Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
DE Deutschland, Alemania, Allemagne, Germania, Germany
Suffix, Sufijo, Suffixe, Suffisso, Suffix

Hinweis

Präfixe und Suffixe sind oft keine feststehenden Eigenschaften von Etymons (wörtlich: "das Wahre"), Stammwörtern. Viele der auf dieser Seite aufgeführten Präfixe / Suffixe können in einigen Beispielen auch ans andere Wortende wandern. Ich habe die Etymons in die Kategorie aufgenommen, in der sie meines Erachtens am häufigsten zu finden sind.

Selbstverständlich können fast alle diese Etymons - gerade in deutschen Wortkombinationen - auch als Infixe auftreten.

Um dem mehrfachen Vorkommen der Etymons Rechnung zu tragen habe ich sie (weitgehend) einheitlich mit "-etymon-" gekennzeichnet.

A

-a- - Suffix bei Ortsnamen (W3)

(E?)(L?) http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3518377213/etymologety0f-21


(E?)(L?) http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3411062525/etymologety0f-21
Am 28.07.2003 erreichte mich folgende Anfrage:
Hallo aus Köln,
Ich hoffe, über Sie etwas über ein Problem zu erfahren, das mich schon seit vielen Jahren beschäftigt, und zwar ist das die Frage, warum viele Städte wie Jena, Gera, Apolda usw. auf "-a" enden. Steht das evtl. für "-mar" wie in Weimar. Dann allerdings stellt sich die Frage, was das "mar" bedeutet.
Kennen Sie evtl. ein Buch, das sieses Thema abhandelt, bzw. haben Sie eine Idee, wie man an diese Infos gelangt?

Diese Frage ist durchaus seriös. Aber es wäre unseriös, sie "einfach" zu beantworten, d.h. aus einem Buchstaben auf eine eindeutige Herkunft (der Wortendung) zu schliessen. Ich habe die beiden Werke zu Rate gezogen. Danach gibt es verschiedene Möglichkeiten, die durch ein "-a" am Ende des Ortsnamens angedeutet werden können.
Trotz einer ausführlichen Einleitung, in der solche allgemeinen Namenseigenschaften beschrieben werden, kann man im "Bahlow" nur mit Mühe einen Hinweise auf "Sumpf", "Wasser" finden.
Der "Duden" ist da etwas ergiebiger. (Aber auch hier muss man sich die Hinweise zusammensuchen.)
Das heisst, dass es zwar verschiedene Hinweise auf die Herkunft bzw. Bedeutung eines "-a" an Ortsnamenendungen gibt, aber nur das "-a" ermöglicht keine eindeutige Zuordnung.

-acht-



allerlei (W3)

Die Endung "-lei" geht über mhd. "lei", "leie" = dt. "Art", "Weise" zurück auf altfrz. "ley" = dt. "Art", lat. "legem", "lex" = dt. "Gesetz". Zunächst wurde es noch als separates Wort hinzugesetzt, als mhd. "aller leie".

(E?)(L?) http://www.allgemeinbildung.ch/home.htm


(E?)(L?) http://www.allgemeinbildung.ch/fach=all/=all.htm


(E2)(L1) http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_b_1.html
Brühlsches Allerlei

(E?)(L?) http://www.tv-kult.de/index.php?site=sendungen&m=SE
1-2-3-Allerlei

(E?)(L?) http://www.woerterbuchnetz.de/DWB/

"allerlei", omnis generis, mhd. "aller leige" (gramm. 3, 79), nnl. "allerlei", entsprungen wie "aller hande", und gleich diesem der ahd. sprache noch unbekannt, heute aber mehr verbreitet als "allerhand"; weniger vom alts. "leia" "weg" oder finnischen "lai" "genus", "indoles", als vom romanischen "lei", "loi", "weise", "art" herzuleiten. Luther verwendet "allerlei" äuszerst oft und neben jedem casus: "allerlei thier". 1 Mos. 1, 21; "allerlei gewürm". 1, 25; "allerlei fruchtbare beume". 1, 29; "allerlei grün kraut". 1, 30 u. s. w., es tritt aber auch bei ihm schon aus seiner obliquen stelle in die directe und macht dann selbst einen gen. von sich abhängig: nachdem "allerlei" seiner göttlichen kraft uns geschenket ist. 2 Petri 1, 3, wie wir auch "mancherlei", "vielerlei", "allerhand" heute gebrauchen. unsern besten schriftstellern steht es bald organisch für omnis generis: "auf allerlei art"; ich gehe um mit allerlei leuten; durch allerlei zureden bewegen. Göthe 18, 278; bald unorganisch in substantivischer bedeutung gemischter manigfaltigkeit: "das allerlei", "ein allerlei"; ein "Leipziger allerlei"; kalbfleisch, fische mit allerlei; ein nützliches allerlei; damit es uns aber ja nicht an dem allerlei des lebens und lernens fehlen möge. 24, 194; das dichtende allerlei und bunterlei. J. Paul nachdämm. 65; mit nichtachtung des in aller ursprünglich enthaltnen genitivs. Bemerkenswerth ist die häufung des lei und hand: sie trug ein grosz gebund von allerlei hand klagen.
...

ALLERLEIRAUH, n.


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=allerlei
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "allerlei" taucht in der Literatur um das Jahr 1650 auf.

Erstellt: 2012-05

-är (W3)

Der Suffix dt. "-är" geht über frz. "-aire" zurück auf lat. "-arius".

(E?)(L?) http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/gramwb.ansicht?v_app=g&v_kat=gramm&v_buchstabe=A&v_id=1975

"-är" (Sekretär)
Art des Affixes: Suffix
Alternative Schreibweise: "-aer".
Herkunft: lat. "-ari(us)", z.B. "adversarius", franz. "-aire", z.B. "secrétaire".
...


Erstellt: 2017-01

-ard- (W3)

Die Endung "-ard" in Namen und Personenbezeichnungen wirkt im Französischen und Englischen anscheinend abwertend. Man findet es in englischen Namen oft als altengl. "-heard". So findet man etwa bei frz. "Chevallard" (der "Pferdestarke"), frz. "Clochard" (der "Stadtstreicher"), engl. "Collard", Hinweise zu pejorativer Konnotation.

Im Deutschen findet man die Namensendung "-ard" als - durch Verlust des "h" entstandenen - Suffix "-hard", "-hart", engl. "hard", "hardy", wie etwa in "Adalhart" (frz. "Alard"), "Adelhart" ("adal" + "harti"), "Bernhart", "Bernhard" (frz. "Bernard"), "Burkhard (ahd. "burg" = dt. "Burg", "Zufluchtsstätte", "Schutz" und ahd. "harti", "herti" = dt. "hart", "kräftig", "stark"), "Gerhart" (frz. "Gerard", "Reginhart".

Allerdings besteht hier kein Widerspruch. So wird die umgangssprachliche Bezeichnung eines sich hervortuenden Menschen als "Härtling" auch nicht gerade positiv verwendet. Und zumindest bei frz. "Chevallard" könnte eine Zusammensetzung von frz. "cheval" = dt. "Pferd" und dem ahd. "-harti" vorliegen mit der Bedeutung "Pferdehart", "Pferdehärtling".

Nach England kam die germanische Endung "-hard", "-hart", "-ard" über altfrz. "-ard", "-art" auch als "-art".

Die Pejorisierung fing in mittelhochdeutscher Zeit -auch im Niederländischen - an und wurde im Mittelenglischen als "bastard", "coward", "blaffard" ("Stammler") aktiv. Danach machte sich "-ard" selbständig und bildete, als Verstärkungsendung, viele weitere Bezeichnungen wie engl. "buzzard", "drunkard".

Weitere Namen und Bezeichnungen mit der Endung "-ard" sind: Allerdings lassen sich nicht alle "-ard"-Endungen auf "-hart" zurück führen. Die detaillierte Betrachtung muß ich allerdings - wegen der großen Anzahl - noch unbestimmt verschieben.

(E1)(L1) http://www.affixes.org/a/-ard.html

-ard-


(E1)(E1) http://atilf.atilf.fr/tlf.htm

in fr-diktio nach "ard" suchen


(E?)(L?) http://web.archive.org/web/20080624213317/http://www.bartleby.com/61/24/a0412400.html

"-ard": from Germanic "*-hart", "*-hard", "bold", "hardy";


(E?)(L?) http://www.billcasselman.com/new-pages.htm


(E?)(L?) http://www.billcasselman.com/unpub_four/ard_words.htm

Bastard! & Other -Ard Words

| Babillard | Ballard | bastard | billiard | Blinkard | Boggard | Boinard | Bombard | Buffard | Bugiard | Bullard | buzzard | Canard | Clochard | couard | Coward | Croisard | crusard | Dizzard | Doddard | drunkard | Dullard | Everard | Gerard | Laggard | laggard | Leonard | Lizard | Lombard | Lubbard | mallard | mouchard | Mustard | petard | placard | poniard | Père Fouettard | Richard | Savoyard | schleppard | sluggard | Spaniard | standard | tankard | vieillard | wizard


(E?)(L?) http://www.etymonline.com/index.php?term=-ard

"-ard", also "-art", from Old French "-ard", "-art", from German "-hard", "-hart" "hardy", forming the second element in many personal names, often used as an intensifier, but in Middle High German and Dutch used as a pejorative element in common nouns, and thus passing into Middle English in "bastard", "coward", "blaffard" ("one who stammers"), etc. It thus became a living element in English, as in "buzzard", "drunkard".


(E?)(L?) http://dictionary.reference.com/browse/-ard

"-ard": a suffix forming nouns that denote persons who regularly engage in an activity, or who are characterized in a certain way, as indicated by the stem; now usually pejorative: "coward; dullard; drunkard; wizard."

Also, -art.


Erstellt: 2014-10

-au-



B

-bar-



C

canoo
Index aller Wortbestandteile

(E?)(L1) http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=wordPartIndex


-a- | -ab- | -abel- | -ad- | -ade- | -age- | -al- | -alisch- | -aller- | -ament- | -an- | -and- | -ane- | -aner- | -anisch- | -ans- | -ant- | -ante- | -anti- | -anz- | -ar- | -är- | -arisch- | -arium- | -ase- | -asma- | -asmus- | -ast- | -at- | -ate- | -ateur- | -ation- | -atisch- | -ativ- | -ator- | -atur- | -auf- | -aus- | -außen- | -außer- | -azee- | -bar- | -bei- | -bi- | -binnen- | -chen- | -co- | -dar- | -de- | -des - | -di- | -dings- | -dis- | -durch- | -dys- | -e- | -é- | -ee- | -ée- | -ef- | -ei- | -ein- | -el- | -ell- | | -em- | -en- | -end- | -ens- | -ent- | -enz- | -er- | -erchen- | -erei- | -erich- | -erie- | -erig- | -erlei- | -ern- | -erz- | -ese- | -esk- | -ess- | -esse- | -etisch- | -ett- | -ette- | -eur- | -euse- | -ex- | -extra- | -fach- | -falls- | -fehl- | -für- | -ge- | -gegen- | -grund- | -haft- | -halben- | -halber- | -haupt- | -heit- | -hinter- | -hyper- | -i- | -ia- | -iade- | -ial- | -ianer- | -ianisch- | -iat- | -ibel- | -id- | -ie- | -iell- | -ien- | -ier- | -iere- | -ière- | -ieren- | -ifizier- | -ifizieren- | -ig- | -igen- | -igkeit- | -ik- | | -ikon- | -ikum- | -il- | -iment- | -in- | -ine- | -infra- | -inisch- | -inne- | -innen- | -inner- | -inter- | -intra- | -intro- | -ion- | -iös- | | -isier- | -isieren- | -ismus- | -isse- | -ist- | -istisch- | -it- | -ität- | -iter- | -iteur- | -ition- | -itisch- | -itiv- | -itor- | -itur- | -ium- | -izier- | -izieren- | -keit- | -ko- | -kon- | -konter- | -kontra- | -land- | -lein- | -ler- | -lich- | -ling- | -lings- | -los- | -makro- | -mal- | -mals- | -maßen- | -mäßig- | -ment- | -meta- | -mini- | -miss- | -mit- | -multi- | -nach- | -neben- | -neo- | -ner- | -nis- | -non- | -o- | -ober- | -ol- | -om- | -on- | -or- | -orisch- | -os- | -ös- | -ose- | -otisch- | -para- | -per- | -post- | -prä- | -pro- | -pseudo- | -re- | -retro- | -rich- | -rück- | -s- | -sal- | -sam- | -sch- | -schaft- | -seits- | -sel- | -semi- | -sonder- | -sub- | -super- | -supra- | -teils- | -trans- | -tum- | -ual- | -über- | -uell- | -ultra- | -um- | -un- | -ung- | -unter- | -ur- | -ver- | -vize- | -vor- | -wärts- | -wegen- | -weise- | -wider- | -willen- | -yl- | -zer- | -zirkum- | -zu- | -zurecht- | -zwischen-

canoo.net
Suffixe

(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Derivation/To-N/Suffixe/Suffixe-dt.html?MenuId=WordFormation1104

Suffixe, heimisch

| -chen- | -e- | -ei- | -el- | -en- | -er- | -erchen- | -erei- | -erich- | -rich- | -heit- | -ien- | -igkeit- | -in- | -keit- | -land- | -lein- | -ler- | -ling- | -ner- | -nis- | -sal- | -schaft- | -sel- | -tum- | -ung- | -heit- | -keit- | -igkeit-


(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Derivation/To-N/Suffixe-F/Suffixe-fremd.html?MenuId=WordFormation1105

Suffixe, fremd

| -ade- | -age- | -ament- | -and- | -ane- | -aner- | -ans- | -ant- | -anz- | -ar- | -är- | -arium- | -ase- | -at- | -ate- | -ateur- | -ation- | -ator- | -atur- | -azee- | -e- | -ee- | -éé- | -é- | -ement- | -end- | -ens- | -ent- | -enz- | -erie- | -ese- | -esse- | -ette- | -eur- | -euse- | -ia- | -iat- | -id- | -ie- | -ie- | -ier- | -ier- | -iere- | -ik- | | -ikon- | -ikum- | -iment- | -in- | -ine- | -iner- | -ion- | -ismus- | -ist- | -it- | -it- | -ität- | -iter- | -iteur- | -ition- | -itor- | -itur- | -ium- | -ol- | -om- | -on- | -or- | -ose- | -ur-


Erstellt: 2014-01

D

E

-el (W3)

Adelung schreibt dazu:


"-el", eine Endsylbe vieler Nennwörter, besonders einer großen Menge von Substantiven, welche von einem sehr hohen Alterthume ist, indem sie, obgleich unter allerley zufälligen Abänderungen, fast in allen Europäischen Mundarten angetroffen wird. Indessen ist sie nicht in allen Wörtern von einerley Ursprung und Bedeutung.

1) In vielen Wörtern ist sie die Oberdeutsche verkleinernde Endung "lein", welche im gemeinen Leben sehr häufig in "le" und "el" verkürzet wird; wie in das "Dingel", das "Mädel", das "Bübel", das "Bündel", das "Bürgel", das "Mündel", das "Fässel" u. s. f. Alle diese Wörter sind, so wie alle Diminutiva, ungewissen Geschlechtes. Indessen ist es noch nicht ausgemacht, daß diese Endung eben in allen hierher gehörigen Wörtern aus "lein" entstanden ist, weil sie weit älter als diese Endung zu seyn scheinet. Von den Griechen und Lateinern ist es bekannt, daß ihre Diminutiva sich auf "???", "ilus", "ellus", u. s. f. endigten. Die alten Gothen machten ihre Verkleinerungswörter gleichfalls auf "ilo", und sogar die alten Lettischen Völker auf "ello", "ele", "elis" u. s. f.

2) In andern Wörtern bedeutet diese Sylbe eine Person oder Sache, die etwas thut, und in weiterer Bedeutung, ein Subject, von welchem die Bedeutung der Wurzelsylbe gesagt wird, und alsdann ist sie durch eine sehr gewöhnliche Verwechselung der Buchstaben "x" und "I" aus der Endsylbe "er" entstanden; S. "-er". Die meisten dieser Hauptwörter sind männlichen Geschlechtes, wie der "Weisel" für "Weiser", der "Büttel", von "biethen", das Oberdeutsche "Pichel", der Pech brennet, das gleichfalls Oberdeutsche "Wärtel" für "Wärter", "Igel", von "Egg", "Eck", der da sticht, "Ekel", von einem ähnlichen Zeitworte, "Hebel", "Sauerteig", von "heben", "Schlingel", "Sprenkel", "Gräuel", "Mangel", was mangelt, d. i. fehlet, "Schwengel", "Stöpsel", "Schwindel", "Wirbel", und vielleicht auch die Abstracta "Dünkel", "Frevel", "Kitzel", "Tadel", "Wandel", "Wechsel" u. s. f. Ferner die Fäminina, die "Fackel", die "Wachtel", die "Scheitel", und andere; ingleichen das Neutrum, das "Friesel", welches friesen oder frieren macht. Hierher gehören auch diejenigen Hauptwörter, die mit gewissen Zeitwörtern auf "-eln" in genauer Verbindung stehen, von denen es aber noch nicht ausgemacht ist, ob sie von den Zeitwörtern oder diese von jenen abstammen; dergleichen sind "Handel", "Hobel", "Lümmel", "Prudel", "Strudel", "Schaukel", und andere mehr.

3) Noch andere haben eine passive Bedeutung, oder bezeichnen etwas, das gethan wird; wie "Speichel", was ausgespien wird, "Findelkind", ein gefundenes Kind, "Wickelkind" u. s. f.

4) Noch größer aber ist die Anzahl derjenigen Hauptwörter auf "-el", welche ein Werkzeug andeuten, oder dasjenige, womit etwas gethan wird. Hier ist die Endung "el" gleichfalls aus der Endung "er" geworden, und nur eine Figur des vorigen zweyten Falles. Dergleichen Wörter sind die Masculina, der "Schlägel", "Stachel", "Stichel", "Flügel", "Beitel", so fern es ein Werkzeug zum Schlagen bedeutet, "Hebel", "Schlüssel", "Zügel", "Meißel", "Klöpfel", "Henkel", "Knebel", "Deckel", "Ziegel", "Rüssel", "Würfel", "Nagel", "Spiegel", "Schnabel", "Kräuel", "Pinsel", "Sattel", "Sessel", "Stößel", "Zwickel u. s. f. Ingleichen die Fäminina, "Angel", "Deichsel", "ein Werkzeug zum Hauen", von dem alten "deichen", "diken", "graben", "Fuchtel", "Gabel", "Hechel", "Nadel", "Kaspel", "Schaufel", "Sichel", "Spindel", "Staffel", "Windel", "Klingel", "Striegel" u. s. f.

5) Nach Ihren würde diese Endung in vielen Wörtern auch etwas Rundes bedeuten. Dahin würden die Wörter "Hagel", "Kugel", "Kegel", "Wirbel", "Spindel", "Gürtel", "Lägel", "Buckel", "Knauel", "Kunkel", "Triesel", "Apfel" u. s. f. gehören. Allein, obgleich "Hwel" im Gothischen und Angelsächsischen ein "Rad" bedeutet, (S. "Welle") so ruhet doch die Bedeutung der Ründe in diesen Wörtern nicht auf der letzten, sondern auf der ersten Sylbe, und die letzte ist entweder das Zeichen des Werkzeuges, oder auch bloß des Subjectes; daher diese füglicher zu dem ersten, zweyten und vierten Falle gerechnet werden.

6) Indessen gibt es viele Wörter, in welchen die Endsylbe, so wie das ganze Wort fremden Ursprunges ist, daher sie auch nicht zu einem der vorigen Fälle gerechnet werden können. Z. B. "Ammelmehl", von dem Griech. "???", "Mispel", von "???", "Mandel", von dem Ital. "Mandola", "Kümmel", von "Cuminum", "Spargel", von "Asparagus", "Mantel", von "Mantellum", "Epistel", von "???", "Engel", von "???", "Siedel", von "Sedile", "Orgel", von "Organum", "Schachtel", von "Scatula", und andere mehr. In andern Wörtern ist die eigentliche Bedeutung der Endsylbe noch dunkel, weil die Abstammung des Hauptwortes ungewiß ist, wie in "Pudel", "Löffel", "Eichel", "Vogel", "Adel", "Himmel" u. s. f. "Zweifel", "Runzel".

Die Wörter auf "-sel", "-tel" und andere gehören nicht hierher, sondern in diesen ist die Endsylbe ein von der Endung "el" ganz verschiedenes Wort.


Erstellt: 2016-04

-eln (W3)

Das Suffix "eln" leitet ab:

Adelung schreibt dazu


"Eln", eine Endsylbe vieler abgeleiteten Zeitwörter, welche vermittelst derselben zuweilen von Nennwörtern, am häufigsten aber von andern Zeitwörtern gemacht werden, und eine verschiedene Bedeutung haben.

1) Einige sind Diminutiva, und verkleinern den Begriff, den das Zeitwort, von welchem sie gemacht werden, hat. Dergleichen sind Bey einigen schleicht sich ein verächtlicher Nebenbegriff mit ein, wie in "buchstäbeln", "empfindeln", "künsteln", u. s. f.

2) Andere sind Imitativa, und zeigen eine Nachahmung des Begriffes an, den das Stammwort hat. Diese stammen am häufigsten von Nennwörtern ab, und haben mehrentheils auch einen verächtlichen Nebenbegriff; wie "klügeln", "klug thun", von "klug"; "witzeln", "Witz zeigen wollen"; "bübeln", welches Zeitwort Logau gebraucht und vielleicht noch andere mehr.

