Etymologie, Étymologie, Etymology
DE Deutschland, l'Allemagne, Germany
Stoffe und Kleidung, Tissu et Vêtements, Fabric and Clothes

Stoffe und Kleidung

(E?)(L?) http://www.mannheim.de/reiss_museum/reiss-engelhorn-museen/index.de.htm
Wörtersammlung
Am 16.10.2002 besuchte ich einen Vortrag zur Kleidung der Herzogszeit im 18.Jh (am Beispiel mannheimer Herrscher). Leider gab es dabei keine etymologischen Hinweise. Aber ich notierte mir eine lange Liste an Begriffen, die einer näheren etymologischen Untersuchung harren. Daraus ergab sich die folgende Wörtersammlung, die schrittweise bearbeitet wird.

Accessoire | Band, Bänder | Baumwolle (cotton) | Besatz | Borte | Brokat | Cape | Dekolletee | Elfenbein | Erzeugnis | Etiquette | Fächer | Frack | Galakleidung | Gallanteriewaren | Garderobe | gepuffte Ärmel | Gesässpolster | Gewand | Gilet (Weste) | Hemd | Hemd | Hose | Jacke | Kamm | Kleid | Kleidung | Kniehose | Kniehose | Knopf | Kordel | Korsett | Korsett | Kragen | Krawatte | Kürchner | Leibwäsche | Leinen | Livree | Manschetten | Manteau | Manufaktur | Mode | Mode à l'anglaise | Muster | Nadel | Negligee | Ordensroben | Parfum | Parker | Parsen (?) | Perlmutt | Perücke | Perücke | Plüsch | Prunk | Prunkweste | Pullover | Putz | Putzer | Reifrock | Reifrock | Reinigung | Reissverschluss | Robe | Robe à la francaise | Robe à la Turque | Robe de chambre | Rock | Samt | Schal | Schleppe | Schnalle | Schneider | Schnepfe | Schossjacke | Schwanenhaut | Seide | Spitzen | Stehkragen | Stickerei | Stickereien | Stil | Stoff | Strass | Strumpf | Tapisserien | Textil | Toilette - viel Toilette machen | Tracht | Tuch | Uniform | Verzierung | Verzierung | Vorhang | Wäsche | Waschen | Weste | Wolle | Zipf-Manufaktur | Zwickel


A

Atlas (Stoff) (W3)

wird auch ein "hochglänzendes Gewebe" bezeichnet. Dessen Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet "fein", "glatt". Schon im 16. Jahrhundert wurden der Stoff und das Wort bei uns gebräuchlich.
Wie diese beiden Begriffe zusammenhängen konnte ich nicht ermitteln.

"Atlas" taucht im Deutschen zum ersten Mal etwa im 15. Jahrhundert auf und bezeichnet einen seidenartigen, glänzenden Stoff, dürfte auf arab. "atlas" für "kahl", "glatt" zurückgehen, das heute noch in Verbindungen mit Stoffbeschreibungen dort vorkommt. Bezeichnet dort eine eher minderwertige ("kahle") Qualität.
(A: gaed)

auf links waschen (W3)

(E?)(L?) http://www.wdr5.de/service/service_kleine_anfrage/662884.phtml
...
Woher kommt der Begriff „auf links waschen“? Eigentlich beschreiben die Worte links und rechts bloß eine Richtung. Allerdings - und das unterscheidet sie in Sachen Orientierung von den Himmelsrichtungen - sind die Begriffe rechts und links sehr subjektiv: Ihre Lage hängt immer vom Betrachter ab – also von der Sicht eines Menschen. Und genauso subjektiv ist die Betrachtung, dass die beiden Seiten nicht gleich gewichtet werden. War die linke Seite bei den Römern zunächst die glücksbringende, passten sie sich später der Meinung der alten Griechen an, die die rechte Seite als positiv sahen und die linke als schwach und unglückbringend.
...
Auch im Christentum setzt sich diese Haltung fort: Zur Rechten Gottes sitzen die Guten, die Sünder werden nach links geschickt. Möglicherweise verstärkte auch die Überzahl von Rechtshändern diese Haltung, da bei Rechtshänder die linke Körperseite die schwächere ist. Und so setzt sich die Zuordnung in der Sprache fort: Etwas ist rechtens, richtig, gerecht. Aber ein ungeschickter Mensch ist linkisch oder hat zwei linke Hände. Und wenn die Seite eines Stoffes, die nach außen getragen wird, die (dem Kunden) rechte ist, folgt natürlich, dass die innere Seite des Stoffs die linke sein muss. Die wertende Einordnung von links und rechts findet sich in vielen Sprachen: Im Französischen ebenso wie im Schwedischen, Russischen oder Englischen. Letztere ist aber, was die Schonung von Kleidungsstücken beim Waschen angeht, neutral: Da heißt es einfach: Wash inside out.
AutorIn: Verena von Keitz
Redaktion: Martin Gent


B

Baumwolle (W3)

(griech. "sindon" = "Leinenstoff". Die deutsche Bezeichnung stammt aus dem 12. Jahrhundert und entspringt der Vorstellung von Schafen, die auf Bäumen leben).

Baumwolle ist das Samenhaar des zur Malvengattung gehörenden Gossypium-Strauches. Sie gedeiht in Ländern mit subtropischem Klima (z.B. Indien, Ägypten, USA) und ist mengenmäßig der bedeutendste und billigste textile Rohstoff. Baumwolle spielte lange Zeit neben Wolle und Leinen nur eine unbedeutende Rolle. Alexander der Große brachte sie 325 v. Chr. aus Indien nach Europa, und seit dem 12. Jahrhundert wird sie auch in Deutschland verarbeitet. Die Beliebtheit der Baumwolle konnte auch nicht durch das 1721 verhängte Verbot, Kleidung aus Baumwolle zu tragen, gestoppt werden. (Preußenkönig Friedrich verhängte das Verbot, in der Hoffnung so der steigenden Einfuhr begegnen zu können.

