Etymologie, Étymologie, Etymology
DE Deutschland, l'Allemagne, Germany
Tiere, Animaux, Animals
A
Affe - einen Affen an jemand gefressen haben (W3)
Die Herkunft dieses Ausdrucks ist nicht ganz geklärt. Möglicherweise hat die Beobachtung, dass die Affenmutter ihr Junges vor Zärtlichkeit fast erdrückt und auffrisst, dazu beigetragen.
"Emsig" kommt von "Emse", einem alter Begriff für die "emsige Ameise". Vögel lassen sich manchmal auf Ameisen nieder, sich von diesen mit Ameisensäure besprühen. Das nennt der Vogelkundler dann "einemsen".
(A: norbert)
Die "Ameise" verdankt ihre Bezeichnung ihrem Körperbau, nach ahd. "meizan" = "abschneiden". Die schmale Mitte der Ameise erweckt den Eindruck als sei ihr Körper eingeschnitten.
Wenn die Herleitung stimmt würde "emsig" also eigentlich "abschneidend" bedeuten.
Amphibien (W3)
(E1)(L1) http://www.erdkroete.de/id127.htm
Die Bezeichnung "Amphibien" stammt aus dem Griechischen: "amphibios" bedeutet "im Wasser und auf dem Land lebend". Damit wird die Fähigkeit der Amphibien gekennzeichnet, Wasser- und Landlebensräume nutzen zu können.
an der Nase herumführen, jemanden an der Nase herumführen (W3)
(E?)(L?) http://www.prosieben.de/wissen/galileo/galilexikon/
Die Redewendung "An der Nase herumführen" = "jemanden ärgern" geht zurück auf die Praxis der Tierbändiger, die früher wie heute ihren Stieren Ringe durch die Nase gezogen haben. Wenn der Ring erst einmal in der Nase sitzt scheint es den Tieren nicht mehr weh zu tun. Ein Ziehen an dieser empfindlichen Stelle läßt Ochsen und Bären aber schnell nachgeben.
andreas-john Aquaristik Seite - Etymologie
(E?)(L?) http://www.andreas-john.com/Etymologie.htm
Hier findet man eine kleine Tabelle mit Begriffen aus der Aquaristik. Etymologie, Entwicklungsgeschichte eines Wortes, d. h. seine Veränderungen an Lautgestalt und Bedeutung, vorzugsweise in jenen Zeitabschnitten, die noch nicht durch kontinuierliche schriftliche Überlieferung beleuchtet sind. Die Etymologie faßt die Wörter zu etymologisch verwandten Wortsippen zusammen und erschließt für diese die gemeinsame Grundlage (Stamm, Basis, Wurzel); sie arbeitet die Regelmäßigkeiten der Lautentwicklung heraus (Lautgesetze) und muß den Bedeutungswandel der Wörter nachzeichnen.
B
Bär, braun, brown, Biber, Birke, Brachse, Brasse, Braue, Bruno (W2)
Der "Bär" geht auf die gleiche idg. Wurzel "*bher" = "weiß leuchtend", "rötlich schimmernd", "braun glänzend" zurück wie "braun", engl. "brown" und einigebraune Wörter in anderen Sprachen.
Neben "Bär" gehen auch "Biber", "Birke" ("leuchtend weiße" Rinde), "Brachse", "Brasse" (Fisch), (Augen-)"Braue" ("Zwinkerndes", "Blinzelndes") und "Bruno" direkt auf "braun oder indirekt auf das idg. "*bher" zurück.
Der "Braunbär" und der "Biber" sind also übrigens "weisse Schimmel" oder besser gesagt "braune Braune".
Bären aufbinden
Dieser "Bär" kommt von dem alten Ausdruck "bar" = "Last, Abgabe". Hängt eventuell damit zusammen, dass Jagdgesellen in früheren Zeiten als Pfand für ihre Zechschuld einen Bären an die Theke banden. Der Ausdruck "jdm. etwas aufbinden" steht für "jdm. etwas vorlügen". Zusammen wurde daraus dann die Formel "jdm. einen Bären aufbinden".
(Quelle: "Deutsche Redensarten")
Barg (W3)
steht für "verschnittener Eber" und kam/kommt in verschiedenen Formen vor: mhd. "barc", ahd. "barug", russ. "bórov". Die slawischen Begriffe können auch für "Kleinvieh" stehen.
beerendoktor - kleines Lexikon zu Pflanzen und Tieren
Wenn der Hahn kräht auf em Mist, aendert sich das Wetter, oder es bleibt wie es ist.