3) Noch mehrere sind Iterativa, und drucken eine wiederholte Handlung aus, wie die Zeitwörter auf "-ern", welche von diesen nur der Mundart nach verschieden zu seyn scheinen. Dergleichen sind Die gemeinen Niedersächsischen Mundarten machen so wohl von diesen Iterativis, als von den auf "-ern", neue Iterativa, durch Verdoppelung der ersten Sylbe. Z. B. "titeltateln", "viel plaudern", von "tadeln", "plaudern"; "tirtarren", "unaufhörlich necken", von "tarren", "zergen", "necken"; "nirtnarren", "beständig zum Narren haben"; "wigelwageln", "immer wackeln", u. s. f.

Anm. Alle drey Arten von Zeitwörtern befinden sich auch in den mit der Deutschen verwandten Sprachen. Auch die verkleinernden Zeitwörter der Lateiner auf "-lo", wie "sorbillo", gehören hierher. Man muß diese Verba nicht mit denjenigen verwechseln, welche vermittelst der Endsylbe "-seln", gebildet werden, dergleichen "runzeln", "blindseln", "drechseln" und andere mehr sind. S. "-seln". Die Sylbe "eln" ist aus "elen" zusammen gezogen; "kräuseln", für "kräuselen". Einige härtere Mundarten behalten das letzte "e", und werfen dafür das erste weg, "kräuslen", "sammlen", "kritzlen" u. s. f. für "kräuseln", "sammeln", "kritzeln". Nur im Imperative und in der ersten einfachen Person des Präsens tritt das verschlungene zweyte "e" wieder an seine Stelle. Ich "lächele", "spöttele", "runzele", Imper. "lächele", "spöttele", "runzele", für "lächel", "spöttel", "runzel". "Schmählen", für "schmäheln", "ein wenig schmähen", hat durch den langen Gebrauch des "len" schon hergebracht.

"Deuteln", verb. reg. act. auf eine kindische und gezwungene Art deuten oder auslegen. Daher der "Deutler", des -s, plur. ut nom. sing. ein kindischer, gezwungener Ausleger; die "Deuteley", plur. die -en, eine kindische, abgeschmackte Auslegung. S. "Deuten", und "-eln".


(E?)(L?) http://www.belleslettres.eu/artikel/googeln-oder-googlen.php

Googeln oder googlen? Rechtschreibung und Wortbildung von Verben auf "-eln" und "-ern".


(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Derivation/To-V/Suffixe/el.html

Das Suffix "el", "eln"

Es leitet ab: Nomen zu Verb Alle Ableitungen

Besonderheiten:

•Umlaut:

Der Vokal des Nomenstamms wird vor el(n) meistens umgelautet: •Tilgung von e und en:

Unbetontes e oder en im Stammauslaut wird gestrichen: •Kombinierte Prä- und Suffigierung:

Das Suffix el(n) kann zusammen mit einem Präfix in einem Schritt von einem Nomen ein Verb ableiten: Alle Ableitungen

Adjektiv zu Verb

Das Suffix el(n) kommt nur selten nach Adjektiven vor. Alle Ableitungen

Besonderheiten:

•Umlaut:

Der Vokal des Adjektivstamms wird vor el(n) umgelautet: Verb zu Verb

Das Suffix el(n) hat nach Verben meist eine diminutive Bedeutung:

Alle Ableitungen

Besonderheiten:

•Umlaut:

Der Vokal des Verbstamms wird vor el(n) meistens umgelautet:


(E?)(L?) http://www.duden.de/sprachwissen/newsletter/duden-newsletter-vom-09-12-11-1

...
Bildung des Imperativs

Der Imperativ dient in seiner Grundfunktion dazu, eine Aufforderung, einen Befehl oder eine Bitte auszudrücken. Er ist unmittelbar an eine Person oder auch mehrere gemeinsam angesprochene Personen gerichtet.

Gebildet werden die Imperativformen vom jeweiligen Präsensstamm des Verbs. Während in der gehobenen Sprache die mit der 1. Person Singular Präsens identischen Formen mit dem Endungs-e bevorzugt werden - "Reiche mir das Glas!", "Ziehe dich an!" -, wird in der Alltagssprache eher die Form ohne das Endungs-e verwendet: "Jetzt komm schon her und lass dich küssen!", "Grüß deine Eltern von mir!" Zu beachten ist, dass diese Formen grundsätzlich ohne Apostroph geschrieben werden.

Bei einer Reihe von Verben ist das Endungs-e allerdings verbindlich, etwa, wenn der Verbstamm auf "d"/"t" oder Konsonant plus "m"/"n" endet: "Atme gleichmäßig!", "Rechne gefälligst sorgfältiger!", "Arbeite nicht so viel!" Auch bei den Verben, die auf "-ern" und "-eln" enden, sind die Formen mit Endungs-e obligatorisch, wobei das "e" der Bildungssilbe auch wegfallen kann: "Hand[e]le endlich einmal selbstständig!", "Trau[e]re doch nicht um ihn, das war er nicht wert!"
...


(E?)(L?) http://www.duden.de/sprachwissen/newsletter/duden-newsletter-vom-24-07-09

...
Pluralbildung bei Substantiven auf "-el"

Schwierigkeiten bereitet häufig die Bildung des Plurals bei Substantiven auf "-el". Zwei Gruppen sind dabei zu unterscheiden: Neutrale und maskuline Substantive wie "Kürzel", "Schnitzel", "Hebel", "Spiegel"; sie werden stark gebeugt, das heißt, im Nominativ Singular und Plural lauten die Formen gleich: "das Kürzel" - "die Kürzel", "das Schnitzel" - "die Schnitzel", "der Hebel" - "die Hebel", "der Spiegel" - "die Spiegel".

Feminine Substantive auf "-el" wie "Zwiebel", "Kartoffel", "Nudel" erhalten dagegen im Plural ein "-n" (schwache Beugung): "die Zwiebel" - "die Zwiebeln", "die Kartoffel" - "die Kartoffeln", "die Nudel" - "die Nudeln".

Als Ausnahme gelten die Wörter "Stachel", "Muskel" und "Pantoffel"; obwohl sie maskuline Substantive sind, bilden sie den Plural auf "-eln": "der Stachel" - "die Stacheln", "der Muskel" - "die Muskeln", "der Pantoffel" - "die Pantoffeln".
...


(E?)(L?) http://www.duden.de/sprachwissen/newsletter/duden-newsletter-vom-19-10-07

...
"ich schreibe" oder "ich schreib"

Insbesondere bei Verben ist im heutigen Sprachgebrauch eine deutliche Tendenz zu möglichst kurzen, ökonomischen Formen zu beobachten. Das beginnt schon im Indikativ Präsens. In der ersten Person ist das Endungs-e grundsätzlich fakultativ. In Dialekten und in der Umgangssprache wird dabei auch keine Rücksicht darauf genommen, auf welchen Laut der Stamm des Verbs endet: ich "ruf" (statt: "rufe") dich an; ich "komm" (statt: "komme") gleich. In der Standardsprache wird das Endungs-e vorrangig dann weggelassen, wenn der Verbstamm auf einen Vokal oder auf "r", "l", "n" oder "m" endet: ich droh, ich fahr, ich stell, ich renn, ich komm. Übrigens: Ein solches nicht vorhandenes "e" wird nicht durch einen Apostroph ersetzt.

Bei Verben auf "-eln" wird in der Regel das "e" dieser Silbe weggelassen: ich sammle (statt: sammele), ich wechsle (statt: wechsele) das Geld, ich schummle (statt: schummele) nicht. Das Endungs-e ist in solchen Fällen allerdings obligatorisch. Formen wie "ich sammel" oder "ich wechsel" kommen zwar in der Alltagssprache vor, gelten aber als nicht standardsprachlich. Verben auf "-ern" wie "blättern", "schlenkern" behalten das "e" dieser Silbe dagegen gewöhnlich bei: "ich blättere", "ich schlenkere".
...


(E?)(L?) http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/bib.eintrag?v_id=30060&v_bereich=BDG

Titel: Bayerische Dialektologie. Akten der Internationalen Dialektologischen Konferenz 26.- 28. Februar 2002
Personen: Wolf, Norbert Richard/Krämer-Neubert, Sabine (Hgg.)
Jahr: 2005
Typ: Sammelband
Verlag: Winter
Ortsangabe: Heidelberg
Reihe: Schriften zum Bayerischen Sprachatlas
Band: 9
Schlagwörter: Dialekt

Beiträge u.a.:


(E?)(L?) http://blogs.taz.de/wortistik/2009/09/18/denkeln/

18.09.2009, 17:09 Uhr

von Detlef Guertler

denkeln

von Christian Dombrowski:

Die meisten Verben auf "–eln" zeigen Bewegung an, Bewegung auf kleinem Raum. Wer "wandelt", macht eher kurze Schritte als lange, wer "rodelt", fährt bloß Hügelchen herunter, wer "würfelt", "schaufelt", sich "prügelt", "kegelt", "wedelt", "hechelt" oder sich Luft "zufächelt", tut das stets mit Bewegungen, die nicht ausladend sind und die sich meist wiederholen.

Die Endung "–eln" geht generell dahin, den Verben das Großräumig-Ernsthafte zu nehmen, ähnlich wie die Endung "–erl" das im bayrisch-österreichischen Sprachraum bei Substantiven tut: Man denke an "Hunderl", "Schmankerl", "Tascherl" oder "Tschapperl" (Hitlers Kosewort für Eva Braun). Wer "blödelt", "schwindelt", sich "hinflegelt", "jodelt" oder sich "räkelt", ist nicht ganz für voll zu nehmen – und so weiter. Deswegen tragen auch viele Verben der erotischen Annäherung, bei der das spielerische Element mit einer – nun ja: Bewegung auf kleinem Raum zusammenfällt, eben diese Markierung: "lächeln", "busseln", "schnäbeln", "tändeln", "streicheln", "füßeln", "kuscheln", "vögeln" … Et cetera!
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(E?)(L?) https://edoc.ub.uni-muenchen.de/16001/1/Birk_Bettina.pdf

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2.3 Konnotative Verbsuffixe: Konnotation des Verbsuffixes "-eln"

Aufgrund der engen Wechselbeziehungen zwischen verbaler Wortbildung und Syntax ist Transposition die Hauptfunktion der Verbsuffixe. Modifikation ist nur in geringem Umfang möglich. Nun ist es aber nicht so, dass Verben konnotationslos sind. Im Gegenteil, es lassen sich viele konnotative Verben finden ("kläffen", "pfuschen", "protzen"). Ihre Konnotation wird allerdings von der Basis ausgedrückt. Der Fokus der vorliegenden Untersuchung liegt auf konnotativen Wortbildungsmustern, dadurch ist der Untersuchungsgegenstand deutlich eingeschränkt. Im Wesentlichen handelt es sich um ein einziges verbales Suffix, das konnotative Ableitungen bildet: das Suffix "-eln". Gowerdowskij (2002: 96) charakterisiert den konnotativen Gehalt des Suffixes "-eln" als „krass ausgeprägte Konnotation der mündlichen Rede, die sich in einigen Wörtern in die Pejoration transformiert“. Bereits das erste zur Veranschaulichung angegebene Beispielwort trifft den von ihm beschriebenen Sachverhalt nicht ganz. Mit "blinzeln" liegt nämlich kein Wort des ausschließlich mündlichen Sprachgebrauchs vor, zudem ist keine negative Konnotation erkennbar [153]. Gowerdowskijs weitere Beispiele "dichteln", "französeln", "hüsteln", "kränkeln" sind zwar negativ konnotiert, aufgrund ihrer semantischen Verschiedenheit kann aber keine systematische Struktur des konnotativen Gehalts von "-eln" erkannt werden. Um die Konnotativität des Suffixes erklären zu können, muss ein genauerer Blick auf formale und semantische Eigenschaften der verschiedenen Ableitungen geworfen werden.

Das Suffix "-eln" weist eine differenzierte Semantik auf und ist nicht in allen Bedeutungen konnotativ. Konnotationslos tritt es in der Bedeutung "etwas in eine bestimmte Form bringen" auf wie in "fälteln", "häufeln", "stückeln" (vgl. Fleischer/Barz 2012: 430). Eine zweite semantische Möglichkeit ist die diminutiv-iterative Bedeutung wie in "brummeln", "drängeln", "frösteln", "lächeln", "kritteln", "schlängeln", "schwächeln", "streichen", "süffeln", "tröpfeln" (vgl. Kühnhold/Wellmann 1973: 115 f., Fleischer/Barz 2012: 429). Die diminutiv-iterative Komponente von "drängeln", "lächeln", "frösteln", "schlängeln", "streicheln", "tröpfeln" kann als rein denotativ eingestuft werden, die Bildungen sind demnach konnotationslos. Ist mit der diminutiv-iterativen Bedeutung eine Wertung verbunden, können sich die Ableitungen konnotativ aufladen. Die negative Bewertung von Iterativa ist nicht selten, sie tritt auch bei dem Substantivsuffix "-erei"/"-elei"/"-ei" und dem Zirkumfix "Ge-...-e" auf (Zur Konnotation des Substantivsuffixes -(er/el)ei vgl. Kap. IV 2.1.2.2 dieser Arbeit, zur Konnotation des Zirkumsfixes "Ge-...-e" vgl. Kap. IV 3.1 dieser Arbeit). Wie "Kritisiererei" ist auch "kritteln" als "ständiges Kritisieren" negativ konnotiert. Das Verb "kritisieren" ist dagegen neutral. Durch die diminuierende Komponente wird die "Kritik" in "kritteln" als kleinlich und ungerechtfertigt charakterisiert (vgl. GWDS 2012, Eintrag "kritteln"). Bei der ebenfalls neutralen Basis "tanzen" bewirkt das Suffix "-eln" nicht unweigerlich eine negative Konnotation. "Tänzeln" kann wertfrei eine bestimmte Art des Tanzens mit leichten, federnden Schritten bezeichnen. Im Pferdesport ist "tänzeln" beispielsweise die gängige Bezeichnung einer gewissen Bewegungsweise. Wird mit "tänzeln" eine unangebrachte Bewegung beschrieben, kann eine ironische und damit negative Konnotation mitschwingen wie der folgende Beispielsatz zeigt:

Oskar penetriert seine Stimmbänder, tänzelt hinter dem Rednerpult, greift mit ausgestreckten Armen nach seinem Publikum, redet sich in Wallung [154].

Die Ableitung "süffeln" weist kein neutrales, sondern das bereits negativ konnotierte Basiswort "saufen" auf. Durch die iterative Komponente müsste "süffeln" als "ständig saufen" noch negativer eingestuft werden als "saufen". Die diminutive Bedeutung von "süffeln" hebt jedoch die negative Konnotation von "saufen" in gewissem Maße auf, da "süffeln" das Trinken kleinerer Alkoholmengen beschreibt. Wird "süffeln" zur beschönigenden Umschreibung von "saufen" verwendet, bewirkt das Suffix "-eln" eine Abschwächung der negativen Konnotation der Basis. Ähnliches zeigt sich auch bei "spötteln" im Vergleich zu "spotten".

Zusammenfassend gilt Folgendes: Das Suffix "-eln" kann neutrale Basen abwerten, negative Basen dagegen abschwächen. Die negative Konnotation des Suffixes "-eln" kann durch die Verbpartikeln "herum-" , "rum-" oder "dahin-" besonders hervorgehoben werden: "herumtänzeln", "dahintänzeln", "herumsüffeln", "dahinsüffeln", "herumwursteln" [155], "dahinwursteln" (vgl. Fleischer/Barz 2012: 430).

In der diminutiv-iterativen Bedeutung zeigt sich eine Möglichkeit, wie das Suffix "-eln" Konnotation anzeigen kann. Eine zweite Möglichkeit ist mit der verbalen Ableitung von Gruppenbezeichnungen zu nennen wie "schwäbeln", "sächseln", "französeln", "mauscheln", "jüdeln", "christeln" (vgl. Kühnhold/Wellmann 1973: 34, Althaus 2002: 262 ff., Fleischer/Barz 2012: 430). Diese Bildungen scheinen nur auf den ersten Blick homogen. Bei genauerer Analyse zeigen sie eine differenzierte Semantik und einen unterschiedlichen konnotativen Gehalt. Die Bildungen "schwäbeln" und "sächseln" dienen zur wertfreien Angabe des mundartlichen oder mundartlich gefärbten Sprechens (vgl. GWDS 2012, Eintrag sächseln, Eintrag schwäbeln). Erst wenn mundartliches oder mundartlich gefärbtes Sprechen bewertet wird, laden sich diese Bildungen konnotativ auf. Hier kann es je nach Sprechereinstellung, vor allem je nach Zugehörigkeit zu der entsprechenden Mundart zu einer positiven oder negativen Bewertung kommen [156]: Dass die negative Konnotation von "schwäbeln" nicht immer nur subjektiv war, zeigt ein Blick auf die Geschichte des Wortes "schwäbeln". Das Grimmsche Wörterbuch verzeichnet das Verb "schwäbeln" in der neutralen Bedeutung "im schwäbischen Dialekte sprechen oder zu ihm hinneigen" (vgl. DWB 15: 2145). Die Nebenform "schwabeln" weist jedoch neben einer neutralen Bedeutung (3) drei negativ konnotierte Lesarten (1, 2, 4) auf (vgl. DWB 15: 2145): Wie es zu der Verbindung der neutralen Bedeutung 3 mit den übrigen, deutlich negativen Bedeutungen kommt, wird klar dargestellt: „es liegt eine spöttische Anlehnung an den Namen der Schwaben vor, denen ja eine besondere geschwätzigkeit nachgesagt wird“ (DWB 15: 2145) [157]. Die negative Konnotation resultiert also aus der Übertragung stereotyper Verhaltensweisen bestimmter Gruppen auf ihre spezifische Art zu Sprechen. Bei der Bildung "jüdeln" werden auch stereotype Verhaltensweisen mit der spezifischen Art zu sprechen verbunden. Hier liegt der Hauptaspekt jedoch darauf, dass man Juden an ihrer Art zu sprechen als Juden identifizieren kann. (vgl. Althaus 2002: 269). Im Zuge der nationalsozialistischen Diffamierung hat "jüdeln" eine besonders ausgeprägte negative Konnotation erhalten und ist heute ein Tabuwort (vgl. Althaus 2002: 266). Eine ähnliche, auf stereotypen Vorurteilen basierende Bildungsweise, aber eine andere Entwicklung zeigt das Wort "mauscheln". Ursprünglich bedeutete es "reden wie ein Jude". Die Basis "Mausche" stellt die jiddische Form des biblischen Namens "Mose" dar (vgl. Kluge 2011: 610, zu einer ausführlichen etymologischen Darstellung des Wortes "mauscheln" vgl. Althaus 2002: 240 ff.). Die ursprüngliche Bedeutung "reden wie ein Jude" hat sich im Laufe der Zeit zu "sich verhalten wie ein Jude" auf angeblich typisch jüdische Tätigkeiten ausgeweitet. In heutiger Zeit wird das Verb "mauscheln" nicht mehr auf Juden bezogen, sondern bezeichnet nur mehr "unter der Hand in undurchsichtiger Weise Vorteile aushandeln", "begünstigende Vereinbarungen treffen", "Geschäfte machen" (vgl. GWDS 2012, Eintrag mauscheln) [158].

Die Bildung "französeln" stellt eine Ausnahme dar. Das DWB (4: 62) gibt als Bedeutung "gallos male imitari", "nachäffen" an. Das GWDS nimmt diese Bedeutung auf und übersetzt die lateinische Umschreibung mit "in übertriebener Weise alles Französische nachahmen" (vgl. GWDS 2012, Eintrag französeln). "Französeln" bezeichnet also weder die Art, wie Franzosen sprechen im Gegensatz zu "schwäbeln" und "sächseln", noch typisch französische Verhaltensweisen im Gegensatz zu "jüdeln" und "mauscheln". Es drückt aus, dass Nicht-Franzosen die französische Art nachahmen und dies in einer schlechten Weise tun. Die negative Bewertung als "male" oder "in übertriebener Weise" lässt die Bildung "französeln" als kontextunabhängig negativ konnotiert erscheinen. Anders als bei "schwäbeln" und "jüdeln" sind also nicht Stereotypen der bezeichneten ethnischen Gruppe der Auslöser der Pejorisierung.

Negativ bewertete Verhaltensweisen müssen aber auch nicht immer als gruppenspezifische Verhaltensweisen ausgedrückt werden. Es finden sich auch Bildungen, die auf eine Eigenschaft ohne ethnische Gruppenzugehörigkeit zurückgehen: "frömmeln", "geistreicheln" (vgl. Kühnhold/Wellmann 1973: 34). Trotz der positiven Basen "fromm" und "geistreich" sind die Ableitungen negativ konnotiert. Daraus folgt, dass die negative Konnotation vom Suffix "-eln" ausgedrückt wird. Plank (1981: 67) weist darauf hin, dass die negative Wertung zunächst eine wortbildungsmorphologisch unabhängige Eigenschaft der Basen und nicht der Ableitungselemente war. Da "eln"-Suffigierungen in Bildungen, die eine Verhaltensweise ausdrücken, häufig mit negativ konnotierten Basen kombiniert auftreten, wurde die negative Konnotation schließlich auf das Suffix übertragen.
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__________________________________________________________________________________________ 153 Weinrich (2001: 201 f.) stellt bei Verben auf "-eln" fest, dass sie zum Großteil einer familiären und sogar subkulturellen Sprachschicht angehören. Nach Weinrich handelt es sich bei dem Verb "lächeln", einer Diminutivform von "lachen", um einen Sonderfall, dem der Aufstieg aus der Subkultur in die Standardsprache gelungen ist.

154 Vgl. die Beschreibung einer politischen Rede von Oskar Lafontaine auf URL:http://www.tages spiegel.de/berlin/gegen-die-grosse-gehirnwaesche/399482.html (letzter Zugriff: 05.02.2012).