(E?)(L?) http://www.conleys.de/shop/action/service/modelexikon


hu-___sta

Budapester (W3)

(E?)(L?) http://www.edmeier.de/von_schuhen/knigge.html
(E?)(L?) http://www.budapester-schuhe.de/
(E?)(L?) http://www.deichmann.com/website/de/schuhabc.php
Der "Budapester" (Schuh) hat eine ganz typische Verarbeitung und ein typisches Aussehen.
Seine Wurzeln waren seinerzeit tief in den moorigen Boden des schottischen Hochlandes getrieben. Gemeinsam mit dem "Ghillie" kommt der "Brogue" aus den Tälern des guten Whiskeys. Mit Löchern versehen, die ihn zunächst nicht zieren, sondern lediglich Wasser, welches in den Schuh geronnen war, ablaufen lassen sollten, war er englischen Golfern aufgefallen. Als Golfschuh ging er Ende des 19. Jahrhunderts auf Welttournee. Die Schuhmacher "Budas" und "Pests" konnten sich mit dem neuen Stil so anfreunden, daß dieser Schuhtyp fortan ihr meistgemachter war. Nicht ohne Grund wird der "Brogue" immer häufiger "Budapester" genannt.

Dagegen sagt das Schuh-Lexikon von Deichmann:
"Budapester": Flügelkappenschuh mit Ursprung aus Ungarn; identisch mit dem "Full Brogue", jedoch mit einer sportlichen Derby-Schnürung.

C

conleys - Mode-Lexikon
Kleidungsbegriffe - Stoffbegriffe

(E?)(L?) http://www.conleys.de/shop/action/service/modelexikon
Wer hat eigentlich die Jeans erfunden?; Warum heißt der Pyjama Pyjama?; Und was macht Kaschmirwolle so exklusiv?; Antworten auf diese und viele andere Fragen;

31.07.2008:

Argyle | bambola | Blasebalgtasche | Blazer | Boxer-Shorts | Budapester | Button-down-Kragen | CONLEY'S | Chinos | Cord | Dufflecoat | Elasthan | Fischgrat | Gore-Tex | Haferlschuh | Halterneck | Hawaiihemd | Indigo | Janker | Kaschmirwolle | Kentkragen | Krawatte | Leinen | Lumberjack | Merinowolle | Moleskin | Paisley | Perlmutt | Polohemd | Polyamid | Polyurethan | Schurwolle | Sea Island Cotton | Seide | Stresemann | T-Shirt | Tab-Kragen | Tweed | Twinset | Vintage | Wassersäule | Wirkplüsch und Webpelz

D

deichmann - Schuh-ABC

(E?)(L?) http://www.deichmann.com/website/schuhtipps_abc_AbisF.php
DEICHMANN bietet Ihnen mit dem Schuh-Lexikon die passenden Antworten auf Fragen zu Fach- oder Modebegriffen rund um das Thema Schuhe

Abrasivato | Absatzsprengung | ACS® (Air Cushion System) | Anilinleder | Antikleder | Aquatypen | Arrondiert | Ballerina | Beschichtetes Leder | Blankleder | Blattschnitt | Blatt-Schnürschuh | Blockabsatz | Blucher | Boatschuhe | Boden | Bommel | Boots | Borgue | Boxcalf | Brandsohle | Brogueing | Brushleder | Budapester | Cambrelle® | Camoscio | Casual | Chagrinleder | Chamois | Chelsea Boot | Chevreau | Chevretten | Chopine | Clogs | College | Color-Finish | Cordovan | Crushlack | Dandies | Deckfärbung | Decksohle | Deitex® | Derby | Diabolo-Absatz | Dianetten | D´Orsay | Doubleface | Ecraséleder | Espandrilles | EVA (Ethylen Vinyl Acetat) | Exotenleder | Fluorfarben | Fell | Finish | Flamenco | Flat | Flechtleder | Fleischseite | Fleischspalt | Folienleder | Full Brogue | Fußbett | Futter | Futterleder | Gekrispeltes Leder | Gerbung | Geschirrleder | Geschliffenes Leder | Geschnürter Halbschuh | Ghillie-Schnürschuh | Glacéleder | Glattleder | Graubruch | Half Brogue | Haut | Hochfront | Hunting | Imprägniertes Leder | Jodhpur-Stiefelette | Juchtenleder | Kalbveloursleder | Karréeform | Keilabsatz | Knautschlack | Knitterlack | Komfortschuh | Kordelstopper | Lackleder | Langschaftstiefel | Laufsohle | Leder | Lederquast | Leisten | Loafer | Longwing | Louis XV.- Absatz | Lurex® | Mastbox (Mastkalbleder) | Membrane | Mesh | Metallisé-Leder | Military-Look | Mokassin | Monk | Mule | Narbe | Narbenleder | Narbenseite | Neopren | Norweger | Nubukleder | Oberleder | Obermaterial | Outdoor | Oxford | Pantoffel | Pantolette | Peccary-Leder | Peeptoe | Peeptoe-Mule | Pelotte | Pelzvelours | Penny Loafer | Perlato | Phantasieleder | Pigmentfärbung | Plateau | Plissierung | Porc | Preßnarbenleder | PU (Polyurethan) | Pull up | Rahmenleder | Rauhleder | Retro | Riemchensandale | Rindbox | Rindleder | Ristspange | Rubber-Sohle | Sabot | Sacha | Sämischleder | Samtcalf-Leder | Samtchevreau-Leder | Sandale | Sandalette | SAS® (Shock Absorbing System) | Sattelschnitt | Schaft | Schaftspoiler | Schalensohle | Schrumpfleder | Schweinsleder | Semi-Anilinleder | Semi-Brogue | Shantung | Skiver | Slipper | Snaffle-Loafer | Sneaker | Softcalf | Softy-Leder | Sohlleder | Spaltleder | Spaltung | Spangenschuh | Spectator | Stegkeilabsatz | Steilfront-Absatz | Stiefelette | Stiletto | Straußenleder | Surfertyp | Sympatex® | Tasseln | Trotteur | T-Spangenschuh | Tunnelzug | Twotone | Velcroverschluß | Velours | Velvet | Vintage-Look | Vlies | Walkleder | Waterproof | Wellness | Wildleder | WMS-Leisten | Zigarettenhose | Zipper

