Etymologie-Newsletter 2002-10

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
Die Lehre von der Wortherkunft

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(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
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Inhalt



Feedback / Korrekturen

Wortgeschichten

Ich möchte die Reihe der untergegangenen bzw. evtl. im Untergehen begriffenen Worte noch etwas fortführen.

geuden - vergeuden

Das mhd. 'giuden' = 'prahlen' hängt im Sinne von 'den Mund aufreissen' mit 'gähnen' zusammen. Dies tut man auch oft beim (verwandten) 'gaffen'.

Und wenn man sieht, wie manche Menschen ihr Geld 'vergeuden' bleibt einem wirklich der Mund offen stehen. Und wenn man an das eigene Konto denkt überkommt einen das grosse 'Gähnen'.

Hege, hegen

(E?)(L?) http://www.hag.de/historie/f_historie.html
Dieses Wort kennt sicherlich noch jeder, dennoch klingt es etwas alltertümlich und kommt eher als 'umhegen' oder in dem Wortpaar 'hegen und pflegen' vor. Es hat die Bedeutung 'mit einem Hag umgeben' wobei 'Hag' = 'Zaun' bedeutet. Daraus entwickelte sich dann die Bedeutung 'pflegen, bewahren'.
'Hag', der Name des (zumindest ehemals) bekannten Schonkaffees lässt leicht eine gedankliche Verbindung zu 'hegen und Pflegen' zu. Dennoch ist der Name ganz banal die Abkürzung von 'Handels-Aktien-Gesellschaft', die im Jahre 1906 das Patent für das Entcoffeinierungsverfahren erteilt bekam. Ludwig Roselius gründete die erste Gesellschaft der Welt, die entcoffeinierten Kaffee auf den Markt brachte.

Zusätzlich gibt es heute noch die Hinweise zu einer "Besucheranfrage":
"Wissen sie die Herkunft des Begriffes "Meister Lampe" für Hasen und ähnliche?"

Hierzu findet man:

Meister Lampe

(E?)(L?) http://www.das-tierlexikon.de/echte_hasen.htm
Der "Kluge" leitet die Bezeichnung "Lampe" (der Name des Hasen in der Tiersage) auf die Kurzform des Eigennamens "Lamprecht" zurück. Und verweist darauf, dass auch andere Tiernamen der Tierfabel von menschlichen Eigennamen übernommen sind. Im "Bühlow" werden "Lampert", "Lamprecht" und "Lambert" auf "Landbesitzer" zurückgeführt und im "Reclam Namenbuch" steht dann kurz '"Lambert" (ahd. "lant beraht" = "(im Besitz von) Land", "glänzend"'

Im o.g. Link findet man noch folgenden Hinweis.

Die Bezeichnung 'Meister Lampe' für den Feldhasen stammt aus dem "Jägerlatein". Im folgenden Ausschnitt aus dem "Tierlexikon" sind einige weitere Begriffe erwähnt.

"Der Europäische Feldhase (Lepus europaeus) kommt in unseren Breiten vor. Er hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 60-70 cm, eine Schwanzlänge von 10 cm und ein Gewicht von 4-5 kg. Die 'Blume' (wie der Schwanz in der Jägersprache genannt wird) ist auf der Oberseite fast schwarz und auf der Unterseite weiß. Aufgestellt ist diese 'Lampe' ein deutlich sichtbares Signal für die Artgenossen. Die 'Löffel' (die Ohren in der Jägersprache) sind länger als der Kopf. Während der Paarungszeit finden zwischen den 'Rammlern' (Männchen) heftige Rivalenkämpfe statt. Dabei betrommeln sie sich mit den Vorderläufen und bespritzen den Gegner mit Harn (dieses Abwehrmittel wird auch gegen Feinde eingesetzt). Die Häsin kann bis zu viermal im Jahr jeweils bis zu 4 Junge werfen. Bei der Geburt sind die Jungen bereits behaart und die Augen geöffnet. Während Häsinnen tragend sind, sind sie weiterhin befruchtungsfähig. So kann es passieren, dass eine Häsin mit zwei Würfen gleichzeitig trächtig sein kann. Schon zwei Wochen nach dem ersten Wurf, kann der zweite Wurf folgen. Die Tragzeit pro Wurf beträgt ca. 42 Tage. Hasen sind Einzelgänger. Mit den Kaninchen leben sie in Feindschaft. Die Feldhasen bewohnen besonders die Randzonen zwischen dem Wald und der offenen Landschaft. Auch in landwirtschaftlich stark genutzten Gegenden sind sie nicht selten. Wenn sich der Hase bedroht fühlt, sucht er sein Heil in der Flucht. Er kann eine Geschwindigkeit von 50 km/h erreichen. Seine bodenlebenden Feinde, wie Wolf oder Fuchs haben es schwer, ihm zu folgen. Wenn ihn ein Feind fast erreicht hat, ändert der Hase abrupt seine Richtung, es kommt zum bekannten Zickzacklauf. Selbst Raubvögeln, wie Habicht und Adler fällte es so schwer, einen erwachsenen Hasen zu schlagen. Der Hase selber ernährt sich von jungen Trieben, verschiedenen Kräutern, Samen und Baumrinden. Mitunter frisst er auch Kohl oder Rüben, wenn er sich auf Äckern oder in abgelegenen Gärten aufhält. Als besonderer Leckerbissen gilt Petersilie."

