Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
DE Deutschland, Alemania, Allemagne, Germania, Germany
Wortart, Clase de Palabra, Catégorie grammaticale, Parte del Discorso, Part of Speech
Interjektion, Interjección, Interjection, Interiezione, Interjection

A

Ah! (W3)

Bei Adelung findet man:


"Ah!" eine Interjection, welche eine bloße Abänderung des Empfindungswortes "ach!" ist, aber nur gebraucht wird, die Empfindungen der Bewunderung und Freude im gesellschaftlichen Leben auszudrücken. "Ah, das ist schön!" "Ah, da kommt er schon!" Die Niedersachsen haben diese Interjection gleichfalls. "Aha", ist in den vertraulichen Sprecharten mit diesem ah fast gleich bedeutend.


Erstellt: 2014-12

Ausrufewort (W3)

Andere Bezeichnungen für dt. "Interjektion" sind: "Ausrufewort", "Empfindungswort"

(E?)(L?) http://www.uni-due.de/buenting/


(E?)(L?) http://www.uni-due.de/buenting/05GlossarPhraseologismen.pdf

"Ausrufewort": deutsche Bezeichnung für die "Interjektion"


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Ausrufewort
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Ausrufewort" taucht in der Literatur um das Jahr 1880 auf.

Erstellt: 2012-06

B

C

D

E

Empfindungswort (W3)

Andere Bezeichnungen für dt. "Interjektion" sind: "Ausrufewort", "Empfindungswort"

(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/Index/ueberblick/index.html?lang=de


(E?)(L1) http://www.canoo.net/services/Controller?service=canooNet&input=Empfindungswort

Definition: Wort, das als Ausdruck eines Gefühls oder einer Empfindung als Zwischenruf geäußert wird. Beispiele: "au", "pfui", "aha".

Synonym: "Interjektion"
...


(E?)(L?) http://www.uni-due.de/buenting/


(E?)(L?) http://www.uni-due.de/buenting/05GlossarPhraseologismen.pdf

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"Abtönungspartikel": "also" – "ei" – "ey" – "gell" – "gelle" – "ha noi" – "ja" – "ne" – "nich" – "nö" – "oder" – "sodele" – "wa" – "woll"?

In der mündlichen Rede findet man viele solcher Einsprengsel; sie sind typisch für die Umgangssprache und regional verschieden. Die Sprachwissenschaft nennt sie in der Grammatik "Empfindungswörter" ("Interjektionen") und in der Kennzeichnung der mündlichen Umgangssprache "Abtönungspartikel"; der Begriff soll darauf hinweisen, daß hier ein laufender Kommentar zum Gesagten gegeben wird.
...
"Empfindungswort": deutsche Bezeichnung für die "Interjektion"
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"Interjektion": grammatischer Begriff, wörtlich "das Dazwischengeworfene"; so werden die "Abtönungspartikel" in der Grammatik genannt. Die Interjektionswörter können Empfindungswörter wie "au", "oh", Ausrufswörter wie "dalli, dalli!" oder auch echte Wörter wie "nein", "los", "aber" usw. sein. Sie werden beim Schreiben durch Kommas oder Gedankenstriche abgetrennt, da sie keine Verbindung mit den anderen Wörtern des Satzes eingehen: Jetzt geht es – dalli, dalli! – aber endlich los!


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Empfindungswort
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Empfindungswort" taucht in der Literatur um das Jahr 1830 auf.

Erstellt: 2012-06

F

G

H

He! (W3)

Bei Adelung findet man:


"He!" oder "Heh!" (mit einem scharfen hellen "e", ein Empfindungswort, welches aber nur im gemeinen Leben üblich ist. 1) Eine Frage zu begleiten. Und ist das nicht recht? heh? Weiße. Das hat dir doch gefallen? he? 2) Zu rufen. He! Junge, gehe her! Wofür auch "he da!" gebraucht wird. He da, Frau Witwe! Michael der Dichter. 3) Des Unwillens. He! werde mir nicht eifersüchtig! Weiße. 4) Der lauten Freude, des Frohlockens. Heh! wir haben sie vertilget, Klagel. 2, 16. Wofür in andern Stellen, wie Ezech. 25, 3, Kap. 26, 2, Kap. 36, 2, das ungewöhnliche "Heah!" stehet. Siehe Ha 5. 5) Eine Nachahmung des lauten Lachens, wo es verdoppelt wird, "he! he! he!" und noch häufiger in eben dieser Bedeutung auch "ha! ha! ha!" lautet.


Erstellt: 2014-12

I

ids-mannheim.de - Inte
Interjektion - Literatur

(E?)(L?) http://hypermedia.ids-mannheim.de/pls/public/bib.ansicht




Erstellt: 2014-12

Interjection (W3)

Adelung schreibt dazu:


Die "Interjection", plur. die -en, aus dem Latein. "Interjectio", in der Sprachkunst, ein Laut, so fern er der Ausdruck einer Empfindung als Empfindung ist; bey dem Spathen ein "Triebewort", bey den Neuern ein "Zwischenwort", welche Benennung aber eine ungeschickte Übersetzung des eben so ungeschickten Latein. Kunstwortes ist; besser als "Empfindungswort", S. die Sprachlehre. "Ach!" "Ey!" "O!" "Pfui!" u. s. f. sind dergleichen Interjectionen.