deichmann - Schuhmode-Lexikon

(E?)(L?) http://www.deichmann.com/website/schuhtipps_mode_abisf.php
Anorak | Animal-Print | Angora | American Sportswear | Abstrahiertes Muster | Aubergine | Badges | Baggy-Hose | Bandeau-Form | Basic | Batik | Baumwolle | Baukasten-System | Beach-Fashion | Black Tie | Blau | Blazer | Bodywear | Bolero | Boarder-Stil | Boot Cut | Burberry-Karo | Button-down-Kragen | Casual | Cardigan | Camouflagé | Capri-Hose | Cargo-Pants | Cargo-Style | Chanel-Stil | Changeant | Chasuble | Cashmere | College-Style | Colourblocking | Colourblocking | Cool | Drawstrings | Diagonal | Donegal | Drapé | Dschungelmuster | Easy-Care | Ecru | Edelhaar | Elastan | Emblem | Fade-outs | Fake Fur | Filigrane Muster | Finish | Filz | Fischerhosen | Fischgrat | Five Pocket | Flachgewebe | Flanell | Flausch | Fleece | Fliegerjacke | Formelle Kleidung | Gelb | Gewürzfarben | Grün | Gabardine | Glamour Look | Gaucho-Hose | Gehrock | Guipure-Spitze | Gekochte Wolle | Hawaii-Print | Heavy Jersey | Hip-Hop-Style | Hot Pants | Indigo | Jadegrün | Jaspé | Kaminrot | Kaschierung | Khaki | Kitt | Klassik-Dessins | Kolorit | Kroko-Optik | Labcoat | Lacqué | Lagen-Look | Laminat | Lammvelours | Lederimitate | Leinen | Logo | Longjacket | Loungewear | Lurex® | Madeira-Stickerei | Madras-Karo | Make-up-Töne | Military-Style | Maritime Farben | Maritim-Style | Marlene-Hose | Nadelstreifen | Nadelzugmuster | Napoleonkragen | Naturals | Nilgrün | Non-Colours | Office-Mode | Offwhite | Outdoor | Overjacket | Petrol | Primärfarben | Purpur | Parka | Pashmina | Patina | Pattentasche | Pelzvelour | Pelzverbrämung | Persianer | Pfeffer-Salz Muster | Piqué | Pilotenhemd | Platzierter Druck | Plüsch | PU (Polyurethan) | Pullunder | Pure-Look | Retro-Sport-Look | Retro-Style | Rips | Röhrenhose | Reversibel | Raglan-Ärmel | Safari-Style | Safety-Tasche | Samt | Satin | Sattelrock | Schlaghose | Schurwolle | Second-hand-Look | Seide | Semi-Transparenz | Shirt | Skater-Hose | Sportswear | Tailleurs | Tankini | Techno-Cotton | Terrakotta | Trekking-Style | Velcroverschluß | Velours | Velvet | Vintage-Look | Vlies | Wachsen | Waterproof | Winter-Cotton | Wonder-Tee | Worker Style | Zigarettenhose | Zipper

E

F

Filz, Filter, Puls, pulsieren (W2)

Die Bezeichnung für den gepressten Stoff aus Haaren und Wollfasern geht zurück auf mlat. "filtrum" = "gestampfte Masse" (die als "Durchseihgerät aus Filz" eingesetzt wurde). Dies wird weiter zurückgeführt auf die (konstruierte) idg. Wurzel "*pel" = "stoßen", "schlagen", "treiben" (vgl. lat. "pellere" = "stoßend", "schlagend treiben"). Verwandt damit sind auch die Wortgruppen um "Filter" und "Puls", "pulsieren" ("Puls-Schlag" = "Schlag-Schlag").

G

Gala, Galan, galant (W3)

geht zurück auf arab. "khil'a" = "ein ausserordentlich feines Gewand als Geschenk gegeben". Es landete in Spanien mit dieser Bedeutung. Von da kam es nach Italien und Fankreich und schliesslich im 17.Jh. nach England. Im 19.Jh. nahm es dann die Bedeutung "festlicher Anlass", "festliche Gelegenheit" (zum Anlegen der besten Kleider) an.
Der "Galan" geht zurück auf den span. "galano", den "in Gala gekleideten (Höfling)".
Die Bezeichnung "galant" = "höflich", "zuvorkommend" geht über frz. "galant" = "liebenswürdig" und frz. "galer" = "sich erfreuen" auf frz. "gale" = "Vergnügen" und hängt wohl auch mit dem germ. "geil" = "lustig" zusammen.

Gardinenpredigt (W2)

Die "Gardinenpredigt" wurde normalerweise hinter den Gardinen gehalten, die früher um die Betten bzw. vor den Bettnischen waren. Entweder kam der Mann spät nach Hause und wurde entsprechend von der schon hinter den Gardinen wartenden Frau begrüsst, oder die Strafpredigt wurde hinter den Gardinen gehalten, um es vor den Kindern zu verbergen.

Garn, Seemannsgarn (W2)

(E1)(L1) http://de.wikipedia.org/wiki/Garn
0 Heute wird vielfach "Faden" synonym zu "Garn" verwendet. Der Begriff "Garn" wird in diesem Zusammenhang jedoch länger verwendet. Er stand ursprünglich für eine "aus getrockneten Därmen bestehende Schnur".

Eine Bedeutung im übertragenen Sinne erhielt der Begriff durch Seeleute, die sich beim Spinnen von Garn aus altem Tauwerk unwahre oder übertriebene Geschichten erzählten. siehe auch "Seemannsgarn".


H

Hut, über die Hutschnur, einen Hut in den Ring werfen (W3)

(E2)(L2) http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/dossiers/woerterbuch/?em_cnt=24415
(E1)(L1) http://www.etymonline.com/
(E?)(L?) http://www.google.de/search?hl=de&ie=UTF-8&oe=UTF-8&q=%22hut+in+den+ring+werfen%22&meta=
(E?)(L?) http://www.google.de/search?hl=de&ie=UTF-8&oe=UTF-8&q=hat+in+the+ring&btnG=Google+Suche&meta=
(E1)(L1) http://www.word-detective.com/
(E1)(L1) http://www.word-detective.com/backidx.html
Seit einigen Tagen fahnde ich nach dem Ursprung von "einen Hut in den Ring werfen". Diese Phrase wird m.E. synonym für Bewerbung verwendet. Haben Sie einen Schimmer, woher dieses geflügelte Wort stammen könnte? Unsere Vermutung zielt auf's Rodeoreiten, wobei Bewerber als Zeichen für ihre Bewerbung ihren Hut in den Ring werfen.
(A: frtr)

Die Herleitung von "Hut" ist nicht sicher geklärt. Am wahrscheinlichsten ist die Abstammung von Ziege bzw. einer aus Ziegenfell hergestellten Kopfbedeckung.
Übrigens: Etwas, das einem "ueber die Hutschnur geht", geht einem noch über "Oberkante Unterlippe".
Eine andere, etwas unsicherere Erklärung, ist die Herleitung aus einer Vorschrift zur Wasserentnahme, wonach die Ableitung von Wasser nicht dicker als eine Hutschnur sein durfte.