Zu 'Meister' findet man:

Meister

"Die alten Funktionäre vermieden bei Siegerehrungen noch so vulgäre Begriffe wie 'champion', was schlicht '(Feld)-Kämpfer' heißt (vom lat. 'campus' = das 'Feld'). Es kam ihnen auf die Sache selbst an. 'Meister' nämlich "geht auf lat. 'magister' = 'Vorsteher, Leiter, Lehrer' zurück" (Duden). Darin steckt das Adverb 'magis' = 'mehr, von höherem Rang sein', von 'magnus' = 'groß, bedeutend, mächtig'."

Und zu Lampe lässt sich sagen:

Lampe

Der "Beleuchtungskörper" ist eine Entlehnung aus dem Französischen und geht zurück auf lat. "lampada" = "Fackel" bzw. griech. "lampo" = "ich leuchte".
Auch die "Ampel" (in der das "L" nicht von rot nach grün sondern von vorn nach hinten springt) und der "Lampion" gehören hier hin.

Nun bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie im Hasen - wegen seines schnellen Laufs - eher den "Landbeherrscher" sehen wollen oder ihn eher an seinem 'leuchtenden' Schwanzstummel erkennen wollen.

Den letzten Erklärungszusammenhang muss ein Berufener formulieren.

Linktipps


Grimm

(E1)(L1) http://www.woerterbuchnetz.de/DWB/
Das 'Deutsche Wörterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm' im Internet
Auch auf die Gafahr hin, dass Sie komplett abwandern und "http://www.etymologie.info/" nie mehr besuchen: Wenn Sie etwas längere Wartezeiten in Kauf nehmen, aber dafür "ALLES" finden wollen, suchen Sie im "Deutschen Wörterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm" im Internet.
Klicken Sie auf 'Online-DWB'

Heute gibt es 'mal einen Hinweis auf die Etymologie der chemischen Elemente. Dazu findet man einige Hinweise unter der folgenden Linkadresse:

chemie-master

(E2)(L1) http://www.chemie-master.de/pse/start_IE.html
Das Periodensystem der Elemente für den Schulgebrauch (Hinweis: Die chemischen Elemente im Periodensystem anklicken!)
Mit Hinweisen zur Herkunft der Namen der chemischen Elemente.
Als Beispiel: 'Cobalt': Name Von »Kobold«, da man die Cobalt-Erze früher für verzaubert hielt.

Zum Aufruf auf die chemischen Elemente im Periodensystem klicken.

Buchtipps


Heute finden Sie hier den Hinweis auf die neuen Wortgeschichten von Christoph Gutknecht und das Etymologische Wörterbuch von Kluge.

(E?)(L?) http://www.amazon.ca/exec/obidos/ASIN/340647621X/etymologporta-20


(E?)(L?) http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/340647621X/etymologety0f-21


(E?)(L?) http://www.amazon.fr/exec/obidos/ASIN/340647621X/etymologetymo-21


(E?)(L?) http://www.amazon.co.uk/exec/obidos/ASIN/340647621X/etymologety0d-21


(E?)(L?) http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/340647621X/etymologpor09-20
Gutknecht, Christoph
Pustekuchen!
Lauter kulinarische Wortgeschichten
beck'sche Reihe

Das Verzeichnis der Stichwörter gibt einen Eindruck der zu findenden Wortgeschichten. Es sind zwar nicht zu allen Begriffen etymologische Hinweise zu finden, aber in allen Fällen interessante Wortgeschichten.

