeren Muster folgende sie nicht verdrängen kann. So hat sich "unter Einschluß" nicht gegenüber "einschließlich" durchgesetzt.
...


entlang (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Als Präposition kommt "entlang" seit dem 18.Jh. in der norddeutschen Schriftsprache vor.
...
Hier ist auf entlang zurückzukommen. Wir sahen, daß es sich zunächst als Quasi-Postposition mit einem unabhängig bedingten Akkusativ der Erstreckung kombinierte. Allerdings tritt auch hier schon gelegentlich der Dativ auf: "Ich ging der Kutsche und den Pferden entlang" (Tieck) (vgl. Paul 1920:53). In der Literatur des 19. Jh. ist "entlang" dann als Präposition belegt, und zwar mit allen drei obliquen Kasus: Während der Akkusativ noch am ehesten der ursprünglichen Konstruktion entspricht, muß es für die Genitiv- und Dativrektion analogische Vorbilder gegeben haben. Für die erstere kommen Präpositionen wie "unweit", für die letztere "gegenüber" oder "gemäß" in Frage. Die Vielfalt der möglichen Kasus und das Schwanken im Kasusgebrauchs selbst eines einzelnen Sprechers unterscheiden diese Variation von den zuvor besprochenen.
...


F

faql - Grammatik

(E?)(L?) http://faql.de/grammatik.html
Adjektive | Akkusativ | Ländernamenvdas/daß | Fugenzeichen | Genitivapostroph | -undeins | Datum, Komma | Verbapostroph

faql - Numerus - Singular und Plural

(E?)(L?) http://faql.de/numerus.html
Alias | Labor | Monitor | Penny/Euro/Cent | Status | Wort | Abkürzungen | Umlautformen | Andere Wörter | Sonderfälle

Freie Künste

(E?)(L?) http://www.etymonline.com/a7etym.htm
art

Die Arithmetik gehört zu den "sieben freien Künsten".

Die sieben freien Künste ("septem artes") sind die Künste, die "von freien Bürgern gepflegt wurden". Als Grundwissenschaften der Antike und des Mittelalters sind dies:
Arithmetik, Astronomie, Dialektik, Geometrie, Grammatik, Musik, Rhetorik.
Als "Neunte Kunst" kam dann die "Comic-Kunst" hinzu.
Aber: Welches ist die "achte Kunst"?

Im Mittelalter (seit dem 6.Jh.) waren die "Sieben freien Künste" noch einmal aufgeteilt in das "Trivium" bestehend aus "Grammatik", "Logik" und "Rhetorik" und das "Quadrivium" bestehend aus "Arithmetik", "Geometrie", "Musik" und "Astronomie".

G

gegenüber (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Ein Beispiel für sekundäre Randstellung des Komplements ist die neuhochdeutsche Prä- und Postposition "gegenüber". Sie geht auf eine mittelhochdeutsche Zirkumposition "entgegen NS über", dann "gegen NSdat/akk über" zurück. Der Kasus wurde von der Präposition, also mittelbar vom regierenden Verb, bestimmt. In dieser Verbindung erhielt sich die Dativrektion von "gegen" wesentlich länger als ohne Adverb (Paul 1920:50;30f).
Beispiele: das "gegen dem hohen Golgatha über" lag (Klopstock); "gegen dem Schloß über" (Goethe).
Wenn die Leerstelle deiktisch-implizit besetzt war ("gegenüber dem impliziten Referenzpunkt"), resultierte adverbialer Gebrauch und gleichzeitig Kontinuität des Komplexes; so schon bei Luther: "und traten gegen über von fernen" (2. Kön. 2,7 [1523]). Die Juxtaposition der beiden Teile bei Voranstellung des Komplements ermöglichte im 18. Jh. die Bildung der Postposition NSdat. "gegenüber": "der schönen Nymphe gegenüber" (Wieland). Seit dem 19. Jh. wird es auch als Präposition verwendet: "gegenüber diesen unerquicklichen Tatsachen" (Freytag).
In einigen Fällen herrscht Variation zwischen kontinuierlicher und diskontinuierlicher Konstruktion einer komplexen Adposition, vgl. "wir arbeiten mithilfe solcher Begriffe" vs. "Begriffe, mit deren Hilfe wir arbeiten"; "zugunsten von Alfred" vs. "zu seinen Gunsten".
...


gelegentlich, bei Gelegenheit (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
"Gelegentlich" wird heute durch "bei Gelegenheit" ersetzt.
...


goethe - Grammatische Veränderungen im heutigen Deutsch

(E?)(L?) http://www.goethe.de/kug/prj/dds/de142853.htm
Nicht nur die Wörter ändern sich - auch die Art ihrer Nutzung ist einem immerwährenden Wandel unterworfen.

Grammatik verändert sich nicht so kurzfristig und schnell wie der Wortschatz. Tendenzen, Zweifelsfälle oder neue Entwicklungen in der Grammatik des Deutschen sind zumeist die Ausläufer längerfristiger Entwicklungen.

Einige Erscheinungen sind Spätfolgen der systematischen Veränderungen, von denen die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache geprägt war (z.B. Festlegung der Kasus-Markierung auf den Artikel, der Kennzeichnung des Plurals auf die Endungen des Substantivs), eine zweite Gruppe lässt sich darauf zurückführen, dass an bestimmten Stellen Regeln der Schriftlichkeit von Regeln der Mündlichkeit überlagert werden. Letztlich gibt es auch Erscheinungen, die man als kurzfristigere Gebrauchspräferenzen verstehen kann. Ihre Bedeutung für das System ist unklarer.
...