155 Mit der Bildung "wursteln" "vor sich hinarbeiten" liegt eine idiomatisierte Ableitung vor (vgl. Fleischer/Barz 2012: 430). Es ist keine eln-Modifikation der Basis "wursten", sondern geht vermutlich auf das indogermanische "*wers" zurück, das auch den Ursprung von "verwirren" und "Wurst" als "Gemengsel" darstellt (vgl. Kluge 2011: 997).

156 Vgl. die unterschiedlichen Einschätzungen zu mundartlichem Sprechen in einem Autorenforum unter URL: http://autorenforum.montsegur.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?action=print;num=11469311 47 (letzter Zugriff: 05.08.2011).

157 Ob das Vorurteil der geschwätzigen Schwaben auch dem Verb "schwafeln" zugrunde liegt, ist nicht geklärt (vgl. Kluge 2011: 831).

158 Die Bildung "hänseln" "necken" wird häufig ähnlich wie "mauscheln" als Verbbildung mit einer Eigennamenbasis interpretiert. Es liegt jedoch die Vermutung nahe, dass nicht der Eigenname "Hans", sondern das Substantiv "Hohn" als Basis dieser Bildung fungiert (vgl. Kluge 2011: 393 f.). __________________________________________________________________________________________

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Erstellt: 2017-01

-en-



-er- (W3)

Das deutsche "-er" zur Bildung von Berufsbezeichnungen wie etwa Bäcker geht auf lat. "arius" zurück, das auch ins Griechische übernommen wurde (neugriech. "Bäcker" = "furnaris").

(E3)(L1) http://www.linguistik-online.com/19_04/bittner.html

Linguistik online 19, 2/04
Zur Historie der nominalen -er-Bildungen.
Ist die Suffixidentität sprachwandlerischer Zufall?
Dagmar Bittner (Berlin)

1 Vorbemerkungen
Der vorliegende Beitrag schließt an die Untersuchung zum kategorialen Inhalt produktiver "-er"-Bildungen des Deutschen in Bittner (1995) an. Die Liste der mit dem Suffix "-er" gebildeten Kategorien reicht von Flexionsformen wie dem Plural der Substantive, den Nominativ-/Akkusativ-Singular- und den Genitiv-Plural-Formen in der Adjektiv- und Pronominalflexion über die Komparativform und die Wortbildungsmuster der Nomina agentis und instrumenti sowie die verbalen Iterativa bis zum Bildungsmuster für Bezeichnungen der ethnischen, nationalen oder geographischen Zugehörigkeit von Personen. Mit beabsichtigter Radikalität wurde für einen Ausschnitt dieser Bildungen die Frage verfolgt, ob die formale Identität des Bildungsmittels durch funktionale Gemeinsamkeiten der verschiedenen Kategorien motiviert ist. Rein intuitiv lassen sich z.B. ohne weiteres Parallelen zwischen Plural, Iterativ und Komparativ herstellen, deren Kategorienbedeutung man jeweils als eine Zusammenfassung bzw. Zusammenbetrachtung von Elementen/Sachverhalten desselben Typs beschreiben kann. Ganz allgemein ging es somit um die Form-Inhalt-Relationen morphologischer Symbolisierungen und ganz konkret um die inhaltliche Struktur von Kategorien mit identischem Kategorienmarker.
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3 Lautliche Entwicklung der nominalen "-er"-Bildungen

In der folgenden Diskussion zur Historie der nominalen "-er"-Bildungen konzentriere ich mich auf die Kategorien Plural, Komparativ, Nomina agentis, instrumenti und acti und die Verwandtschaftsbezeichnungen. Die Vorkommen von "-er" in der pronominalen Flexion (Nom.Sg.Msk.; Gen.Sg.Fem.; Gen.Pl.; Dat.Sg.Fem.) schließe ich aufgrund ihrer komplexen kategorialen Struktur vorerst aus der Betrachtung aus.

Tabelle 1 gibt die lautliche Entwicklung der in -er mündenden Suffixe der hier betrachteten Kategorien seit dem Germanischen bzw. Indoeuropäischen nach Kluge (1926), Hirt (1927) und Braune/Eggers (198714) wieder.
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Tabelle 1: Lautliche Entwicklung der nominalen -er Suffixe

Wie die Tabelle zeigt, sind die Suffixe seit dem Mittelhochdeutschen formal identisch. Der formale Zusammenfall kann rein lautgesetzlich erklärt werden:

a) germ. "z" - ahd. "r"
Der sogenannte Rhotazismus, d.h. der Lautwandel von germ. /z/ > ahd. /r/ wirkt sich auf die Plural- und Komparativsuffixe aus. Der Rekonstruktion zufolge erscheinen germ. *-iz/-az bzw. *-iz/-z im Althochdeutschen als -ir bzw. -ir/-or.

b) Abschwächung und Tilgung der Vokale im Wortauslaut vom Germanischen bis zum Mittelhochdeutschen
Mit Ausnahme der erst im Mittelhochdeutschen durch eine Suffixderivation gebildeten Nomina acti zeigt sich bei allen Suffixen das Verschwinden der Endvokale und die Abschwächung der vor dem /r/ stehenden Suffixvokale zu //. Mit Ausnahme der durch /i/-Umlaut gebildeten Suffixvariante "-re" (von "-ari") der Nomina agentis und instrumenti werden somit alle Suffixe auf die Form "-er" reduziert.

c) Fortsetzung der Reduktion der unbetonten Silben bis ins Nhd.
Vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen werden auch die Vokale des Suffixes "-re" reduziert, so dass eine völlige Identität der Formbildung der betrachteten Kategorien durch das Suffix "-er" vorliegt.

Die ursprüngliche Verschiedenheit der Symbolisierungen, die sich im rekonstruierten Germanischen zeigt, wird scheinbar ohne Berücksichtigung der betroffenen Kategorieninhalte auf phonologischem Wege beseitigt. Der formale Zusammenfall der Kategorien könnte somit als Zufall gewertet werden. Im Sinne der Null-Homonymie-These müssten, wie bereits besprochen, wenn denn schon solche phonologischen Unfälle auftreten, Reparaturprozesse einsetzen, die dort, wo keine gemeinsamen Kategorienmerkmale vorliegen, wieder eine distinkte Symbolisierung herstellen. Prozesse, die zu einem Abbau von "-er" führen, sind aber in keiner der untersuchten Kategorien festzustellen.
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-ern (W3)

Zum Suffix dt. "-ern" schreibt Adelung:


"-ern", eine Endsylbe verschiedener Zeit- und Nennwörter.

I. Die Zeitwörter, welche sich auf "-ern" endigen, sind wiederum von gedoppelter Art.

1. Einige kommen von Nennwörtern her, welche sich auf ein "er" endigen, und werden vermittelst der in ein "n" verkürzten Endsylbe en in ein Verbum verwandelt; "ackern" für "ackeren" von "Acker". Sie bedeuten ein Seyn oder Versetzen in denjenigen Zustand, den das Nennwort bezeichnet, oft auch nur einen Gebrauch, eine Anwendung der durch das Nennwort ausgedruckten Sache, zuweilen aber auch einen andern Umstand; S. "-En". Diese Zeitwörter werden,

1) Großen Theils aus Hauptwörter gebildet, und zwar,

(a) aus ihrem Singular. Ausädern, ankern, buttern, dauern, donnern, eifern, eitern, federn, fiedern, feuern, feyern, fingern, foltern, füttern, geifern, hadern, halftern, hämmern, heuern, keltern, kerkern, klaftern, klammern, kleistern, kollern, lagern, lästern, leyern, martern, mauern, meistern, mustern, opfern, panzern, pfeffern, pflas=tern, plündern, polstern, pudern, pülvern, rudern, schauern, schaudern, schiefern, schimmern, schläudern, schleyern, versilbern, sömmern, splittern, steuern, gittern, verketzern, beschwägern, trauern, wundern, fächern, wintern, wittern, wuchern, zaubern, ziffern, zimmern, zuckern, wässern u. s. f. von Ader, Anker, Butter u. s. f. Die Hauptwörter, von welchen diese Zeitwörter herkommen, sind vermittelst der Endsylbe "er" wieder aus andern Wörtern gebildet; S. "-Er".

(b) Einige Verba sind dagegen aus dem Plural des Nennwortes gebildet, welches doch nur bey solchen Wörtern Statt findet, welche in der Mehrheit ein "er" annehmen. Bildern, Bilder aufsuchen, blättern, in Blätter zerfallen, in Blätter zerlegen, bebändern, mit Bändern zieren, begliedern, mit Gliedern versehen, zergliedern, die Glieder einzeln absondern, begütern, mit Gütern versehen, im Oberdeutschen begüten, durchlöchern, mit Löchern versehen u. s. f.

2) Viele sind aber auch, vermittelst eben dieser Endung "en", welche auch hier ihr "e" wegwirft, aus Beywörtern entstanden; und zwar,

(a) aus deren ersten Staffel, wenn sich selbige auf "er" endiget. Ändern, anders machen, äußern, säuern, das niedrige albern, sich albern (Oberd. alber,) stellen, aufmuntern, ermuntern, hindern, fordern und fördern, betheuern, läutern, erobern, aufheitern, erheitern, säubern, schwängern, sichern, erbittern, verfinstern, vertheuern, u. s. f.

(b) Andere erkennen den Comparativ für ihr Stammwort. Erleichtern, vergrößern, verkleinern, bereichern, erneuern, erweitern, lindern, mildern, mindern, nähern, verfeinern, verschönern, verringern, verschlimmern, verbessern, schmälern, vergewissern, verlängern, u. s. f. leichter, größer, kleiner, reicher, neuer, weiter, u. s. f. machen. Hierher gehören auch einige wenige, welche aus Vor- und Nebenwörtern gebildet worden; erübern für erübrigen, erwiedern. Doch alle diese Zeitwörter gehören eigentlich nicht hierher, sondern zu den Endsylben "en" und "n". Wohl aber,

2. Diejenigen Verba, wo vermittelst der Sylbe "eren" und zusammen gezogen "ern", neue Zeitwörter, so wohl aus Nennwörtern, als auch aus andern Zeitwörtern gebildet werden. Diese Verba sind,

1) Faetitiva, und bedeuten alsdann ein Versetzen in denjenigen Zustand, welchen das Neutrum, aus welchem sie gebildet werden, andeutet. Fasern, in Fäden zerlegen, von dem Neutro fasen; räuchern von rauchen; stänkern, stinken machen; einschläfern, schlafen machen; erörtern, zu Ende bringen, von dem veralteten orten, sich endigen; erinnern, von dem veralteten innen, gewahr werden; folgern, folgen machen; steigern, dem Werthe nach steigen machen; aufstäubern, aufstöbern, aufstöpern, stauben, aber in Gestalt des Staubes aufsteigen machen, und andere mehr.

2) Imitativa, eine Nachahmung derjenigen Sache zu bezeichnen, welche das Stammwort ausdruckt. Die Zeitwörter dieser Art kommen von Nennwörter her, und sind größten Theils niedrig. Männern, sich wie ein Mann bezeigen; kindern, kindisch thun; kälbern, sich wie ein Kalb geberden.

3) Frequentativa und Continuativa, die mehrmahlige Wiederholung oder Fortsetzung einer Handlung auszudrucken, welche aus Zeitwörtern gebildet werden. Zögern, zäckern, von ziehen, flistern, flackern, flattern, seigern und siekern von seihen, ablockern, abluckern von locken, schlenkern, schelfern, schlaudern, schlottern, bebern und bobern von beben, blinkern von blinken, klettern von dem veralteten kletten, lauern von lauen, lugen, sehen, poltern, wandern, erschüttern, maustern von mausen, schlummern von dem veralteten schlummen, klempern, klimpern, plaudern, plappern, stolpern, räuspern, schnattern, beschnuppern von beschnauben, stammern, im gemeinen Leben für stammeln, stochern, walgern, weigern, zittern, zwitschern, das Oberdeutsche raitern, reitern, sieben, von reden, raiten, lodern, und viele andere mehr, besonders in den gemeinen Mundarten, welche einen großen Reichthum von dergleichen Zeitwörtern besitzen. Viele derselben sind zugleich onomatopöitika und ahmen den Schall nach, der dadurch ausgedruckt werden soll.

4) In einigen scheinet diese Endung bloß die Versetzung oder das Gerathen in denjenigen Zustand zu bedeuten, welchen das Stammwort bezeichnet. Äschern, in Asche verwandelt, oder mit Asche bestreuen, liesern, geliesern, gerinnen, zu Lab werden, altern, alt werden, dämmern, und vielleicht noch andere mehr. Erweislicher sind,

5) Die Desiderativa, welche eine Neigung, ein Verlangen nach dem Zustande des Stammwortes ausdrucken. Die Zeitwörter dieser Art werden am häufigsten als Impersonalia gebraucht. Es schläfert mich, es hungert mich, es lüstert, gelüstert ihn. Die niedrigen und gemeinen Mundarten haben eine Menge solcher Zeitwörter, einen natürlichen Trieb, oder sinnliche Neigung zu einer Sache auszudrucken; z. B. es kotzert mich, es lächert mich, ich möchte lachen, es essert, fressert, niesert mich u. s. f. Einige werden auch persönlich gebraucht; die Kuh rindert, verlanget nach dem Ochsen, das Mädchen männert, verlanget nach dem Manne, der Mensch weibert u. s. f.

Von andern sind auch Nebenwörter auf "-erlich" üblich; lächerlich, weinerlich, es ist mir esserlich, nieserlich u. s. f. Doch alle diese Wörter, lächerlich ausgenommen, gehören in die niedrigste Sprechart. Die Desiderativa der Lateiner auf "rio" kommen mit diesen Zeitwörtern überein. In allen diesen Verbis ist "ern" aus "eren" mit Wegwerfung des letzten "e" entstanden. Einige harte Mundarten behalten dieses letzte "e" und werfen dafür das erste weg; dauren, mauren, versichren, erinnren, erneuren u. s. f. Allein man darf nur ein mittelmäßiges Gehör haben, diesen harten Übelklang zu empfinden. S. auch "-En".

Was die Bedeutung dieser Sylbe betrifft, denn ein leerer Ton ist sie doch gewiß nicht, so läßt sich selbige nur muthmaßen. Vielleicht gehöret sie zu dem alten Worte "ar", "arn", welches sich fast in allen Europäischen Sprachen findet, und überhaupt ein Thun, Verrichten, oft aber auch ein Seyn und Werden bedeutet. Selbst die Endung an den Desiderativis leidet diese Ableitung, weil das Angels. "eorn", welches "gern" bedeutet, gleichfalls zu dieser Familie gehöret. S. Ernst, Arbeit, Ernte.

II. Die Beywörter, welche sich auf "ern" endigen, bedeuten insgesammt eine Materie, aus welcher eine Sache bestehet. Diejenigen Beywörter gehören nicht hierher, welche vermittelst der Endsylbe "en" oder "n" aus den Hauptwörtern auf "er" gemacht werden, wie kupfern, ledern, silbern, eisern, von dem alten Iser, Eisen, ehern, von dem alten Er, Eher, Erz, u. s. f. S. "-En"; sondern nur diejenigen, welche sich auf ein "ern" endigen, ungeachtet ihre Stammwörter kein "er" am Ende haben. Dergleichen sind, gläsern, hölzern, beinern, drähtern, stählern, zinnern, thönern, ströhern, bleyern, steinern, fleischern, knöchern, wächsern u. s. f. Bey der Endung "-En" ist bereits angemerket worden, daß diese Endung den Ober- und Niedersachsen vorzüglich eigen ist, und daß die Oberdeutschen die meisten Beywörter dieser Art auf "-en" oder "-in" machen. Frisch ging gar so weit, daß er alle diese Beywörter verwarf, und der Oberdeutschen Form den Vorzug gab. Allein wenn dieß in allen ähnlichen Fällen gelten sollte, so müßten die Hochdeutschen ihre ganze Mundart nach der Oberdeutschen umbilden. Ob man gleich nicht sagen kann, woher das "r" in diese Endung gekommen, so ist sie doch alt, und findet sich bey dem Ottfried und andern Fränkischen Schriftstellern sehr häufig. Man könnte auf die Gedanken gerathen, daß in solchen Beywörtern der Plural des Hauptwortes zum Grunde liege, indem einige Hauptwörter, von welchen Beywörter auf "ern" gemacht werden, im Plural "er" haben, wie Glas, Holz. Allein, viele haben im Plural kein "er", die meisten haben gewöhnlich gar kein Plural, würden ihn auch, wenn sie ihn haben könnten, nicht auf er machen. Von einigen andern, z. B. albern, lüstern, nüchtern, schüchtern, S. diese Wörter selbst.


Erstellt: 2012-11

F

-fach-

einfach, zweifach

G

H

-haft-

= "wie", "habend"; vgl. "lebhaft", "leibhaftig", "dauerhaft", "glaubhaft"

-halb- (W3)

Das Suffix "-halb" in Wörtern wie "innerhalb", "unterhalb", "deshalb", "allenthalben", "meinethalben", "krankheitshalber" geht zurück auf ein frühnhdt. Substantiv "Halbe" = "Seite", "Gegend" und althdt. "halba" = "Seite" zurück. Diese Bedeutung findet man auch in altnord. "halfa" und altengl. "healf" = "Seite", "Hälfte".

Demnach bedeuten obige Ausdrücke wörtlich "innenseitig", "unterseitig", "diesseits", "allseitig", "meinerseits", "krankheitsseitig".

Die neuhochdeutsche Bedeutung "wegen" ist sekundär und aus der Bedeutung "Seite" in Zusammansetzungen wie "meinethalben" nach dem Muster von "meinerseits" entstanden.

Das Adjektiv dt. "halb" geht zurück auf mhdt. "halp", ahdt. "halb" und man findet es auch als got. "halbs", engl. "half", schwed. "halv". Als Wurzel wird ide. "*kel-", "*skel-" = dt. "schneiden", "spalten", "hauen" postuliert. In dieser Wortfamilie findet man auch lat. "scalpere" = dt. "schneiden", "ritzen", "kratzen". Demnach transportiert dt. "halb" auch die Bedeutung dt. "durchgeschnitten", "gespalten". Daraus entwickelte sich das Substantiv dt. "Halbe" und die neuere Form dt. "Hälfte" mit der Bedeutung dt. "Seite" (mhdt. "halbe", ahdt. "halba", got. "halba", altengl. "healf", aisl. "halfa").

Daneben entwickelte sich auch die nachgestellte Präposition dt. "halb", "halben" die heute nur noch als Suffix "-halb", "-halben" auftreten. Aus "dieser halben" wurde dt. "dieserhalb" und "deshalb", und ebenso bei dt. "allenthalben", "außerhalb", "ebendeshalb", "ehrenhalber", "meinethalben", "oberhalb", "unterhalb", "weshalb".

(E?)(L?) http://www.christianlehmann.eu/ling/wandel/etymologie.php

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In neuhochdeutschen Wörtern wie "innerhalb", "unterhalb", "deshalb", "allenthalben", "meinethalben", "krankheitshalber" tritt ein Stamm "halb" auf, der nicht mehr selbständig vorkommt, aber offensichtlich so etwas wie "Seite" und "wegen" bedeutet, denn "meinethalten" = "meinetwegen", "krankheitshalber" = "wegen Krankheit" und "unterhalb" = "an der Unterseite". Hiervon macht man zunächst die Wortgeschichte und stellt fest, daß der Stamm sogar im Frühneuhochdeutschen noch als selbständiges Substantiv "Halbe" = "Seite", "Gegend" auftritt. Das Substantiv läßt sich bis ins Althochdeutsche zurückverfolgen, wo ebenfalls "halba" = "Seite" existiert. Dem entsprechen altnord. "halfa" und altengl. "healf", die beide "Seite", "Hälfte" bedeuten. (Der weitere indoeuropäische Anschluß dieses Stamms ist unsicher.) Die neuhochdeutsche Bedeutung "wegen" ist jedenfalls sekundär; sie ist aus der Bedeutung "Seite" in Kollokationen wie meinethalben nach dem Muster von "meinerseits" entstanden.
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(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=halb
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "halb" taucht in der Literatur um das Jahr 1560 / 1640 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


(E?)(L?) http://www.wordmap.co/#halb

This experiment brings together the power of Google Translate and the collective knowledge of Wikipedia to put into context the relationship between language and geographical space.


Erstellt: 2016-02

-heit- (W3)

Im Lexikon findet man nur, dass "-heit" dazu dient, mit Adjektiven und zweiten Partizipien, in seltenen Fällen auch mit Adverbien und Zahlwörtern, Substantive zu bilden. Diese drücken dann einen Zustand, eine Beschaffenheit oder eine Eigenschaft aus.

In Zusammensetzungen mit Substantiven dient es auch dazu Personengruppen zu bezeichnen, wie etwa die "Menschheit".

Die Wurzeln dieser Endung habe ich bisher noch nicht gefunden.

I

-ich-



-ieren
-isieren
spazieren
space (W3)

Bei der Verb-Endung "-ieren" handelt es sich um einen "germanisierten Gallizismus" bzw. einen "germanisierten Latinismus" (Verb-Endung frz. "-ir", "-er" plus Verb-Endung dt. "-en" = Verb-Endung frz.-dt. "-ieren") (und weiter: lat. "-are").

Der Verb-Suffix "-isieren" ist eine erweiterte Variante von "-ieren".

Im weitesten Sinne könnte man "ieren" mit "machen" wiedergeben. Etwa "pausieren" = "Pause machen". Dass das nicht immer gilt zeigt z.B. "hausieren", das nicht als "Haus machen (bauen)" übersetzt werden kann. Und in "gieren" und "zieren" handelt es sich nicht einmal um "ieren"- Wortendungen sondern wirklich um deutsche "en"-Wortendungen.