Der "Hut" (Kopfbedeckung) und die "Hut" (Vorsicht) gehen auf schon im Althochdeutschen differenzierte Bedeutungen "huot" bzw. "huota" zurück. Diese gehen jedoch beide auf eine Wurzel "*kadh" = "schützen, bedecken, behüten" zurück. Die Kernbedeutung dürfte also wohl "bedecken" gewesen sein, woraus sowohl die direkte Bedeutung "Kopfbedeckung" als auch die eher indirekte Bedeutung "behüten" hervorging.

Dass der Hut etwas mit "hüten" zu tun hat, erkennt man auch am engl. "hut" = "cottage", das wahrscheinlich auf ein altes "*khudjan-", aengl. "hydan" = "to hide" zurückgeht.

Obwohl es immer noch viele gibt, die ihren Hut in den Ring werfen wollen oder sollen (s. Google), konnte ich keinen Hinweis darauf finden, wer nun wann, bei welcher Gelegenheit zum ersten Mal seinen Hut in den Ring warf.

Die "Frankfurter Rundschau" erwägt die Möglichkeit, dass die Kopfbedeckung sinnbildlich für die gesamte Person, ihre soziale Stellung, ihr Amt steht (Grüezi, Herr Gessler).

Einen ersten Anhaltspunkt gibt es im engl. "to throw one's hat in the ring".
Der "word-detective" erklärt "throw your hat in the ring" zum Amerikanismus. Der Ausdruck soll aus dem 19.Jh. stammen und etwa "seine Kandidatur erklären" (insbesondere politisch) bedeuten. Bei dem "ring" soll es sich um den "Boxring" handeln. Dabei war es Sitte, "seinen Hut in den Boxring zu werfen", um zu erklären, dass man bereit war gegen jeden aus dem Publikum zu boxen. Im politischen Umfeld soll der Ausdruck 1912 von Theodore Roosevelt benutzt worden sein "when he announced his intention to challenge William Howard Taft for the U.S. presidency: "My hat's in the ring. The fight is on, and I'm stripped to the buff."
Der Ausspruch wurde später variiert "when former child star Shirley Temple announced her candidacy for Congress in 1967, The New York Times snarkily declared that she had thrown "her curls in the ring."

I

J

K

Kandidat (W2)

(E?)(L?) http://www.owad.de/
engl. "candid" = "honest and open" = "aufrichtig", "offen", "freimütig", "offengelegt", "unparteiisch", "unvoreingenommen"
frz. "candide", lat. "candidus" = "bright", "white" = "glänzend", "weiß", zu "candEre" = "to shine", "glow"; akin to Welsh "can" = "white", Sanskrit "candati" = "it shines".
Der "Kandidat" war ein lat. "candidatus", ein "weiß Gekleideter". Ein Amtsbewerber musste sich dem Volk in der "toga candida", der "glänzendweißen Toga" vorstellen. Daraus leitet sich auch die Bedeutung "der Prüfling" ab.

Also: "Kleider machen Leute".

Klamotten, Mont Klamott (W3)

Mögliche Herleitungen für "Klamotten" = urspr. "alte Kleidungsstücke", heute allgemein für "Kleidung" sind:

Möglicherweise trugen alle diese Begriffe zur "Klamotte" bei. Auch könnte es einen Zusammenhang zu frz. "Chamotte" = dt. "Schamott" = "feuerfester Ton", der zur Herstellung von "Schamottesteinen" bzw. "Schamottmörtel" verwendet wird.

Der Singular "die Klamotte" steht nicht für ein einzelnes Kleidungsstück sondern für Filme aus der "Klamottenkiste".

(E?)(L?) http://www.conleys.de/shop/action/service/modelexikon
(E?)(L?) http://www.das-oesterreichische-deutsch.at/
Klamotten - Bekleidung, Kleider, Gewand, Sachen zum Anziehen

(E?)(L?) http://www.fernsehserien.de/index.php?suche=Klamottenkiste
Klamottenkiste (USA 1920)

(E?)(L?) http://www.fernsehserien.de/index.php?suche=V%E4ter+der+Klamotte
Väter der Klamotte (D/USA 1934)

(E?)(L?) http://www.mitmachwoerterbuch.lvr.de/detailansicht.php?Artikel=Klamotten&Eintrag1=1645=ko
(E?)(L1) http://www.ruhrgebietssprache.de/lexikon/klamotten.html
(E1)(L1) http://www.sfs.uni-tuebingen.de/~lothar/nw/Archiv/alphabetisch/
Mit "Label-Klamotten" sind bestimmt keine "alten Klamotten" gemeint.

(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Klamotte
"Klamotte" bezeichnete ursprünglich umgangssprachlich "zerbrochene Mauer- und Ziegelsteine", aber auch (natürliche) Gesteinsbrocken. Nach dem Zweiten Weltkrieg aus Bauschutt entstandene Trümmerberge trugen, vor allem in Berlin, in einigen Fällen den Spitznamen "Mont Klamott".

Die Bezeichnung "Klamotte" wurde auch auf andere zerbrochene oder wertlose Gegenstände ausgedehnt, insbesondere in der Pluralform "Klamotten" für "alte Kleidung und Kleidungsstücke". Allerdings ist die Bezeichnung von Bekleidung als "Klamotten" heute nicht in jedem Fall negativ konnotiert. Nichtmateriell, im Singular, bezeichnet "Klamotte" auch einen "derben Schwank ohne besonderes geistiges Niveau", zunächst im Theater, später auch in Film und Fernsehen.

Der genaue Ursprung des Wortes ist unbekannt, eine Herkunft aus der "Gaunersprache" wird angenommen.


(E6)(L?) http://www.wissenschaft-im-dialog.de/sg.php4
(E?)(L?) http://www.wissenschaft-im-dialog.de/de/aus-der-forschung/schon-gewusst/detail/browse/2/article/schon-gewusst-warum-alte-klamotten-leben-retten-koennen.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=160&cHash=d016481870
warum alte Klamotten Leben retten können?