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Interjection
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Interjection" taucht in der Literatur um das Jahr 1750 auf.

Erstellt: 2014-12

Interjektion (W3)

Dt. "Interjektion" (16. Jh.), span. "interjección", engl. "interjection", geht zurück auf lat. "interiectio" = dt. "das Dazwischenwerfen", "Zwischenwort", lat. "intericere" = dt. "dazwischenstellen", "dazwischenwerfen" und setzt sich zusammen aus lat. "inter" = dt. "zwischen", "unter" und lat. "iacere " = dt. "werfen".

Interjektionen sind wortähnliche Lautgebilde wie "Oh!", "Igitt!" oder "Ah!", mit denen Empfindungen ausgedrückt werden.

Es sind Ausdrücke wie: "aber", "ach!", "au!", "dalli, dalli!", "hallo!", "los", "nein", "oh", ...

Die Schreibung der Interjektionen ist nicht immer eindeutig festgelegt und manchmal entziehen sie sich überhaupt einer schriftlichen Fixierung (z. B. das Nachahmen von Pferdeschnauben als Zeichen der Entrüstung).

Die Interjektionen lassen sich unterteilen in "Oha", "ohauehaueha" sind häufig in Norddeutschland zu hörende Interjektion", die Erstaunen, Überraschung oder Ablehnung ausdrücken. "Igitt", "Igittigitt" gilt als Ausdruck von Abscheu und Ekel.

Andere Bezeichnungen für dt. "Interjektion" sind: "Ausrufewort", "Empfindungswort"

Ein etwas unerwarteter Verwandter ist dt. "Jeton" = dt. "Spielmarke" das im 18. Jh. von frz. "jeton" übernommen wurde und weiter zurück geht auf frz. "jeter" = dt. "werfen" und weiter auf lat. "iacere" = dt. "werfen", lat. "iactare" = dt. "werfen", "schleudern", vlat. "*iectare". Weitere Verwandte sind dt. "Adjektiv", "Injektion", "Objekt", "objektiv", "Objektiv", "projizieren", "Projektion", "Projektor", "Projekt", "Subjekt", "subjektiv", "Trichter" (zu lat. "tra-icere" = dt. "hindurchwerfen", "hindurchbringen").

Literatur Zu "Interjektion":

Neue, Friedrich: Formenlehre der lateinischen Sprache (Volume 1)

(E?)(L?) https://ia700702.us.archive.org/1/items/prinzipiendersp00paul/prinzipiendersp00paul.pdf

S.162ff

...
Absolute Neuschöpfungen sind eigentlich nur die "Interjektionen".

§ 126. Es wird hier der Ort sein etwas näher auf das Wesen dieser Wortart einzugehen. Uns muss vor allem die Frage interessieren, ob man in ihnen mit Recht die primitivsten Aeusserungen der Sprechthätigkeit zu sehen hat, wie von verschiedenen Seiten angenommen, von andern bestritten ist. Wir verstehen unter Interjektionen unwillkürliche Reflexlaute, die durch den Affekt hervorgetrieben werden, auch ohne jede Absicht der Mitteilung. Man darf aber darum nicht die Vorstellung damit verknüpfen, als wären sie wirkliche Naturlaute, die mit ursprünglicher Notwendigkeit aus dem Affekte entsprängen wie Lachen und Weinen. Vielmehr sind die Interjektionen, deren wir uns gewöhnlich bedienen, gerade so gut durch die Tradition erlernt wie die übrigen Elemente der Sprache. Nur vermöge der Assoziation werden sie zu Reflexbewegungen, weshalb denn auch die Ausdrücke für die gleiche Empfindung in verschiedenen Sprachen und Mundarten und auch bei den verschiedenen Individuen der gleichen Mundart je nach der Gewöhnung sehr verschieden sein können. Es ist ja auch eine in den verschiedensten Sprachen zu machende Beobachtung, dass Interjektionen aus andern Wörtern und Wortgruppeu entstehen, vgl. z. B. "ach Gott", "alle Wetter", "Gott sei Dank", "leider". Durch Lautveränderungen kann der Ursprung so sehr verdunkelt werden, dass er selbst bei angestellter Reflexion nicht mehr zu erkennen ist, vgl. "herrje" {"Herr Jesus"), "jemine" ("Jesu domine"). Wir sind daher auch bei den in keiner Weise analysierbaren und scheinbar ganz einfachen Interjektionen nicht von vornherein sicher, ob sie nicht auf ähnliche Weise entstanden sind. Aber anderseits tritt uns gerade unter den erst spät auftauchenden Interjektionen, bei denen eine derartige Verdunkelung der Etymologie nicht wohl anzunehmen ist, eine beträchtliche Anzahl entgegen, die entweder zu gar keinen andern Wörtern in Beziehung gesetzt werden können oder nur zu der eben besprochenen Kategorie, von denen es daher mindestens in hohem Grade wahrscheinlich ist, dass sie unmittelbar durch Reflexbewegung entsprungen sind. Die meisten unter diesen und die individuellsten in Bezug auf die Lautform und den Empfindungston sind Reaktionen gegen plötzliche Erregungen des Gehörs- oder Gesichtssinnes. So müssen wir wohl wenigstens ihr ursprüngliches Wesen auffassen. Sie werden dann auch bei der Erinnerung und Erzählung der solche plötzliche Erregung wirkenden Vorgänge gebraucht. Ich meine Wörter wie nhd. "paff", "patsch", "bardautz", "pardauz", "bauz", "Blautz", "blaff", "bluff", "puff", "bums", "futsch", "hurre", "husch", "hussa", "klacks", "klaps", "kladderadatsch", "knacks", "plump", "plumps", "ratsch", "rutsch", "schrumm", "schwapp", "wupp" etc.