Weitere Überschriften dieses Artikels sind:

Gramm, Monogramm, Programm, Stenogramm, Telegramm, Grammophon, Grammatik, Graphik (W2)

(E3)(L1) http://de.wikipedia.org/wiki/Grammatik
Die auf den ersten Blick etwas alleinstehende Gewichtseinheit "Gramm" (= 1/4 Unze) hat bei näherer Betrachtung recht viele Verwandte. Da gibt es "Monogramm" (= "ein Zeichen"), "Programm" (= "Vorschrift" im Sinne von "voran schreiben", "öffentlich ausschreiben"), "Stenogramm" (= "schmale Schrift"), "Telegramm" (= "Fernschrift"; zu "griech. "télos" = "Ende", "Ziel", "Zweck") und "Grammophon" (= "aufgezeichneter Ton") aber auch die "Grammatik" (= "die Schrift betreffend"). Aber was verbindet diese Familienmitglieder mit der Gewichtseinheit?
"Gramm" geht zurück auf gr.-lat- "grámma" = "Geschriebenes, Schrift, Schriftzeichen" (dazu gehört auch "gráphein" = "schreiben" ("Graphik"). Aber auch griech. "grámma" = "Gewicht".
Leider läßt sich der "Duden" nicht darüber aus, wieso "Schrift" zur Bezeichnung einer Gewichtseinheit benutzt wurde.
Da bleibt Raum für Spekulationen: Ist die Verbindung darin zu suchen, dass beim Schreiben ein gewisser Druck ausgeübt werden musste? (vor allem in Zeiten der Keilschrift). Oder darin, dass die Schrift aus der Notwendigkeit des Handels und der 'Steuererfassung' entstanden sein könnte und damit eben die entsprechenden Gewichtseinheiten notiert wurden?
Wer kann hier weiterhelfen?

H

-halb, -halber, weshalb, deshalb (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Im Althochdeutschen haben der Akkusativ (wie noch in Resten im Neuhochdeutschen) und der Dativ Plural die Funktion der Adverbialisierung von Nominalsyntagmen. Das ahd. "halba" = "Seite" liefert in einer Reihe von morphologischen Formen (Akkusativ "halb", Dativ Plural "halben", im 15. Jh. zu "halber" umgebildet) Postpositionen.
Die Form "halb" tritt in zwei Konstruktionen auf. In der ursprünglichen Bedeutung "-seits" nimmt sie zunächst ein Adjektivattribut. Aus dieser Konstruktion gehen Präpositionen wie "unterhalb", "innerhalb", "außerhalb" hervor ("unterhalb der Brucken" (Relation 206,10)).

Ferner nimmt "halb" die Bedeutung "wegen" an und regiert dann ein Genitivkomplement: "sinero lido halb" = "wegen seiner Glieder" (Notker). Hierauf gehen die modernen Formen "weshalb", "deshalb" zurück.

Ganz parallel liegt der Fall für die Form "halben", die noch bis ins 18. Jh. als produktive Postposition dient. In der Bedeutung "-seits" ist es in "allenthalben" erhalten, in der Bedeutung "wegen" etwa in "meinethalben".
Alle diese Formen, mit der teilweisen Ausnahme von "halber", werden heute nur noch in Komposition gebraucht.
...
Seit mittelhochdeutscher Zeit werden die Postpositionen "halb" und "halben" als Suffix mit ihrem Komplement verbunden. Nur in dieser Konstruktion haben sie sich bis heute gehalten: "weshalb", "meinethalben". Abgesehen von den Fällen wie "unterhalb", "allenthalben", die anders gebildet sind, tritt diese Konstruktion gerade dann auf, wenn das Komplement ein Pronomen ist.
Dieselbe Regel gilt für "wegen" und "um ... willen": wenn ihr Komplement ein Pronomen ist, werden sie sein Suffix (vgl. "deinetwegen", "um ihretwillen"). Wiederum ist es kein Zufall, daß gerade diese beiden Adpositionen einer solchen Regel unterliegen: sie sind von allen Post- und Zirkumpositionen die am stärksten grammatikalisierten. "Wegen" dürfte auch in diesem Punkte "halben" als analogischem Vorbild gefolgt sein.
Es gibt eine Postposition, "halber", die alternativ als Derivationssuffix fungiert; vgl. "der (größeren) Sicherheit halber" mit "sicherheitshalber". Ein letzter Relator, "-seits", tritt überhaupt nur als Suffix auf. Wir sahen, daß seine Träger sowohl die Relation des Komplements als auch die des Determinators bzw. Attributs zu ihm haben können, und daß die Komplemente typischerweise Pronomina sind. Hierin ist "-seits" "halb" und "halben" ähnlich, mit denen es auch bedeutungsverwandt ist.
...
Die Morphologie der von ahd. "halba" = "Seite" gebildeten Postpositionen ist in §5.2.4 besprochen worden. Aufgrund ihrer substantivischen Herkunft regieren sie zunächst den Genitiv. Schon seit dem Mittelhochdeutschen und Mittelniederdeutschen bis zum Neuhochdeutschen des 18. und 19. Jh. gewinnt jedoch die Dativrektion an Raum: "innerhalb den ahte tagen" (Tristan 2466); "innerhalb dem zaun" (Hans Sachs, Fastnachtssp. K. 133,6); "unterhalb seinen rück" (Hans Sachs, Fastnachtssp. K. 59,340); "uzerhalb dem bürgetor (Iwein 6147).
...


hinsichtlich, in Hinsicht auf (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Eine Zeitlang bestehen die konkurrierenden Bildungen nebeneinander, wie "ausweislich" vs. "nach Ausweis" und "hinsichtlich" vs. "in Hinsicht auf".
...