Kolder, Kolter (W3)

(E1)(L3) http://www.kolder.de/etymo.html


Krinolin (W3)

Der "Krinolin" = "Reifrock" geht zurück auf ital. "crino" = "(Haar-)Borsten des Pferdes" (lat. "crinis" = "Haar"). Dazu gesellte sich noch lat. "linum" = "Leinen".

L

Lappen, durch die Lappen gehen (W1)

(E2)(L1) http://www.nextz.de/glossen/woerter.html
(E1)(L?) http://www20.wissen.de/xt/default.do?MENUID=40,95,4289
war ursprünglich die Bezeichnung für etwas "schlaff herunterhängendes". Heute denkt man dabei eher konkret an einen "Stofflappen", "Putzlappen". Allerdings wird es auch zur Bezeichnung von Organteilen ("Hirnlappen") benutzt.

"Durch die Lappen gehen" = "entwischen", "entkommen" - Bei Treibjagden wurden oftmals Korridore mit Hilfe von aufgespannten Tücher und Lappen gebildet, um die Tiere in eine bestimmte Richtung zu drängen. Aber nicht alle ließen sich davon beeindrucken; so daß einige doch durch die Lappen gingen.
Seit dem 18. Jh. wird die Wendung auch auf Menschen angewandt.

M

Manschetten haben (W3)

(E2)(L2) http://www.blueprints.de/wortschatz/
Die Redensart "Manschetten haben" ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in studentischen Kreisen entstanden. In dieser Zeit hinderte die Mode der überfallenden Manschetten den Gebrauch des Degens im Kampf. Wer also Manschetten trug, der konnte sich nicht schlagen, sondern war ein "modischer Zärtling" bzw. würde man heute sagen "ein Weichei".
Wenn jemand Angst, Furcht oder Respekt hat, sagen wir heute auch "er hat Manschetten".
(© blueprints Team)

N

Nummer, eine Nummer zu gross (W3)

geht vermutlich auf schlecht sitzende Kleidung zurück.

O

Ornat (W3)

Die Bezeichnung "Ornat" für die "kirchliche Amtstracht" geht zurück auf lat. "ornatus" = "Schmuck" und lat. "ornare" = "ausrüsten", "schmücken".

P

Pumphose, Pomp (W3)

Die "Pumphose" ist eigentlich eine "Pomphose" und ist also keine "aufgepumpte Hose", sondern eine Hose für "pompöse Angelegenheiten". Der "Pomp" geht über frz. "pompe", lat. "pompa" zurück auf griech. "pompe" = "Geleit", "festlicher Aufzug". Zu Grunde liegt das Verb griech. "pémpein" = "schicken", "geleiten".

(E2)(L1) http://www.kruenitz1.uni-trier.de/cgi-bin/callKruenitz.tcl
...
Nach des Herrn Nicolai's Untersuchungen waren "Pluderhosen" eigentlich weite pauschende Hosen; "Pumphosen" hingegen waren ausgestopfte gesteppte Hosen.
...


(E2)(L1) http://www.kruenitz1.uni-trier.de/cgi-bin/callKruenitz.tcl
Hose, (Pomp-) oder Pump-)

pur, poor, pour (W3)

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem dt. "pur" = "rein" dem engl. "poor" = "arm" und dem frz. "pour" = "für"?

"pur" geht zurück auf lat. "purus" = "rein", "sauber", "gereinigt".

(E?)(L?) http://www.etymonline.com/index.php?search=poor&searchmode=none
Das engl. "poor" kam im 12. Jh. als afrz. "poure" = "arm" nach England und geht zurück auf lat. "pauper" = "arm". Die Herkunft von lat. "pauper" wäre denkbar als eine Zusammensetzung von lat. "paucus" = "klein", "gering" und lat. "parare" = "schützen". Somit ergäbe sich die Bedeutung "wenig geschützt", "schutzlos".

Das frz. "pour" geht zurück auf lat. "pro" = "für", das als vulgärlat. "por" (durch Metathese des "r") on die Französische Sprache einging.
Damit dürfte auch dt. "für", mhd. "vür", ahd. "furi" = "voraus" und "vor", ahd. "fora" = "darüberhinaus" zusammenhängen.

Einen direkten Zusammenhang kann ich nicht erkennen. Aber vielleicht hat ein Besucher noch eine Idee zu dieser Fragestellung.

Q

R

S

Sack und Asche - In Sack und Asche gehen (W3)

(E2)(L2) http://www.blueprints.de/wortschatz/
Die Wortverbindung "Sack und Asche" kommt zuerst im Buch Esther (4,1) bei der Schilderung eines Trauerbrauches vor. Hier heißt es: "Da Mardochai alles erfuhr, was geschehen war, zerriss er seine Kleider und legte einen Sack an und Asche und ging hinaus mitten in die Stadt und schrie laut und kläglich."
Noch heute sagen wir jemand "geht in Sack und Asche", wenn jemand Buße tut bzw. trauert. Eher scherzhaft sagen wir für den gleichen Sachverhalt auch "Ich streue mir Asche aufs Haupt".
(© blueprints Team)

Schapp, Hamburger Schapp, Hörnschap, Hörnschapp, Hörnschab, Hjörneskab, Scheffel, schaffen, Schappe, schappe, schaben, schaffen, schöpfen, Schöpfung, Geschöpf, Schappeseide, Schappe silk, spun silk, Schappeseidengarn (W1)

19.05.2006:

Ich weiß nicht, warum die Schapp-Seide so heißt, wie sie heißt. Darum hoffe ich, dass Sie mir vielleicht helfen können...?
Mit gespannten und freundlichen Grüßen, Charlotte Salow


Diese harmlose Frage zeigte sich als Schürfmine. Aber bevor Sie meinen Schürfpfad folgen, möchte ich Ihnen den roten Faden in die Hand geben. Es geht immer um Bedeutungen wie "schaben" und "schnitzen".

(E2)(L1) http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_7890.html
(E6)(L1) http://www.muenster.de/~nm2/masems.htm
Der "Schapp" war/ist eine niederdeutsche Bezeichnung für "Schrank". Zu finden ist es z.B. im "Hamburger Schapp" = "Hamburger Schrank". Eigentlich ist es aber wohl ein reichlich mit "Schnitzereien" versehener "Schrank" (also ein "Gechnitzter (Schrank)", was im folgenden "Hörnschapp" etwas deutlicher wird.