Manche dieser Wörter sind auch Substantiva oder haben Verba zur Seite, und es ist dann zum Teil schwer zu sagen, was eigentlich das Ursprüngliche ist. Es ist das aber auch nicht von Belang, sobald die Wörter als Reaktionen gegen die Sinneserregung anerkannt sind. Der onomatopoetische Charakter solcher Wörter tritt noch stärker hervor bei der häufig angewendeten Verdoppelung und Verdreifachung, ganz besonders wenn dabei die mehrfach gesetzten Elemente durch Ablaut differenziert werden, vgl. "fickfack", "gickgack", "kliffklaff", "klippklapp", "klitschklatsch", "klimperklamper", "kribbeskrabbes", "krimskrams", "mickmack", "pinkepanke", "ripsraps", "ritschratsch", "schnickschnack", "schnippschnapp", (schnür), "striptstrap" {strull), "schwippschwapp", "ticktack", "lirumlarum", "bimbambum", "piffpaffpuff"; engl, "criddle-craddle", "widdle-waddle"; franz. "cliclac", "cric-crac", "drelin-drelon". Diese Wörter werden zum Teil auch als Substantiva gebraucht, und es werden direkt Substantiva so gebildet, vgl. "Kringelkrangel", "Tingeltangel"; auch werden weitere Ableitungen aus solchen Bildungen gemacht wie "Fickfacken", "Fickfacker", "wibbelwabbelig".

Uebrigens wird dabei mehrfach alter Sprachstoft" benutzt, der sonst gar keinen interjektionellen Charakter hat, vgl. "Klingklang", "Singsang", "hickhack", "Mischmasch", "Wirrwarr", "wischiwaschi", "Zicksack". Vgl. auch onomatopoetische Ausgestaltungen wie "klinglingling" (vielleicht aus "klingklingkling" entstanden), "hoppsasa". Aus dem selben Triebe entsprungen, aber in den Grenzen der normalen Sprache sich haltend sind Verbindungen mehrerer nur durch den Vokalismus verschiedener Schallwörter, wie "flimmen" und "flammen", "flimmern" und "flammern", "kickezen und kackezen", "klippen und klappen", "klippern und klappern", "klistern und klastern", "klitschern und klatschern", "knistern und knastern", "knirren und knarren", "knittern und knattern", "kribbeln und krabbeln", "krimmen und krammen", "kritzen und kratzen", "Gekritz und Gekratz", "rischeln und rascheln" (alle durch Beispiele aus Schriftstellern belegt). Auch der Reim spielt bei onomatopoetischen Ausdrücken eine Rolle, vgl. "krimmeln und wimmeln", "holterdepolter", engl, "hotch-potch", "hurly-burly", "helter-skelter".
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(E?)(L1) http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Interjektion/index.html?MenuId=Word90

Die Interjektion

Wörter wie die folgenden werden Interjektionen genannt: aha, ätsch, au, nanu, pfui, sapperlott, uff, ...

Interjektionen sind eine Art Zwischenrufe, die nicht in die Struktur eines Satz eingebettet sind.

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(E?)(L?) http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=glossary&input=Interjektion&language=0&project=1


(E?)(L?) http://hispanoteca.eu/Lexikon%20der%20Linguistik/i/INTERJEKTION%20%20%20Intejección.htm

INTERJEKTION Intejección

Wörter, die rein emotionalen Gehalt tragen. Ihr Ursprung ist umstritten. Nach W. Lang sind viele von ihnen als nicht mehr erkennbare Flüche, Gebete gedeutet worden (Schrumpfformen), die keine Begriffe, sondern komplexe Situationen ausdrücken.“ [Heupel, Carl, S. 105]
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(E?)(L?) http://www.duden.de/sprachwissen/newsletter/duden-newsletter-vom-24-08-07

Interjektionen

Mit Interjektionen drückt man Empfindungen aus - "boh", "hm", "igitt", "juhu", "o", "oh", "papperlapapp", "sakra" u. a. - oder auch Aufforderungen wie "brr", "hü", "ksch", "pst" u. a. Einfache Interjektionen weisen keine Ähnlichkeit mit anderen Wörtern auf, während komplexe Interjektionen dagegen als lexikalische Strukturen erkennbar sind: "Donnerwetter", "mein lieber Scholli", "Mann", "Mensch". Zu den komplexen Interjektionen zu rechnen sind auch die sogenannten Inflektive - Verben, die auf den Stamm reduziert sind. Sie tummeln sich vor allem in Comics: "ächz", "krach", "seufz", "würg" usw.
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"aaaaaah", "ohhhhhh", "hmmmm", "igittigitt", "huiuiui", "oweiowei", "manno", "mannomann", "ogottogott", "Brr!", "Ach!", "Igitt!"
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(E?)(L?) http://www.duden.de/sprachwissen/newsletter/duden-newsletter-vom-10-02-06