Bezoarziege (W3)
Das span. "bezoar" geht zurück auf arab. (maghrebinisch) "bezahr" und stammt aus dem Persischen mit der Bedeutung "Gegengift". Dies beruht auf dem Aberglauben, dass Magensteine von Wiederkäuern gegen Krankheiten helfen. Die "Bezoarziege" trägt sogar das "Gegengift" im Namen.
Da sich die Oberfläche langsam mit einer glatten Schicht aus Kalziumphosphat überzog wurden die "Bezoarsteine" auch als Amulett, Talisman oder als durchaus teure Schmuckstück verwendet.
Der dt., engl. "Bezoar" ist also ein steinartiges Gebilde, das im Magen von Tieren (vor allem bei Wiederkäuern, manchmal auch bei Menschen) aus unverdaulichen Resten von Haaren, pflanzlichen Fasern und anderen Teilen entsteht. Da man früher glaubte, diese "Steine" hätten antioxische Wirkung, würden also als "Gegengift" wirken, erhielt "Bezoar" auch die Bedeutung "Antidot", "Gegengift". Diese war sogar die ursprüngliche Bedeutung von "Bezoar".
Das daraus abgeleitete engl. "bezoardic" bekam zur besseren Aussprache noch ein "d" spendiert.
Das Englische (1477) und vermutlich auch das Deutsche führten "Bezoar" über Frankreich ein, wo es aus lat. "lapis bezoarticus" = "antitoxischer Stein" ins Altfranzösische einging. Diese lateinische Bezeichnung geht seinerseits zurück auf arab. "bAzahr" und weiter auf pers. "pad-zahr", "paadzahr". Das persische "paadzahr" = "Gegengift" setzt sich zusammen aus "pAd-" = "schützen (gegen)", "Beschützer", "Meister" und "zahr" = "Gift".
Die Bedeutung "Gegengift" war demanch die ursprüngliche. Erst 1580 übertrug man die Bezeichnung auf die beschriebenen Magensteine, weil man ihnen eben antitoxische Wirkung zuschrieb.
Das pers. "pAd-" soll übrigens auf die selbe ide. Wurzel zurückgehen wie dt. "Futter", engl. "food" und engl. "foster" = "fördern", "pflegen". (Aus dem ide. "p" wurde "f" in den germanischen Sprachen.)
Die "schützende" Bedeutung von "Futter" findet man noch in "Unterfutter", "Futteral", = "schützende Hülle", "Überzug".
Interessant ist, dass auch weitere Wörter mit dem pers. "pAd-" verwandt sind wie "Satrap" = "Statthalter" (über lat. "satrapes", pers. "khshathrapava" = "Beschützer des Königreichs", "khshathra" = "Königreich" und "pava" = "Beschützer" von "pa-" = "beschützen" "Pflege"), engl. "fodder", engl. "pasture" = dt. "Viehfutter", engl. "pastor" = dt. "Pastor", "Seelsorger", engl. "company" ( aus "con" = "zusammen" und "panis" = "brot). Damit ist also auch das lat. "panis" = "Brot" und daher frz. "pain" mit dem pers. "pAd-" verwandt.
(E?)(L?) http://www.markuskappeler.ch/tex/texs/bezoarziege.html
...
Noch begehrter als Fleisch, Fell und Hörner waren zu gewissen Zeiten allerdings die sogenannten "Bezoare", von denen die Wildziege ihren deutschen Namen hat. Diese rundlichen "Magensteine" sind festverfilzte Ballen aus abgeleckten Haaren, die unverdaulich im Magen liegen und mit der Zeit an ihrer Oberfläche steinhart und glatt werden. Der Volksaberglaube hielt sie besonders im Mittelalter für eine Wundermedizin, welche gegen Vergiftungen und allerlei Gebrechen hilft. Aufgrund dieser unsinnigen Vorstellungen wurde die "Bezoarziege" vielerorts erbittert verfolgt.
...
(E?)(L?) http://www.theninemuses.net/hp/list.html
(E1)(L1) http://penelope.uchicago.edu/oddnotes/boodtbezoar.html
Anselm Bœtius de Boodt on Bezoar
A note to Pseudodoxia Epidemica, Book III, chapter 23
From Le Parfaict Ioaillier, ou Histoire des Pierreries, Liv. II, chap. CXCI-CXCIV (pp. 463-478), (in the 1644 edition, trans. Iean Bachou, ed. André Toll).
De la pierre Bezoard.
Chapitre CXCI.