Der "Schapp" läßt sich wie "Schappe" über "Schaff" = "Bottich", "Gefäß", "Schrank" auf "schaffen" zurückführen. Das mhd. "schaf" = "offenes Gefäß", das auch zum Abmeßen von Korn genommen wurde, hat z.B. auch den "Scheffel" als Verwandtschaft. Alle gehen mit "schaffen" auf die ursprüngliche Bedeutung "Ausgehöhltes" zurück (ahd. "scaffan", "scaffon", "scepfen" = "schöpfen", "schnitzen", "ausschaben").

(E2)(L1) http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_4164.html
Die Varianten "Hörnschap", "Hörnschapp", "Hörnschab" gehen zurück auf skand. "hörn" = "Ecke". In der Zusammensetzung mit ndd. "Schapp" = "Schrank" wurde es in Norddeutschland zum "Eckschrank".

Das besondere am "Hörnschapp" ist, dass die der Wand zugewandte Seite nur einfach gearbeitet war, da man sie ja in der Zimmerecke nicht sehen konnte. Die sichtbare Seite war dagegen mit reichlicher Verzierung, also "Schnitzereien", versehen. Es war also ein einseitig "geschnitzter Eck-(Schrank)". Sowohl die Konstruktionsweise als auch die Bezeichnung könnte auf den dänischen "Hjörneskab" = "Eckschrank" zurück gehen.

Ich möchte aber auch noch erwähnen, daß es auch denkbar ist, dass der Schrank selbst schon als "ausgehöhltes Gefäß" die Bezeichnung "Schapp" erhielt. Die ersten Schränke dürften wohl aus Truhen bestanden haben, die man durch "Ausschaben" von Holzstämmen "erschaffte".


(E?)(L?) http://wiki.genealogy.net/wiki/Schapp
Eine andere Bedeutung von "Schapp" ist "Krätze", "Hautkrankheit", "Wurmkrankheit".
Möglicherweise hat bei dieser Bedeutung auch "schaben" = "reiben", "kratzen" eine Rolle gespielt.


(E6)(L?) http://www.stofflexikon.com/
Das Wort "Schappe" kommt in zwei Bedeutungen vor.
Einmal bezeichnet es (im Bergbau) einen besonderen Bohrer zum Arbeiten in lockerem Untergrund.
Zum anderen bezeichnet es eine bestimmte Art von (minderwertiger) Seide, genauer "Schappseide", "Schappe-Seide" oder "Schappseidengarn".
In beiden Fällen läßt sich "Schappe" auf "schaben" zurück führen. Das Wort "schaben", das auf ahd. "scaban" zurück geht hängt wiederum eng mit "schaffen" zusammen, das ursprünglich eine spezifischere Bedeutung als heute hatte. Die eigentliche Bedeutung von "schaffen" entspricht etwa dem heutigen "schaben", "schnitzen". Das mit ahd. "scaban" verwandte ahd. "scepfen", aus dem das heutige "schöpfen" hervorging trug wohl zur Verallgemeinerung der Bedeutung von "schaffen" bei, im Sinne von "etwas neues schaffen". Damit erhält man auch eine Erklärung für die "Schöpfung", die ja auch soviel wie "Erschaffung (der Welt)" bedeutet. Und eines der Produkte dieses Schaffensprozesses sind die "Geschöpfe", die "Geschaffenen", "Geschnitzten".

Auf dem Hintergrund von "schappe" = "schaben", "schnitzen", "(er)schaffen" versteht man auch die - zumindest im Saarland bekannte Redensart: "Für jemanden eine Braut, einen Bräutigam schnitzen." (also "erschaffen"). ("Deem passt kennie, dem muß ma eerscht ennie schnitze." = "Dem passt keine (Frau), dem muß man erst eine schnitzen.")

(E?)(L?) http://www.infoplease.com/ipa/A0862710.html
1957 schappe

(E?)(L?) http://www.dict.cc/?s=Schappeseide
engl. "schappe silk", "spun silk"

(E?)(L?) http://homepage.fritzsch.net/Ueber_Seide/8SchappeSeide
Die "Schappeseide", auch "gesponnene Seide" (engl. "spunsilk") wird aus den nicht abhaspelbaren Resten (Anfang und Ende) der Kokons hergestellt. Wie der Name "gesponnene" Seide schon sagt, gewinnt man "Schappeseide" durch einen Spinnvorgang, der dem der Kammgarnspinnerei bei Wolle ähnelt:
...


(E?)(L?) http://www.madehow.com/Volume-5/Thread.html
...
There are two types of silk manufacture. Both use the cocoon of the silk worm to produce silk thread, however, one processes the cocoons that still contain the pupa, producing a soft silk called "nett silk". The other utilizes cocoons that have already hatched to produce "schappe silk".
To make nett silk hot air is used to inhibit the growth of the pupa inside the cocoon, the cocoon is unraveled, and several yarns are wound together to produce a thread. Since it is derived from the older, hatched cocoon, "schappe silk" manufacture begins with the soaking, softening, washing, and drying of the cocoons. Next, the cocoons pass through steel rollers with combs to produce bundles of long, straight fibers of silk, which are combed, twisted, and spun into thread.
...
"Schappe silk" is made from cocoons from which the silk moths have hatched (= "geschlüpft"). This matured material is tougher than "nett silk" cocoons and must be softened, washed, and dried.


(E?)(L2) http://www.natural-yarns.com/default.asp?nav=mat&navsec=schappeseide
Die vorzüglichen Eigenschaften der Seidenfaser hat zur Folge, dass alle bei der Gewinnung und Verarbeitung der Rohseide sich ergebenden Abfälle gesammelt und als "Schappeseide" verarbeitet werden. Zur "Schappeseide" zählen die fehlerhaften Cocons, die Cocons, aus denen der Schmetterling schlüpft, die äusseren und inneren Coconschichten, und alle übrigen beim "Abhaspeln" und Verarbeiten der Rohseide entstehenden Abgänge.

Das "Abhaspeln" = "Abschaben" dürfte der entsprechenden Seide ihren Namen gegeben haben.

(E?)(L?) http://www.odge.de/index.php?ebene=Suche&kw=Schappeseide
(E?)(L?) http://www.seide.info/seidenarten/seidentypen.html
Schappeseide wird aus den mittleren Faserlängen bis 15 cm gewonnen. Sie unterscheidet sich zur Haspelseide durch eine mattere und weichere Erscheinung.