Interjektionen

"Oh!", "Igitt!" oder "Ah!" sind wortähnliche Lautgebilde, mit denen Empfindungen ausgedrückt werden. Der grammatische Fachausdruck "Interjektion" wurde bereits im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen "interiectio" ("das Dazwischenwerfen"; "Zwischenwort") entlehnt. Neben Empfindungswörtern wie "huch", "aha", "hm" oder "nanu" werden auch Aufforderungswörter wie "pst" oder "heda" oder Lautnachahmungen wie "peng" oder "haha" zu den Interjektionen gezählt.
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(E?)(L?) http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/termwb.ansicht?v_app=g&v_id=104

Interjektionen sind eine Subklasse der Interaktiven Einheiten. Im Diskurs fungieren sie als funktional selbstständige Einheiten der Interaktion und haben gesprächssteuernde Wirkung: Sie bringen Reaktionen auf Äußerungen des Gesprächspartners zum Ausdruck oder informieren diesen über Emotionen des Sprechers.

Beispiele: au, hm, oh, ach, naja, oho, mhm, aua, eiei, tja, ne, gell, ah, äh, ...
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(E?)(L?) http://www.schuelerlexikon.de/SID/637184f11748d768092a264d54274c37/lexika/deutsch/index.htm

Interjektionen werden meist im mündlichen Sprachgebrauch verwendet, dienen aber auch in der Textgestaltung dazu, eine Gefühlsäußerung zu verstärken. Stehen sie allein, tragen sie Satzcharakter, werden sie im Satz gebraucht, trennt man sie durch ein Satzzeichen (Komma, Semikolon u. a.) ab. Sie sind in ihrer Form unveränderlich.

Interjektionen lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Ausdrucks- und Empfindungswörter Klang- und Lautmalereien
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(E?)(L?) http://gutenberg.spiegel.de/buch/2742/12

Hermann Paul: Prinzipien der Sprachgeschichte. - Kapitel 12
Quellenangabe
Neuntes Kapitel.
Urschöpfung.
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§ 126. In diesem Zusammenhange müssen wir auch auf das Wesen der Interjektionen eingehen. Uns muss vor allem die Frage interessieren, ob man in ihnen mit Recht die primitivsten Äusserungen der Sprechtätigkeit zu sehen hat, wie von verschiedenen Seiten angenommen, von andern bestritten ist. Wir verstehen unter Interjektionen unwillkürlich ausgestossene Laute, die durch den Affekt hervorgetrieben werden, auch ohne jede Absicht der Mitteilung. Man darf aber darum nicht die Vorstellung damit verknüpfen, als wären sie wirkliche Naturlaute, die mit ursprünglicher Notwendigkeit aus dem Affekte entsprängen wie Lachen und Weinen. Vielmehr sind die Interjektionen deren wir uns gewöhnlich bedienen, gerade so gut durch die Tradition erlernt wie die übrigen Elemente der Sprache. Nur vermöge der Assoziation werden sie zu unwillkürlichen Äusserungen, weshalb denn auch die Ausdrücke für die gleiche Empfindung in verschiedenen Sprachen und Mundarten und auch bei den verschiedenen Individuen der gleichen Mundart je nach der Gewöhnung sehr verschieden sein können.

Wir müssen zwei Arten von Interjektionen unterscheiden. Die einen sind lediglich Ausdruck der inneren Empfindung, z. B. "o", "ach", "pfui". Von diesen beziehen sich einige auf eine ganz bestimmte Empfindung, z. B. "pfui" auf die des Abscheus. Andere, wie "o" und "ach" können bei sehr verschiedenen Empfindungen ausgestossen werden, es sind also artikulierte Substrate, die an und für sich ziemlich indifferent sind und erst durch den begleitenden Gefühlston einen bestimmteren Inhalt bekommen. Ihre Unbestimmtheit wird allerdings wohl nichts Ursprüngliches sein. Von Hause aus scheint "ach" nur Interjektion des Schmerzes gewesen zu sein. Eine andere Interjektion des Schmerzes "ouwê" (nhd. "auweh") hatte im Mhd. eine fast ebenso ausgedehnte Anwendung erlangt wie nhd. "ach", durch welches es jetzt wieder zurückgedrängt ist. Das Traditionelle in der Natur dieser Interjektionen zeigt sich auch darin, dass sie unter besonders begünstigenden Umständen sogar wie andere Wörter aus einer fremden Sprache entlehnt werden können. So stammt unser "o" aus dem Lat. Es ist ferner eine in den verschiedensten Sprachen zu machende Beobachtung, dass Interjektionen aus andern Wörtern und Wortgruppen entstehen, vgl. z. B. "ach Gott", "alle Wetter", "Gott sei Dank", "leider". Durch Lautveränderungen kann der Ursprung so sehr verdunkelt werden, dass er selbst bei angestellter Reflexion nicht mehr zu erkennen ist, vgl. "herrje" ("Herr Jesus"), "jemine" ("Jesu domine"). Wir sind daher auch bei den in keiner Weise analysierbaren und scheinbar ganz einfachen Interjektionen nicht von vornherein sicher, ob sie nicht auf ähnliche Weise entstanden sind. Immerhin aber wird wenigstens ein Teil dieser Interjektionen nicht aus andern Wortklassen entstanden, sondern unmittelbar auf Empfindungslaute zurückzuführen sein. Aus ihnen können Verba abgeleitet werden wie deutsch "ächzen", griech. "pheúzein". Dies sind junge Bildungen, es ist aber auch denkbar, dass auf einer frühen, noch formlosen Entwickelungsstufe der Sprache Empfindungsinterjektionen unmittelbar verbale Funktion angenommen haben. Über sonstige Annäherung der Interjektion an andere Redeteile vgl. Kap. XX. Es ist somit die Möglichkeit gegeben, dass auch ein Teil des nichtinterjektionellen Wortmateriales auf Gefühlsausrufe zurückgeht, die durch Urschöpfung entstanden sind.
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(E5)(L1) http://www.teachsam.de/deutsch/glossar_deu_i.htm#Interjektion