La pierre "Bezoard" prend son nom du mot Persique "pazar" ou "pazan", qui signifie "bouc", ou de "beluzaard" nom Hebraique & Chadaique, qui signifie "Maistre du venin". Car "bel" chez les Chaldeens signifie "Maistre", & "zaar" "venin", que ceste pierre dompte. Partant l'on compose d'icelle des medicamens appelés "bezoardiques" par antonomasie, tres uniques & tres souverains contre tous venins. Ces pierres ne sont pas toutes de mesme forme: Car il y en a de longuettes, orbiculaires, tantost un peu enfoncées & inesgales, & tantost en forme de roignon ou de chastaigne, mais icelle est tousiours esmoussée, & ne se termine en pointe. Leur couleur est tantost noire, tantost entrecendrée, quelquefois entreiaune & entreverte, mais pour l'ordinaire elles sont de couleur enfumée, d'un rouge luisant, de coleur azurée, ou d'un vert tirant sur le noir. Ceste pierre est composée de tuniques ou petites croustes, tantost plus crasses, tantost plus desliées, s'embrassans les unes les autres, comme l'on void arriver dans les oignons, lesquelles sont quelquesfois polies & esclattantes, (mais tousiours plus celles qui sont dessous) & quelquefois un peu aspres, principalement la crouste exterieure qui enveloppe les autres, comme l'on peut voir dans les pierres de la vescie & des freins. Souventefois ces croustes & escailles sont rompuës: en sorte que l'on peut voir l'herbe ou fragment de paille, qui est au milieu pour base, & à l'entour de laquelle la pierre s'est formée & accreuë.
...
(E?)(L?) http://cancerweb.ncl.ac.uk/cgi-bin/omd?phytobezoar
Ein "Phytobezoar" setzt sich hauptsächlich aus vegetarischen Fasern zusammen. Das Wort setzt sich zusammen aus griech. "phýton" = "das Gewachsene", "Gewächs", "Pflanze" und dem bereits behandelten "bezoar".
Die "Biene" ist schon sehr alt. Sie findet sich schon bei den alten Germanen als "*bijon" und weiter im ig. "*bi" und in vielen Formen in europäischen Sprachen. Aber der Kluge will mehr und vermutet einen Zusammenhang zu altägyptischen Bezeichnungen.
(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Bienenstock
Der Kluge führt auch den "Bienenkorb" und den "Bienenstock" auf. Beides bezeichnet ein von Züchtern in Bienenkästen gehaltenes Bienenvolk, wobei im "Bienenkorb" wahrscheinlich ein ahd. "binikar" und damit "kar" = "Gefäß" steckt und der Bienenstock ursprünglich einen alten (hohlen) Baumstamm (vgl. engl. "stock" = "Baumstrunk") bezeichnete, in dem sich ein Bienenvolk eingenistet hatte.
Melitta (Melissa, Mela) (+ um 150)
Ein in der Kirchengeschichte bekannte Namensträgerin war auch "Melitta (Melissa, Mela) von Preslav"
(E?)(L?) http://www.sungaya.de/schwarz/allmende/pflanzen/melisse.htm
Die "Melisse" trägt u.a. auch den Namen "Bienenkraut".
Zitronenmelisse - Melissa officinalis L. - auch Bienenkraut, Frauenkraut, Gartenmelisse, Melisse, Herzkraut, Honigblume, Immenblatt, Mutterkraut, Wanzenkraut, Zitronenkraut (nach LOSCH, 127f.)
Die Namen "Bienert" oder "Biener" gehen auf eine mhd. Berufsbezeichnung ""bin" = "Biene" für den "Bienenzüchter" zurück.
Auch der Familienname "Beuthner", "Beutner" passt in das Bienenumfeld. Neben der auch möglichen Herkunft von Ortsnamen wie ""Beuthen" in Schlesien oder "Beutha" in Sachsen gibt es auch folgende Herleitungsvariante:
Der mhd. "biute" war ein "Bienenkorb", "Bienenstock" und der "Beutner" ist entsprechend der "Bienenzüchter". Der Zusammenhang ergibt sich über die "Beute" mit der auch heute die Imker noch einen "Bienenstock" bezeichnen und das auf mhd. "biute" bzw. "mnd. "bute" = "Tausch", "Anteil", "Beute" zurückgeht. Ich kann nur vermuten, dass es mit der "Ausbeute", dem Honig zusammenhängt und dem "Tausch", dem den Bienen als Ersatz untergejubelten "Zuckerwasser", zusammenhängt.
Ein anderer Familienname, "Zeidler", ist eine inzwischen veraltete Bezeichnung für "Bienenzüchter", zu dem ich allerdings keine weiteren Erklärungen finden konnte.
(E?)(L?) http://www.wein-plus.de/glossar/Bienenfl%FCgel.htm
Der "Bienenflügel" ist auch den Weinkennern nicht ganz unbekannt:
Traditionelle, sehr treffende englische Bezeichnung für die mit einem feinen Häutchen überzogenen Ablagerungen in sehr altem Portwein.