Aal grün - Aalsuppe - Alkohol - Altbier - Apfelsine - Appetit - Artischocke - ausfressen - ausgekocht - Auster - Backfisch - Backtrog - Bauch - Berliner - Berliner Weisse - Betriebsnudel - Bier - Biskuit - Bissen - bisschen - Blümchenkaffe - Bockbier - bocksbeutel - Bockwurst - Bohne - Bohnenkafee - Borschtsch - Bratwurst - Brezel - Brosamen - Brot - Bückling - Bulette - Butter - Chop Suey - Curry - Currywurst - Delikatessen - Diner - Döner Kebab - Dreikäsehoch - Ei - Eierkopf - einwecken - Eisbein - enteisent - Epikureer - Erbsenzähler - essen - Farce - Fett - Fisch - Fressen - Frikadelle - Froschsuppe - Früchte - Gänsefüsschen - Gin-Tonic - Gourmet / Gourmand - grosskotzig - Hamburger - Hans Dampf - Hans Wurst - Hechtsuppe - Hering - Honig - Hopfen und Malz - Hunger - Ingwer - Kaffee - Kaffehaus - Kaffeeklatsch - Kakao - Karotte - Kartoffel - Kasseler / Rippenspeer - Kaviar - Kekse - Ketchup - Kir Royal - Kirsche - Klee - Koch - Kohldampf - Koscher - Küche - Kuvert - Labskaus - Leber - Löffel - Lorbeer - Lukullus - Lungenbraten - Maggi - Makkaroni - Metzger - Mokka - Mondamin - Muskatnuss - Müsli - Obst - Ohrfeige - Orange - Palatschinken - Petersilie - Pfeffer - Pfifferling - Pizza Margherita - Plumpudding - Pomeranze - Potpourri - Präsentierteller - Pumpernickel - Punsch - Pustekuchen - Quark - Quintessenz - Rebhuhn - Rentier - Rechaud - Rettich - Roesti - Sauerkohl - Sauerkraut - sauertoepfisch - Sauregurkenzeit - Schaum - Scherbengericht - Schlaraffenland - Schlemmer - Schmalhans - Schmarren - Schnecken - Schnittlauch - Schnitzel - Schorle - Schrippe - Schrot - Selbstbedienungsrestaurant - Senf - Sirup - Sorbet - Spanferkel - Speise - Spinat - Stoffwechsel - Süssholz - Suppe - Suppenkasper - Tablett - Tafel - Tatar / Beafsteak - Tauben - Teefix - Terrine - Tischgespräch - Tischtuch - Tischzucht - Toast - Tollkirsche - Tomate - Torte / Linzer Torte - Tulpe - Turtle - Tutti frutti - Vegetarier - Verdauungsstörung - Vitamin - Wachtel - Walnuss - Wasser - Weichselkirsche - Wein - Würstchen - Wurst / Wurscht - Zankapfel - Zimtziege - Zuckerboltje - Zwetsche / Zwetschge - Zwiebel

und

(E?)(L?) http://home.arcor-online.de/carsten.brettschneider/works/etymologie.htm


Eine gute Abhandlung zum Thema 'Etymologie' mit dem Titel "Etymologie und Wortgeschichte in sprachhistorischer Lexikographie" gibt es von Carsten Brettschneider im Netz. Daraus ist folgender Auszug zur Buchbesprechung entnommen.

Kluge, Friedrich

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(E?)(L?) http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/3893434038/etymologpor09-20
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. [1883].
23. erw. Aufl. Berlin; New York 1999

Das Etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache von Friedrich Kluge in der mittlerweilen leicht redigierten 23. Auflage stellt eine komplette Neubearbeitung der 21./22. Auflage dar. Zu seinem Vorgänger unterscheidet es sich vor allem in einer stärkeren Systematisierung des Artikelaufbaus, sowie einer Straffung der Kernartikel auf die etymologische Kerninformationen. Der neue Kluge verzichtet somit im Vergleich zu seinen früheren Auflagen gänzlich auf die Erörterung wortgeschichtlicher Fragen, bezüglich der es im Vorwort auf das Deutsche Wörterbuch von Paul verweist, und will sich somit als ein rein für "Etymologie im Sinne der Herkunft der Wörter" konzipiertes Nachschlagewerk verstanden sehen.Dementsprechend entfaltet es auch auf diesem Gebiet seine Stärken.
So schreitet der Kluge bei Erbwörtern weitaus konsequenter vom Mittelhochdeutschen auf die älteren germanischen und indoeuropäischen Vorstufen zurück, und bietet auch bei weitem mehr Vergleichsformen und Parallelen sowohl im Indogermanischen wie auch in den anderen vormodernen und modernen germanischen Sprachen.Des weiteren datiert es als einziges Nachschlagewerk der hier vorgestellten Wörterbucher sämtliche Lemmata bezüglich ihres Entstehungszeitpunktes vollständig.
Mehr dazu unter der angegebenen Adresse.

Impressum

Erscheinungsdatum2002-10
TitelEtymologie-Newsletter
ISSN
International Standard Serial Number
- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version)
- ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version)
Die Deutsche Nationalbibliothek
weltweites Verzeichnis des ISSN International Centre in Paris
Herausgeber
Postanschrift
Horst Conrad
Kneippstr.6
D-66482 Zweibrücken
E-Mailmailto:conrad-horst@etymologie.info
Erscheinungsweisewöchentlich die Liste der gesuchten Begriffe auf "http://www.etymologie.info/"
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(E?)(L?) http://www.tantalosz.de/latinum/e.php
Errare humanum est, perseverare diabolicum, corrigere divinum!
Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch, (sich) korrigieren (können) göttlich!

oder

(E?)(L?) http://fr.wikipedia.org/wiki/Errare_humanum_est,_perseverare_diabolicum
Humanum fuit errare, diabolicum est per animositatem in errore manere.
(Aurelius Augustinus, 353-430 n. Chr., Bischof von Hippo in Nordafrika) Sermons (164, 14)
Menschlich ist es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.