Während der Suffix "-ieren" also eindeutig französischen bzw. lateinischen Ursprungs ist, muß das für ein damit gebildetes Verb nicht unbedingt zutreffen. Nachdem sich die Endung "-ieren" erst mal etabliert hatte, wurden damit auch Verben gebildet die es bisher nicht gab, nach dem Motto: Substantiv + "-ieren" = Verb. So dürfte "buchstabieren" sicherlich nicht französischen Ursprungs sein (obwohl mit französischem Suffix gebildet). Hier hat der Wortstamm ein entscheidendes Wörtchen mit zu reden.

Das anscheinend so deutsche "spazieren" hat übrigens nicht nur eine französisch-lateinische Endung - auch der Wortstamm ist eingewandert - und zwar über ital. "spaziare" und lat. "spatiari" = "sich ergehen".

Wörtlich heißt "spazieren" eigentlich "Raum (greifen)". (Als Lehnübersetzung würde es also etwa "raumieren" heißen.) Aus dem zu Grunde liegenden lat. "spatium" = "Raum", "Strecke", "Weite" ist auch das engl. "space" = "Raum" hervorgegangen.

(E?)(L1) http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Derivation/To-V/Suffixe-F/ier.html

Das Suffix "ier(en)"
Das Suffix "ier(en)" ist ein Fremdsuffix. Es ist das bei der Verbableitung am häufigsten vorkommende Suffix.
Es leitet ab:

Nicht alle Fremdwörter auf "ieren" können von einem anderen Wort abgeleitet werden. Oft werden sie direkt als Basiswörter ins Deutsche übernommen. Zum Beispiel: "diskutieren", "etablieren", "faszinieren", "schraffieren".

Nomen zu Verb

Alle Ableitungen

804 Einträge der Wortbildungsklasse Nomen-zu-Verb-Ableitungen mit dem Suffix ier(en) von insgesamt 18.156 Verben im Canoo Wörterbuch

abandonnieren | abortieren | adjektivieren | adremieren | adressieren | aerosolieren | affektieren | affichieren | agiotieren | akkordieren | akzentuieren | alarmieren | alimentieren | alineieren | alkylieren | aluminieren | amalgamieren | amnestieren | amtieren | analysieren | anästhesieren | anatomieren | angiographieren | annoncieren | antichambrieren | apanagieren | apokopieren | apostrophieren | applaudieren | approchieren | aquarellieren | äquilibrieren | arbitrieren | archivieren | argumentieren | arkadieren | arrestieren | arsenieren | artikulieren | asphaltieren | atramentieren | atrophieren | attackieren | attestieren | augmentieren | augurieren | auktionieren | autographieren | autoklavieren | avalieren | avancieren | aversionieren | avisieren | bajonettieren | balancieren | ballotieren | balsamieren | bandagieren | banderolieren | | barattieren | bardieren | barrikadieren | basieren | bastardieren | bastionieren | belcantieren | betonieren | bibliographieren | bilanzieren | billardieren | bituminieren | biwakieren | blasonieren | blasphemieren | blockieren | bombardieren | bombieren | bonieren | bonitieren | bordieren | bosselieren | bouillonieren | bouquinieren | boykottieren | braisieren | bramarbasieren | brevetieren | brikettieren | brikolieren | bromieren | bronzieren | broschieren | buchstabieren | budgetieren | buschieren | calcinieren | cellophanieren | chagrinieren | chaperonieren | charmieren | chlorieren | chloroformieren | choreographieren | chromatieren | chromatographieren | chromieren | codieren | collagieren | conferieren | crouponieren | daktylographieren | damaszieren | datieren | debattieren | debauchieren | debütieren | deflationieren | dekolletieren | dekorieren | dekretieren | demissionieren | depeschieren | deroutieren | desillusionieren | desinteressieren | dessinieren | destinieren | detaillieren | dialysieren | differenzieren | dimensionieren | diphthongieren | diplomieren | disharmonieren | diskontieren | diskreditieren | dispachieren | dispensieren | disputieren | distanzieren | disziplinieren | doktorieren | dokumentieren | domizilieren | dosieren | dotieren | drainieren | drangsalieren | dränieren | drapieren | dubitieren | duellieren | duplieren | ebenieren | echelonieren | editieren | effektuieren | eklatieren | ektropionieren | elektrolysieren | elektropolieren | eloxieren | emaillieren | embarrassieren | emeritieren | encouragieren | engagieren | engobieren | enkaustieren | ennuyieren | enthusiasmieren | entkoffeinieren | enzystieren | eosinieren | equipieren | eskaladieren | eskarpieren | eskimotieren | eskomptieren | eskortieren | etalonnieren | etikettieren | examinieren | exhibitionieren | exilieren | experimentieren | expertisieren | extemporieren | extravasieren | fabrizieren | fabulieren | facettieren | façìonnieren | faksimilieren | fakturieren | falsettieren | famulieren | phantasieren | farcieren | fassonieren | fatigieren | fellationieren | fermentieren | festonieren | fetieren | fianchettieren | fibrillieren | figurieren | filetieren | filieren | filtrieren | finanzieren | fintieren | flagellieren | flankieren | florettieren | fluatieren | fluoridieren | fluorieren | fokussieren | foliieren | foliieren | fomentieren | forfaitieren | formatieren | formieren | photographieren | photokopieren | fragmentieren | fraktionieren | frakturieren | frettieren | frondieren | fugieren | fundamentieren | funktionieren | furagieren | füsilieren | fusionieren | gallieren | galoppieren | garagieren | garantieren | garnisonieren | garottieren | gasieren | gastieren | gastroskopieren | gattieren | gelatinieren | geminieren | generieren | genieren | girieren | glasieren | glossieren | godronnieren | goutieren | gradieren | graduieren | grainieren | graissieren | graphitieren | gratinieren | grignardieren | grillieren | grimassieren | grundieren | gruppieren | guillochieren | guillotinieren | gummieren | gymnastizieren | habilitieren | habituieren | halogenieren | handicapieren | harmonieren | harpunieren | hasardieren | hausieren | haussieren | havarieren | hektographieren | hofieren | hollerithieren | holographieren | horizontieren | horoskopieren | hypostasieren | illuminieren | illusionieren | implementieren | indexieren | individuieren | indizieren | indoktrinieren | inflammieren | inflationieren | influenzieren | ingremiieren | inhaftieren | injuriieren | inkrustieren | inseminieren | instrumentieren | insultieren | inszenieren | intarsieren | interessieren | intrigieren | intubieren | inzensieren | irisieren | jaspieren | jodieren | jokulieren | jubilieren | jurieren | kabalieren | kadenzieren | kalandrieren | kalibrieren | kalkieren | | kalmieren | kalzinieren | kaminieren | kandieren | kanonieren | kantonieren | kapellieren | kapitulieren | kaprizieren | karambolieren | karamelieren | kardieren | karossieren | karottieren | | kartieren | kartographieren | kartonieren | karzerieren | kasemattieren | kasernieren | kassettieren | kassieren | katalysieren | katapultieren | katastrieren | kautschieren | kautschutieren | kellnerieren | kilometrieren | klassieren | klausulieren | klischieren | klonieren | kodieren | koitieren | kollationieren | kollektivieren | kommissionieren | komplementieren | komplimentieren | komplottieren | kompostieren | konchieren | konditionieren | konfektionieren | konkurrenzieren | konspektieren | kontaktieren | konterminieren | kontieren | | kontrapunktieren | kontrastieren | kontrieren | kontrollieren | kontumazieren | konturieren | konzeptionieren | konzernieren | konzertieren | konzessionieren | konzilieren | kopieren | kopulieren | korrektionieren | korsettieren | kostümieren | kotieren | krayonnieren | kreditieren | kreponieren | krepponieren | krockettieren | krockieren | krokieren | kubieren | kujonieren | kumulieren | kupellieren | kurbettieren | kürettieren | kurieren | kursieren | kutschieren | kuvertieren | kymographieren | laborieren | lackieren | lafettieren | lamellieren | laminieren | langettieren | lasieren | | lautieren | lektorieren | lenisieren | libellieren | limitieren | linieren | liniieren | lithographieren | lizenzieren | logarithmieren | logieren | lombardieren | longieren | lorgnettieren | lukrieren | lüstrieren | luxurieren | mäandrieren | magazinieren | mandatieren | manifestieren | manövrieren | manufakturieren | markieren | marmorieren | marschieren | maschinieren | maskieren | massakrieren | massieren | maturieren | maximieren | medaillieren | mediieren | medizinieren | membrieren | menagieren | mensurieren | metamorphosieren | metastasieren | mikrokopieren | mikroskopieren | minieren | minimieren | ministrieren | missionieren | möblieren | modellieren | modulieren | molestieren | monogrammieren | monophthongieren | motivieren | moussieren | munitionieren | musizieren | neumieren | niellieren | nivellieren | nobilitieren | nominieren | normieren | notieren | novellieren | nuancieren | numerieren | odorieren | oktavieren | oktroyieren | onanieren | onerieren | operieren | optimieren | orchestrieren | ordinieren | orientieren | ornamentieren | orthotonieren | oxidieren | oxydieren | paginieren | paketieren | paktieren | palettieren | palmieren | panaschieren | paneelieren | panoramieren | papillotieren | paprizieren | paradieren | paraffinieren | paragraphieren | paralysieren | paraphieren | paraphrasieren | parasitieren | pardonieren | parfümieren | parkettieren | parlamentieren | parodieren | partizipieren | parzellieren | paspelieren | passepoilieren | passieren | patentieren | patinieren | patrouillieren | patrozinieren | pauschalieren | pausieren | paziszieren | pelletieren | pensionieren | peregrinieren | perfektionieren | | periklitieren | perimetrieren | periphrasieren | perpetuieren | petitionieren | phagozytieren | philistrieren | philosophieren | phosphatieren | piaffieren | pigmentieren | pillieren | pilotieren | pilotieren | pirouettieren | plafonieren | plakatieren | planimetrieren | platinieren | plazieren | plausibilitieren | pliieren | plombieren | pointieren | pointillieren | portionieren | porträtieren | | posieren | positionieren | postieren | potenzieren | prädikatieren | prämieren | prämiieren | privilegieren | probieren | profilieren | profitieren | programmieren | projektieren | propagandieren | proportionieren | prospektieren | protestieren | protokollieren | proviantieren | prozessieren | psalmodieren | psychiatrieren | psychoanalysieren | pubertieren | pulsieren | punktieren | punzieren | quantitieren | quintieren | quotieren | rabattieren | radizieren | randalieren | rangieren | ranzionieren | rapportieren | | rastrieren | rationieren | raubkopieren | rayonieren | rebellieren | reexportieren | referenzieren | refugieren | refusieren | refüsieren | registrieren | reglementieren | regulieren | rekrutieren | relaunchieren | reliefieren | remboursieren | remisieren | renoncieren | rentieren | renversieren | reprographieren | repunzieren | respektieren | ressortieren | restieren | revanchieren | reversieren | revolutionieren | rezeptieren | ripostieren | ristornieren | rochieren | rodomontieren | rollieren | rotieren | rubrizieren | ruinieren | ruminieren | salarieren | saldieren | salivieren | salutieren | sanktionieren | satinieren | saucieren | saunieren | schablonieren | schamottieren | | schampunieren | scharmieren | schattieren | schikanieren | schimpfieren | schnabulieren | schockieren | schokolieren | | sedimentieren | segmentieren | sekretieren | selektionieren | sequenzieren | sequestrieren | shampoonieren | sigillieren | sikkativieren | silhouettieren | silieren | sinnieren | skalieren | skalpieren | skandalieren | skelettieren | skizzieren | sklerosieren | skontieren | skontrieren | skulpturieren | solfeggieren | sondieren | sortieren | sossieren | soupieren | soutachieren | spatiieren | spationieren | spendieren | spionieren | stationieren | statuieren | stenographieren | stenotypieren | stereotypieren | stimulieren | strapazieren | strukturieren | stuckieren | stuprieren | substantivieren | substantiieren | subventionieren | sulfonieren | sulfurieren | summieren | syllabieren | syndizieren | synkopieren | tabellieren | tablettieren | tabuieren | taillieren | taktieren | taktieren | talkumieren | tamburieren | tamponieren | tannieren | tapezieren | tarieren | tarifieren | tarockieren | taxieren | telephonieren | telegraphieren | telekopieren | televisionieren | terminieren | terrassieren | tessellieren | textieren | texturieren | therapieren | thesaurieren | timbrieren | tirassieren | tirilieren | titrieren | titulieren | tjostieren | tomatieren | tomographieren | tonsurieren | topasieren | torkretieren | torpedieren | toupieren | tracheoskopieren | tranchieren | transferieren | transistorieren | transitieren | transportieren | travestieren | tremolieren | tremulieren | trepanieren | tressieren | triangulieren | triumphieren | tumultuieren | tuschieren | ulzerieren | uniformieren | univerbieren | urinieren | vagabundieren | vakuumieren | vakzinieren | valutieren | verklausulieren | verlustieren | videographieren | vignettieren | vikariieren | visionieren | visitieren | vitaminieren | vivisezieren | vollieren | voltieren | votieren | vozieren | wattieren | weitermarschieren | xerographieren | xerokopieren | zaponieren | zellophanieren | zementieren | zensurieren | zentrieren | zentrifugieren | zirkulieren | zonieren

Besonderheiten: Alle Ableitungen

engagieren | entkoffeinieren | enzystieren | illuminieren | indoktrinieren | inflammieren | ingremiieren | inhaftieren | inkrustieren | inseminieren | inszenieren | intubieren | verklausulieren | verlustieren

Adjektiv zu Verb

Das Suffix ier(en) steht viel seltener bei Adjektiven als bei Nomen.

Alle Ableitungen

absentieren | aggressivieren | ajourieren | aktivieren | alternieren | astasieren | attraktivieren | blondieren | brillantieren | brüskieren | diffamieren | difformieren | duplizieren | eutrophieren | extensivieren | firmieren | fixieren | flottieren | französieren | frequentieren | halbieren | homologieren | humiliieren | inaktivieren | infamieren | inkommodieren | integrieren | intensivieren | internieren | invalidieren | justieren | kaptivieren | klarieren | kokettieren | komplettieren | konformieren | koramieren | krepitieren | laterieren | laxieren | legitimieren | liquidieren | magnifizieren | marinieren | marodieren | mattieren | menstruieren | monosemieren | nasalieren | objektivieren | passivieren | pauperieren | perfektivieren | plattieren | plausibilieren | polychromieren | präsentieren | präzisieren | primitivieren | profanieren | publizieren | quittieren | relativieren | rezidivieren | sensitivieren | solidieren | somnambulieren | stabilieren | stolzieren | subalternieren | subjektivieren | superieren | tragieren | transitivieren | traversieren | vagieren | validieren | vastieren | vigilieren | zelebrieren

Besonderheiten: Tilgung von "-isch"

Neoklassisches Formativ zu Verb

Alle Ableitungen

äquieren | azotieren | binieren | daktylieren | densieren | feminieren | finieren | florieren | föderieren | fumieren | germinieren | glacieren | granieren | granulieren | gravieren | gravitieren | halluzinieren | honorieren | hospitieren | hydrieren | kadmieren | karburieren | kolorieren | kontinuieren | laktieren | nitrieren | okulieren | phrasieren | planieren | prosperieren | quadrieren | sakrieren | sekundieren | sekurieren | simulieren | soziieren | stagnieren | statieren | szintillieren | unieren | variieren | venerieren | vulgieren


(E?)(L?) http://gutenberg.spiegel.de/paulh/prinzip/Druckversion_paulka22.htm

§ 281

Wir haben in § 115 gesehen, dass einer Ableitung, die mit einem weniger gewöhnlichen Suffixe gebildet ist, leicht noch das für die betreffende Funktion normale Suffix beigefügt wird. Eine besondere Art dieses Vorganges ist die, dass einem fremden Suffixe noch das synonyme einheimische beigefügt wird, vgl. Die Verba auf "-ieren" sind entstanden, indem an die fertige altfranzösische Infinitivform auf -"ier" noch die deutschen Verbalendungen angetreten sind.


(E?)(L?) http://reime.woxikon.de/search.php

Am 21.12.2007 lieferte das Reimlexikon folgende Wörter auf "-ieren":

abbeeren | abfrottieren | Abisolieren | abkassieren | abkommandieren | abmageren | Abmarschieren | abmarschieren | abmontieren | abolieren | abonnieren | abortieren | abqualifizieren | abradieren | abrasieren | abreagieren | abschattieren | abscheren | abschmieren | abservieren | absolvieren | absorbieren | abstrahieren | abtelefonieren | abtrainieren | abtransportieren | achterlicheren | adaptieren | Addieren | addieren | administrieren | adoptieren | adressieren | adsorbieren | affirmieren | agglomerieren | agieren | agiotieren | agitieren | akklamieren | akklimatisieren | akkreditieren | akkumulieren | aktivieren | aktualisieren | akzentuieren | akzeptieren | akzessionieren | alamieren | alarmieren | algorithmisieren | alkoholisieren | alkylieren | allegorisieren | alliieren | alliterieren | alphabetisieren | alternieren | amerikanisieren | amnestieren | amortisieren | amputieren | amtieren | analysieren | Anderen | anderen | andiskutieren | anfrieren | angenehmeren | anglisieren | animieren | Anmarschieren | anmarschieren | anmontieren | annektieren | annoncieren | annulieren | annullieren | anprobieren | anschmieren | anstieren | antelefonieren | anthropomorphisieren | antichambrieren | antizipieren | antransportieren | anulieren | anvisieren | apostrophieren | appellieren | applanieren | applaudieren | applizieren | Apportieren | appretieren | aquarellieren | archivieren | argumentieren | armieren | arrangieren | arrestieren | arretieren | arrivieren | arrondieren | artikulieren | asphaltieren | aspirieren | assemblieren | assimilieren | assistieren | assoziieren | atomisieren | attackieren | attestieren | aufaddieren | Aufmarschieren | aufmarschieren | aufmontieren | aufnotieren | aufoktroyieren | aufpolieren | aufschmieren | auktionieren | ausbalancieren | ausdiskutieren | auskommentieren | auskonkurrieren | auskultieren | auskurieren | ausleeren | ausmarschieren | ausmontieren | Ausprobieren | ausprobieren | ausquartieren | ausradieren | ausrangieren | aussortieren | ausspionieren | ausstaffieren | auswattieren | automatisieren | autorisieren | avancieren | avisieren | bagatellisieren | balancieren | balbieren | balkanisieren | balsamieren | banalisieren | bandagieren | | barbieren | Barrieren | basieren | bastardisieren | bauchigeren | Beeren | bescheren | beschmieren | beschweren | Besseren | betonieren | Biwakieren | biwakieren | blamieren | blanchieren | Blaubeeren | blessieren | blockieren | blondieren | bombardieren | botanisieren | boykottieren | brillieren | Brombeeren | broschieren | Brustbeeren | brutalisieren | buchstabieren | campieren | changieren | Charakterisieren | charakterisieren | charmieren | chauffieren | chaussieren | chloroformieren | choreographieren | christianisieren | cleveren | codieren | Conchieren | dahinvegetieren | datieren | deaktivieren | debattieren | decodieren | dedizieren | deduzieren | defilieren | definieren | deflorieren | defokussieren | deformieren | defraudieren | degagieren | degenerieren | degoutieren | degradieren | deinstallieren | Dekantieren | Dekatieren | deklamieren | deklarieren | deklassieren | deklinieren | dekodieren | dekompilieren | dekomprimieren | dekonsekrieren | dekonstruieren | dekorieren | delegieren | delektieren | delinquieren | delirieren | delogieren | demarkieren | demaskieren | dementieren | demilitarisieren | demissionieren | demobilisieren | demodulieren | demokratisieren | demolieren | demonstrieren | demontieren | demoralisieren | demotivieren | denaturieren | denunzieren | depeschieren | depolarisieren | deponieren | deportieren | deprimieren | deputieren | deren | desavouieren | designieren | desillusionieren | desinfizieren | desodorieren | desorganisieren | desorientieren | destillieren | destruieren | detachieren | detaillieren | determinieren | detonieren | dezentralisieren | diagnostizieren | diffamieren | differenzieren | differieren | digitalisieren | diktieren | dimensionieren | dinieren | dirigieren | disassemblieren | diskreditieren | diskriminieren | diskutieren | dispensieren | dispergieren | disputieren | disqualifizieren | disseminieren | dissertieren | dissoziieren | distanzieren | disziplinieren | divergieren | dokumentieren | domestizieren | dominieren | dosieren | dotieren | dozieren | dragieren | Drahterodieren | dramatisieren | Drangsalieren | drangsalieren | drapieren | dressieren | dualisieren | dublieren | duplieren | Duplizieren | duplizieren | durchexerzieren | Durchmarschieren | durchmarschieren | durchnumerieren | durchnummerieren | durchpassieren | durchprobieren | durchqueren | durchstudieren | edieren | editieren | egalisieren | einbalsamieren | einbetonieren | einfrieren | eingefrieren | eingravieren | eingruppieren | einkassieren | einlogieren | Einmarschieren | einmarschieren | einmassieren | einmontieren | einplanieren | einquartieren | einrangieren | einschmieren | einsortieren | einstudieren | elektrisieren | elektroplattieren | elidieren | eliminieren | eloxieren | emanzipieren | emeritieren | Emigrieren | emigrieren | emittieren | emulgieren | encodieren | encouragieren | enervieren | engagieren | enkodieren | ennuyieren | entfusionieren | enthusiasmieren | Entkomprimieren | entkomprimieren | entleeren | entmagnetisieren | entmarkieren | entmaterialisieren | entmilitarisieren | entmystifizieren | entnazifizieren | entpolarisieren | entpolitisieren | equipieren | Erdbeeren | erfrieren | erigieren | Erodieren | erschweren | eruieren | eruktieren | eskalieren | eskortieren | etablieren | etikettieren | evakuieren | evangelisieren | evaporieren | evozieren | examinieren | exekutieren | exemplifizieren | Exerzieren | exerzieren | exhumieren | exilieren | existieren | exkommunizieren | exkulpieren | exmatrikulieren | exmittieren | expandieren | expatriieren | Expedieren | expedieren | Experimentieren | experimentieren | explizieren | explodieren | exploitieren | explorieren | exponieren | exportieren | expropriieren | exterminieren | extrahieren | extrapolieren | extrudieren | fabrizieren | fabulieren | faktorisieren | falsifizieren | fanatisieren | Fantasieren | fantasieren | faszinieren | favorisieren | Fernkopieren | figurieren | filtrieren | finanzieren | fingieren | firmieren | fixieren | flambieren | flanieren | flektieren | florieren | fluktuieren | fluoreszieren | fokussieren | Folieren | forcieren | formalisieren | Formatieren | formatieren | formieren | formulieren | fotografieren | fotokopieren | fragmentieren | fraktionieren | frankieren | frappieren | fraternisieren | frequentieren | frieren | frikassieren | Frisieren | frisieren | fritieren | frottieren | frustrieren | fundieren | fungieren | funktionieren | fusionieren | Galeeren | galoppieren | galvanisieren | garagieren | garantieren | garnieren | gastieren | Gefrieren | gefrieren | gelieren | generalisieren | generieren | gestikulieren | gieren | glasieren | glorifizieren | goutieren | graduieren | Granulieren | granulieren | grassieren | gratulieren | Gravieren | gravieren | gravitieren | grundieren | gruppieren | guillotinieren | gummieren | gustieren | halbieren | Halluzinieren | halluzinieren | hantieren | harmonieren | harmonisieren | harpunieren | hasardieren | hausieren | Heeren | hektographieren | herantransportieren | herauskristallisieren | Herausmontieren | herausstaffieren | herbeizitieren | hereinmarschieren | hereinspazieren | herumhantieren | herumkommandieren | herumkritisieren | herumkurieren | herumlaborieren | herumspionieren | herumstolzieren | hinauftransformieren | hineinspazieren | hinterherspionieren | hintransportieren | hochstilisieren | hofieren | Holunderbeeren | homogenisieren | honorieren | hospitalisieren | hybridisieren | hydratisieren | hydrieren | hyperventilieren | hypnotisieren | idealisieren | identifizieren | ignorieren | illuminieren | Illustrieren | illustrieren | imitieren | immatrikulieren | immigrieren | immunisieren | implantieren | implementieren | implizieren | implodieren | imponieren | 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-ig-



-ierung- (W3)



-ikation- (W3)



-iker (W3)

Die Endung "-iker" wird allgemein zur Kennzeichnung von Personen herangezogen, wenn sich die Bezeichnung auf Adjektive auf "-isch" bezieht, wie etwa auch

(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Derivation/To-N/Suffixe-F/iker.html

Das Suffix "-iker"

Mit dem Suffix "-iker" werden männliche Nomen gebildet. Sie gehören zu der Flexionsklasse s/-. Die Ableitungen sind männliche Personenbezeichnungen.