(E?)(L?) http://www.textlog.de/aphorismen-i.html

Georg Christoph Lichtenberg: "Interjektion"

[F 43] Die vielen Bedeutungen der Interjektion "Ey!" sind merkwürdig. Man sehe den Adelung.


(E?)(L?) http://www.textlog.de/mauthner-sprache-2.html

Interjektionen

Da ich gerade dabei bin, will ich eine Bemerkung nicht unterdrücken, welche die Onomatopöie bei den sogenannten Empfindungslauten betrifft. In der Geschichte der Ursprungstheorien wird von einem Gegensatze zwischen Schallnachahmung und Interjektion gesprochen. Die Wauwautheorie stand der Pahpahtheorie feindlich gegenüber.
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(E?)(L?) http://klaphil.unibas.ch/fileadmin/klaphil/user_upload/redaktion/idg/Skripten/Skript_Etymologie/Skript-Etymologie-2.3.pdf

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Am wichtigsten aber wurde der späteste der eigentlichen Grammatiker, nämlich Priscianus, der um 500 in Konstantinopel wirkte, vor allem – obschon er auch anderes Gute hinterlassen hat – wegen seiner Institutiones grammaticae, der grössten und wertvollsten lateinischen Grammatik, die uns aus dem Altertum erhalten ist. Sie bietet in 18 Büchern ausführlich die Lehre vom Nomen (1-7), Verbum (8-10), Partizip (11), Pronomen (12-13), Präposition (14), Adverb und Interjektion (15), Konjunktion (16) und schliesslich von der Konstruktion (d.h. Syntax; 17-18), die leider etwas mager ausgefallen ist. Da er nicht zuletzt für ein griechisches Publikum schrieb, das gepflegtes Latein lernen musste, zog er einerseits viel griechisches Material heran und bereicherte anderseits sein Werk mit unzähligen Zitaten.
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(E?)(L?) http://www.uni-due.de/buenting/


(E?)(L?) http://www.uni-due.de/buenting/05GlossarPhraseologismen.pdf

Interjektion: grammatischer Begriff, wörtlich "das Dazwischengeworfene"; so werden die Abtönungspartikel in der Grammatik genannt. Die Interjektionswörter können Empfindungswörter wie au, oh, Ausrufswörter wie dalli, dalli! oder auch echte Wörter wie nein, los, aber usw. sein. Sie werden beim Schreiben durch Kommas oder Gedankenstriche abgetrennt, da sie keine Verbindung mit den anderen Wörtern des Satzes eingehen: Jetzt geht es – dalli, dalli! – aber endlich los!


(E?)(L?) http://www.linse.uni-due.de/Projekte/comicsprache/enten/enten.htm

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7. Interjektionen

Die wohl bekanntesten und typischen Merkmale eines Comics sind die "Interjektionen". Sie sind eine "Gruppe von Wörtern, die zum Ausdruck von Empfindungen, Flüchen und Verwünschungen sowie zur Kontaktaufnahme dienen ("Au!" "Verflixt!" "Hallo!"). Ihr Status als Wortart ist umstritten, da Interjektionen sich morphologisch, syntaktisch und semantisch auffällig verhalten: sie sind formal unveränderlich, stehen syntaktisch außerhalb des Satzzusammenhanges und haben (im strengen Sinne) keine lexikalische Bedeutung. Häufig haben Interjektionen lautmalenden Charakter, wie z. B. "Brr!" "Hoppla!" "Peng!" "Papperlapapp!" Außerdem unterstützen sie meistens die in einem Bild ablaufende Handlung.

Diese spezielle Wortgruppe wird im gesamten Comictext analysiert, um die Relevanz für den Stil des Textes herauszufiltern. Die Überprüfung gesamten Korpus ergab:

Der Anteil ist — gemessen am vollständigen Wortvolumen — überraschend gering. Die niedrige Anzahl kann aber nicht als stilbestimmend angesehen werden. Es stellt sich an dieser Stelle natürlich die Frage nach ihrer Notwendigkeit. Auffällig ist die Vielzahl der auftauchenden Variationen der lautmalenden Wörter.

