Etymologie-Newsletter 2002-11

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
Die Lehre von der Wortherkunft

Etymologie-Portal - Newsletter

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Die HTML-Version finden Sie auf dem Etymologie-Portal in der Rubrik "Newsletter".

Begrüßung

Liebe Etymologie-Amateure (und Profis),

ich begrüße Sie zum neuen Etymologie-Newsletter
Anscheinend ist beim Versenden dieses Newsletters am Sonntag ein Fehler passiert; jedenfalls kam er nicht überall vollständig an.
Deshalb hier ein zweiter Versuch.

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Inhalt



Feedback / Korrekturen

Diese Woche bekam ich eine E-Mail mit der frage nach der Wortgeschichte zu "Schnittstelle". Ich habe einige Zeit gesucht, habe aber leider nichts Informatives dazu gefunden.

Gibt es unter den Lesern des Newsletters jemanden, der eine interessante Wortgeschichte dazu kennt?

Hier meine bisherigen Ergebnisse:

Schnittstelle

(E?)(L?) http://www.t0.or.at/~tissa/media/medusa.html
... Das Problem aller dieser Wörter kommt nicht daher, dass es Anglizismen sind, sondern weil sie zu einem bestimmten Fachwortschatz gehören. Wichtig ist nun, wie man Begriffe aus einem Fachwortschatz erklären kann. Die Fremdwörtbücher, die nur einzelne Wörter erklären (oder auch nicht), können die Fachsprache nicht in den Griff bekommen. Sinnvoller ist es daher Bücher zu schreiben, die auch den Verwendungszweck der Wörter behandeln. Man gelangt so wenigstens zu einer vagen Vorstellung, um was es sich handelt. Und Erklärungen - auch aus Spezialbereichen - können immer wieder benötigt werden; z. B. wenn jemand seinen Computer ausbauen will, und im Geschäft nach der Art der Schnittstelle befragt wird (Stichwörter USB-Schnittstelle, Bus); also in einer Alltagssituation. Das bloße Verdeutschen genügt aber nicht. Zum wirklichen Erfassen des Sinns ist eine Beschreibung, basierend auf dem alltagssprachlichen Verhalten, von Nöten.

und

Schnittstelle

In der Film- bzw. Kinoindustrie handelt es sich wirklich um eine 'Schnittstelle' = engl. 'cut'. In der Computerei spricht man auch von 'Interface' = 'Verbindungsstelle zwischen Funktionseinheiten eines Datenverarbeitungs- oder -übertragungssystems, an der der Austausch von Daten oder Steuersignalen erfolgt'.
Am passendsten wäre vielleicht noch 'Nahtstelle' = 'Stelle, an der zwei verschiedene Dinge, Bereiche aufeinander treffen'.

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Wortgeschichten

Ich möchte die Reihe der untergegangenen bzw. evtl. im Untergehen begriffenen Worte noch etwas fortführen.

In der Rubrik 'untergehende bzw. untergegangene' Wörter bin ich wieder Fündig (oder 'findig') geworden. Ich setze die Serie also fort mit 'knusen' und 'pönen'.

knusen

= "zerdrücken, mit den Zähnen zermalmen" - Die Bedeutung von "knusen" geht also auf "verdauen" zurück; und wenn man eine Sache (auch im übertragenen Sinne) nicht richtig "verdauen" kann, dann kann man sie eben nicht "verknusen".
Beim Verdauen entsteht übrigens auch ein ziemlicher "Knust" (ein "zerdrückter" Verdauungsbrei).
Der "Knast" geht allerdings auf jid. "Knast" = "Geldstrafe" zurück. Vermutlich ging die Bezeichnung auf die "zwangsweise Einquartierung" über, da diese ersatzweise (bei fehlenden finanziellen Mitteln) verordnet wurde.

pönen - verpönen

'pönen' habe ich noch nicht frei vorkommen gesehen. Es tritt normalerweise in der Form 'verpönen, verpönt' auf. Es geht jedenfalls zurück auf die Bedeutung 'Strafe', was noch erkennbar ist in 'Pein', lat. 'poena' = 'Buße, Sühnegeld', engl. 'pain' = 'Schmerz, Qual, Sorge'. 'Verpönt' ist also etwas, das 'bei Strafe verboten' bzw. etwas abgemildert 'verrufen, missbilligt, abgelehnt' ist/wird.