I

ids-mannheim - Flexion im Deutschen

(E?)(L1) http://www.ids-mannheim.de/
(E?)(L?) http://www.ids-mannheim.de/gra/texte/mu15.pdf
Zwei Theorien der pronominalen Flexion im Deutschen von Gereon Müller

ids-mannheim - Grammatik
grammis - Grammatisches Informationssystem

(E?)(L?) http://hypermedia.ids-mannheim.de/
grammis® ist ein Angebot des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim, das zum Ziel hat, die ach so trockene, oft schwer verständliche deutsche Grammatik leichter zugänglich und, soweit möglich, unterhaltsam und interessant zu machen. Einen Überblick über die Ziele von grammis® bietet der Einführungstext "Wozu Grammatik? Wozu grammis?". Weitergehende Informationen finden Sie in der detaillierten Projektbeschreibung sowie im Rahmen der Online-Reihe ORBIS.

im ..., in ... (W3)

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Was jedoch die Neubildungen unseres Jahrhunderts angeht, so wird hier deutlich "in" bevorzugt. Beneš 1974 zitiert eine Frequenzuntersuchung eines Corpus von zeitgenössischen wissenschaftlichen Texten, wonach 7 von 10 der häufigsten Adpositionalfügungen mit "in" adverbialisiert werden, nämlich: "im Sinne", "im Hinblick auf", ""in Hinblick auf", "im Lauf(e)", "im Gegensatz zu", "im Falle", "in bezug auf", "in Hinsicht auf".
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im Gefolge, infolge (W3)

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In den letzten Jahrzehnten sind wiederum neue Fügungen entstanden: "im Gefolge" ...
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Der Eintritt von Fügungen wie "infolge" oder "aufgrund" in die Klasse der Präpositionen vollzieht sich unter unseren Augen.
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Neben "infolge", das zwar ebenfalls eine Präpositionalfügung ist, aber schon einen gewissen Grammatikalitätsgrad erreicht hat (fehlender Artikel, Univerbierung), haben wir seit einiger Zeit "im Gefolge" (erstmals verzeichnet in Duden 1967), freilich eher mit der Bedeutung "nach".
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"Infolge" ist schon im Duden 1880 als ein Wort verzeichnet.
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im Namen, namens (W3)

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"Namens" wird heute überhaupt nicht mehr im Duden geführt und allmählich durch "im Namen" ersetzt.
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im Vorfeld, Vorfeld (W3)

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In den letzten Jahrzehnten sind wiederum neue Fügungen entstanden: "im Vorfeld", ...
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Bei "im Vorfeld" wiederum ist das Basissubstantiv im Moment der Bildung von einer semantischen Unregelmäßigkeit betroffen.

"Vorfeld" bedeutet ja eigentlich "Gelände vor der eigenen Kampfstellung".

Bei der Präpositionalfügung bleibt jedoch nicht nur die ursprünglich militärische, sondern auch die lokale Bedeutung des Basissubstantivs überhaupt unberücksichtigt, da "im Vorfeld" "(zeitlich) vor" bedeutet.
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im Wege (W3)

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In den letzten Jahrzehnten sind wiederum neue Fügungen entstanden: "im Wege", ...
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Dies trifft auf "im Wege" zu. Handelte es sich hier um ein nach Regeln der Syntax gebildetes lokales Adverbial, so müßte es "auf dem Wege" heißen. "Im Wege" als Synonym für "durch" ist also schon aus strukturellen Gründen im Lexikon zu verzeichnen.
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im Zuge (W3)

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In den letzten Jahrzehnten sind wiederum neue Fügungen entstanden: "im Zuge", ...
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in Anbetracht (W3)

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Den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.) entstammen "in Anbetracht" ...
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in Anbetreff (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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"in Anbetreff" entstammt den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.).
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Es versteht sich, daß i.a. keine Notwendigkeit besteht, daß eine Einheit, die einen Grammatikalisierungskanal beschritten hat, ihn bis zu Ende durchläuft. Sie kann sehr lange auf einer Stufe verharren; und sie kann außer Gebrauch geraten, bevor sie weiter grammatikalisiert wird. Z.B. sind nach dem sehr produktiven Muster der Adpositionalfügung viele Adpositionen wie "in Anbetreff" oder "zum Behufe" gebildet worden, die heute veraltet sind. Dieser Kanal ist in Sprachen wie dem Deutschen hinter der Position der primären Adpositionen im wesentlichen blockiert.
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in betreff, betreffs, betreffend (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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"in betreff" entstammt den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.).
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"betreffs" wurde noch im 19. Jh. teilweise durch "in betreff" ersetzt.
Die letztere denominale Fügung konkurriert mit der seit frühneuhochdeutscher Zeit belegten departizipialen Form "betreffend".
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in Bezug auf, in bezug auf (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Im Duden 1880 findet sich der Eintrag "im Bezug auf" oder "in Bezug auf", seit Mackensen 1954 jedoch nur noch "in bezug auf".
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in Gemäßheit, gemäß (W3)