Beispiel: Bei genauer Betrachtung der Sprachverwendung Jugendlicher lässt sich feststellen, dass Interjektion durchaus Einfluß auf das Kommunikationsverhalten haben. Oftmals werden bei Erzählungen ausschmückende Wörter (z.B.: "Boing", "Kawumm", "Bumm", "Peng") hinzugefügt. Es ist im Rahmen dieser Untersuchung nicht eindeutig zu klären, ob Comics diesen Zustand begünstigt haben oder nicht.
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(E?)(L?) http://linguistik.uni-regensburg.de:8080/lido/Lido




(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Interjektion

"Interjektionen" (von lateinisch "interiectio" "Einwurf") bilden eine der in der Sprachwissenschaft traditionell unterschiedenen Wortarten und werden manchmal den Partikeln im weiteren Sinn zugerechnet. Sie sind definiert als Einzelwörter oder feste Wortverbindungen, die in ihrer Form unveränderlich (unflektierbar) sind und syntaktisch unverbunden als satzwertige (holophrastische) Äußerungen gebraucht werden. Lexikalisch haben sie keine Bedeutung im engeren Sinn. Im Unterschied zu Verzögerungslauten (wie "äh" oder "ähm") drücken sie jedoch eine bestimmte Empfindung, Bewertungs- oder Willenshaltung des Sprechers aus oder übermitteln eine an den Empfänger gerichtete Aufforderung oder ein Signal der Kontaktaufnahme oder -vermeidung. Die genaue Bedeutung ist oft abhängig von der Intonation, die etwa bei der Interjektion "hey" zusammen mit anderen Faktoren des Äußerungskontextes darüber entscheidet, ob es sich um eine Kontaktaufnahme ("hey?"), die Aufforderung zu einer Unterlassung ("hey!") oder um einen Trost- oder Koselaut ("hey" langgezogen und mit fallender Betonung) handelt.
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(E?)(L?) http://grammatik.woxikon.de/interjektion.php

Interjektionen sind eine Art von Zwischenrufen oder Lauten. Interjektionen sind nicht in die Struktur eines Satzes eingebettet.

Beispiele für Interjektionen

hurra, jippi, aha, ätsch, nanu, pfui, hoppla, nanu, bäh, igitt, lala, autsch
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(E?)(L?) http://grammatik.woxikon.de/interjektionen_englisch.php

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Beispiele ...


(E?)(L?) http://grammatik.woxikon.de/interjektionen_franzoesisch.php

...
Beispiele ...


(E?)(L?) http://grammatik.woxikon.de/interjektionen_spanisch.php

...
Beispiele ...


(E?)(L?) http://grammatik.woxikon.de/interjektionen_italienisch.php

...
Beispiele ...


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Interjektion
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Interjektion" taucht in der Literatur um das Jahr 1800 auf.

Erstellt: 2012-06

J

K

L

M

N

O

O (Interjektion) (W3)

(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/O_(Interjektion)

"O" ist eine Partikel und das kürzeste Wort der Deutschen Sprache. Es fungiert als vokativischer Artikel, wobei es heutzutage als Archaismus nur noch selten gebraucht wird. Lexikalisch handelt es sich bei "o" um eine primäre Interjektion. Häufig wird "o" mit der gleichlautenden, aber anders verwendeten Interjektion "oh" verwechselt.

Inhaltsverzeichnis ...
"O Tannenbaum", "O du fröhliche", "o Mann!", "o mein Gott!"", "o wie schön", die Nationalhymne Kanadas: "O Canada", "O alte Burschenherrlichkeit", "O Brother, Where Art Thou?", "O Captain! My Captain!", "O du lieber Augustin", "O tempora, o mores", Walt Whitmans Gedicht "O Captain! My Captain!", "O in der adventlichen Liturgie", "O-Rufe", "O Heiland, reiß die Himmel auf" (1622), "O komm, o komm, Immanuel" (1722).

Unterschied zum "Oh"

Die gleichlautende, aber anders verwendete Interjektion "oh" wird als Ausruf des Erstaunens oder der Überraschung benutzt.
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Erstellt: 2014-12

P

Pah! (W3)

Adelung schreibt dazu:


"Pah!" ein Empfindungswort der stolzen Verachtung. Pah! der hätte mir kommen sollen!


Erstellt: 2014-12

Pfuj! (W3)

Adelung schreibt dazu:


"Pfuj!", ein Empfindungswort, seinen Abscheu, seinen Ekel, und kurz einen jeden heftigen Widerwillen eine Sache an den Tag zu legen. Pfuj, schäme dich! Pfuj! das hätte ich dir nicht zugetrauet. Da es denn auch ein Hauptwort in der zweyten Endung neben sich leidet. Pfuj, der Schande! Pfuj, des garstigen Menschen! Pfuj dich an! ist nur in den niedrigen Sprecharten üblich, seinen höchsten mit Verachtung verbundenen Widerwillen gegen eine Person auszudrucken; Nieders. "futikan". Als einen Ausdruck des Hohnes, der Verspottung, ist zwar in der vertraulichen Sprechart zuweilen "fi" üblich, allein "pfuj" wird im Hochdeutschen auf diese Art nicht gebraucht. Indessen heißt es noch Marc. 15, 29: pfuj dich, wie fein zerbrichst du den Tempel!