(E?)(L?) http://www.honighaeuschen.de/
mit Informationen rund um Bienen, Honig und die Imkerei.
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(E2)(L?) http://biologie.fr.free.fr/racines.htm
(Etymologie des mots de biologie animale - Glossaires de Bio Moleculaire, Vegetale, de Genetique et d"Ecologie - Cours de Physiologie et d'Entomologie - Liens biologiques - Photos d'animaux & de microscopie electronique)
Racine grecques et latines des mots de biologie animale - Les racines ne sont pas toujours données sous la forme exacte qu'elles avaient en latin ou en grec, mais souvent avec la forme sous laquelle elles sont utilisées. De même le sens actuel peut différer légèrement du sens ancien du mot.
Der Namensbestandteil "bitter" beruht auf der Ungenießbarkeit des Fisches - bzw. des gleichnamigen Pilzes.
Die Bezeichnung "Schneiderkarpfen" bezeiht sich auf die eingeschränkten Möglichkeiten eines Schneiders, der statt "Karpfen" mit "Hering" vorlieb nehmen mußte. Die Bezeichnung "Schneiderkarpfen" kann sich auch auf andere Fischarten beziehen und ist auch als "Schusterkarpfen" zu finden.
Für die wissenschaftlichen Bezeichnungen "Rhodeus amarus" und "Rhodeus sericeus" konnte ich keinen Hinweis zur Namensgebung finden.
Immerhin bedeutet lat. "amarus" "bitterer Geschmack", "bitterer Geruch" und engl. "sericeous" = "seidig" und in der Botanik soviel wie "seidenhaarig".
(E?)(L2) http://kraeuter.euro-oldies.de/bockshorn.htm
Heilpflanze: Trigonella foenum - graecum L. - Familie der Schmetterlingsblättler, blassgelbe Blüten
"Jemanden ins Bockshorn jagen" = "verunsichern", "auf eine falsche Fährte locken"
Herkunft ist unsicher, könnte (nach Wahrig) auf das sich nach innen verengende Horn des Bocks beziehen.
Nach Duden-Herkunftswörterbuch: ein Gerügter wurde in ein Bockfell gezwängt.
Naheliegend wäre auch ein Bezug zum Bockshorn-Kraut: jemanden dahin in die Irre jagen, wo das Bockshorn wächst.
(A: ulle)
Laut einer Fernsehsendung wurden in früheren Zeiten Vergehen dadurch bestraft, dass man den Delinquenten in ein Bocksfell nähte und ihn so durch den Ort jagte. Das "Bocksfell" hiess allerdings "bockesharmo", woraus dann in späteren Zeiten "Bockshorn" wurde.
Ihren Namen erhielten die Dinosaurier am 2. August 1841 von Richard Owen.
Während des 11. Jahreskongreß der "British Association for Advancement of Science in Plymouth" ("Vereinigung zur Verbesserung der Wissenschaft in Plymouth") sprach der Mediziner ihn das erste Mal aus: "Dinosaurier".
Owen verfügte über langjährige Erfahrungen im Bereich der tierischen und menschlichen Sektion. Während seines Medizinstudiums und seiner Arbeit im Londoner Regents-Park-Zoo hatte Owen so viele Körper seziert, dass er ein außerordentliches Wissen in vergleichender Anatomie besaß.
Mittlerweile summierten sich die gefundenen Echsenskelette: Iguanodon, Megalosaurus, Macrodontophion, Thecodontosaurus und Plateosaurus. Aber es fehlte an der nötigen Methodik, um eine realistische Vorstellung von diesen Tieren zu schaffen.
Owen zählte also die bestehenden gemeinsamen Merkmale aller bisherigen Funde zusammen, verglich sie mit anderen Tieren und gewichtete die Eigenschaften: In Zahnhöhlen verankerte Zähne, fünf zusammengewachsene Lendenwirbel. Alle lebten an Land, hatten säulenartige Beine und konnten richtig laufen, da ihre Beine nicht wie bei anderen Echsen seitlich am Körper ansetzten. Außerdem waren die Tiere besonders groß.
Eigentlich hatten die bisher namenlosen Geschöpfe viele Gemeinsamkeiten mit den bekannten Echsen, konnten aber nicht wirklich zugeordnet werden. So schuf Owen eine Unterordnung der bisherigen Saurier (Echsen) und nannte sie Dinosaurier, übersetzt "schreckliche Echsen" (griechisch "deinos" = "schrecklich", "sauria" = "Echsen").