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In den letzten Jahrzehnten sind wiederum neue Fügungen entstanden: "in Gemäßheit", ...
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Zu "gemäß" tritt im 20. Jh. "in Gemäßheit".
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in Hinsicht auf, hinsichts, hinsichtlich (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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"in Hinsicht auf" entstammt den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.).
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"hinsichtlich" ist im Duden 1880 verzeichnet
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"Hinsichts" wird heute überhaupt nicht mehr im Duden geführt, "hinsichtlich" wird auch allmählich durch "in Hinsicht auf" ersetzt.
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in Rücksicht auf (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.) entstammen "in Rücksicht auf" ....
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inmitten (W3)

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Ein Beispiel ... ist "inmitten", das im Althochdeutschen offenbar zunächst als Adverb aufkam.
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Bei mehreren Adpositionen tritt ein Wandel der Rektion in die entgegengesetzte Richtung auf. "Inmitten" aus "in mitten" gibt es seit dem Althochdeutschen als Adverb; dann auch als Präposition zunächst mit dem Dativ: "in mitten" dem paradeisz. Erst im Neuhochdeutschen tritt auch Genitivrektion auf, möglicherweise aufgrund einer Uminterpretation des veralteten adjektivischen "mitten" zum relationalen Substantiv "Mitte".


Interjektion (W3)

(E2)(L1) http://www.duden.de/deutsche_sprache/newsletter/archiv.php
10.02.2006

Die "Interjektion" wurde bereits im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen "interiectio" = "das Dazwischenwerfen", "Zwischenwort" entlehnt.

Interjektionen sind wortähnliche Lautgebilde wie "Oh!", "Igitt!" oder "Ah!", mit denen Empfindungen ausgedrückt werden.

Die Interjektionen lassen sich unterteilen in Die Schreibung der Interjektionen ist nicht immer eindeutig festgelegt und manchmal entziehen sie sich überhaupt einer schriftlichen Fixierung (z. B. das Nachahmen von Pferdeschnauben als Zeichen der Entrüstung).

J

jenseits (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
Die Adposition "jenseits" wurde durch Adverbialisierung durch "-s" gebildet.

K

kraft ... (W3)

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"in kraft", "aus kraft", "bi kraft" entstammt der Kanzleisprache des 15./16. Jh. "In Kraft" ist bis ins 18. Jh. hinein üblich.
"in craft dits briefs" (Urk. Max's 203,31); "in krafft ihrer habenden Commißion" (Relation 61,9); "uss krafft gedachter freyheit" (Urk. Max's 432,18); "durch krafft" seiner schwartzkünstlerey (Wendunmuth II,39,11).
Bloßes "kraft" ist im Basler Urkundenbuch zwischen 1497 und 1500 bereits dreimal belegt und tritt seit der zweiten Hälfte des 16. Jh. immer häufiger auf: "... die vom Hauß Gonzaga krafft eines Testaments der recht Patron dieser Herrschaft ist" (Relation 25,25).
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Bei sekundären Präpositionen, die aufgrund ihrer Herkunft eigentlich den Dativ regieren, kann in Analogie zu anderen sekundären Präpositionen wie "kraft", "laut" und "vermöge" auch der Genitiv auftreten.
Das deadjektivische "gemäß" regiert ursprünglich den Dativ. Als Präposition findet es sich auch mit dem Genitiv, und das gleiche gilt für "entsprechend" ("gemäß Ihres neuen Vertrages", "entsprechend ihres Auftrages in administrativen Schreiben von 1999").
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L

längs (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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"Längs" ist mit dem "Genitiv-s" adverbialisiert und (wiewohl jedenfalls semantisch relational) möglicherweise zunächst nur als Adverb gebraucht worden. Jedenfalls ist es als Adverb vom 16. bis 18. Jh. belegt (Paul 1920:53), jetzt jedoch veraltet.
Als Präposition ist es seit dem 17. Jh. belegt und nimmt den Dativ, gelegentlich auch den Genitiv ("langs hiesiger Statt" (Relation 168,23); "längs seines Kornfeldes" (Wieland)).
Abschließend eine Bemerkung zu dem in der Literatur "sekundär" und "unorganisch" genannten, im übrigen aber unerklärten -t-Suffix, das sich an mehreren auf -s abgeleiteten Präpositionen findet. Neben "entlanges" gab es im Niederdeutschen "entlangest".
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laut (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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"Nach laut(e)" (mhd. "nach lute") entstammt der spätmittelhochdeutschen Kanzleisprache. Bloßes "laut" ist ebenfalls seit dem Ende des Mittelalters und z.T. durch dieselben Quellen belegt: "nach laute der artikel" (Frankf. Reichskorr. I,495,22); "laut der fürsten letzte antwurt" (Frank. Reichskorr. II,2,495); "lut des artikels" (Chron. d. dt. Städte V,393,20 [1467]).
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lingsoft - Grammatische Auskunft über deutsche Wörter

(E?)(L?) http://www.lingsoft.fi/cgi-bin/gertwol


linguist - Welche Adjektive können graduiert werden und welche nicht

(E?)(L?) http://www.linguist.de/pisarska/adjektive.html


M

magazin.institut1 - Grammatikalische Anmerkungen

(E?)(L?) http://www.magazin.institut1.de/903_Magazin_Deutsch_Archiv_Hauptseite.html
Die folgenden Beiträge enthalten auch etymologische Hinweise:

Wenn "heißen", "machen" und "lassen" als Hilfsverben auftreten | Hilfsverben bilden unterschiedliche Partizipien im Perfekt | Einzahl und Mehrzahl – bei Fremdwörtern versagt das Sprachgefühl | Anmerkungen zum Unwort des Jahres | Ein heißumkämpftes Kapitel der Rechtschreibung: recht oder Recht? | Zusammenschreibung oder Getrenntschreibung – kennenlernen oder kennen lernen? | Das große Rätsel um die deutsche Sprache | Das Wesen der Dinge – treiben sie gar ihr Unwesen? | Possessivpronomen im Deutschen, Englischen und Französischen – ein Vergleich | Sprachliche Feinheiten: je – desto oder umso – je einige – wenige | Champignon und Champion, Standarte und Standard – Fremdwortpaare mit Tücken | Von weichen Pfühlen und fetten Pfründen ... was kümmert es mich, der ich ja doch den Stockschnupfen habe | Margit Osterloh und Antoinette Weibel: Investition Vertrauen – Prozesse der Vertrauensentwicklung in Organisationen | Anreden und Unterschriften – politische und grammatische Zwänge zu sprachlichen Schwerfälligkeiten

mangels (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Ein weiterer, von uns nicht überprüfter Kandidat ist "mangels", das als "mangels an" entstanden sein sollte.
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mit (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Bereits zu indogermanischer Zeit wurde der Vorläufer von "mit" aus dem Lokativ des Worts für "Mitte" gebildet, der althochdeutsch zu "mit" verkürzt wurde.
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mit hilff (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
...
Bereits im 17. Jahrhundert ist "mit hilff" ohne Artikel belegt:
Zu Tolossa hat sich ein Portugesischer Pfaff so sich an einer Edelfrawen verliebt, mit hilff 6 Adelspersohnen unterstand, derselben Frawen Eheman umbzubringen. (Relation 66,9); ... mit hilff der Ungarn ... (Relation 71,33).
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mit Rücksicht auf, Rücksichts, rücksichtlich (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Den letzten beiden Jahrhunderten (19., 20. Jh.) entstammen "mit Rücksicht auf" ...
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"Rücksichts" wird heute überhaupt nicht mehr im Duden geführt, und "rücksichtlich" wird auch allmählich durch "mit Rücksicht auf" ersetzt.
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N

nach ... (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Z.B. gibt es aus dem 15./16. Jahrhundert mehrere durch "nach" angeschlossene Fügungen wie "nach Laut", "nach Besage", "nach Vermöge".
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nächst, nahe (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Die deadverbialen "nächst" und "nahe" regieren ursprünglich den Dativ, dann aber auch den Genitiv.
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neben, nebst (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Zu althochdeutscher Zeit entstand "in eban(i)" = "in gleicher Ebene", "zusammen", das dem modernen "neben" zugrundeliegt.
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Neben "(in/ver)mittels" gibt es "(in/ver)mittelst", neben "neben" gibt es "nebenst", "nebest" und "nebst". "Nebenst" ist eine im 17. Jh. bei norddeutschen Autoren häufige Form. "Nebst" ist dort auch schon belegt, gelangt aber im 18. Jh. fast zur Alleinherrschaft. Es scheint ziemlich klar, daß hier Analogie zu Superlativen von syntaktisch ähnlichen deadjektivischen Adverbien wie etwa "zu unterst" vorliegt. Das engste Vorbild für "nebenst" ist "nächst", das nicht einmal deadjektivisch ist. Ein Superlativ ist auch semantisch völlig motiviert bei "in mittelst", das ursprünglich "genau in der Mitte" bedeutete. Formen wie mhd. "nebent" müssen dann als weitere Ausbreitung des "-t-Suffixes" verstanden werden.
...
"Neben" nahm ursprünglich nur den Dativ: "nals fore dir", "noh in eben dir" "nicht vor dir, noch neben dir" (Notker). Dieser hat sich auch in dynamischer Verwendung noch lange erhalten: "legt meine Beine neben seinen Beinen" (Luther, 1. Könige 13,31); "wehe der fremden Schönheit, die das Herz hat, sich neben ihr zu stellen" (Lessing).
Jedoch geriet "neben", als lokale Präposition und in Analogie zu den primären topologischen Präpositionen "in", "auf" und "an", in den Sog der konditionierten Rektion. So ist der Akkusativ schon seit dem 12. Jh. belegt. Im Neuhochdeutschen ist die Verteilung von Dativ und Akkusativ ebenso strikt wie bei den primären Präpositionen dieser Gruppe geregelt.
Ein Rektionswechsel in umgekehrter Richtung liegt bei "nebst" vor. "nebst" tritt seit dem 17. Jh. als Variante von "neben" auf. In seiner ursprünglichen lokalen Bedeutung übernimmt es dessen konditionierte Rektion, die zu der Zeit bereits wohl ausgebildet war: "Daher Balacin die Portugiesen... nebst die Bengaler stellete" (Banise 338,12).
In der Folgezeit erhält "nebst" jedoch komitative Bedeutung. Gleichzeitig wird die Rektion auf den Dativ eingeschränkt. Ein mögliches analogisches Vorbild hierfür bietet die semantisch sehr ähnliche Präposition "mit". Bei "neben" und "nebst" liegt nun wirklich ungerichtete Variation nach verschiedenen analogischen Vorbildern vor, die von der gleichzeitig stattfindenden Grammatikalisierung völlig unabhängig ist.
...


Nominalsyntagma, NS (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
"NS" ist die Abkürzung für "Nominalsyntagma". Dieses setzt sich zusammen aus "nominal", frz. "nominal", lat. "nominalis" = "zum Namen gehörig", "namentlich" und griech. "syntagma" = "Zusammengestelltes", "Sammlung".
Sprachwissenschaftlich geht es also um ene 'Zusammenstellung von Begriffen der Wortart "Nomen"'.
Beispiele: "in Eile".