Es leitet ab:

Nomen zu Nomen: "Alkohol" + "iker" = "Alkoholiker"

Die meisten Nomen-zu-Nomen-Ableitungen können auch als Adjektiv-zu-Nomen-Ableitungen von Ajektiven auf "-isch" interpretiert werden. Siehe unten.

Adjektiv zu Nomen: "allergisch" + "-iker" = "Allergiker"

Besonderheiten:


(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Controller?wordFormationClass=Nomen-zu-Nomen-Ableitungen+mit+dem+Suffix+iker&entryClass=Cat+N&pageNo=1&pageSize=50&resultId=1b7c7b

57 Einträge der Wortbildungsklasse Nomen-zu-Nomen-Ableitungen mit dem Suffix "-iker"

Algebraiker | Alkoholiker | Anakreontiker | Aphasiker | Aristoteliker | Arktiker | Bergakademiker | Biochemiker | Bronchitiker | Bulimiker | Chemiker | Diabetiker | Dystrophiker | Elegiker | Empiriker | Enzyklopädiker | Epiker | Epileptiker | Geochemiker | Gnomiker | Hemiplegiker | Hygieniker | Hypertoniker | Hypomaniker | Hypotoniker | Hysteriker | Ironiker | Kanoniker | Katatoniker | Kenotiker | Kernchemiker | Kunsthistoriker | Kyrenaiker | Lebensmittelchemiker | Luiker | Megalithiker | Monogenetiker | Neuralgiker | Neurastheniker | Ökonometriker | Paranoiker | Physiognomiker | Platoniker | Profilneurotiker | Prognostiker | Prostatiker | Psychotiker | Satiriker | Schismatiker | Sigmatiker | Skeptiker | Synoptiker | Syphilitiker | Tabiker | Tantriker | Textilchemiker | Vagotoniker |


(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Controller?wordFormationClass=Adjektiv-zu-Nomen-Ableitungen+mit+dem+Suffix+iker&entryClass=Cat+N&resultId=509471

63 Einträge der Wortbildungsklasse Adjektiv-zu-Nomen-Ableitungen mit dem Suffix "-iker"

Agnostiker | Akademiker | Allergiker | Anorganiker | Apalliker | Apoplektiker | Apostoliker | Archaiker | Arthritiker | Astheniker | Asthmatiker | Charismatiker | Choleriker | Eklektiker | Ekzematiker | Erethiker | Exoteriker | Fanatiker | Häretiker | Hippokratiker | Hyperboliker | Jambiker | Kachektiker | Kakophoniker | Komiker | Kykliker | Kyniker | Lakoniker | Legastheniker | Literarhistoriker | Lunatiker | Magiker | Melancholiker | Neolithiker | Neoteriker | Neuplatoniker | Neurotiker | Nostalgiker | Organiker | Paläolithiker | Panegyriker | Paralytiker | Peripatetiker | Philharmoniker | Phlegmatiker | Phthisiker | Polyphoniker | Prähistoriker | Prosaiker | Psoriatiker | Psychoanalytiker | Pykniker | Rheumatiker | Sanguiniker | Sklerotiker | Somatiker | Spastiker | Stoiker | Tabetiker | Theoretiker | Zwangsneurotiker | Zykliker | Zyniker |


(E?)(L?) https://edoc.ub.uni-muenchen.de/16001/1/Birk_Bettina.pdf

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Formale und inhaltliche Muster der Konnotation
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2 Konnotative Suffixe

Nach der Untersuchung konnotativer Präfixe steht im folgenden Kapitel der konnotative Gehalt von Suffixen im Fokus. In Gegenüberstellung mit den Präfixen fällt hierbei auf, dass sowohl die Gruppe der heimischen Suffixe als auch die Gruppe der fremden Suffixe deutlich umfangreicher ist als die entsprechende Präfixgruppe. Vor dem Hintergrund dieser Feststellung ist die deutlich höhere Anzahl konnotativer Suffixe nicht verwunderlich.

Im Folgenden werden konnotative Muster der Suffigierung vorgestellt. Aufgrund der wortartkonstituierenden Funktion der Suffixe erweist sich hierbei im Gegensatz zu den Präfixen eine wortartspezifische Untergliederung als sinnvoll. Substantivische, adjektivische und verbale Bildungen werden folglich getrennt voneinander untersucht. Innerhalb einer Wortart wird jedoch die inhaltliche Gruppierung beibehalten, um kenntlich zu machen, dass auch Suffixe zum Ausdruck bestimmter konnotationsprädisponierender Inhalte dienen.

2.1 Konnotative Substantivsuffixe

Aus der beträchtlichen Anzahl heimischer Substantivsuffixe des Deutschen können folgende Suffixe als rein denotativ eingestuft werden: "-er", "-heit" / "-keit" / "-igkeit", "-icht", "-in", "-nis", "-rich", "-s", "-sal", "-schaft", "-t", "-tel", "-tum", "-ung". Analoges gilt fur diese fremden Suffixe: "-ament"/"-ement", "-ant" / "-ent", "-anz" / "-enz", "-ar" / "-er", "-arium", "-t", "-ade", "-asmus", "-ee", "-esse", "-elle", "-erie", "-ie", "-ier" / "-iere", "-ik", "-iker", "-ine", "-ion" / "-ition" / "-ation", "-ist", "-itat", "-or" / "-ator" / "-itor", "-ose", "-ur". Zum einen vollziehen sie einen reinen Wortartwechsel, zum anderen ist ihr Modifikationsgehalt ausschlieslich denotativ. Die Funktion, einen semantischen Kern zu bilden, liegt nicht vor.

Neben den denotativen Substantivsuffixen existiert eine beträchtliche Anzahl konnotativer Substantivsuffixe, die sowohl heimischer als auch fremder Natur sind. Die heimischen Substantivsuffixe überwiegen jedoch quantitativ. Die Ubersicht der konnotativen Substantivsuffixe des Deutschen in Tabelle 31 zeigt neben dem jeweiligen Suffix und seinen formalen Varianten, den konnotativen Gehalt sowie charakteristische Beispiele. Ferner ist angegeben, welchen Inhalt das Substantivresultat beschreibt. Hier ergeben sich zwei wesentliche Bezüge: Personenbezeichnung und Sachbezeichnung. Die nachfolgende Tabelle 31 führt zunächst personen-, dann sachbezeichnende Suffixe auf:

Personenbezeichnung Konnotation Beispiele Tabelle 31: Konnotative Suffixe des Deutschen

Im Folgenden werden die konnotativen Suffigierungsmuster im Einzelnen detailliert vorgestellt. Dabei lassen sich fast alle Suffixe eindeutig einem der beiden Inhalte zuordnen. Lediglich die Suffixe "-chen", "-lein", "-i" und "-e" konnen sowohl Personen als auch Sachen bezeichnen.
...


Erstellt: 2016-10

-isch (W3)

Mit dem Suffix dt. "-isch" werden vorwiegend fremdsprachliche Substantive zu Adjektiven gemacht um eine Zugehörigkeit, die Herkunft, einen Vergleich, eine Entsprechung zu kennzeichnen, wie etwa:

Zur Verbesserung der Aussprache wurden oftmals noch weitere Infixe eingeschoben wie, "-ar-", "-ist-", "-t-" oder Endungen verändert, wie etwa bei "Theorie" und "theoretisch". (Dazu das Stichwort "Euphonie" = dt. "Wohlklang", "Wohllaut" lat. "euphonia" und griech. "euphonía").

Im Vergleich zur Endung dt. "-lich" hat die Endung "-isch" oft eine pejorative, also "verschlechternde", Wirkung, wie etwa bei "kindlich" und "kindisch".

Adelung schreibt dazu:


"-isch", eine alte Ableitungssylbe, Bey- und Nebenwörter aus Haupt- und Zeitwörtern zu bilden, welche die Bedeutungen der Ableitungssylben "-ig" und "-icht" oder "-lich" in sich vereiniget. Diejenigen Wörter, welche auf solche Art zu Bey- und Nebenwörtern werden können, sind,

I. Allgemeine Nennwörter, oder Apellativa, wo diese Sylbe eine doppelte Bedeutung hat.

1. Bezeichnet sie einen Besitz, wie die Sylbe ig.

1) Den Besitz der durch das Hauptwort bezeichneten Sache oder Eigenschaft, wo sie dem Hauptworte bloß angehänget wird, doch so, daß das stumme "e" am Ende wegfällt und die Vocale "a", "o", "u" zuweilen in "ä", "ö", "ü" übergehen. Diese werden von Hauptwörtern gebildet. "Einheimisch", ehedem "heimisch", von Heim, Heimath, seine Heimath an einem Orte habend, "neidisch", Neid besitzend, "abergläubisch", "argwöhnisch", "rückisch", "mißtrauisch", "parteyisch", "launisch", ein stättisches Pferd. Im Bergbaue sagt man auch "güldisch", "bleyisch", "zinnisch", "alaunisch" u. s. f. für goldhaltig, bleyhaltig u. s. f.

2) Zu einer Person oder Sache gehörig, von ihr herrührend; gleichfalls von Hauptwörtern, "Waisenhäusisch", dem Waisenhause gehörig, im demselben befindlich; so auch "höllisch", "himmlisch", "gebirgische Leute", welche auf dem Gebirge wohnen, die "stiftischen Lande", welche einem Stifte gehören, "gichtische Zufälle", welche von der Gicht herrühren, die "nordischen Gegenden", "städtische Leute", welche in Städten wohnen u. s. f. Ehedem sagte man auch "kaiserisch", "königisch", dem Kaiser, Könige gehörig, und im Oberdeutschen höret man noch oft von "gegnerischen Waffen", d. i. den Waffen des Gegners. Wohin auch viele fremde, besonders Lat. Beywörter auf "-icus" gehören, welche vermittelst dieser Sylbe ein Deutsches Ansehen erhalten. "Mystisch", "philosophisch", "theologisch", "mathematisch", "biblisch", "katholisch", "apostolisch" und hundert andere mehr, zur Mystik, Philosophie, Theologie, Mathematik, Bibel, gehörig, in denselben gegründet, daher rührend. Andere, welche sich im Lateinischen auf "-ilis", "-inus", "-aris", "-anus" u. s. f. endigen, behalten die erste Sylbe dieser Endungen und verändern die letzte in "-isch"; "volatilisch", "salinisch", "militarisch", "grammaticalisch", "logicalisch" u. s. f. besser "grammatisch" und "logisch". Falsch ist es, wenn man glaubt, daß dergleichen Beywörter eine doppelte Endung hätten, eine Lateinische und eine Deutsche, indem "-isch" hier nichts als das Lateinische "-is" und "-us" mit dem Zischlaute ist. Mehrere Wörter dieser Art kommen im folgenden vor.

3) Eine Fertigkeit, eine Neigung in und zu einer Sache. "Aufrührisch", so wohl wirklich im Aufruhre begriffen, als auch zum Aufruhre geneigt. Die meisten dieser Art stammen von Zeitwörtern her, welche das "-en" des Infinitivs wegwerfen, und das "a", "o" und "u" oft in "ä", "ö" und "ü" verändern. "Zänkisch", "höhnisch", "spöttisch", "mürrisch", "läufisch", "wetterwendisch", "anhängisch", "einbildisch", "stürmisch", "verführisch", der gern und viel zankt, höhnet, spottet, läuft, murret, sich anhängt, sich viel einbildet u. s. f. Im gemeinen Leben gibt es sehr viele dieser Art, z. B. "käufisch", der gerne kauft, "gebisch", der gerne gibt, "willfährisch", für willfährig, "auffahrisch", der leicht auffähret, "regnisches", "regnerisches" Wetter, da es viel regnet u. a. m. Wo es auch zuweilen eine passive Bedeutung hat, "angreifische Waare", wornach andere gern greifen.

2. Eine Ähnlichkeit, wie die Sylben "-icht" und "-lich"; wo sie nur Hauptwörtern angehänget wird. "Himmlisch", "englisch", "höllisch", "balsamisch", "städtisch", "kleinstädtisch", "soldatisch", "edelmännisch", "läppisch", "närrisch", "irdisch", "bübisch", "hurisch", "schelmisch", "zauberisch", "abgöttisch", von dem veralteten Zauber u. s. f. welche insgesammt eine Übereinstimmung bezeichnen. "Heidnisch", für "heidisch", wie man wohl auch sagte, ist von dem alten Nominativ der Heiden. Besonders werden die Hauptwörter auf "-er", welche eine männliche Person bezeichnen, auf diese Art gebraucht, eine ihnen gleich kommende Eigenschaft zu bezeichnen. "Mahlerisch", "rednerisch", "buhlerisch", "verrätherisch", "betriegerisch", "räuberisch", "dichterisch", "kriegerisch", "ketzerisch", "heuchlerisch", "verschwenderisch" u. s. f. Besonders im gemeinen Leben, "prahlerisch", "schwelgerisch", "träumerisch", "spielerisch", "schülerisch" u. s. f. wofür man in der anständigern Sprechart lieber "prahlhaft", "spielhaft", "schülerhaft" u. s. f. sagt. Viele bezeichnen nur einen nachtheilige Eigenschaft im verächtlichen Verstande; wie "hündisch", "schweinisch", "säuisch", "thierisch", "viehisch", "bäuerisch", "teufelisch" u. s. f. da man denn in manchen Fällen doppelte Wörter dieser Art hat, eines, welches diese verächtliche Eigenschaft ausdruckt, und ein anderes gleichgültiges. "Kindisch" und "kindlich", "weibisch" und "weiblich", "herrisch" und "herrlich", "papistisch" und "päpstlich", "richterisch" und "richterlich". Auch Lateinische Beywörter können in dieser Bedeutung vermittelst der Endsylbe "-isch" das Bürgerrecht erhalten. "Majestätisch", "monarchisch", "poetisch", "sclavisch", "prophetisch", "politisch", "barbarisch", "pestilenzialisch" oder "pestilenzisch", "paradiesisch", und tausend andere mehr.

II. Eigenthümliche Wörter, eigene Nahmen, Beywörter aus denselben zu bilden, welche die beyden vorhin angeführten Hauptbedeutungen in sich vereinigen, und so wohl einen Besitz, einen Ursprung, ein Herkommen, ein Angehören, als auch eine Ähnlichkeit und Übereinstimmung bedeuten. Diese eigenen Nahmen sind,

1. Nahmen der Völker, mit Wegwerfung des "e" euphonici am Ende. "Französisch", "Schweizerisch", "Englisch", "Russisch", "Corsisch", "Irisch", "Schottisch", "Dänisch", "Schwedisch", "Portugiesisch", "Fränkisch", "Griechisch", "Jüdisch", "Türkisch", "Sächsisch" u. s. f. von den Hauptwörtern Franzose, Schweizer, Angel oder Engel, Russe, Corse, Ire, Schotte u. s. f. "Deutsch" und "Wälsch" stammen auf ähnliche Art von "Deut" und "Wale" oder "Walle" her. "Lateinisch" und "Hebräisch" von Lateiner und Hebräer werfen auch das "-er" weg.

2. Nahmen der Länder, mit Wegwerfung der Endsylben "n", "en", "ien", "ey". "Preußisch", "Spanisch", "Russisch", "Ungarisch", "Österreichisch", "Niederländisch", "Märkisch", "Schwäbisch", "Mailändisch", "Pfälzisch", "Baierisch", "Böhmisch", "Tartarisch", "Lombardisch", "Bulgarisch", "Wallachisch" u. s. f. "Pohlnisch" behält sein "n", ob man gleich im gemeinen Leben auch "Pohlsch" sagt. Von manchen sind doppelte Beywörter vorhanden, deren eines von dem Nahmen des Volkes und das andere von dem Nahmen des Landes gemacht ist. "Englisch" und "Engländisch", "Irisch" und "Irländisch", "Schottisch" und "Schottländisch", "Curisch" und "Curländisch", "Esthnisch" und "Esthländisch". Von vielen, besonders ausländischen Ländernahmen, behält man die fremden schon vorhandenen Beywörter bey und verwandelt nur die Lateinische Endung "-icus" und "-us" in "-isch". "Sicilianisch", "Italiänisch", "Gallicanisch", "Venetianisch", "Mantuanisch", "Indianisch", "Amerikanisch", "Afrikanisch", "Europäisch", "Asiatisch" u. s. f. Wofür man nicht nöthig hat, "Sicilisch", "Italisch", "Venedisch", "Indisch" u. s. f. zu sagen, indem solches, wie schon oben gedacht worden, nicht Beywörter mit doppelten Ableitungssylben, sondern nur mit einer einzigen sind, obgleich "Sicilisch", "Indisch", "Venedisch" in einer andern Betrachtung auch richtig sind. "Asisch", "Amerikisch", "Afrikisch", würde wohl niemand sagen wollen, und "Gallisch" und "Gallicanisch" sind wesentlich verschieden. "Chinesisch", "Malthesisch", "Genuesisch" u. s. f. sind aus Italiänischen Beywörtern auf "-ese" gebildet.

3. Nahmen der Örter, besonders der Städte, Flecken und Dörfer. "Leipzigisch", "Hamburgisch", "Berlinisch", "Meißnisch", "Frankfurtisch", "Petersburgisch", "Römisch" u. a. m. Wo besonders von ausländischen Städten, auch die fremden Beywörter auf die oben gedachte Art üblich sind. "Hallensisch", besser "Hallisch", "Atheniensisch", "Neapolitanisch", "Sirakusanisch", "Constantinopolitanisch" u. s. f. Wenn dergleichen Beywörter auf "-isch" nicht üblich sind, oder übel klingen, so macht man sie lieber auf "-er"; "Leipziger Lerchen", "Pariser Hüte", "Amsterdamer Waaren", "Berliner Blau", "Petersburger Wachs" u. s. f. (S. "er"). Wo beydes nicht füglich angehen will, gebraucht man eine Umschreibung. Im Oberdeutschen pflegt man dergleichen Beywörter gern von den Nahmen der Einwohner zu bilden; "Berlinerisch", "Leipzigerisch", "Hamburgerisch" u. s. f. von Berliner, Leipziger, Hamburger, für "Berlinisch", "Leipzigisch", "Hamburgisch". Im Hochdeutschen kennt man diese Form nicht, außer daß man sie in "Wienerisch" für "Wienisch" angenommen hat. Zwischen beyden einen Unterschied in der Bedeutung zu machen, wie Aichinger gethan und Hempel ihm nachgebethet hat, ist eine Grillenfängerey.

4. Nahmen der Personen. Die "Wolfische Weltweisheit", die "Gellertischen Schriften", die "Lutherische Kirche", die "Weißischen Kinderlieder", das "Schützische Gut", die "Leibnitzischen Monaden", "Homerische Gedichte". Von vielen selbst Deutschen Nahmen nimmt man auch hier die Lateinischen Beywörter auf die oben gedachte Art auf, und von manchen sind nur die letztern allein üblich; "Wolfisch" und "Wolfianisch", "Paulinisch" die "Ernestinische Linie", "Carolinisch", "Fridericianisch", "Theodosianisch" u. s. f.