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Linktipps

Gewürze

(E1)(L1) http://gernot-katzers-spice-pages.com/germ/
Gernot Katzers Gewürzseiten - 113 verschiedene Gewürzpflanzen; Verwendung dieser Gewürze in ethnischen Küchen, besonders in Asien; Geschichte, Inhaltsstoffe und Etymologie der Pflanzennamen; zahlreiche Photos, die die lebenden Pflanzen oder die getrockneten Gewürze zeigen;
(E1) enthält ca. 4.000 Namen für weit mehr als 100 verschiedene Gewürze mit etymologischen Erklärungen.
"Englische und deutsche Namen wird man zu jedem Gewürz finden, genauso wie Termini aus den botanischen oder pharmazeutischen Fachsprachen. Für die bekannteren Gewürze konnte ich auch zumeist französische, spanische, italienische oder schwedische Namen angeben; andere europäische Sprachen (Portugiesisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Russisch und Finnisch sowie Estnisch) konnten zu einem geringeren Ausmaß berücksichtigt werden."

Adiowan Anis Annatto Asant Bärlauch Basilikum Beifuß Bockshornklee Bohnenkraut Boldoblätter Cardamom Ceylonesischer Zimt Chamäleonpflanze Chili Chinesischer Zimt Curcuma Curryblätter Dill Eberraute Estragon Färbersaflor Felsenkirsche Fenchel Fingerwurz Gagel Gewürznelke Granatapfel Großer Galgant Indisches Lorbeerblatt Ingwer Jesuitentee Kaffernlimette Kaper Kerbel Kleiner Galgant Knoblauch Kokos Koriander Kren Kresse Kreuzkümmel Kubebenpfeffer Kümmel Langer Koriander Langer Pfeffer Lavendel Liebstöckel Limette Lorbeer Majoran Mandel Mango Mexicanischer Blattpfeffer Mohn Mohrenpfeffer Mönchspfeffer Muskatnuß & Muskatblüte Myrte Nigella Olive Orange Oregano Pandanusblätter Pandanusblüten Paprika Paradieskörner Perilla Pfeffer Pfefferminze Piment Reisfeldpflanze Rosa Pfeffer Rose Rosmarin Safran Salbei Schwarzer Senf Schwarzer Kreuzkümmel Schwarzer Cardamom Sellerie Sesam Silphion Sternanis Sumach Süßdolde Szechuanpfeffer Tamarinde Tasmanischer Pfeffer Tonkabohne Vanille Vietnamesischer Koriander Vietnamesischer Zimt Wasabi Wasserpfeffer Weinraute Weißer Senf Winterestragon Ysop Zitronenmelisse Zitrone Zitronengras Zitronenmyrte Zitronenverbene Zitwer Zwiebel

und englisch:

Ajwain Almond Allspice Anis Annatto Asa foetida Basil Bear's Garlic Black Cardamom Black Cumin Black Mustard Boldo Borage Caper Caraway Cardamom Cassia (Chinese Cinnamon) Celery Ceylon Cinnamon Chameleon Plant Chaste Tree Chervil Chile Chive Cicely Clove Coriander Coconut Cresses Cubeb Pepper Cumin Curry leaf Epazote Dill Fennel Fenugreek Fingerroot Gale Garlic Ginger Grains of Paradise Greater Galangale Horseradish Hyssop Indian Bay-leaf Juniper Kaffir Lime Laurel Lavender Lemon Lemon Balm Lemon Grass Lemon Myrtle Lemon Verbena Lesser Galangale Licorice Lime Long Coriander Long Pepper Lovage Mahaleb cherry Mango Marjoram Mexican Pepper-leaf Mexican tarragon Mugwort Myrtle Negro Pepper Nigella Nutmeg & Mace Olive Onion Orange Oregano Pandanus flower Pandanus leaf Paprika Parsley Pepper Peppermint Pepper Rosé Perilla Pomegranate Poppy Rice paddy herb Rose Rosemary Rue Safflower Saffron Sage Savory Sichuan Pepper Silphion Southernwood Star Anis Sumac Tamarind Tarragon Thyme Tonka bean Turmeric Vanilla Vietnamese Cinnamon Vietnamese coriander Wasabi Water pepper White Mustard Zedoary

Buchtipps

Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

(E?)(L?) http://www.amazon.ca/exec/obidos/ASIN/3423325119/etymologporta-20


(E?)(L?) http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3423325119/etymologety0f-21


(E?)(L?) http://www.amazon.fr/exec/obidos/ASIN/3423325119/etymologetymo-21


(E?)(L?) http://www.amazon.co.uk/exec/obidos/ASIN/3423325119/etymologety0d-21


(E?)(L?) http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/3423325119/etymologpor09-20


home.arcor-online.de/carsten.brettschneider/works/etymologie.htm
Erarbeitet unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer
Berlin 1993
dtv

Eine gute Abhandlung zum Thema 'Etymologie' mit dem Titel "Etymologie und Wortgeschichte in sprachhistorischer Lexikographie" gibt es von Carsten Brettschneider im Netz. Daraus ist folgender Auszug zur Buchbesprechung entnommen.