O

P

paulh - Numerus

(E?)(L?) http://gutenberg.spiegel.de/paulh/prinzip/Druckversion_paulka15.htm
§ 185.
Auch der Numerus wird zu einer grammatischen Kategorie nur durch Ausbildung der Kongruenz. Auch in den flektierenden Sprachen ist der Plural nicht durchweg erforderlich, wo es sich um Bezeichnung einer Mehrheit handelt. Jede Vielheit kann von dem Sprechenden wieder als eine Einheit zusammengefasst werden. Und so gibt es gerade Bezeichnungen für eine bestimmte Anzahl, die singularisch sind, wie "Paar", "Schock", "Dutzend", "Mandel", wie ursprünglich durchaus "tausend", "hundert" und wahrscheinlich auch andere Zahlwörter. So sind ferner überhaupt die sogenannten Kollektiva zusammenfassende singularische Bezeichnungen für Mehrheiten. Da nun die Auffassung einer Masse als Einheit oder Vielheit so sehr vom subjektiven Belieben des Sprechenden abhängt, so kann seine Auffassung auch in Widerspruch geraten mit derjenigen, welche durch die grammatische Form des gewählten Ausdruckes angezeigt ist, und diese Abweichung der subjektiven Auffassung dokumentiert sich dadurch, dass sie statt des grammatischen Numerus die Kongruenz bestimmt, was dann zum Teil auch Abweichungen im Genus zu Folge hat.

Der häufigste Fall ist, dass auf ein singularisches Kollektivum ein Plural folgt. In unserer gegenwärtigen Schriftsprache, die ja überhaupt sehr stark von grammatisch - logischer Schulung beeinflusst ist, ist diese Erscheinung sehr eingeschränkt. Aber noch im 18. Jahrhundert ist sie häufig wie im Griech. und Lat. und noch jetzt im Engl. Vgl. "ich habe mich offenbaret deines Vaters Hause, da sie noch in Egypten waren" (Lu.); "im vollen Kreise des Volks entsprungen, unter ihnen lebend" (Herder); "civitati persuadet ut exirent" (Caes.); "ex eo numero, qui per eos annos consules fuerunt" (Cic.); "ängstlich im Schlafe liegt das betäubte Volk und träumt von Rettung, träumt ihres ohnmächtigen Wunsches Erfüllung" (Goe.); "das junge Paar hatte sich nach ihrer Verbindung nach Engagement umgesehen" (Goe.); "alle Menge deines Hauses sollen sterben, wenn sie Männer worden sind" (Lu.); "the whole nation seems to be running out of their wits" (Smollet); "Israel aber sog aus in den Streit und lagerten sich" (Lu.); "dass der Rest von ihnen sich durch Libyen nach Cyrene retteten und von da in ihr Vaterland zurückkamen" (Le.); "the army of the queen mean to besiege us" (Sh.); "pars saxa jactant" (Plaut.); "concursus populi, mirantium quid rei esset" (Liv.); "ho óchlos êthroísthê, thaumázontes kaì ideîn boulómenoi" (Xen.).

Bei manchen Wörtern wird die Verknüpfung mit dem Plural so häufig, dass man sie selbst als pluralisch auffassen kann, falls kein formelles Element auf den Singular deutet. Das ist z. B. der Fall bei engl. "people" = "Leute". Die Entwickelung kann noch weiter gehen, indem der Widerspruch zwischen grammatischem und psychologischem Numerus dadurch ausgeglichen wird, dass ersterer sich dem letzteren akkommodiert. So ist im Mhd. "liute" = "Leute" an Stelle des Singulars "liut" = "Volk" getreten; ganz analog sind franz. "gens" (afranz. noch "ja furent venu la gent"), it. "genti" (daneben noch "gente"), spätlat. "populi" (Apulejus, Augustinus), engl. "folks". Im Ags. bedeutet -"waru" = "civitas", der Plural -"ware" = "cives". Unser "die Geschwister" ist hervorgegangen aus dem Kollektivum "das Geschwister", welches noch im 18. Jahrhundert üblich war. Im Got. gibt es ein kollektives Neutrum "fadrein" im Sinne von "Eltern". Dieses verbindet man nicht nur mit dem Plural des Prädikats, sondern setzt auch den Artikel dazu in den Plural: "þai fadrein", "þans fadrein". Daneben erscheint es dann auch in pluralischer Form: "ni skulun barna fadreinam huzdjan, ak fadreina barnam".

Es geschieht auch umgekehrt, dass ein pluralischer Ausdruck die Funktion eines Singulars erhält, indem die dadurch bezeichneten Teile zu einem einheitlichen Ganzen zusammengefasst werden. So sagt man "ein zehn Mark"; engl. "a two shillings"; sogar "there's not another two such women" (Warren). Anhd. ist "ein Eier in Schmalz" (Rühreier). Am leichtesten vollzieht sich dieser Übergang bei Wörtern, von denen der Singular untergegangen ist (Pluralia tantum) oder wenigstens nicht eine vollständig entsprechende Bedeutung hat. Vgl. mhd. "ze einen pfingesten"; lat. "una", "bina castra" etc.; engl. "if a gallows were on land"; "there's some good news" (Sh.); "that cristal scales" (Sh.).