Anm. Im Oberd. "pfey", "pfuch", bey dem Hornegk "phwi", "phech", "affoy", im Nieders. "fi", im gemeinen Leben der Hochdeutschen gleichfalls "fi", im Schwed. "fi" und "twi", im Dänischen "fy", im Franz. "fi", "pouh", im Engl. "faugh", "paw", im Ital. "puh", bey den Krainerischen Wenden "fej", im Isländischen "fuei", im Latein. "phy", "vah", im Griech. "???". Es ist der natürliche Ausdruck des Ekels, des Widerwillens, der sich gleichsam von selbst durch ein Wegblasen äußert, daher dieser Laut auch in allen Sprachen angetroffen wird, und nicht für einen Abkömmling von dem Latein. "phy" ausgegeben werden sollte, wie gemeiniglich geschiehet. Die gewöhnlichste Schreibart dieses Wortes ist "pfuy" und "pfui". Die erste hat nichts als die Gewohnheit für sich. Die zweyte könnte leicht zu einer zweysylbigen Aussprache verfähren, da doch das "i" mit dem "u" zusammen schmilzt, welches am besten durch das "j" ausgedruckt werden kann.


Erstellt: 2014-12

Q

R

S

Sa! (W3)

Adelung schreibt dazu:


"Sa!" ein zur Hurtigkeit, zur Freude aufmunterndes Empfindungswort. "Sa! lustig!" "Sa, sa! geschmauset!" "Heysa!" "Hopsa!" Es komm mit dem Französ. "ca" überein, ohne eben daraus entlehnet zu seyn, weil das "s" schon an sich ein Ausdruck der schnellen Bewegung ist.


Erstellt: 2014-12

sa sa (W3)

Das substantivierte dt. "Tausendsassa" (18. Jh.), auch "Tausendsasa" = dt. "Schwerenöter", "Alleskönner", "tüchtiger Mensch" setzt sich zusammen aus einem verstärkenden "tausend" und der Interjektion "sa, sa", wie sie auch in dt. "hopsasa" zu finden ist. Das dt. "sa, sa" soll als Lockruf für Hunde aus frz. "cà, cà" übernommen worden sein. Das frz. "cà, cà" geht weiter zurück auf lat. "ecce hac" = dt. "hierher", wörtlich dt. "sieh da, hier, dort".

(E?)(L1) http://www.farbimpulse.de/Tausendsassa-Titandioxid.263.0.html
28.02.2007 - » Tausendsassa Titandioxid - Seit fast hundert Jahren sorgt das Pigment für strahlendes Weiß

(E?)(L?) http://www.nextz.de/glossen/tausend.htm

Der Hetzruf für Hunde "sa sa" wird seit 1745 durch "tausend" verstärkt.


(E?)(L?) http://www.wasistwas.de/sport-kultur/alle-artikel.html
Günther Jauch: Der TV-Tausendsassa wird 50

Erstellt: 2014-12

spiegel.de
Paul, Hermann
Prinzipien der Sprachgeschichte
Interjektionen

(E?)(L?) http://gutenberg.spiegel.de/buch/prinzipien-der-sprachgeschichte-2742/12

§ 126.

In diesem Zusammenhange müssen wir auch auf das Wesen der Interjektionen eingehen. Uns muss vor allem die Frage interessieren, ob man in ihnen mit Recht die primitivsten Äusserungen der Sprechtätigkeit zu sehen hat, wie von verschiedenen Seiten angenommen, von andern bestritten ist. Wir verstehen unter Interjektionen unwillkürlich ausgestossene Laute, die durch den Affekt hervorgetrieben werden, auch ohne jede Absicht der Mitteilung. Man darf aber darum nicht die Vorstellung damit verknüpfen, als wären sie wirkliche Naturlaute, die mit ursprünglicher Notwendigkeit aus dem Affekte entsprängen wie Lachen und Weinen. Vielmehr sind die Interjektionen deren wir uns gewöhnlich bedienen, gerade so gut durch die Tradition erlernt wie die übrigen Elemente der Sprache. Nur vermöge der Assoziation werden sie zu unwillkürlichen Äusserungen, weshalb denn auch die Ausdrücke für die gleiche Empfindung in verschiedenen Sprachen und Mundarten und auch bei den verschiedenen Individuen der gleichen Mundart je nach der Gewöhnung sehr verschieden sein können.