Das Etymologische Wörterbuch des Deutschen von Pfeifer ist in einem Zeitraum von 9 1/2-Jahren am Zentralinstitut für Sprachwissenschaft der Akademie der Wissenschaften der DDR unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer erarbeitet worden. 1989 zunächst in drei Bänden erschienen, wurde es 1992 in leicht bearbeiteter Fassung in zwei Bänden wiederveröffentlicht. Des Etymologische Wörterbuch des Deutschen versteht sich als ein Wörterbuch, dass sowohl über die Entstehung wie auch der Verwandtschaft und der Entwicklung der Wörter Auskunft geben will, insofern Etymologie mit Wortgeschichte verbinden möchte(vgl. Pfeifer, v).
Bezüglich der etymologischen Angaben kann es mit dem Kluge zwar mithalten - es nennt Grundwort, Benennungsmotiv, Bildungstyp - ihn jedoch nicht gänzlich ersetzen. Wenngleich es im Gegensatz zum Kluge auch den slawischen Wortschatz mitberücksichtigt, liefert es insgesamt weniger etymologische Belege. Des weiteren werden nur in äußerst seltenen Fällen wissenschaftliche Quellenbelege zu den etymologischen Herleitungen genannt.
Mehr dazu unter der angegebenen Adresse.

Gutknecht, Christoph

(E?)(L?) http://www.amazon.ca/exec/obidos/ASIN/3406475574/etymologporta-20


(E?)(L?) http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3406475574/etymologety0f-21


(E?)(L?) http://www.amazon.fr/exec/obidos/ASIN/3406475574/etymologetymo-21


(E?)(L?) http://www.amazon.co.uk/exec/obidos/ASIN/3406475574/etymologety0d-21


(E?)(L?) http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/3406475574/etymologpor09-20


(E?)(L?) http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/fb07/EnglS/H_gutkne.htm


(E?)(L?) http://rhein-zeitung.de/on/02/01/24/magazin/news/buc-sprache.html?a
Lauter blühender Unsinn
Erstaunliche Wortgeschichten von Aberwitz bis Wischiwaschi
228S., Beck
'Dufte', das Adjektiv und Adverb, hat nichts mit 'Duft' zu tun und 'betucht' nichts mit 'Tuch'. Das wissen vielleicht auch viele Sprachkundige nicht. Ebenso wenig, wie ihnen das Entstehen von pseudoenglischen Worten wie 'Musikbox' und 'Twen' bekannt ist.

Der Umschlagstext lautet:
Warum ist der "blaue Montag" blau, woher kommen Wörter wie "Muckefuck" und "hanebüchen und Redensarten wie "am Hungertuch nagen" oder "es zieht wie Hechtsuppe"?
Was ein "Schlauberger" ist, weiss jeder, aber woher kommt das Wort?
Christoph Gutknecht geht in diesem sprachgeschichtlichen Buch auf unterhaltsame Weise sogenannten "Volksetymologien" nach, räumt in witziger und scharfsinniger Form mit vielen sprachlichen Missverständnissen auf, geht dem blühenden Unsinn vieler Aus- und Umdeutungen auf den Grund und klärt nicht zuletzt die entscheidende frage, was hinter dem Ausdruck "frech wie Oskar" wirklich steckt.

Das "Verzeichnis der Stichwörter" enthält Verweise auf folgende Begriffe: Damit hat sich Christoph Gutknecht wieder einige interessante Begriffe vorgeknöpft und in kurzweilige Wortgeschichten untersucht.

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Impressum

Erscheinungsdatum2002-11
TitelEtymologie-Newsletter
ISSN
International Standard Serial Number
- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version)
- ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version)
Die Deutsche Nationalbibliothek
weltweites Verzeichnis des ISSN International Centre in Paris
Herausgeber
Postanschrift
Horst Conrad
Kneippstr.6
D-66482 Zweibrücken
E-Mailmailto:conrad-horst@etymologie.info
Erscheinungsweisewöchentlich die Liste der gesuchten Begriffe auf "http://www.etymologie.info/"
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mailto:conrad-horst@etymologie.info
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(E?)(L?) http://www.tantalosz.de/latinum/e.php
Errare humanum est, perseverare diabolicum, corrigere divinum!
Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch, (sich) korrigieren (können) göttlich!

oder

(E?)(L?) http://fr.wikipedia.org/wiki/Errare_humanum_est,_perseverare_diabolicum
Humanum fuit errare, diabolicum est per animositatem in errore manere.
(Aurelius Augustinus, 353-430 n. Chr., Bischof von Hippo in Nordafrika) Sermons (164, 14)
Menschlich ist es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.