Anm. 1.

Diese Ableitungssylbe lautet bey dem Ulphilas "-isk", bey den Angelsachsen und Niedersachsen gleichfalls "-isk", im Italiänischen esco, und selbst in den Slavonischen Mundarten "-isk", Ihr Alterthum erhellet aus dem Tacitus, wo sie schon in den Wörtern "Teutiscus", "Cheruscus", "Nariscus" vorkommt. Sie war vornehmlich den Germanischen und Slavonischen Völkerschaften eigen, durch welche sie sehr frühe auch in das spätere Latein kam: "Franciscus", "Spaniscus", "Hunniscus", "Frigiscus", "Daciscus" u. a. m. kommen statt "Francicus" u. s. f. in der Notitia Imperii, bey dem Vegetius, Anastasius und andern sehr häufiger vor. Es erhellet daraus zugleich, daß diese Sylbe nichts anders ist, als die Ableitungssylben "-ig" und "-icht", welche in einer zischenden Mundart in "-isch" übergegangen sind. Da diese Aussprache manchen gröbern Mundarten vorzüglich eigen ist, so erhellet daraus zugleich, warum die damit gebildeten Beywörter, die eigenthümlichen Nahmen ausgenommen, in so vielen Fällen etwas gemeines und niedriges haben; daher man viele Wörter dieser Art in der anständigen Schreibart lieber auf andere Art bildet: "abergläubig", "argwöhnig", "angreifig", "anhängig", "haushältig", "auffahrend", "tändelhaft", für abergläubisch u. s. f. Mit allen läßt sich dieses freylich nicht thun, daher man sie behalten muß. In den niedrigen Sprecharten gehet das "-ig" der Hochdeutschen in hundert andern Fällen in "-isch" über.

Anm. 2.

Die eigenthümlichen Beywörter dieser Art sind, außer wenn sie eine sittliche Eigenschaft bedeuten, keiner Comparation fähig. Die andern verstatten selbige in manchen Bedeutungen allerdings, und im gemeinen Leben gebraucht man sie häufig genug. der "viehische Mensch", die "barbarischste That", die "hündische Begierde", der "mißtrauischste Geitzhals". Allein die vielen "s" thun im Superlativ so wohl den Sprach- als Gehörwerkzeugen Gewalt an, daher man die dritte Staffel in der edlen Schreibart lieber vermeidet, oder sie wenigstens auf "-te" bildet, "viehischte", "barbarischte", "hündischte". Der Comparativ, "barbarischer", "thierischer" u. s. f. hat weniger Mißklang, und wird ohne Anlaß gebraucht. Übrigens sind von diesen Beywörtern keine Hauptwörter als Abstracta üblich, entweder des Wohlklanges wegen, oder auch, weil diese Sylbe vornehmlich dem großen Haufen zugehöret, welcher die Abstracta nur selten gebraucht; der Sinn verstattet sie allerdings.

Anm. 3.

Die Beywörter dieser Art können, die fremden und eigenen Nahmen ausgenommen, nicht nach Willkühr gebildet werden, sondern man muß es bey bewenden lassen, welchen der Gebrauch einmahl das Bürgerrecht gegeben hat. Der Verlust ist auch nicht groß, weil der dieser Ableitungssylbe eigene Zischlaut eben nicht die glänzendste Seite unserer Sprache ist. Selbst bey eigenthümlichen Nahmen muß das Gehör zu Rathe gezogen werden, ob es dergleichen Beywörter verstattet oder nicht.


Literatur:

(E?)(L1) http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Derivation/To-A/Suffixe/isch.html

Das Suffix "-isch"

Das Suffix "-isch" gehört zu den am häufigsten vorkommenden Suffixen in der Adjektivbildung.

Es leitet ab:

Besonderheiten:

Vergleiche auch die erweiterten Suffixe, die direkt von Nomen ableiten: "-alisch", "-anisch", "-arisch", "-atisch", "-etisch", "-inisch", "-istisch", "-itisch", "-orisch".

...


(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/Controller?service=wordformationRules&matchRules=(WFS+isch)(WFS-C+A%2BN%2BSuffix)&wordFormationClass=mehrteilige+Ableitungen+mit+dem+Suffix+isch&entryClass=Cat+A

altväterisch | einbasisch | fremdländisch | mittelländisch |


(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Controller?wordFormationClass=Adjektiv-zu-Adjektiv-Ableitungen+mit+dem+Suffix+isch&entryClass=Cat+A&resultId=1b40486

achromatisch | adrenergisch | agamisch | agrarisch | akephalisch | alamodisch | amorphisch | amphibolisch | analogisch | animalisch | anonymisch | anthropomorphisch | antikisch | archivalisch | autarkisch | binarisch | bipedisch | cholinergisch | diastratisch | dichotomisch | distichisch | elementarisch | erratisch | eugenisch | exergonisch | flexivisch | fluidisch | genialisch | genitalisch | geokratisch | hapaxanthisch | haplokaulisch | heliotropisch | heterotopisch | homophonisch | hypergolisch | hypertrophisch | hypnagogisch | identisch | infernalisch | intellektualisiertisch | kolossalisch | konjunktivisch | konvulsivisch | kristallinisch | kryptokristallinisch | lexikalisch | linkisch | literarisch | loxodromisch | lunarisch | maskulinisch | matriarchalisch | metabolisch | metamorphisch | mikrokristallinisch | monomanisch | musivisch | myopisch | okzidentalisch | orientalisch | ovoidisch | passivisch | patriarchalisch | peninsularisch | perfektivisch | planetarisch | polyglottisch | polykarpisch | präklusivisch | proverbialisch | quadrophonisch | relativisch | sanitarisch | sentimentalisch | solarisch | solidarisch | stereotypisch | subalpinisch | synchronisch | thalassokratisch | theomorphisch | theophorisch | transalpinisch | translunarisch | transmarinisch | tribunizisch | triklinisch | trimorphisch | vegetabilisch | zirkadianisch | zisalpinisch |


(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/Controller?service=wordformationRules&matchRules=(WFS+isch)(WFS-C+V-To-A)&wordFormationClass=Verb-zu-Adjektiv-Ableitungen+mit+dem+Suffix+isch&entryClass=Cat+A

auflüpfisch | fängisch | keifisch | liebedienerisch | meuterisch | misstrauisch | mürrisch | neckisch | wucherisch | zänkisch |


(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Controller?wordFormationClass=Adjektivableitungen+von+neoklassischen+Formativen+mit+dem+Suffix+isch&entryClass=Cat+A&resultId=1db83ab

aerisch | agogisch | aktinisch | akustisch | alkyonisch | aquatisch | archaisch | archäisch | asterisch | ästhetisch | bathisch | chromatisch | chronisch | chthonisch | cyclisch | deontisch | dermatisch | dodekadisch | dynamisch | edaphisch | elektrisch | emetisch | ephemer | ephemerisch | epistemisch | ethnisch | galvanisch | gastrisch | gnostisch | graphisch | halkyonisch | haptisch | helisch | hepatisch | hexadisch | hylisch | iatrisch | kalorisch | kaustisch | kinematisch | kinesisch | kinetisch | klastisch | kosmisch | kryptisch | lexisch | limnisch | logisch | mantisch | mechanisch | melisch | meteorisch | metrisch | mimisch | mnemonisch | mnestisch | mystisch | nautisch | nephisch | ontisch | ophthalmisch | optisch | orektisch | ostisch | pelagisch | peptisch | phonisch | phrenisch | phthisisch | phthitisch | plan | plastisch | pneumonisch | polemisch | potamisch | psychisch | pyknisch | razemisch | seismisch | semantisch | siderisch | smektisch | sonisch | spermatisch | splanchnisch | statisch | stichisch | strophisch | szientifisch | technisch | tektisch | tektonisch | thermisch | thetisch | tonisch | topisch | toxisch | tragisch | trophisch | venerisch | zölestisch | zyklisch | zymisch | zystisch |


(E?)(L?) http://www.duden.de/sprachwissen/newsletter/Duden-Newsletter-zum-Thema-Sortenplural-240212

Adjektive auf "-ig", "-isch", "-lich"

Mithilfe dieser drei Ableitungssilben werden aus Substantiven Adjektive abgeleitet.

Dabei heißt "-ig" so viel wie "das vom Wortstamm Bezeichnete ist vorhanden" ("nebelig" = "Nebel ist vorhanden").

Mit "-isch" werden oft Adjektive aus Substantiven für Lebewesen gebildet ("diebisch", "künstlerisch"), "-isch" meint dann so viel wie "in der Art einer/eines bzw. wie ein/eine" ("betrügerisch" = "in der Art eines Betrügers bzw. wie ein Betrüger"). Aber auch aus anderen Substantivstämmen bildet man mit "-isch" Adjektive ("grammatisch", "karolingisch") und hat dann in etwa die Bedeutung "gehört zu".

Am neutralsten ist "-lich", das ganz allgemein nur aussagt "hat irgendetwas zu tun mit" ("ärztlich", "ärgerlich", "rühmlich"). Auch Ableitungen von Stämmen anderer Kategorie sind möglich ("begreiflich", "verletzlich"). In einigen Bereichen kann man die Bedeutungen von Doppelbildungen systematisch unterscheiden.

Die Doppelbildungen mit "-ig" und "-lich" bedeuten vor allem bei Zeitangaben etwas anderes. Mit Zeitangaben auf "-ig" ist die Dauer gemeint, mit denen auf "-lich" die fristgemäße Wiederholung: "vierzehntägig" = "vierzehn Tage lang", aber: "vierzehntäglich" = "alle vierzehn Tage". Allgemein drücken die Bildungen auf "-ig" das Vorhandensein von etwas aus: "ein verständiger Mensch" = "ein Mensch, bei dem Verstand vorhanden ist, der etwas versteht", während die Bildungen auf "-lich" lediglich ausdrücken, dass irgendein Bezug zu dem besteht, was das Substantiv bezeichnet: "ein verständlicher Text" = "ein Text, der verstanden werden kann".

Bei Doppelformen auf "-lich" und "-isch" drücken die Adjektive auf "-lich" in der Regel die bloße Zugehörigkeit aus: "bäuerlich", "kindlich", "dörflich", die Adjektive auf "-isch" dagegen eine Abwertung: "bäurisch", "kindisch", "dörfisch". Doch bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel, etwa das gar nicht abwertende "heimisch" und das völlig anders verwendete "heimlich".

Bei der Doppelform "launisch"/"launig" meint "launisch" abwertend so etwas wie: "wechselnden Stimmungen unterworfen und ihnen nachgebend": Ist "launische Diva" nicht ein Pleonasmus?; während "launig" bedeutet: "gut gelaunt, witzig, humorvoll": "Das war ja mal ein launiges Gedicht."


(E?)(L?) http://www.duden.de/sprachwissen/newsletter/duden-newsletter-vom-18-03-11

Ableitungen geografischer Namen auf "-er" und "-sch", "-isch"

Geografische Bezeichnungen, die ein aus einem Ortsnamen abgeleitetes Adjektiv auf "-er" enthalten, schreibt man in der Regel getrennt: "Teutoburger Wald", "Magdeburger Börde", "Steinhuder Meer". In manchen Fällen ist es dagegen üblich zusammenzuschreiben: "Böhmerwald", "Wienerwald". Auch Doppelschreibungen kommen vor: "Wörther See" / "Wörthersee", "Vierwaldstätter See" / (in der Schweiz aber:) "Vierwaldstättersee", "Genfer See" / (in der Schweiz meist:) "Genfersee" usw.

Einen Bindestrich setzt man in der Regel bei Verbindungen mit Adjektiven auf "-isch", die von Orts-, Länder- und Völkernamen abgeleitet sind: "Spanisch-Guinea" (heute: Äquatorialguinea), "Britisch-Kolumbien", "Französisch-Guayana" usw. Allerdings findet man nicht selten davon abweichende behördliche Schreibungen, etwa: "Hessisch Oldendorf", "Bergisch Gladbach", "Schwäbisch Hall", "Bayrischzell".


(E?)(L?) http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/gramwb.ansicht


(E?)(L?) http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/gramwb.ansicht?v_app=g&v_kat=Affix&v_buchstabe=I




(E?)(L?) http://www.koeblergerhard.de/idg/4A/idg.html

ide. "*-isko-": Suff.: nhd. "-isch"; ne. "-isk"; RB.: germ.;

Weiterleben: germ. "*-iskaz", Suff., "-isch"; got. "*-isk-s", Suff., "-isch"




(E?)(L?) https://edoc.ub.uni-muenchen.de/16001/1/Birk_Bettina.pdf

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2.2.1.2 Konnotation des Adjektivsuffixes "-istisch"

Das Suffix "-istisch" ist streng genommen als Kombination des Adjektivsuffixes "-isch" und dem Interfix "-ist-" zu interpretieren (vgl. Fleischer/Barz 2012: 341). Da die Verbindung "-istisch" als feste Einheit konnotativ wirken kann, wird sie im Folgenden wie ein eigenstandiges Suffix behandelt.

Die Endung "-istisch" tritt nahezu ausschlieslich an substantivische Basen fremder Herkunft. Sehr häufig handelt es sich hierbei um Substantive mit der Endung "-ismus". Das Suffix "-ismus" trägt eine ausgeprägte negative Konnotation, wenn es eine Lehrmeinung als bloße Theorie charakterisiert wie "Feuilletonismus", "Formalismus", "Materialismus" (Zur Konnotation des Substantivsuffixes "-ismus" vgl. Kap. IV 2.1.2.5 dieser Arbeit). Die dazugehörigen Adjektive auf "-istisch" sind demzufolge ebenfalls negativ konnotiert. Das Adjektiv "feuilletonistisch" trägt zum einen die neutrale Bedeutung "das Feuilleton betreffend", aber auch die negativ konnotierte Bedeutung "oberflächlich, halbwissenschaftlich" (vgl. GWDS 2012, Eintrag "feuilletonistisch"). Eichinger (1982: 95) weist darauf hin, dass bei der Bildung "feuilletonistisch" die reine Zugehörigkeitsbedeutung hinter der wertenden Bedeutung zurücktritt. Er weist dem Adjektiv "feuilletonistisch" daher ausschließlich die negative Bedeutung "wie in einem Feuilleton, und das ist schlecht" zu (vgl. Eichinger 1982: 95).

Daneben konnen Suffigierungen mit "-ismus" menschliche Verhaltensweise auf abschätzige Weise zum Ausdruck bringen. Adjektivierungen dieser Bildungen ubernehmen die entsprechende negative Konnotation wie beispielsweise "perfektionistisch" "in ubertriebener Weise Perfektion anstrebend" (vgl. GWDS 2012, Eintrag "perfektionistisch"). Bei der Beschreibung der Verhaltensweise liegt die Bedeutung der Ubertreibung hin zu einer als abwertend eingestuften Normabweichung vor. Die abgeschwächte, neutrale Form wird meist durch unsuffigierte Formen ausgedrückt: "perfekt", "extrem", "formal", "national" im Vergleich zu den entsprechenden negativen Steigerungsbildungen "perfektionistisch", "extremistisch", "formalistisch", "nationalistisch". Teilweise finden sich auch Wortpaare, die keine graduelle Abstufung bezeichnen, sondern eine differenzierte Bedeutung aufweisen wie "logisch" und "logistisch" zu "Logik" und "Logistik". In diesem Fall fungiert die Endung "-istisch" nicht als Konnotationstrager, sondern als reines Transpositionselement.

2.2.2 Konnotative Adjektivsuffixe zum Ausdruck des Vergleichs

2.2.2.1 Konnotation des Adjektivsuffixes "-isch"

Das Adjektivsuffix "-isch" geht zuruck auf mhd. "-isch" und ahd. "-isc" und dient im Wesentlichen der Bezeichnung der Herkunft und Zugehörigkeit (vgl. Kluge 2011: 451). Besonders produktiv ist das Suffix "-isch" bei substantivischen Basen, die Personen- und Tierbezeichnungen sowie Fremdwörter und Eigennamen umfassen wie "weltmännisch", "hündisch", "atheistisch", "thüringisch" (vgl. Fleischer/Barz 2012: 339 ff.).

Die Ableitung von Personen- und Tierbezeichnungen weist eine semantische Besonderheit auf. Zahlreiche Bildungen dieser Art beruhen auf negativen Basen wie "diebisch", "knechtisch", "närrisch", "sklavisch", "satanisch". Aufgrund der negativen Basen ist eine negative Gesamtbedeutung zu konstatieren. Unter dem Einfluss dieser Bildungen hat sich die negative Konnotation auch auf Bildungen mit neutralen Basen ubertragen wie "bäurisch", "dörfisch", "kindisch", "parteiisch", "männisch", "weibisch" (vgl. Eichinger 1982: 164, Trost 2006: 221). Da die Basiswörter wertneutral sind, kann die negative Konnotation dem Suffix "-isch" zugeschrieben werden. Die negative Konnotation wird in Gegenüberstellung mit entsprechenden adjektivischen Ableitungen mit "-lich" offensichtlich: "bäuerlich", "dörflich", "kindlich", "parteilich", "männlich", "weiblich" sind wertfrei (vgl. Plank 1981: 67; Eichinger 1982: 12, 164)150. Die Opposition zeigt: Mit "-isch" wird eine abwertende Haltung kenntlich gemacht, mit "-lich" eine neutrale Haltung. Um den abweichenden konnotativen Gehalt der konkurrierenden "-isch"- und "-lich"-Bildungen zu spezifizieren, werden die jeweiligen Wortbedeutungen gegenubergestellt:

"bäurisch", (seltener:) "bäuerisch" (Adj.) [mhd. "biurisch", "gebiurisch", zu "Bauer"] (abwertend): "unfein", "plump", "grobschlächtig"

"bäuerlich" (Adj.) [mhd. "burlich", "geburlich"; ahd. "geburlih" = "die Mitbewohner, Dorfgenossen betreffend"]: "die Bauern betreffend, zu ihnen gehörend, von ihnen stammend"

Die Bedeutung von "bäurisch" ist deutlich abwertend und als solches lexikalisiert. Sie ist mit der Paraphrase "wie ein Bauer" zu umschreiben. Die Bildung "bäuerlich" hingegen kann nicht auf diese Weise paraphrasiert werden. Sie bezeichnet keinen Vergleich mit dem Basiswort, sondern die Zugehörigkeit zu der im Basiswort ausgedrückten Gruppe. Diese Unterscheidung lässt sich auch auf das Wortpaar "kindisch" und "kindlich" übertragen. "Kindisch" bezeichnet den Vergleich mit einem Kind, "kindlich" hingegen die Zugehörigkeit zu der in der Basis ausgedrückten Gruppe:

"kindisch" (Adj.) [mhd. "kindisch", ahd. "kindisc" = "jung", "kindhaft", "kindlich"] (meist abwertend): "sich in unangemessener Weise wie ein Kind benehmend", "für einen Erwachsenen unpassend"; "töricht", "albern", "unreif"

"kindlich" (Adj.) [mhd. "kintlich", ahd. "chindlih"]: "in Art, Wesen, Ausdruck, Aussehen einem Kind gemäß, entsprechend zu ihm passend, ihm zugehörend

Das Wortpaar "herrisch" und "herrlich" stellt einen Sonderfall dar. Es treten nicht nur konnotative, sondern auch denotative Unterschiede auf. Wahrend bei "herrisch" der Bezug zur Basis "Herr" noch deutlich zu erkennen ist ("herrisch", "immer herrschen wollend", "gebieterisch", "mit hochmütigem Stolz befehlend", vgl. GWDS 2012, Eintrag "herrisch"), ist "herrlich" weitgehend als "in einem so hohen Maße gut oder schön, dass es sich nicht besser oder schöner denken lasst" idiomatisiert (vgl. GWDS 2012, Eintrag "herrlich"). In der Bildung "herrisch" manifestiert sich eine ausgeprägte negative Konnotation, die Bildung "herrlich" ist dagegen konnotationslos.

Als Grundlage hierfur dienen die entsprechenden Eintrage im GWDS (2012). Zur Verdeutlichung der angegebenen Konnotation wurden Hervorhebungen eingefügt.

Es gilt: "Kindisch" drückt einen Vergleich aus, "kindlich" eine Zugehorigkeit. Diese semantische Differenzierung erklärt, warum "kindisch" hauptsächlich zur negativen Charakterisierung von Erwachsenen und eben gerade nicht von Kindern herangezogen wird. "Kindlich" dient hingegen zur wertfreien Beschreibung der Eigenschaften von Kindern. Diese Feststellung ist nicht auf das Wortpaar "kindisch" und "kindlich" beschränkt. Die Wörterbucheintrage von "weibisch" und "weiblich" zeigen, dass "weibisch" nicht zur abwertenden Charakterisierung von Frauen, sondern von Männern benutzt wird. Die Bildung "weiblich" hingegen dient zur wertfreien Bezeichnung der Eigenschaften von Frauen:

"weibisch" (Adj.) [spatmhd. "wibisch"] (abwertend): "nicht die für einen Mann als charakteristisch erachteten Eigenschaften habend", "nicht männlich"

"weiblich" (Adj.) [mhd. "wiplich", ahd. "wiblih"]: [c]: 3. "von der Art, wie es (in einer Gesellschaft) für die Frau, das weibliche Geschlecht als typisch, charakteristisch gilt"

Die zu erwartende Analogie des Wortpaares "männisch" und "männlich" trifft nicht zu. Die Eigenschaft "männisch" wird ausschließlich Männern zugeschrieben: Männisch bedeutet "männlich" (in einer abwehrenden Haltung gegenüber allem Weiblichen)(vgl. GWDS 2012, Eintrag "mannisch"). Im Vergleich zur Bildung "weibisch" ist "männisch" jedoch deutlich seltener. Eichinger (1982: 165) sieht im Vorkommen dieser Form dennoch ein Beispiel für die potentielle Lebendigkeit dieses Wortbildungsmusters.