Wir müssen zwei Arten von Interjektionen unterscheiden. Die einen sind lediglich Ausdruck der inneren Empfindung, z. B. "o", "ach", "pfui". Von diesen beziehen sich einige auf eine ganz bestimmte Empfindung, z. B. "pfui" auf die des Abscheus. Andere, wie "o" und "ach" können bei sehr verschiedenen Empfindungen ausgestossen werden, es sind also artikulierte Substrate, die an und für sich ziemlich indifferent sind und erst durch den begleitenden Gefühlston einen bestimmteren Inhalt bekommen. Ihre Unbestimmtheit wird allerdings wohl nichts Ursprüngliches sein. Von Hause aus scheint ach nur Interjektion des Schmerzes gewesen zu sein. Eine andere Interjektion des Schmerzes "ouwê" (nhd. "auweh") hatte im Mhd. eine fast ebenso ausgedehnte Anwendung erlangt wie nhd. "ach", durch welches es jetzt wieder zurückgedrängt ist. Das Traditionelle in der Natur dieser Interjektionen zeigt sich auch darin, dass sie unter besonders begünstigenden Umständen sogar wie andere Wörter aus einer fremden Sprache entlehnt werden können. So stammt unser "o" aus dem Lat. Es ist ferner eine in den verschiedensten Sprachen zu machende Beobachtung, dass Interjektionen aus andern Wörtern und Wortgruppen entstehen, vgl. z. B. "ach Gott", "alle Wetter", "Gott sei Dank", "leider". Durch Lautveränderungen kann der Ursprung so sehr verdunkelt werden, dass er selbst bei angestellter Reflexion nicht mehr zu erkennen ist, vgl. "herrje" ("Herr Jesus"), "jemine" ("Jesu domine"). Wir sind daher auch bei den in keiner Weise analysierbaren und scheinbar ganz einfachen Interjektionen nicht von vornherein sicher, ob sie nicht auf ähnliche Weise entstanden sind. Immerhin aber wird wenigstens ein Teil dieser Interjektionen nicht aus andern Wortklassen entstanden, sondern unmittelbar auf Empfindungslaute zurückzuführen sein. Aus ihnen können Verba abgeleitet werden wie deutsch "ächzen", griech. "pheúzein". Dies sind junge Bildungen, es ist aber auch denkbar, dass auf einer frühen, noch formlosen Entwickelungsstufe der Sprache Empfindungsinterjektionen unmittelbar verbale Funktion angenommen haben. Über sonstige Annäherung der Interjektion an andere Redeteile vgl. Kap. XX. Es ist somit die Möglichkeit gegeben, dass auch ein Teil des nichtinterjektionellen Wortmateriales auf Gefühlsausrufe zurückgeht, die durch Urschöpfung entstanden sind.

Eine zweite Art von Interjektionen steht in nächster Beziehung zu den besprochenen onomatopoetischen Bildungen. Sie haben nicht bloss Beziehung zu inneren Gefühlen, sondern auch zu äusseren Vorgängen. Sie sind Reaktionen gegen plötzliche Erregungen des Gehörsoder Gesichtssinnes. So müssen wir wohl wenigstens ihr ursprüngliches Wesen auffassen. Sie werden dann auch bei der Erinnerung und Erzählung der solche plötzliche Erregung wirkenden Vorgänge gebraucht. Ich meine Wörter wie nhd. "paff", "patsch", "bardautz", "perdauz", "bauz", "blauz", "blaff", "buff", "puff", "bums", "futsch", "hurre", "husch", "hussa", "klacks", "klaps", "kladderadatsch", "knacks", "plump", "plumps", "ratsch", "rutsch", "schrumm", "schwapp", "wupp" etc. [Fußnote] Manche dieser Wörter sind auch Substantiva oder haben Verba zur Seite, und es ist dann zum Teil schwer zu sagen, was eigentlich das Ursprüngliche ist. Es ist das aber auch nicht von Belang, sobald die Wörter als Reaktionen gegen die Sinneserregung anerkannt sind.

Der onomatopoetische Charakter solcher Interjektionen tritt noch stärker hervor bei der häufig angewendeten Verdoppelung und Verdreifachung, [Fußnote] ganz besonders wenn dabei die mehrfach gesetzten Elemente durch Ablaut differenziert werden. [Fußnote] vgl. "fickfack", "gickgack", "kliffklaff", "klippklapp", "klitschklatsch", "klimperklamper", "kribbeskrabbes", "krimskrams", "mickmack", "pinkepanke", "ripsraps", "ritschratsch", "schnickschnack", "schnipschnapp(schnurr)", "stripstrap(strull)", "schwippschwapp", "ticktack", "lirumlarum", "bimbambum", "piffpaffpuff; engl. "criddle-craddle", "widdle-waddle"; franz. "clic-clac", "cric-crac", "drelin-drelon". Diese Wörter werden zum Teil auch als Substantiva gebraucht, und es werden direkt Substantiva so gebildet, vgl. "Kringelkrangel", "Tingeltangel", lat. "murmur", "turtur"; auch werden weitere Ableitungen aus solchen Bildungen gemacht wie "fickfacken", "Fickfacker", "wibbelwabbelig". Übrigens wird dabei mehrfach alter Sprachstoff benutzt, der sonst gar keinen interjektionellen Charakter hat, vgl. "Klingklang", "Singsang", "hickhack", "Mischmasch", "Wirrwarr", "wischiwaschi", "Zickzack". Vgl. auch onomatopoetische Ausgestaltungen wie "klinglingling" (vielleicht aus "klingklingkling" entstanden), "hoppsasa". Aus dem selben Triebe entsprungen, aber in den Grenzen der normalen Sprache sich haltend sind Verbindungen mehrerer nur durch den Vokalismus verschiedener malender Wörter, wie "flimmen und flammen", "flimmern und flammern", "kickezen und kackezen", "klippen und klappen", "klippern und klappern", "klistern und klastern", "klitschern und klatschern", "knistern und knastern", "knirren und knarren", "knittern und knattern", "kribbeln und krabbeln", "krimmen und krammen", "kritzen und kratzen", "Gekritz und Gekratz", "rischeln und rascheln" (alle durch Beispiele aus Schriftstellern belegt). Auch der Reim spielt bei onomatopoetischen Ausdrücken eine Rolle, vgl. "krimmeln und wimmeln", "holterdepolter", "Hackemack", "Kuddelmuddel", "Schurlemurle", "Schlampampe"; engl. "hotch-potch", "hum-drum", "hurlyburly", "helter-skelter". [Fußnote]


Erstellt: 2014-12

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