Düfte tierischer Herkunft
In "John Emsley: Parfum, Portwein, PVC... - Chemie im Alltag" fand ich folgenden Hinweis:
"Es gibt lediglich vier Düfte tierischer Herkunft:
Moschus wird vom männlichen Moschushirsch abgesondert,
Zibet von der Zibetkatze beiderlei Geschlechts,
Castoreum vom Biber (Castor fiber) und
Ambra vom Pottwal.
E
Eichelhäher, Eichel, Eiche, Häher (W3)
Der Name des "Eichel"-fressende "Eichelhäher" setzt sich natürlich zusammen aus "Eichel", mhd. "eichel", ahd. "eihhila" und "Häher", mhd. "heher", ahd. "hehara". Die Herkunft der "Eichel" dürfte sich auf die (biologisch-physikalische) Herkunft von der "Eiche" beziehen, ist aber damit erst ungenau erklärt, bzw. es stellt sich nun die Frage nach der Herkunft der "Eiche". (Zumindest kann man festhalten, dass der vordere Teil des männlichen Gliedes seine Bezeichnung der Ähnlichkeit mit der Frucht der Eiche zu verdanken hat.) Der "Häher" ist eine lautmalerische Wortbildung.
Sowohl "einen Vogel haben" als auch "jemandem den Vogel zeigen" geht auf den alten Glauben zurück, dass sich Vögel im Gehirn einnisten und geistige Störungen verursachen.
Eintagsfliege (W3)
(E?)(L1) http://www.geo.de/GEO/community/frage_der_woche
Wie lange leben Eintagsfliegen?
Wahr ist, dass "Ephemoptera" als geschlechtsreifes Flugwesen nur eine sehr flüchtige Existenz zubringt. Da ihre Mundwerkzeuge verkümmert sind und der Darm funktionslos ist, kann das Insekt keine Nahrung aufnehmen. Es ist zum Hungertod verdammt - und nutzt die Zeit, so gut es geht: mit Hochzeitsflug, Paarung, Eiablage. Ein ambitioniertes Programm, das mit dem Tod der Fliege endet - binnen weniger Stunden oder weniger Tage. Allerdings geht dem geschlechtsreifen Endstadium eine ein- bis vierjährige Entwicklungszeit als Larve voraus. Diese Jugendzeit verbringt die Eintagsfliege im Wasser - aus dem sie sich schließlich für kurze Lebenszeit in die Lüfte erhebt.
Eselsbrücke = "kleiner Umweg"
Esel weigern sich normalerweise beharrlich, auch kleinste Wasserläufe zu durchwaten. Daher baute man oft kleine Brücken, um mit den Lasttieren doch ans Ziel zu kommen.
Eule (W3)
Die "Eule" wird wie der "Uhu" auf lautmalerische Ursprünge zurückgeführt.
eulenwelt
(E?)(L?) http://www.eulenwelt.de/
In der "Eulenwelt" findet man auch eine Rubrik mit "Redewendungen" und Sprichwörter, die mit Eule und Kauz zu tun haben. Auch ein kleines Glossar in Englisch, Französich und Italienisch gibt es und ein paar Bauernregeln zur "Eule".
Neben dem sprachlichen Aspekt gibt es natürlich noch viele andere interessante Rubriken zur "Eule".
F
Feuersalamander (W3)
In früheren Zeiten glaubte man das Sekret des Feuersalamanders sei tödlich und außerdem in der Lage Feuer zu löschen. Das hatte für ihn den Nachteil, dass man statt einen Feuerlöscher zu benutzen, den Feuersalamander ins Feuer warf.
(E?)(L?) http://www.tierwissen.de/artikel/pilsak/reptilien.shtml
Reptilien - geliebt und gefürchtet
Tiere: Sie stechen mit der Zunge und erschrecken uns!
Kaum eine andere Tierart hat so unter einer tiefverwurzelten Abneigung des Menschen zu leiden, wie die Reptilien und Amphibien. Eine unerklärliche Angst und eine grundlose Abscheu sind es, die viele von uns davon abhalten, daß wir uns näher mit diesen Tieren befassen. Dies fing schon in der Bibel an, in der die Schlange das Böse verkörpert. Im Märchen wird der häßliche Frosch an die Wand geworfen und Plinus behauptet über den Feuersalamander, daß er das größte Scheusal unter allen Gifttieren sei.
Fledermaus (W3)
Der Name der "Fledermaus" geht zurück auf "Flattermaus". Die Bezeichnung ist irreführend, da die Fledermaus nicht mit Mäusen verwandt ist sondern mit Igeln und Spitzmäusen, die ebenfalls einen irreführenden Namen tragen.