(E?)(L?) http://www.suziewongshop.com/seide.htm
"Schappeseide" auch als Florettseide bekannt wird aus den nicht abhaspelbaren Teilen des Kokons gewonnen. "Schappeseide" wird durch ein Verfahren weiterverarbeitet, daß dem Kammgarnverfahren ähnelt. Das Abfallprodukt (Kämmlinge) wird zu Bourette-Seide verarbeitet.

(E?)(L?) http://www.treenwaysilks.com/secrets_silk.html
"Schappe Silk": This refers to any spun silk yarns (ie: not reeled) which had been degummed by a lengthy and very smelly fermentation process.

(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Seide
(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Bourette


Trotz intensiven Suchens habe ich weder eine online- noch eine offline-Quelle gefunden, in der die Produktion und/oder die Namensgebung der "Schappeseide" für Laien verständlich beschrieben wird.
Was bleibt ist also der unspezifische Hinweis, dass die "Schappe Seide" durch einen irgendwie gearteten "Abschabe"-Vorgang als minderwertige Seide gewonnen wird.

Schuh - Scheune - Schuhwerk - umgekehrt wird ein Schuh draus - sich die Schuhe ablaufen - sich etwas an den Schuhen ablaufen - etwas in die Schuhe gesteckt bekommen - wissen, wo der Schuh drückt - Seidenschuhgeld (W1)

(E2)(L1) http://home.arcor.de/glanlaender/buergerhaus/redewendungen.htm
wo drückt der Schuh?

(E?)(L1) http://www.3sat.de/nano/
Pferde-Turnschuh, Schlittschuhkufe, Schuhe mit Sensoren

(E2)(L2) http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/dossiers/woerterbuch/?em_cnt=24708
Schuh

(E3)(L1) http://www.redensarten-index.de/
nach "Schuh" suchen

(E1)(L1) http://www.reppa.de/lexikon/lex.asp?link=Sycee.htm
Seidenschuhgeld

(E1)(L1) http://www.staff.uni-marburg.de/~naeser/ra-mat.htm
jm die Schuld in die Schuhe schieben

(E?)(L1) http://www.deichmann.com/website/schuhtipps_abc_AbisF.html
Schuh-ABC

(E?)(L?) http://www.br-online.de/wissen-bildung/kalenderblatt/2003/01/kb20030131.html
Schuh & Gentleman

(E?)(L1) http://www.schlaufuchs.at/list/l_schuhg.htm
Schuhgrößen

Der "Schuh" (ahd. "scuoh") geht wahrscheinlich auf die Bedeutung "Schutz", "Schutzhülle" zurück. Er ist verwandt mit der "Scheune", die ahd. "scugin(a)" = "Schuppen", "Obdach", und ursprünglich "Bedeckende" bedeutete.
Im "Schuhwerk" findet man einerseits noch den Oberbegriff für alle Arten von Fussbekleidung (Schuhe, Stiefel, Sandalen, ...) und damit andererseits auch noch die ursprüngliche allgemeine Bedeutung "Schutzwerk" anklingend. Auch die Begriffe "Handschuh" oder "Gummihandschuh" verweisen noch eindeutig auf die ursprüngliche Bedeutung "Schutzhülle" hin.

Der Ausdruck "umgekehrt wird ein Schuh draus" soll zum Ausdruck bringen, dass man eine Sache "andersherum" anpacken muss. Der Ausdruck geht auf das Schusterhandwerk zurück. Bei aufwendig verarbeiteten Schuhen wurde zunächst das sogenannte Oberleder an die Sohle genäht; zur Fertigstellung musst der Schuh dann gedreht (umgekehrt) werden. Und die Lehrlinge mussten lernen, dass erst umgekehrt ein Schuh daraus wurde.

Dass der Schuh ein wichtiges Utensil ist zeigt sich auch an den Redensarten, die sich darauf beziehen. So kann man "sich die Schuhe ablaufen" um etwas zu erreichen (eigentlich die Schuhsohle). Die alten Handwerksgesellen haben sich (auf der Walz) im wahrsten Sinne des Wortes ihre Ausbildung "an den Schuhen abgelaufen". Und wenn man in früheren Zeiten in einer Herberge (z.B. vor einer Razzia) des nachts Diebesgut "in die Schuhe gesteckt bekam" wusste man danach auch wo einen "der Schuh drückte". Der letzte Ausdruck ist in vielen Kulturen bekannt. Als erster schriftlicher Nachweis gilt ein Hinweis des griechischen Schriftstellers von Plutarch (um 100 n.u.Z.).

Segel (W3)

(E?)(L?) http://www.mare.de/hefte/mare_20/20_segel.html
mare No. 20 - Schwerpunkt Segeln
Um die Geschichte des Wortes "Segel" streiten sich die Germanisten. “Gehört wahrscheinlich im Sinne von "abgeschnittenes Tuchstück" zu der unter Säge behandelten Wortgruppe“, heißt es im Herkunftswörterbuch des Duden-Verlages, dem „Etymologie-Duden“. Er verweist auf die verwandten altisländischen Wörter "segi" = "Fleischstreifen" und "sœgr" "losgerissenes Stück". „Wenig befriedigend“ findet dies der Berliner Sprachwissenschaftler Wolfgang Pfeifer in seinem „Etymologischen Wörterbuch des Deutschen“. Ein Segel sei kein abgerissener Fetzen, sondern ein sorgfältig zusammengenähtes Stück Stoff.
...
Beim römischen Einfluss setzt Sprachwissenschaftler Pfeifer für seine Alternative an: Vom lateinischen Wort "sagum" = "Mantel", existiere die Verkleinerungsform "sagulum", die wiederum ein umgangssprachliches "segellum" zulasse. Daraus wiederum könne "Segel" entstanden sein. Vielleicht haben germanische Handwerker das Wort bei römischen Seefahrern aufgeschnappt. Zudem ist "sagum", eigentlich die Bezeichnung für den Mantel der römischen Soldaten, selbst wiederum aus dem Germanischen übernommen. Im "Kleinen Pauly", dem Lexikon der Antike, heißt es über "sagum": „Das keltische Lehnwort bezeichnet ein Männergewand in Pelerinenform“, also rechteckig geschnitten, über den Kopf geworfen oder als Umhang getragen.
...