Schliesslich erhalten solche Pluralia auch singularische Form. Wir gebrauchen jetzt die Festbezeichnungen "Ostern", "Pfingsten", "Weihnachten" als Singulare (eigentlich Dative Plural). Unser "Buch" ist im Got. pluralisch: "bokos", eigentlich "Buchstaben"; noch im Ahd. wird der Plural für ein Buch gebraucht. Lat. "castra" wird zuweilen als singularisches Fem. gefasst und bildet einen Gen. "castrae"; entsprechend ist "festa" in den romanischen Sprachen zu einem Singular fem. geworden. Lat. "litterae" im Sinne von ,Brief` wird zu it. "lettera", franz. "lettre"; "minaciae" zu it. "minaccia", franz. "menace"; "nuptiae" zu franz. "noce" neben "noces"; "tenebrae" zu span. "tiniebla" neben "tinieblas".

Es gibt mancherlei Gegenstände, von denen immer ein Paar zusammengehört. Ein solches Paar wurde ursprünglich in den indogermanischen Sprachen durch den Dual bezeichnet, für den dann bei Untergang des Duals der Plural eintrat. Es fand aber bei manchen auch infolge der Zusammenfassung Vertauschung mit dem Singular statt.
"Hose" bezeichnete ursprünglich die (strumpfartige) Umhüllung eines Beines, wobei kein Zweifel darüber aufkommen konnte, daß der Mensch mit zwei Hosen bekleidet war. Nachdem aber die Umhüllungen der Beine mit der Umhüllung des Unterleibs (mhd. "bruoch") verbunden waren, konnte neben dem Plural "Hosen" der Singular "Hose" aufkommen. Wir sprechen jetzt noch von den Brüsten eines weiblichen Wesens, früher wurde der Dual (Plural) allgemein für die menschliche Brust gebraucht. Ebenso sind die Singulare "Nase", "Tür" an die Stelle alter Duale (Nasenflügel, Türflügel) getreten.

§ 186
Abstrakt gebraucht ist das Wort eigentlich keines Unterschiedes der Numeri fähig. Da aber der äusseren Form nach ein Numerus gewählt werden muss, so ist es gleichgültig welcher. Die Sätze "der Mensch ist sterblich" und "die Menschen sind sterblich" sagen in abstrakter Geltung das Nämliche aus. Daher ist denn auch ein Wechsel der Numeri in den verschiedenen Sprachen gewöhnlich. Otfrid macht die Verbindung "engilon joh manne". Ein Pron., welches sich auf einen abstrakten Ausdruck bezieht, steht zuweilen im Plural: "nicht als ob in ihm kein einziges Punkt wäre, die hat er" (Herder); "ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden, doch ihre Weine trinkt er gern" (Goe.); "nobody knows what is to lose a friend, til they have lost him" (Fielding); mhd. "swer gesiht die minneclîchen, dem muoz si wol behagen, daz sie ir tugent prîsent"; "jedes triftige Beiwort, an denen er glücklich ist" (Herder); "insofern ein jeder Schriftsteller in einem besondern kleinen Artikel behandelt wird, die stilistisch mit einander verbunden sind" (Ebert, Christl. lateinische Lit.). Das Präd. kann im Plural stehen: mhd. "daz ieslîcher recke in den satel saz und ir schar schihten"; lat. "ubi quisque vident, eunt obviam" (Plaut.); "uterque sumus defessi" (id.); "uter meruistis culpam" (id.); "neuter ad me iretis" (id.); it. "come ogni uomo desinato ebbero"; engl. "neither of them are remarkable" (Blair). Die meisten indogermanischen Sprachen haben zur Bezeichnung der Allgemeinheit ein singularisches und ein pluralisches Pronomen nebeneinander ("jeder" - "alle"). Diese können leicht eins in das andere übergehen. So findet sich schon im Lat. neben "omnes" der Singular, z. B. "militat omnis amans" (Ov.); im It. ist der Singular "ogni" alleinherrschend geworden. Im Griech. stehen "amphóteros" und "amphóteroi" nebeneinander. Aus "beide" haben sich singularische Formen herausgebildet. Häufig ist das Neutr. "beides", vereinzelt schon mhd. Ebenfalls schon mhd. ist "ze beider sît", vgl. "beiderseits". Im älteren Nhd. kommen andere singularische Verwendungen des Wortes vor: "beider Baum" (Mathesius), "mit beidem Arm" (Lohenstein), "auf beyde Weise" (Le.). Le. sagt auch "das alles dreies auf einmal". Der Plural "jede" ist namentlich im 18. Jahrhundert häufig (vgl. DWb. 4², 2290), und umgekehrt findet sich der Singular "aller" im Sinne von "jeder" (vgl. DWb. 1, 209).