(E3)(L1) http://www.anumis.de/lexikon/f/pf079.html
Viele deutsche Kleinmünzen mit Adlerzeichen wurden einst mit dem Spottnamen "Fledermaus" bedacht (Schlesischer Gröschel, Dreikreuzer, Preußischer Dreigröscher, Moritzpfennigs aus der Münzstätte Halle)
(E2)(L1) http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_8834.html
Die "Fledermaus" gilt in Asien als Sinnbild für Glück, in Europa dagegen als Symbol und Verkörperung für böse Mächte, da sie im Alten Testament als unrein bezeichnet wurde. Auch der Teufel wird in der Kunst oft mit der Fledermaus in Verbindung gebracht und mit Fledermausflügeln dargestellt.
(E6)(L1) http://www.manufactum.de/lexicon.html
"Fledermausguano" nennt man die getrockneten Exkremente derjenigen Fledermäuse, die namentlich auf der Insel Sardinien in großer Anzahl gesellig in Höhlen wohnen. ...
...
EISENSTEIN. Auf einem Schlosse, zwei Meilen von unserem Städtchen, gab die Herrschaft einen Maskenball, zu dem wir auch eingeladen waren. Ich maskierte mich als Papillon, und der Doktor als Fledermaus.
ALLE. Falke als Fledermaus! Haha!
EISENSTEIN. Ganz eingenäht in ein braunes Fell, lange Krallen, breite Flügel und einen ungeheuren gelben Schnabel ...
MURRAY. Bei uns in Kanada haben die Fledermäuse keine gelben Schnäbel!
EISENSTEIN. Das ist möglich, aber er hatte einen und sah famos aus als Gelbschnabel.
ALLE. Wir glauben's.
EISENSTEIN. Wir fuhren in einem Fiaker miteinander auf den Ball, unterhielten uns köstlich; ich wollte mir jedoch einen Extrajux leisten und trank unserem Doktor fleißig zu, so daß er gegen Morgen kanonenvoll betrunken war. Dann legte ich ihn in den Wagen, fuhr mit ihm in ein kleines Gehölz, bettete ihn unter einen Baum und machte mich aus dem Staub. Er merkte davon nichts, sondern schlief wie ein Murmeltier.
ALLE. Haha, der arme Doktor!
EISENSTEIN. Als er endlich erwachte, mußte er bei hellem, lichtem Tag als Fledermaus zum Gaudium aller Schulkinder in die Stadt marschieren, bis er endlich unter starker Begleitung seine Wohnung erreichte.
ALLE. Hahaha!
EISENSTEIN. Seitdem wurde er in Weinberg nur noch "Dr. Fledermaus" genannt.
...
(E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,277663,00.html
Die Bezeichnung "Floh" geht auf "fliehen" = "schnell davonlaufen" zurück.
Der "Zwiebelfisch"-Artikel macht auch auf den Unterschied zwischen "fliehen" und "flüchten" aufmerksam. Während "fliehen" auf dem eigenen (vorausschauenden) Entschluss beruht, ist "flüchten" die letzte (aufgezwungene) Möglichkeit, sich einer aktuellen Gefahr zu entziehen.
Der "Floh", der sich nach der blutigen Mahlzeit aus dem Staube macht, trägt seinen Namen zu recht. Der "Floh" jedoch, der vor der Fliegenklatsche "flüchtet" müsste dagegen "Flucht" oder "Flüchter" heissen.
Flohmarkt
Die Bezeichnung "Flohmarkt" war in früheren Zeiten durchaus wörtlich gemeint. Die oftmals angebotenen Wäschestücke, die in irgendwelchen dunklen Ecken - z.b. auf dem Dachboden - zwischengelagert waren, hatten nicht selten unerwünschte Bewohner.
Flosse und Fluke (W3)
(E?)(L?) http://www.pfalzbild.de/galerie/gelterswoog/main.html
In einem Artikel der Zeitschrift "mare 03/2003" war ein Kapitel überschrieben mit "Flossen versus Fluken". Da ich "Fluke" bisher nicht kannte, ging ich den Wörtern auf die Spur.
Gelernt habe ich, dass die "Fluke" die querstehende Schwanzflosse des Wals ist.
Die "Flosse" hängt mit "fliessen" zusammen, das ursprünglich die Bedeutung "schwimmen", "treiben" hatte. Es bezeichnet also die Antriebseinheit der Fische.