(Die negative Konnotation des zugrunde liegenden Basiswortes "Weib" darf nicht herangezogen werden, um eine negative Konnotation beider Wortbildungen zu begründen, da die mhd. Form "wip" unabhängig von ihren Ableitungsbildungen in der Entwicklung zum Neuhochdeutschen eine Pejorisierung erfahren hat.)

Mit dem Wortpaar "parteiisch" und "parteilich" sei auf eine weitere Ausnahme hingewiesen. Der Vergleich der Wörterbucheinträge zeigt, dass die Bedeutungsdifferenzierung weniger stark ausgeprägt ist, da "parteilich" zum einen mit der Zugehörigkeitsbedeutung "eine Partei betreffend", aber auch mit "parteiisch", also "einseitig für jemanden, eine Gruppe eingenommen, nicht neutral" erklärt wird (vgl. Eichinger 1982: 165; GWDS 2012, Eintrag "parteiisch", Eintrag "parteilich"). Die zur Veranschaulichung der Opposition von "-lich" und "-isch" genannten Bildungen beschränken sich auf neutrale Basen. Es fällt auf, dass bei positiven Basen keine Ableitung nach dem negativ konnotierten "-isch"-Muster möglich ist: "mütterlich" "wie eine Mutter", "*mütterisch", "väterlich" "wie ein Vater", "*väterisch" (Eichinger 1982: 165). Doch auch nicht alle neutralen Basen erhalten durch das Suffix "-isch" eine negative Konnotation. Die Bildung "kaufmännisch" ist neutral, eine Ableitung mit "-lich" ist in diesem Fall nicht bildbar: "*kaufmannlich". Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Suffix "-isch" eine ausgeprägte negative Konnotation ausdrücken kann. Diese Möglichkeit beschränkt sich jedoch im Wesentlichen auf wenige Bildungen (vgl. Fleischer/Barz 2012: 339 ff.).
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(E?)(L?) https://de.wikipedia.org/wiki/Euphonie

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Beispiele für Euphonie in der Linguistik

In der Linguistik sind es Lauteinschübe in Wörtern, denen ein euphonischer Charakter zugeschrieben wird. Ein Beispiel aus der deutschen Sprache ist das "t" in dem Wort "hoffentlich". Das "t" ist nur aus Gründen des Wohlklanges und zur Erleichterung der Aussprache eingeschoben worden. Ein anderes Beispiel ist das "n" in Wörtern wie "amerikanisch", wo es der Vermeidung eines Hiats/Hiatus, also der Verhinderung der unmittelbaren Folge von zwei Vokalen, dient.

In der Regel sind diese sogenannten Lauteinschübe (Epenthesen) nicht im strikten Sinn etymologisch begründbar, weshalb neben dem leichteren Sprechfluss eben der verbesserte Wortklang als mögliche Begründung herangezogen wird. (Vergleiche hierzu auch die Liaison im Französischen.)
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Erstellt: 2016-10

J

K

-keit- (W3)

Im Lexikon findet man nur, dass "-keit" mit bestimmten Adjektiven Substantive bildet, die einen Zustand, eine Beschaffenheit oder eine Eigenschaft ausdrücken.

Die Wurzeln dieser Endung habe ich bisher noch nicht gefunden.

-kratie-

Der Suffix dt. "-kratie-" geht zurück auf griech. "kratein" = "herrschen", "Macht haben", woraus der Suffix griech "-kratía", "-kráteia" = "Herrschaft einer Gruppe", "herrschende Gruppe" abgeleitet ist.

L

-lei
-lei (W3)

Ich beschäftige mich nun schon seit einigen Jahren mit Wortgeschichten und ständig - beim Lesen oder auch im Gespräch - läuft im Hintergrund die Frageroutine ab: "Steckt hinter einem der Wörter ein kleines Geheimnis?". Und dennoch gibt es immer wieder Wörter, die sich der Beobachtung entziehen. Eines dieser Wörter ist das kleine unscheinbare "einerlei". Erst vor ein paar Tagen fiel es mir in einem Gespräch auf. Nachdem die Frage gestellt war, mußte ich natürlich auf die Suche gehen. Und siehe da, die Endung "-lei" ist nicht nur ein durch häufigen Gebrauch entstandenes Anhängsel, es hat wirklich ein kleines Geheimnis. Hinter dem Suffix "-lei" steckt das mhd. "lei", "leie" = dt. "Art", "Weise". Zunächst wurde es noch als separates Wort hinzugesetzt, wie etwa in mhd. "aller leie", "einer leie", "maneger leie". Und auch mhd. "lei", "leie" geht weiter zurück auf altfrz. "ley" = dt. "Art". Und dahinter findet man wiederum lat. "legem", "lex" = dt. "Gesetz", das man auch in dt. "legal" findet. Insgesammt entpuppt sich das unscheinbare Anhängsel doch als recht interessant.

(E?)(L?) http://web.archive.org/web/20050404064959/http://www.unet.univie.ac.at/~a9902976/Sommer00/fwnetz.htm

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E. Französische Einflüsse während der höfischen Zeit (1150 - 1250)

Das ständige Bestreben der deutschen Höfe, dem französischen Ideal zu entsprechen, evoziert auch viele sprachliche Entlehnungen. Das ideale Rittertum bzw. die Idee vom idealen Rittertum wird zuerst im altprovenzalischen Minnesang betont. Über das nördliche Altfranzösisch gelangt die neue Vorstellung von Gesellschaft in den deutschsprachigen Raum. Der rege Kulturaustausch passiert durch Reisen, Festlichkeiten etc.

Wieder lassen sich verschiedene Bereiche unterscheiden, denen besonders viele Entlehnungen zugeordnet werden können (siehe wieder Internet): Geselligkeit: "amies", "amie" "Geliebte(r)", "prisant" "Geschenk", "Tanz", "Reigen", "joie" "Freude", "Schalmei", "Posaune". Kampf und Ritterspiel: "Turnier", "Jost" "Zweikampf", "Lanze", "gabilôt" "kleiner Wurfspieß", "turnzûne" "abgebrochenes Speerstück", "Prinz", "Baron", "chevalier" "Ritter". Kleidung: "Collier". Wohnung: "Kastell", "Kastellan", "Erker" "Schießscharte". Handel: "Juwelen", "Rosine", "Safran". Verben: "logieren", "regieren", "parlieren" (später zu "Polier"!), "turnen", "feien". Adjektiva: "fein", "rund". Suffixe: "-ie" - "ei" (Bsp.: "Fischerei", "Zauberei"), "-lei" (Bsp.: "Vielerlei", "Allerlei"). deutsche Wortbildungen: z. Bsp. "Amourschaft". Lehnbedeutung: "höfisch" - "courtois", "knappe" (NB: unverschobene Verschlusslaute). "Roß" - mhd. "ros", "ors" - ahd. "(h)ros", as. "hros" aus g. "*hrussa-" n. auch: afr. "hors", "hars", "hers".
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Erstellt: 2012-05

-licht-
-haftig-
-achtig-
-elchen-
-chen-
-lein- (W3)

(E?)(L?) http://gutenberg.spiegel.de/paulh/prinzip/Druckversion_paulka08.htm

§ 115

Nicht bloss zwei einzelne Formen kontaminieren sich unter einander, sondern auch eine Form mit einer formalen Gruppe oder zwei formale Gruppen untereinander. Auf diese Weise entsteht häufig ein "Pleonasmus von Bildungselementen".

Neben der gebräuchlichsten Kollektivbildung, wie wir sie in "Gebirge", "Gebüsch" etc. haben, bestand früher eine mit Suffix ahd. "-ahi" = mhd. "-ech", nhd. "-ich" ("-ig") oder "-icht" mit sekundärem "t", wovon wir Reste in "Reisig", "Dickicht" haben, anhd. findet sich die letztere mit Vorsetzung des der ersteren entnommenen "ge"-, vgl. z. B. im DWb "Gekräuticht", "Geröhricht", "Gespülich(t)", "Gestäudig", "Gesteinicht", "Gestockicht", "Gesträuchich(t)", "Gesträussich(t)", "Gestrüppig", "Gestrüttich(t)".

Adjektiva auf "-icht" (= ahd. "-aht", "-oht"), wie "töricht" waren im älteren Nhd. noch viel zahlreicher als jetzt; sie berührten sich in der Funktion mit Partizipialbildungen wie "gehörnt", "gestirnt"; das ergab Bildungen wie "gehörnicht", "gestirnicht", "geknöpflecht", "gesprecklicht", "gesprenklicht", "gesteinicht" (vgl. die Belege im DWb).

Durch Kontamination des erwähnten "-icht" mit "-lich" entsteht "-licht", vgl. im DWb "rundlicht", "schärfflicht";
durch Kontamination mit "-ig" entsteht "-echtig", wofür Laurentius Albertus in seiner Grammatik (Fa) als Beispiel "örechtig auritus" anführt, vgl. auch "dornechtig" im DWb.

Besonders häufig im Anhd. ist die Verbindung von "-haft" und "-ig" zu "-haftig", das sich in der jetzigen Sprache nur in einer beschränkten Zahl von Wörtern erhalten hat wie "leibhaftig", "wahrhaftig", aber in allgemeinem Gebrauch fortlebt in den abgeleiteten Substantiven "Lebhaftigkeit", "Standhaftigkeit" etc.; vgl. die niederländischen Bildungen auf "-achtig".

Nhd. "Fritzens", "Mariens" etc. sind aus älterem "Fritzen", "Marien" entstanden, indem daran noch die verbreitetste Genitivendung angetreten ist; in den ostnordischen Sprachen ist aus der Verbindung der alten Endung des Gen. Pl. "-a" mit der geläufigsten Singularendung "-s" zunächst "-as" entstanden. Besonders häufig erweitern sich Formen, die auf eine weniger gewöhnliche Weise gebildet sind, durch das Suffix der normalen Bildungsweise.

So sind "ihrer", "ihnen", "derer", "denen" aus "ir", "in", "der", "den" durch Hinzutritt des Suffixes der Adjektiva gebildet; so schon ahd. "inan" (ihn) gegen got. "ina". In alemannischen und fränkischen Mundarten tritt an einsilbige Infinitive und starke Partizipia noch die Endung "-e" (= "-en" der Schriftsprache), z. B. "sêne" (sehen), "gsêne" (gesehen), in der Mundart von Tauberbischofsheim "sdêne" (stehen), "gêne" (gehen), "dûne" (tun), "gedûne" (getan) etc.; in dieser Mundart werden "sdêne", "gêne", "dûne" auch als 1. 3. Pl. Ind. Präs. gebraucht; dieselbe Mundart kennt auch Antritt der Endung des starken Part. an ein einsilbiges schwaches: "kode" (gehabt); Entsprechendes findet sich schon in mhd. Zeit: "volbrahten", "erdahten". Vgl. ferner lat. "jactitare", "cantitare", "ventitare" statt "jactare" etc. unter Einfluss von "volitare" etc.; spanische Adjektiva wie "celestial", "divinal", "humanal" (vgl. Michaelis S. 38).

Besonders gewöhnlich ist eine Häufung der Suffixe des Komparativs und Superlativs, vgl. nhd. "öftrer" (häufig bei Le.); "letzteste" (Goe.); ahd. "mêriro" gegen got. "maiza"; got. "aftumists", "auhumists", "frumists" neben "aftuma", "auhuma", "fruma", dazu "hindumists", "spedumists"; spätlat. "pluriores", "minimissimus", "pessimissimus", "extremissimus", "postremissimus"; griech. "areióteros", "chereióteros", "prô'tistos" u. a.; auch die gewöhnlichsten Superlativbildungen der verschiedenen indogermanischen Sprachen sind meistens schon durch Zusammenschluss mehrerer Suffixe entstanden.

Ebenso spielt bei den Diminutiven diese Art Häufung eine grosse Rolle; sie liegt im Deutschen nicht bloss vor in Bildungen wie "Ringelchen", "Sächelchen", sondern auch schon "-chen" und "-lein" sind aus der Verschmelzung zweier Suffixe entstanden; ähnlich verhält es sich in anderen Sprachen.
(Anmerkung: Leider erwähnt Hermann Paul an dieser Stelle nicht aus welchen beiden Suffixen sich "-chen" und "-lein" zusammensetzen:
"-chen" setzt sich aus "-k" und "-n" zusammen ("-kn", "-chn", "-chen") und
"-lein" setzt sich aus den Suffixen "-il" und "-n" zusammen (ahd. "-iln", mhd. "-eln" nhd. "-lein").)

Auf entsprechende Weise zu erklären ist das doppelte Präfix in "gegessen" (mhd. "gezzen") und in süd- und ostfränk. "gekört" statt "kört" aus "gehöret".


-los-



M

mancherlei (W3)

Die Endung "-lei" geht über mhd. "lei", "leie" = dt. "Art", "Weise" zurück auf altfrz. "ley" = dt. "Art", lat. "legem", "lex" = dt. "Gesetz". Zunächst wurde es noch als separates Wort hinzugesetzt, als mhd. "maneger leie".

(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=mancherlei
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "mancherlei" taucht in der Literatur um das Jahr 1560 auf.

Erstellt: 2012-05

-mässig-

Adjektiv zu "Maß" = "Einheit zum Messen von Größen", "die durch Messen festgestellte Größe", "Meßinstrument", "die richtige Mitte", "das rechte Verhältnis"
"massvoll", "durchschnittlich", "nicht überragend" (18.Jh.)
"Mass haltend" (10./11.JH.)
"entaltsam", "massvoll", "klein"
"angemessen", "gemäss", "entsprechend"
der daraus gebildete Kompositions-Suffix ist seit dem 16.Jh. belegt.
Beispiele: "bedeutungsmäßig", "funktionsmäßig", "wettermäßig", "wohnungsmäßig"

(a) "in der Art wie" ("gewohnheitsmäßig", "serienmäßig")
(b) "entsprechend", "gemäß" ("gesetzmäßig", "planmäßig")
(c) "in Bezug auf", "hinsichtlich" ("farbenmäßig", "personalmäßig", "notenmäßig", "intelligenzmäßig"). Diese in der Umgangssprache aufgekommenen Neuschöpfungen sind eher zweifelhaft und sollten durch andere Wendungen ersetzt werden ("Der Betrieb hat zu wenig Personal." etc.)

-ment-

wie in "Argument", "Dokument", "Ferment, ..."; zu lat. "mentum";

-mente-



N

-nis- (W3)



O

P

Q

R

S

-s- (W3)

Der adverbiale Suffix "-s-" hat sich aus der Genitivform entwickelt. So wurde aus "vluges" = "des Fluges" unser heutiges "flugs" = "eilend" (wörtlich etwa "nach Art des Flugs") und so entwickelten sich nicht nur männliche Substantive wie "Tag" zu "tags" (wörtlich "des Tages") sondern auch weibliche Substantive wie "Nacht" zu "nachts" (wörtlich "der Nacht") oder "seitens" (wörtlich "der Seite").

Erstellt: 2010-03

-sam-



-schaft (W3)

Das Suffix "-schaft", dem man auch als niederl. "-schap", schwed. "-skap" und engl. "-ship" begegnet, geht zurück auf ahd. "-scaf", "-scaft". Die Sprachwissenschaftler sehen hier zwei Ahnen.

Einmal findet man ahd. "scaf", aisl. "skap" = dt. "Gestalt", "Beschaffenheit", das man noch in engl. "shape" = dt. "Gestalt" erkennt.

Zum andern stößt man auf ein mhd. "schaft" = dt. ("Geschaffenes"), "Geschöpf", "Gestalt", "Eigenschaft", ahd. "gi-scaft", got. "ga-skafts", altengl. "ge-sceaft" = dt. "Schöpfung", "Geschöpf" das mit dt. "schaffen" verwandt ist.

Daraus entstanden Zusammensetzungen wie etwa freundliches Verhalten als dt. "Freundschaft", ahd. "friuntscaf". Aus ahd. "botascaft" wurde die dt. "Botschaft". Aus ahd. "eiginscaft" = dt. "Eigentum", "Eigentümlichkeit" wurde dt. "Eigenschaft". Mit zunehmendem Abstraktionsgrad kam man zu weiteren "Beschaffenheiten". So entwickelten sich Wörter wie "Bruderschaft", "Ritterschaft", "Gemeinschaft". Auch wurde das Suffix auf räumliche Bezeichnungen übertragen wie dt. "Landschaft", "Grafschaftschaft". Jünger abstrakte Formen sind "Bekanntschaft", "Gefangenschaft", Leidenschaft".

Bei dem Suffix "-schaft" handelt es sich wie bei "-heit" um ein Kompositionssuffix. Es hat eine eigenständige Bedeutung, die althochdeutsch "scaf", "Beschaffenheit", "Ordnung", "Form", mittelhochdeutsch "schaft", "Geschöpf", "Gestalt", "Eigenschaft" und englisch "shape", "Form", "Gestalt", zum Ausdruck bringen. Das zeigt sich in "Grafschaft", "Bürgschaft", "Gefangenschaft", "Kindschaft". Im Englischen ist eine Parallele in dem Suffix "-ship" - "friendship", "Freundschaft", "mothership", "Mutterschaft", "pilgrimship", "Pilgerschaft".

Adelung schreibt zu "-schaft":


"-schaft", eine Ableitungssylbe, welche Hauptwörter, so wohl aus andern Hauptwörtern, als auch aus Beywörtern und Mittelwörtern der vergangenen Zeit, bildet, welche insgesammt und ohne Ausnahme weiblichen Geschlechtes sind. Schon Wachter und Frisch haben es eingesehen, daß diese Sylbe von "schaffen" herstammet, und daß besonders die Bedeutung des Bildes, der Einrichtung des Zufälligen in einem Dinge, in derselben zum Grunde lieget. Sie hat in den Wörtern, in welchen sie vorkommt, eine doppelte Hauptbedeutung.

1. Eine abstracte, denjenigen Zustand, diejenige Beschaffenheit zu bezeichnen, welche die erste Hälfte des Wortes näher bestimmet; wo der Plural, der Regel nach, nicht Statt findet, einige wenige Fälle ausgenommen. Von dieser Art sind z. B. "Brüderschaft", der Stand eines Bruders, die "Eigenschaft", nach welcher jemand ein Bruder ist, die "Bereitschaft", "Bürgschaft", "Bekanntschaft", "Endschaft", "Feindschaft", "Freundschaft", "Gefangenschaft", "Gemeinschaft", "Gevatterschaft", "Gesandtschaft", "Handelschaft", "Herrschaft", "Jungfrauschaft", "Junggesellenschaft", "Kindschaft", "Kundschaft", "Knechtschaft", "Leibeigenschaft", "Nachbarschaft", "Pilgerschaft", "Rechenschaft", "Schwangerschaft", "Sippschaft", "Verwandtschaft", "Wanderschaft", "Wissenschaft" u. s. f. In welchen allen der Begriff der "Beschaffenheit", des Zustandes, der eigentliche und herrschende ist, wenn sich gleich in manchen allerley kleine Nebenbedeutungen mit eindrängen.

2. Eine concrete, wo es wieder in doppelter Gestalt üblich ist.

1) Als ein Collectivum, die sämmtlichen mit einander verbundenen Dinge von einer und eben derselben Beschaffenheit oder Art zu bezeichnen. Die Barschaft, das sämmtliche bare Vermögen, die "Bürgerschaft", die sämmtlichen Bürger eines Ortes, die "Bauerschaft", "Brüderschaft", "Bekanntschaft", "Corporalschaft", "Dorfschaft", die sämmtlichen Einwohner eines Dorfes, "Erbschaft", das sämmtliche geerbte Vermögen, "Gesellschaft", "Geräthschaft", "Hauptmannschaft", "Judenschaft", "Kaufmannschaft", "Hinterlassenschaft" und "Verlassenschaft", "Landschaft", die sämmtlichen Landstände, ingleichen eine Gegend mit allen darin befindlichen Dingen, "Mannschaft", "Nachkommenschaft", "Gesandtschaft", die sämmtlichen zu einem Gesandten gehörigen Personen, die "Eidgenossenschaft", die "Völkerschaft" u. s. f. Der Plural kann hier nur von mehrern verbundenen Ganzen Statt finden, allein einige sind doch von einem und eben demselben Ganzen so wohl im Singular als im Plural üblich, wie "Barschaft" und "Barschaften", "Geräthschaft" und "Geräthschaften". "Briefschaften" ist nur allein im Plural gangbar.

2) Als ein Individuum; doch nur in einigen wenigen Fällen, welche auch hier ursprünglich entweder Collectiva oder Abstracta sind. Die "Buhlschaft", ehedem ein geliebte Person. Die "Eigenschaft", eine Beschaffenheit, welche einem Dinge eigen ist. "Wissenschaft", "Herrschaft", "Grafschaft" sind eigentlich auch Collectiva, und bedeuten, so fern sie hierher gehören, den Umfang aller Wahrheiten Einer Art, den Umfang aller einem Grafen oder Herren gehörigen liegenden Gründe.

Anm. Diese Ableitungssylbe ist sehr alt, bey dem Kero und Ottfried lautet sie "scaf", "sceff", im Nieders. "schup" und "schap", im Schwed. "skap". Daß die letzte Sylbe in Petschaft nicht hierher gehöre, ist schon bey diesem Wort bemerket worden.