§ 187
Unanwendbar ist die Kategorie des Numerus auch bei den reinen "Stoffbezeichnungen". Denn erst durch die Berücksichtigung der Form entstehen Individualitäten, entsteht der Gegensatz von Einzeldingen und Mehrheiten. Die Stoffbezeichnungen werden daher meistens nur im Singular gebraucht, welcher die nicht vorhandene numeruslose Form ersetzen muss. Aus demselben Grunde pflegen sie nicht mit dem unbestimmten Art. verbunden zu werden. Es stellt sich aber sehr leicht ein Übergang her von einer Stoffbezeichnung zur Bezeichnung für ein Einzelding und umgekehrt, indem die individualisierende Form leicht hinzu oder weggedacht werden kann, vgl. "Haar", "Gras", "Blüte", "Frucht", "Kraut", "Korn", "Rinde", "Tuch", "Gewand", "Stein", "Wald", "Feld", "Wiese", "Sumpf", "Heide", "Erde", "Land", "Brot", "Kuchen" etc. Hierher gehört auch "Huhn", "Schwein" statt "Hühnerfleisch", "Schweinefleisch", lat. "leporem et gallinam et anserem" (Caes.); lat. "fagum atque abietem" (Caes.) = Buchen- und Tannenholz. So erklärt sich auch der Singular in Fällen wie "der Feind zieht heran"; "der Russe" (= das russische Heer) "kommt". Entsprechend gebraucht Livius die Singulare "Romanus", "Poenus", "eques", "pedes" etc. und wagt sogar die Verbindung "Hispani milites et funditor Balearis". Bei Seneca findet sich sogar "multo hoste". Damit vergleiche man "mit willkürlicher Beliebung des ganzen Kaufmanns" (Micrälius) u. a. (vgl. DWb. 5, 337).

§ 188
Der Singular, wiederum in der Funktion einer absoluten Form, an der die Kategorie des Numerus noch nicht ausgeprägt ist, steht im Nhd. von vielen Wörtern nach Zahlen. Ihren Ausgang hat diese Konstruktionsweise allerdings von solchen Fällen genommen, in denen eine wirkliche Pluralform zugrunde liegt, die nur lautlich mit der Singularform zusammengefallen ist, so bei "Mann" - "Pfund", "Buch". Wenn aber die altertümlichen Formen sich gerade nach Zahlen erhalten haben, und ihrer Analogie andere Wörter wie "Fuss", "Zoll", "Mark" gefolgt sind, so muss das besondere Ursachen haben. Das Sprachgefühl empfindet in den altertümlichen Verbindungen so wenig wie in den analogisch nachgeschaffenen eine Pluralform. Es ist eben gerade nach einer Zahl kein Bedürfnis zu einem besonderen Ausdruck für die Mehrheit, da dieselbe schon hinlänglich durch die Zahl gekennzeichnet ist.

So ist man zu einer gegen den Numerus gleichgültigen, zu einer absoluten Form gelangt, also wieder zu einem Standpunkte, wie er vor der Entstehung des grammatischen Numerus bestand.


Punkt (W3)

(E?)(L?) http://www.jetzt.de/texte/anzeigen/146052
...
Man betrachte nur einmal die Etymologie von "Punkt": lat. "punctum", abgeleitet von "pungere" = "stechen". Klingt das nicht irgendwie zweifelhaft, unmoralisch? Höchstens Roland Barthes, der alte Wollüstling, hätte in diesem Zusammenhang sicher von einer "Erotik des Satz-Zeichens" gesprochen. Überdies kann "pungere" noch "verletzen", "kränken", "beunruhigen" und "quälen" bedeuten, also nur Unschönes und Unerfreuliches.
...


Q

R

Reflexion (W3)

(E?)(L?) http://www.zeit.de/2005/13/C-Latein-Deutsch
"Reflexion" kommt von lat. "reflectere" = "zurückbeugen", die erste Person ist "reflecto".
"Reflexives Verb" = "Rückbezügliches Verb".
"Reflexivpronomen" = "Rückbezügliches Fürwort".

rücksichtlich (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Klare Beispiele einer Veränderung der Rektion durch Grammatikalisierung, und zwar von der präpositionalen zur Genitivrektion, bieten "bezüglich", "hinsichtlich" und "rücksichtlich". Bei Goethe werden sie noch durchgängig aufgrund der vom Verb geerbten Rektion mit auf konstruiert: "rücksichtlich auf das deutsche Theater". Seit dem 19. Jh. nehmen sie den Genitiv.
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S

samt (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Von ahd. "samo" = "derselbe" wurde das Adverb "samat" "zum selben Ort" gebildet, das mhd. "samet" und dann "samt" ergibt.
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schweinebildchen - FAQ zur deutschen Sprache

(E?)(L?) http://www.schweinebildchen.de/SAHARA.html
26.07.2006:

Teil A Allgemeines Teil B Grammatik Teil C Regionalismen Teil D Deutsche Wörter, Anglizismen Teil E Worterklärungen Teil F Rechtschreibung und Rechtschreibreform Teil G Aussprache Teil H Besonderheiten in de.etc.sprache.deutsch, Akronyme

SVO, SOV, VSO (W3)

(E1)(L1) http://www.uni-erfurt.de/sprachwissenschaft/personal/lehmann/CL_Lehr/Wandel/Wandel_Rekonstruktion.html
In selbständigen Aussagesätzen haben die germanischen Sprachen die Grundwortstellung SVO (Subjekt - Verb - Objekt), das Lateinische die Stellung SOV, die keltischen Sprachen dagegen VSO. Für das Urindogermanische rekonstruiert man – mit einiger Unsicherheit – freie Wortstellung mit Vorliebe für SOV.

spät, seit (W3)

(E?)(L?) http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1770/ASSidUE06.pdf
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Im Germanischen wurde der Komparativ eines Wortes für "spät" zum Vorläufer von "seit" kondensiert.
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"spät" geht zurück auf ein ahd. "spati" = "sich hinziehend".
Und "seit" geht zurück auf ahd. "sid" = "später als".

spiegel - Fugen-S

(E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,293195,00.html


Das Fugen-s steht im Allgemeinen:
bei Zusammensetzungen mit Wörtern auf -tum, -ling, -ion, -tät, -heit, -keit, -