Die "Fluke"scheint nicht nur mir unbekannt zu sein. In den gängigen Lexika kommt sie jedenfalls nicht vor. Im Englischen scheint die "fluke" etwas bekannter zu sein. Das Wörterbuch gibt die Übersetzungen "Ankerflügel, Fiederung, Schwanzflosse des Wals, Flunder, Scholle, Plattfisch, Plattwurm", aber auch "glücklicher Zufall, Dusel" an. Da ich die "Fluke" nicht direkt gefunden habe, erlaube ich mir anzunehmen, dass sie mit "fluktuieren" von lat. "fluctuare" = "wogen; schwanken" abstammt. Schliesslich kann der Wal damit eine ganz schöne "Woge" = "bewegtes Wasser" erzeugen.
Übrigens geht darauf auch der Zusatz "-woog" = "(bewegtes) Wasser" für viele kleiner Weiher und Seen zurück. Bei Kaiserslautern gibt es z.B. den "Gelterswoog".
Auf der angegebenen Site findet man noch viele andere Sehenswürdigkeiten (mit Bildern) rund um Kaiserslautern.
fuchsteufelswild
(E?)(L?) http://www.fuchsteufelswild.de/
Im "dtv-Etymologisches Wörterbuch des Deutschen" wird nur gesagt, dass "fuchs" eine verstärkende Funktion hat. Also etwas "sehr teufelswild". Dabei kann "teufel" eigentlich auch nur eine verstärkende Funktion haben. So daß es schließlich "sehr sehr wild" bedeutet.
In "Lutz Rörich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten" gehen die Erklärungen etwas weiter:
Hier wird z.B. auf die wilden Bewegungen hingewiesen, die ein Fuchs in der Falle vollführt. Und "teufel" hat die eigentlich verstärkende Funktion.
Weiterhin gibt es eine Verbindung zu "fuchsen" (von "fucken") = "hin und her laufen, reiben". Also etwa "wildes, ärgerliches hin und her laufen".
Eine weitere Deutung stellt einen Zusammnehang zum "Fuchs" genannten jungen Studenten her, der von älteren Verbindungsstudenten gerne geneckt und geärgert wurde - und entsprechend wild werden konnte. Also etwa "der verärgerte Jungfuchs".
Schließlich gibt es noch die Verbindung zu dem alten Verb "ficken" = "rasch hin und her fahren, zuschlagen, peitschen". So wurde etwa das Zugvieh "gefuchst", um es zu höherer Leistung anzutreiben.
Und auch heute sagt man noch "das fuchst mich", um auszudrücken, daß einem etwas körperlichen oder seelischen Schmerz verursacht; und man so aufgebracht ist, daß man des Teufels werden könnte.
Die "Grille" scheint ihren Namen der lautmalerischen Nachahmung ihres Zirpens zu verdanken. Mit dem "Würstchengrill" oder dem "Kühlergrill" scheint sie den Quellen nach jedenfalls nichts zu tun zu haben.
Ja und in früheren Zeiten hatte man die Vorstellung, dass Ohrenschlüpfer und Grillen durch das Ohr ins Gehirn gelangen können. Und wenn dann jemand etwas seltsame Ideen hatte konnte das natürlich nur an diesen "Grillen" liegen. Und selbst als man dem Aberglauben abgeschworen hatte, identifizierte man sonderbare Einfälle mit "Grillen".
(E?)(L?) http://www.hagzissa.de/Grille.html
Auch die auf dieser Seite beschriebenen Formen von Aberglauben könnten zur übertragenen Bedeutung von "Grille" = "Laune" beigetragen haben.
Die Grillen verkörpern meistens einen präsenten, glücksbringenden Hausgeist.
Auch sollen laute Grillen im Haus ein Anzeichen für einen nahen Tod gelten.
Im hessischen glaubte man, dass das Zirpen im Feld durch das Kornfeldgespenst verursacht wurde und das Klagen der Seelen ungetaufter Kinder symbolisierte.
(E6)(L?) http://www.nabu.de/m05/m05_10/00866.html
...
Dass auch Menschen Grillen haben können, ist altbekannt. Die wechselnden Stimmungen und psychischen Eigenheiten, verwunderlichen Einfälle und Launen werden bei Luther und Goethe mit Grillen bezeichnet. Ein Zusammenhang mit der Feldgrille und der nahe verwandten Hausgrille, dem Heimchen, ist aber nicht erkennbar.
...
Der "Hahn" wurde im 15. Jh. vom "männlichen Huhn" auf die ähnlich aussehende und sich ebenso drehende "Absperrvorrichtung an Rohrleitungen oder Flüssigkeitsbehältern" übertragen.
Der "Hahn" selbst geht über ahd. "hano" = "Hahn" zurück auf eine ide. Wurzel, die auch lat. "cano" = "singe" hervorgebracht hat. Die Bezeichnung "Sänger" verdankt der "Hahn" aber wohl weniger dem Wohlklang als vielmehr der Lautstärke.