Socke (W3)

(E?)(L?) http://www.lonelysocks.co.uk/
geht zurück auf lat. "soccus" = "leichter, niedriger Schuh" (griech. "sýkchos, sykchís");
Da diese "Schuhe" oftmals aus Stoff hergestellt wurden, bildete sich daraus die Bezeichnung für den Stoffschuh, die "Socke".

Stiefel - einen Stiefel zusammenreden/-schreiben/-spielen

Die Herstellung eines Stiefels war eine monotone Angelegenheit, erst recht wenn man als Schuster tagein-tagaus damit verbringen musste. Und man vertrieb sich die Zeit bis der Stiefel fertig war mit erzählen. "So seinen Stiefel machen" war also etwas "routinemäßiges". Daraus entwickelte sich - vielleicht mit berechtigtem Bezug auf das Schuhwerk - die Bedeutung "schlecht". Und so kann eine Fussballmanschaft auch mit dem besten Schuhwerk "einen Stiefel spielen".

stofflexikon - Stoff-Lexikon

(E6)(L?) http://www.stofflexikon.com/
Unser Lexikon beinhaltet jede Menge Einträge und stellt somit eine ergiebige Quelle dar, um Ihrem Wissensdurst im Bereich Stoffe und Textilien zu stillen.

Am 16.11.2004 waren folgende Begriffe enthalten:

T

textilagentur-ebers - Textil-Lexikon - Mode-Lexikon

(E?)(L1) http://www.textilagentur-ebers.de/Textillexikon.htm
(E?)(L1) http://www.textilagentur-ebers.de/lexikon2.htm
Stoffe, Gewebe, Bekleidung, Textilveredlung und Mode.
Textil- und Modelexikon. Alles über Stoffe, Gewebe, Bekleidung, Textilveredlung und Mode. Textillexikon, Textilfachbücher über Stoffe, Faser- und Gewebekunde, Fachwissen Bekleidung, Modedesign, Textil- und Modelexikon, Rohstoffe, Fasern, Garne und Effekte.

U

V

W

Wickelkleid, Wrap Dress (W3)

(E?)(L?) http://www.presseportal.de/story.htx?nr=810812
Vor 30 Jahren (Anmerkung: also 1976) erfand sie das "Wickelkleid" und wurde damit zum neuen Stern am Modehimmel. In den Achtzigern stand ihr Label "DvF" plötzlich kurz vor der Pleite, obwohl das "Wrap Dress" schon als Klassiker im Museum hing. Jetzt feiert die 59-jährige Designerin Diane von Fürstenberg ein furioses Comeback, und Stars wie Madonna, Paris Hilton und Renée Zellweger tragen ihr Kultkleid. Im großen Job-Gespräch in der neuen Ausgabe von Bym erinnert sie sich an die schwierigen Jahre: "Am schlimmsten war die Zeit, als ich wieder nach New York zurückgekommen war und versuchte, mein Unternehmen zurückzubekommen. Viele Leute behandelten mich wie jemanden, der nicht bemerkt hat, dass seine Zeit längst gewesen ist."
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Stoffe und Kleidung, Tissu et Vêtements, Fabric and Clothes

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Die Sprache der Mode

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Taschenbuch: 379 Seiten
Verlag: Suhrkamp; Auflage: N.-A. (Dezember 2007)
Sprache: Deutsch

Kurzbeschreibung
Der kommerzielle Ursprung unseres kollektiven Imaginären (das überall, nicht nur im Bereich der Kleidung, Moden unterliegt) kann also niemandem verborgen bleiben. Kaum entstanden, löst sich jedoch dieses Universum von seinem Ursprung (wie sollte es ihn auch getreulich "wiedergeben" können?): seine Struktur gehorcht Zwängen, die allgemein für jedes Zeichensystem gelten.

Autorenportrait
Roland Barthes (1915-1980), einer der bedeutendsten Kritiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist als einer der Initiatoren und Vorkämpfer der semiologischen Revolution bekannt geworden - und für ein Werk, in dem sich biographisches Material und wissenschaftlicher Ansatz miteinander verflechten. Einen heute relativ unbekannten Teil seines Werkes verfaßte er in den fünfziger Jahren. Zu dieser Zeit war Roland Barthes aktiv beteiligt an der Gründung und dem Erscheinen der Zeitschrift "Teatre populaire", eines ebenso ästhetischen wie politischen Phänomens. Anfang der sechziger Jahre gibt Barthes das Theater auf, er besucht es nicht mehr, er schreibt so gut wie keinen Artikel mehr über Aufführungen. Aber er ist langfristig von seiner Erfahrung geprägt: "Im Herzen meines Werks, das Theater".


(E?)(L?) http://www.suhrkamp.de/titel/titel.cfm?bestellnr=11318
Aus dem Französischen von Horst Brühmann
Erschienen: 22.09.1985
edition suhrkamp 1318
384 Seiten


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Wiesniewski, Claudia
Kleines Wörterbuch des Kostüms und der Mode

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284S.

(E?)(L?) http://www.reclam.de/
Pressestimmen

Die Schneidermeisterin und Kunstwissenschaftlerin Claudia Wisniewski hat mit ihrem bei Reclam erschienenen Titel ein gründlich recherchiertes, kompetent geschriebenes und mit 150 Abbildungen bestücktes Wörterbuch geschaffen, das nicht nur Modeschneider, sondern auch Modebewusste fasziniert.

Neue Westfälische

Es ist klein und gelb und Labels sucht man darin vergebens. Aber sonst findet man so ziemlich alles, was an Begriffen und Trends innerhalb von 2000 Jahren Mode- und Kostümgeschichte geprägt wurde: vom Appetitröckel über Kaschmir, Teddy-Boys und Vatermörder bis hin zum obligatorischen Zylinder. Die einzelnen Stichwörter, Zeichnungen und Fotos sind durch Querverweise eng miteinander verwoben. Hat man den Faden erst einmal aufgenommen, entpuppt sich das Lexikon als spannender Schmöker. Mehr kann man von einem Nachschlagewerk nicht verlangen.
Brigitte Young Miss

Klein und fein fasst das gelbe Bändchen wichtige Begriffe der Mode zusammen. Es erklärt Stoffe und Kleidertypen, vom Abendkleid zum Zylinder, und bringt einem die Fachsprache der Schneiderzunft ein wenig näher.
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