Von einigen wenigen Hauptwörtern dieser Art macht man vermittelst der Endsylbe "-er" neue Hauptwörter, eine Person männlichen Geschlechtes zu bezeichnen. Der "Bothschafter", der Bothschaft bringet, der "Gesellschafter", ein Glied einer Gesellschaft, der "Kundschafter", "Wirthschafter". Diese Ableitungssylbe kommt in der Bedeutung sehr mit den Sylben "-heit", "-keit", "-de" und "-thum" überein. Indessen ist es nicht erlaubt, sie mit einander zu verwechseln, so wenig als man vermittelst derselben ohne Unterschied neue Hauptwörter bilden darf, welches nur in wenig Fällen gewagt werden kann, auch kein großer Verlust ist, weil man andere Wörter genug hat, jeden verlangten Begriff auszudrucken. Z. B. das irgendwo gewagte Hirtenschaft wird der Sache nach eben so gut, in Ansehung des Gehöres aber noch besser, durch Hirtenstand ausgedruckt.


Hier nun eine kleine Sammlung des äußerst schaffensfreudigen Suffix "-schaft":

| Abfallwirtschaft | Afrikawissenschaft | Agrarwirtschaft | Aktiengesellschaft | Aktien-Gesellschaft | Alleinherrschaft | Altertumswissenschaft | Arbeitsgemeinschaft | Arbeitswissenschaft | Asienwissenschaft | Atomgemeinschaft | Außenwirtschaft | Autorschaft | Backeigenschaft | Bankgesellschaft | Basel-Landschaft | Beerdigungsbruderschaft | Bekanntschaft | Belegschaft | Bereitschaft | Bergbauwissenschaft | Berufsgenossenschaft | Betriebsgesellschaft | Betriebswirtschaft | Betriebswissenschaft | Bibliothekswissenschaft | Biowissenschaft | Bootsmannschaft | Botschaft | Brieffreundschaft | Bruderschaft | Brüderschaft | Bücherleidenschaft | Buchgesellschaft | Bürgergesellschaft | Bürgerschaft | Bürgschaft | Burschenschaft | Computergesellschaft | Computerwissenschaft | Daimler-Motoren-Gesellschaft | Dampfgesellschaft | Dienerschaft | Dreifelderwirtschaft | Dreiklassengesellschaft | Dreimännerherrschaft | Eidgenossenschaft | Eigenschaft | Einbruchssicherungsgesellschaft | Einkaufsgenossenschaft | Eisenbahngesellschaft | Elektrizitäts-Gesellschaft | Energiewirtschaft | Entwicklergemeinschaft | Entwicklungsgemeinschaft | Entwicklungsgesellschaft | Erbschaft | Erdölfördergesellschaft | Erdölgesellschaft | Errungenschaft | Erzählgemeinschaft | Erziehungswissenschaft | Europameisterschaft | Fachgemeinschaft | Fachwissenschaft | Fahrgemeinschaft | Feindschaft | Fertigungsgesellschaft | Filmgesellschaft | Finanzwirtschaft | Fluggesellschaft | Flusslandschaft | Fondsgesellschaft | Forschungsgemeinschaft | Forschungsgesellschaft | Forstwirtschaft | Forstwissenschaft | Freihandesgemeinschaft | Freundschaft | Friedensbotschaft | Führungsmannschaft | Fußballweltmeisterschaft | Gartenbau-Gesellschaft | Garten-Gesellschaft | Gartenleidenschaft | Gebietskorperschaft | Gefangenschaft | Geisteswissenschaft | Geldwirtschaft | Gemeinschaft | Genossenschaft | Geowissenschaft | Gesandtschaft | Geschichtswissenschaft | Gesellschaft | Gespanschaft | Gewaltherrschaft | Gewerkschaft | Glaubensgemeinschaften | Grafschaft | Grundherrschaft | Handelsgesellschaft | Handy-Gesellschaft | Haupteigenschaft | Hauptgenossenschaft | Hausgemeinschaft | Hauswirtschaft | Heidelandschaft | Herrschaft | Hilfsbereitschaft | Hilfswissenschaft | Hinterlassenschaft | Hiobsbotschaft | Hofgesellschaft | Holzwirtschaft | Immobilienwirtschaft | Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft | Industrielandschaft | Informationsgesellschaft | Informationswissenschaft | Ingenieurwissenschaft | Islamwissenschaft | Journalisten-Gewerkschaft | Kennerschaft | Kernbotschaft | Klimawissenschaft | Knechtschaft | Koautorschaft | Kolonialgesellschaft | Kolonialherrschaft | Kommunikationswissenschaft | Königsherrschaft | Körperschaft | Kreativwirtschaft | Kreishauptmannschaft | Kriegsgesellschaft | Kriegswissenschaft | Kulturlandschaft | Kulturwissenschaft | Kundschaft | Kunstwissenschaft | Lacrosse-Mannschaft | Landschaft | Landwirtschaft | Lebensgemeinschaft | Lebensmittelwirtschaft | Lebenspartnerschaft | Lebenswissenschaft | Lehnverwandtschaft | Lehrergewerkschaft | Leidenschaft | Leitwissenschaft | Leserschaft | Liebschaft | Liegenschaft | Literaturgesellschaft | Literaturwissenschaft | Machenschaft | Mannschaft | Märchengesellschaft | Marketing-Gesellschaft | Marktwirtschaft | Maschinenbau-Aktiengesellschaft | Materialwissenschaft | Medienwissenschaft | Meisterschaft | Minengesellschaft | Missionswissenschaft | Misswirtschaft | Mitgliedschaft | Modelllandschaft | Moränenlandschaft | Musikwissenschaft | Muttergesellschaft | Nachbarschaft | Nachkommenschaft | Namensverwandtschaft | Naturlandschaft | Naturwissenschaft | Oberflächeneigenschaft | Oberherrschaft | Ölgesellschaft | Ortschaft | Parteienlandschaft | Partnerschaft | Patenschaft | PKW-Gesellschaft | Plansprachenwissenschaft | Politikwissenschaft | Polymerwissenschaften | Populärwissenschaft | Postindustriegesellschaft | Präsidentschaft | Radiogesellschaft | Ratspräsidentschaft | Realwissenschaft | Rechenschaft | Rechtswissenschaft | Regionalwissenschaft | Religionswissenschaft | Rosen-Gesellschaft | RosenkreuzerGesellschaft | Rundfunkgesellschaft | Salzpilgerschaft | Schattenwirtschaft | Schirmherrschaft | Schulmeisterschaft | Schutzgemeinschaft | Schwangerschaft | Schwesternschaft | Seilschaft | Selbsthilfegemeinschaft | Sexualwissenschaft | Siegesbotschaft | Sinnverwandtschaft | Sozialwissenschaft | Spassgesellschaft | Sprachgemeinschaft | Sprachgesellschaft | Sprachverwandtschaft | Sprachwissenschaft | Sprechergemeinschaft | Staatsbürgerschaft | Stadtbürgerschaft | Städtepartnerschaft | Stammbelegschaft | Straussenwirtschaft | Subsistenzwirtschaft | Teichlandschaft | Telefongesellschaft | Terminologiewissenschaft | Theaterwissenschaft | Tochtergesellschaft | Translationswissenschaft | Transportarbeitergewerkschaft | Traummannschaft | Twitter-Landschaft | Überseegemeinschaft | Übersetzungswissenschaft | Uhrmacher-Genossenschaft | Umweltwissenschaft | Unionsbürgerschaft | Uranwirtschaft | Urgemeinschaft | Urheberschaft | Verlagsgesellschaft | Verteidigungsgemeinschaft | Vertriebsgesellschaft | Verwandtschaft | Verwertungsgesellschaft | Vetternwirtschaft | Völkergemeinschaft | Völkerschaft | Volkswirtschaft | Vorgängergesellschaft | Vorherrschaft | Wahlverwandschaft | Wanderschaft | Wasserwirtschaft | Weltfriedensbotschaft | Weltwirtschaft | Westkaufgenossenschaften | Wirtschaft | Wirtschaftsgemeinschaft (! doppeltes Vorkommen von "-schaft") | Wirtschaftswissenschaft (! doppeltes Vorkommen von "-schaft") | Wissenschaft | Wissensgesellschaft | Wohngemeinschaft | Woiwodschaft | Wörterbuchlandschaft | Zehnergemeinschaft | Zentralgenossenschaft | Zivilgesellschaft | Zweifelderwirtschaft | Zweimännerherrschaft

Daneben gibt es noch weitere Wortbildungen der Form:

| Bekanntschaftsgrad | Betriebswirtschaftslehre | Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän | Gemeinschaftsarbeit | Gemeinschaftsdruckerei | Gemeinschaftsgeschmacksmusterschutz | Gemeinschaftsgrundschule | Gemeinschaftsprojekt | Gemeinschaftsrecht | Gesellschaftsforschung | Gesellschaftsinseln | Gesellschaftsordnung | gesellschaftspolitisch | Gesellschaftsreporter | Gesellschaftsspiel | Gesellschaftssyteme | Gewerkschaftsbund | Gschaftlhuber | Herrschaftsambitionen | Herrschaftssystem | Landschaftsarchitekt | Landschaftsarchitektur | Landschaftsdesign | Landschaftsform | Landschaftsgarten | Landschaftshistorikerin | Landschaftsnamen | Landschaftspark | Landschaftsplanung | Landschaftsreliefs | Landschaftsverband | Landschaftswandel | Landwirtschaftsorganisation | Landwirtschaftsproduktion | Literaturwissenschaftler | Mannschaftsfoto | Milchwirtschaftsverband | Nachbarschaftspolitik | Nachbarschaftszentrum | populärwissenschaftlich | Präsidentschaftswahl | Staatsbürgerschaftsgesetz | Theaterwissenschaft | UNESCO-Sonderbotschafter | Vaterschaftstests | vergemeinschaftet | Verwandtschaftsbezeichnung | Verwandtschaftsgrad | Verwandtschaftsstruktur | Verwandtschaftsverhältnisse | Wasserbewirtschaftung | Weltwirtschaftskrise | Weltwirtschaftsordnung | Weltwirtschaftswachstum | Weltwissenschaftstag | Wirtschaftsanalyse | Wirtschaftsausschuss | Wirtschaftsbahn | Wirtschaftsboom | Wirtschaftsbosse | Wirtschaftsdaten | Wirtschaftseinrichtungen | Wirtschaftsentwicklung | Wirtschaftsgemeinschaft | Wirtschaftsgeografie | Wirtschaftsgeschichte | Wirtschaftshilfe | Wirtschaftsinformationsdienstleister | Wirtschaftskriminalität | Wirtschaftskrise | wirtschaftskrisengebeutelt | Wirtschaftslage | Wirtschaftsleben | Wirtschaftslenkung | Wirtschaftsmagazin | Wirtschaftsmärkte | Wirtschaftsministerium | Wirtschaftsmuseum | Wirtschaftsnachrichten | Wirtschaftsnation | Wirtschaftspolitik | Wirtschaftsprofil | Wirtschaftsraum | Wirtschaftsstruktur | Wirtschaftstheorie | Wirtschaftssicherstellungsverordnung | Wirtschaftsstabilitätsanker | Wirtschaftsverkehr | Wirtschaftunion | Wirtschaftswachstum | Wirtschaftswegüberführung | Wirtschaftswissenschaftler | Wissenschaftsautor | Wissenschaftsautorin | Wissenschaftsbelletristik | Wissenschaftscluster | Wissenschaftsgeschichte | Wissenschaftsjournalistin | Wissenschaftsmagazin | Wissenschaftspublizistin | Wissenschaftssprache | wissenschaftstheoretisch | Wissenschaftswörterbuch

(E?)(L?) http://hypermedia.ids-mannheim.de/pls/public/gramwb.ansicht?v_app=g

-schaft (Bereitschaft) (Affix) | -schaft (Bruderschaft) (Affix) | -schaft (Wanderschaft) (Affix)

Herkunft: ahd. scaf 'Art und Weise'.


(E?)(L?) http://www.orthografietrainer.net/uebung/uebungsauswahl.php

Nr. 20: Substantive mit typischen Substantivendungen - Beschreibung: Substantivierungen mit den Endungen „-heit“, „-keit“, „-nis“, „-ung“, „-tum“ und „-schaft“.


(E?)(L?) http://www.woerterbuchnetz.de/DWB/


Erstellt: 2012-11

-schen (W3)

Bei Adelung findet man:


"-schen", eine Endsylbe vieler Zeitwörter, welche oft Stammwörtern angehänget wird, neue Wörter mit einem veränderten Begriffe daraus zu bilden. Am häufigsten macht diese Ableitungssylbe Intensiva; "forschen" "klatschen", von einem veralteten "klaren", wovon noch das Franz. "eclater" ist; "knirrschen" von "knirren": "peitschen" und "patschen" von dem veralteten "batten", "batuere"; "quetschen", von einem veralteten "queten", "quatere"; "herrschen", Notker "herresen", von dem alten "heren" u. s. f. Die meisten dieser Wörter sind indessen nur den niedrigen Sprecharten eigen, in welchen die Zahl dieser Intensivorum sehr groß ist; z. B. "feilschen", "hutschen", "glitschen", "rutschen", "knätschen", "knitscheln", "grätschen", "latschen", "ratschen", "nutschen", "tatschen", "watschen", wie eine Ante gehen, von "waten" u. s. f. Diese Sylbe findet sich nicht bloß an Stammwörtern, welche auf einen Mitlaut ausgehen, sondern auch an solchen, deren Stammsylbe sich auf einen Selbstlaut oder auf ein "h" endiget. So werden sich z. B. "wischen", "waschen", "fischen", "haschen", "huschen", "kreischen", "mischen", "naschen" u. s. f. bey genauerer Untersuchung als Intensiva von veralteten "wehen", "wihen", "wahen" u. s. f. darstellen, obgleich in manchen der Zischlaut auch zu dem Stamme gehören kann, wie z. B. in "zischen", welcher Fall aber dessen ungeachtet zu dem vorher gehenden gehöret indem das sich der natürliche Ausdruck einer Intension zu sehr vielen Fällen ist. Die Lateiner haben ähnliche abgeleitete Zeitwörter auf "-sco", welche aber nicht so wohl Intensiva, als vielmehr Inchoativa sind, gemeiniglich von Nennwörtern herstammen, und ein Gerathen in einen gewissen Zustand bezeichnen; "arescere", "durescere", "cornescere", "acescere", "albescere", "arborescere" u. s. f. Unser "erharrschen", "hart werden", hat diesen Begriff gleichfalls. Indessen finden sich auch bey ihnen Spuren der Intension, in "cognoscere", "poscere", welches zu "bethen" und "bitten" gehöret, "suescere" von "suere", "sciscere", von "scire", "apisci" in "adipisci" und "indipisci", vom veralteten "apio", welches zu unserm "haben" gehöret, "compescere", zu dem Oberdeutschen "faschen", "fatschen", "crescere", ehedem "crere", zu unserm "grünen", ehedem "grühen", Schwed. "gro"; "proficisci" u. s. f. Die Endsylben der Zeitwörter "-sen" und "-zen" können übrigens als nahe Verwandte dieser Sylbe angesehen werden.


(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2013-02

-sel-



Suffix (W3)

Ein Suffix ist ein Wortteil, das nicht allein stehen kann, das aber eine bedeutende Qualifizierung der Aktion oder Relation darstellt. Der Suffix generiert ein komplettes Wort und entscheidet darüber, ob es ein Substantiv, ein Adjektiv oder ein Verb ist.

Obwohl Suffixe hinten an den Wörtern hängen, geht "Suffix" auf das lat. "suffigere" = "unten anheften" ("sub" + "figere") zurück.

T

-tik- (W3)

Der Suffix dt. "-tik-" geht zurück auf griech. "tekhnê", "téchne" = "Handwerk", "Wissenschaft".

-tum



U

-ung- (W3)



V

vielerlei (W3)

Die Endung "-lei" geht über mhd. "lei", "leie" = dt. "Art", "Weise" zurück auf altfrz. "ley" = dt. "Art", lat. "legem", "lex" = dt. "Gesetz". Zunächst wurde es noch als separates Wort hinzugesetzt, als mhd. "vieler leie".

(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=vielerlei
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "vielerlei" taucht in der Literatur um das Jahr 1650 auf.

Erstellt: 2012-05

W

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Banholzer, Iris
-(i)tät
Vom lateinischen Suffix zum deutschen Fremdsuffix

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Taschenbuch: 459 Seiten
Verlag: Tectum; Auflage: 1., Aufl. (Januar 2005)
Sprache: Deutsch


Kurzbeschreibung
Von "Abnormalität" bis "Zuzibilität". Vom frühesten Beleg bis zu modernen "Kuriositäten" werden hier Wortbildungsprodukte mit dem Suffix -ität untersucht. Ist es wirklich ein deutsches Suffix? Oder doch lateinisch? Oder gar französisch? Welche Rolle spielen lateinische Wortbildungsmuster im heutigen Deutsch? Ist Englisch das Latein von heute? Wäre Fremdwortbildung ohne mots savants aus dem Französischen überhaupt denkbar? Wie kommt es zu "Exzentrizitäten" wie "Benehmität"? Mit solchen Fragestellungen setzt sich diese Arbeit auseinander. Die Geschichte eines Suffixes im Rahmen der deutschen Sprachgeschichte wird anhand eines Materialkorpus, in dem wirkliche "Raritäten" verzeichnet sind, nachgezeichnet.


(E?)(L?) http://www.libreka.de/9783828887831/FC


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Unbekannter Einband
Verlag: Institut für Deutsche Sprache (März 2000)
Sprache: Deutsch

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Lee, Duk Ho
Rückläufiges Wörterbuch der deutschen Sprache

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Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 900 Seiten - Gruyter
Erscheinungsdatum: August 2005


Gemäß der etablierten Methode rückläufiger Wörterbücher ordnet dieses neue Wörterbuch die Lemmata, statt wie üblich von vorne, rückwärts-alphabetisch. Damit ermöglicht das Werk einen raschen Überblick über die lautlichen Zusammenhänge von Wörtern oder auch über die Häufigkeit einzelner Suffixe. Mit seinen ca. 270.000 Wörtern stellt das Rückläufige Wörterbuch der deutschen Sprache ein unentbehrliches Hilfsmittel für jeden Sprachwissenschaftler und -historiker mit einem besonderen Interesse an Fragen der Lexikologie, Wortbildung und Morphologie dar.


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Muthmann, Gustav
Rückläufiges deutsches Wörterbuch

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Sprache: Deutsch
Broschiert - 1013 Seiten - Niemeyer, Tübingen
Erscheinungsdatum: Dezember 2001
Auflage: 3., überarb. u. erw. Aufl.


Kurzbeschreibung
Dieses Buch hat breite Zustimmung gefunden und ist in Fachkreisen zum Begriff geworden. Die neuartige Konzeption mit Berücksichtigung der Wort- und Lautstruktur wird allgemein als wesentliche Grundlage für morphologische und phonologische Untersuchungen anerkannt. Die 3. Auflage wurde überarbeitet und erweitert. Die Einzelgruppen mit jeweils gleich gesprochenem Wortausgang sind jetzt durch fett gedruckte Überschriften herausgehoben. Tabellen im Anhang mit den vollständigen Graphem-Phonem- und Phonem-Graphem-Entsprechungen ergänzen die Übersicht über die umfangreiche Wortsammlung (über 180.000 Wörter).


(E?)(L?) http://www.niemeyer.de/mcgi/shop/produkt2.cgi?aref=2292

Handbuch der Wortausgänge im Deutschen, mit Beachtung der Wort- und Lautstruktur
Das Buch hat breite Zustimmung gefunden und ist in Fachkreisen zum Begriff geworden. Die neuartige Konzeption mit Berücksichtigung der Wort- und Lautstruktur wird allgemein als wesentliche Grundlage für morphologische und phonologische Untersuchungen anerkannt.
Die 3. Auflage wurde überarbeitet und erweitert. Die Einzelgruppen mit jeweils gleich gesprochenem Wortausgang sind jetzt durch fett gedruckte Überschriften herausgehoben. Tabellen im Anhang mit den vollständigen Graphem-Phonem- und Phonem-Graphem-Entsprechungen ergänzen die Übersicht über die umfangreiche Wortsammlung (über 180.000 Wörter).
2001. VII, 1013 Seiten. Kartoniert
Reihe Germanist. Ling. 78
74,00 €


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Scherer, Carmen
Wortbildungswandel und Produktivität
Eine empirische Studie zur nominalen '-er'-Derivation im Deutschen

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Sprache: Deutsch
Broschiert - 215 Seiten - Niemeyer, Tübingen
Erscheinungsdatum: 2005
Auflage: 1

(E?)(L?) http://www.niemeyer.de/mcgi/shop/produkt2.cgi?T=1150045787&aref=4346

Sprachwandel erfasst alle Ebenen der Sprache. Im Bereich der Wortbildung findet sich neben allgemeinen sprachlichen Wandelphänomenen auch eine ganz eigene Form des Wandels. Im Mittelpunkt dieser Studie stehen die Abgrenzung und Darstellung dieses speziellen Wandeltypus. Einer theoretischen Bestimmung des Gegenstands folgt die Auswertung authentischen Sprachmaterials. Als zentral für Wortbildungswandel erweisen sich dabei Veränderungen in der sprachlichen Produktivität, die durch die Analyse von Zeitungstexten aus dem 17. bis 20. Jahrhundert empirisch bestätigt werden.
2005. XI, 215 Seiten. Kartoniert
Ling. Arb. 497
88,00 €


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Winkler, Gertraud
Die Wortbildung mit -lich im Alt-, Mittel- und Frühneuhochdeutschen

(E?)(L?) https://www.amazon.de/Wortbildung-lich-Alt-Mittel-Fr%C3%BChneuhochdeutschen/dp/3825303624

Taschenbuch: 465 Seiten
Verlag: Winter, Carl (1995)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3825303624
ISBN-13: 978-3825303624


Erstellt: 2016-11

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