In dem Artikel bei "www.dw-world.de" findet man auch Hinweise auf die "Löffel", man erfährt, "wie der Hase läuft", was ein "falscher Hase" ist, wieso der "Hase im Pfeffer liegt", dass ein Hund, der den Hasen nur aufschreckt, aber nicht angreift, "hasenrein" ist und dass sich "Victor Hase" mit dem Hinweise "Mein Name ist Hase, ich weiss von nichts." verteidigte.
Der Hase wird als furchtsam eingeschätzt. Und sein Fluchtverhalten, das schnelle zick-zack-Laufen trug zu dem Bild des "Hasenfusses" als "furchtsamer Mensch" bei.
Hirt, Hirte (W3)
Der "Hirte" ist der derjenige, der auf eine "Herde" (einen "Haufen") aufpasst ("hütet").
Die Computerzeitschrift c't wollte wissen, wie man eine Internetseite in den Suchmaschinen nach oben puscht und startete einen Großversuch.
Auch so entstehen neue Tierbezeichnungen. Und so gibt es natürlich auch eine fiktive Erklärung zur Herkunft des Namens:
Der Gebrauch des Names "Gepardenforelle" lässt in den Hommingberger Chroniken bis in die zwanziger Jahre zurückverfolgen. Wofür die Raubkatze Gepard im Namen steht, lässt sich allerdings nicht mehr ermitteln. Sie könnte ebenso für die bei der Hommingberger Gepardenforelle besonders ausgeprägte Zeichnung stehen wie für ihre außergewöhnliche Geschwindigkeit: Versuche haben gezeigt, dass eine Hommingberger Gepardenforelle doppelt so schnell wie eine andere Bachforelle gegen den Strom schwimmen kann. Ihre Quirligkeit ist nur ein Grund für das besonders zarte Fleisch der Hommingberger Gepardenforelle.
Und in der Wikipedia gibt es weitere Kunst- und Scherzbegriffe (auch in anderen Sprachen):
Auf dem Boden von Geldtruhen waren oftmals Hunde abgebildet. Diese sollten zur eigenen Sparsamkeit mahnen und als mystische Abschreckung von Dieben dienen. Und wenn es nun so weit kam, dass man das letzte aus der Truhe holen musste, war man damit auf den hund gekommen.
Hund - da liegt der Hund begraben
geht angeblich auf einen Vorfall zurück, dass ein Adliger seinen Geldschatz in eine Hundefell eingenäht und begraben hat, um es vor fremdem Zugriff zu schützen.
Hunde - vor die Hunde gehen
Hunde und Wölfe verstehen einander nicht
(E?)(L?) http://www.nationalgeographic.de/php/presse/public/meldungen.php?command=meldungAnsicht&id=64&sprung=archiv
Trotz ihrer Verwandtschaft sprechen Hund und Wolf unterschiedliche Sprachen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler vom Institut für Haustierkunde in Kiel, wie NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in der aktuellen Dezember-Ausgabe (EVT 25.11.2002) des Magazins berichtet.
Die Wissenschaftler verglichen Wölfe und Hunde verschiedener Rassen. Dabei stellen sie deutliche Unterschiede in der Kommunikation fest: Während Hunde durch vielfältiges Gebell Stimmungen und Absichten ausdrücken, kommuniziert der Wolf in mehr als 60 Gesichtsausdrücken mit seinen Artgenossen. Eine derart variable Mimik der Wölfe ist aufgrund der strengen Hierarchie im Rudel notwendig.
Bei vielen Hunderassen würde dieses vielfältige Mienenspiel allerdings eher Verwirrung stiften, weil die Rassen sich in ihrem Äußeren teilweise sehr stark unterscheiden. Daher zeigen Hunde ihre Emotionen mit unterschiedlichem Gebell - vom hellen Klang einer Aufforderung zum Spielen bis hin zum abweisenden Knurrfauchen oder aggressiven Angriffsgebell. Wölfe wiederum wären bei dieser Art der Kommunikation verwirrt: sie bellen selten.
Hundstage (W3)
Die Bezeichnung geht zurück auf die Stellung der Sonne im Sternbild "Grosser Hund". Es sind also genau genommen die "Hundstage der Sonne".
Nach dem hellsten aller Fixsterne genannt, dem Hundsstern oder Sirius, der zu dieser Zeit den Himmel beherrscht.
Die Hundstage dauern vom 23.Juli bis 23.August. So lange steht Sirius, der hellste aller Sterne, im Zeichen des Hundes, genauer gesagt des großen Hundes. In dieser Periode geht der Stern jeden Tag mit der Sonne auf und unter.
Schon im lat. "dies caniculares" ist diese Bezeichnung zu finden.
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