Etymologie-Newsletter 2002-12

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
Die Lehre von der Wortherkunft

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Wortgeschichten

Die heuteigen Wortgeschichten stammen nochmals aus der Reihe "Untergegangene bzw, untergehende Wörter":

ab

geht wie das engl. "of" auf ide. "*apo" = "von", "weg" zurück. Alleinstehend kommt es nur noch selten vor und wurde durch "von" abgelöst, das wiederum auf ide. "*po-ne" = "von", "her" zurückgeführt wird.

In Verbindungen wie "abhanden", "Abkürzung", "Abgrund", "abgöttisch", "ablösen" ist es noch sehr aktiv.

Interessant ist auch die Verbindung zu "aber" = "wieder" (in "abertausend", "abermals"), "aber" = "miß-" (in "Aberglaube" ("Afterglaube"))



Neben den untergegangenen Wörtern hier noch eine kleine Geschichte zum Zusammenhang von 'Nilpferd' und 'Feder' - und gleichzeitig eine kleine Einführung in "PIE":

PIE
Proto-Indo-European (W1)

(E1)(L1) http://www.yourdictionary.com/library/ling007.html
For a larger slice of PIE, read "How is a Hippo like a Feather?" in our library.
Die Wortgeschichte zum Zusammenhang zwischen dem schwergewichtigen Nilpferd und einer Feder ist wirklich faszinierend.
Das Nilpferd heisst in der Fachsprache und im Englischen 'Hippopotamus'; griech. 'hippo' = 'Pferd' und 'pot' = 'fly, flow' also zusammen 'Flusspferd' das ide. '*pot' steckt aber auch in engl. 'feather' bzw. 'Feder' (und 'fliegen').
Aber dennoch dürfte dem Flusspferd das Fliegen recht schwer fallen.
Etwas genauer finden Sie es unter dem angegebenen Link erklärt. (englisch)

"PIE" is an abbreviation of "Proto-Indo-European" believed to be the ancestor of most of the languages of Europe (except for Basque, Hungarian, Finnish, and Estonian) and India (except for the Dravidian languages in the south). It probably existed around 5,000 years ago. The Sanskrit Rig Vedas date back as far as 900-1500 BC so PIE must have antedated them. This language over time developed dialects, such as those between the northern and southern U.S. states. However, the people speaking these dialects migrated away from the center and the dialects became so strong that people speaking different ones eventually could not understand each other. At this point we say they were speaking different languages. Now, the people speaking these new languages developed dialects and the process continued on and on until today (and continues today). For an idea of which languages developed this way from the original Proto-Indo-European, read "How is a Hippo like a Feather" in our library.

Linktipps

Als Linktipp möchte ich heute auf eine Vorlesungsreihe aufmerksam machen:

eki

(E1)(L1) http://www.eki.ee/knn/lingid2.htm
mit wirklich vielen Links zum Thema "Geographische Namen"
Estonia
Other countries
United Nations
Geographical names of the World
International
Links on links

Buchtipps

Etymologie und Wortgeschichte in sprachhistorischer Lexikographie

home.arcor-online.de/carsten.brettschneider/works/etymologie.htm
Eine gute Abhandlung zum Thema 'Etymologie' mit dem Titel "Etymologie und Wortgeschichte in sprachhistorischer Lexikographie" gibt es von Carsten Brettschneider im Netz. Daraus ist folgender Auszug zur Buchbesprechung entnommen.
Schlussbetrachtung zur Untersuchung der 4 Etymologischen Wörterbücher

Grimm, Jacob und Wilhelm

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Deutsches Wörterbuch
Leipzig 1854ff. (33 Bde.)

Kluge, Friedrich
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache,23. Auflage, Berlin 1995.

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Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. [1883].
gerade (2002-11) kommt die Auflage 24 in den Handel (mit CD-ROM)

Paul, Hermann

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Deutsches Wörterbuch
Bedeutungsgeschichte und Aufbau unseres Wortschatze
10., überarbeitete und erweiterte Auflage von Helmut Henne, Heidrun Kämper und Georg Objartel
Max Niemeyer Verlag, Tübingen, 2002

Pfeifer, Wolfgang
Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

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Berlin 1993
Erarbeitet unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer

Der Wörterbuchvergleich macht deutlich, dass sich Etymologie und Wortgeschichte nur schwer voneinander trennen lassen. Dem Kluge gelingt dies zwar konzeptionell, aber nur, da er erst gar nicht versucht, jene wortgeschichtlichen Fragen zu beantworten, die sich dem Rezipienten bei der Lektüre stellen. Wie am Pfeifer deutlich wird, macht es jedoch auch keinen Sinn, in erster Linie Etymologie liefern zu wollen und die Wortgeschichte nur peripher zu streifen. Umgekehrt können es sich die wortgeschichtlich orientierten Nachschlagewerke nicht leisten, auf periphere Angaben zur Etymologie eines Wortes zu verzichten, da für die weitere diachrone Betrachtung der Einzelbedeutungen und des Bedeutungswandels des Lemmas die Beschreibung des Ursprungspunktes von grundlegender Bedeutung ist.

Insgesamt wird deutlich, dass es bei der Konzeption eines diachronen Wörterbuches sinnvoll ist, Schwerpunkte zu setzen. In diesem Sinne erfüllen der Paul und der Kluge ihre Aufgabe am adäquatesten, da sie sich für jeweils eine der Betrachtungsweisen entschieden haben und somit hier auch ihre Stärken entwickeln, während der Pfeifer versucht, den Mittelweg zu gehen, doch sowohl bezüglich Etymologie und Wortgeschichte weder dem Paul noch dem Kluge viel entgegensetzen kann. Dass man nicht alles bieten kann, ohne letztlich an Übersichtlichkeit und Handlichkeit einzubüßen, wird vor allem auch am Grimm deutlich, der seinem eigentlichen Ziel, ein Hausbuch der deutschen Sprache zu sein, allein schon aufgrund seiner enormen Größe nicht entsprechen kann (vgl. Kirkness et al, xxiii).

Ein ideales etymologisch-wortgeschichtliches Wörterbuch wird es, zumindest für die deutsche Sprache, nicht geben können. Die Benutzung eines der vier behandelten Wörterbücher hängt ist immer stets gekoppelt mit der Frage, die der Rezipient beantwortet haben möchte. Wenngleich sich der Paul für wortgeschichtliche und der Kluge für etymologische Fragen am besten eignen, so wird man in vielen Fällen - insbesondere bei seltenen Wörtern oder unsicheren etymologischen Herleitungen - nicht um die Konsultation anderer Nachschlagewerke herumkommen können.

Impressum

Erscheinungsdatum2002-12
TitelEtymologie-Newsletter
ISSN
International Standard Serial Number
- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version)
- ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version)
Die Deutsche Nationalbibliothek


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Herausgeber
Postanschrift
Horst Conrad
Kneippstr.6
D-66482 Zweibrücken
E-Mail mailto:conrad-horst@etymologie.info
Erscheinungsweisewöchentlich die Liste der gesuchten Begriffe auf "http://www.etymologie.info/"
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(E?)(L?) http://www.tantalosz.de/latinum/e.php
Errare humanum est, perseverare diabolicum, corrigere divinum!
Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch, (sich) korrigieren (können) göttlich!

oder

(E?)(L?) http://fr.wikipedia.org/wiki/Errare_humanum_est,_perseverare_diabolicum
Humanum fuit errare, diabolicum est per animositatem in errore manere.
(Aurelius Augustinus, 353-430 n. Chr., Bischof von Hippo in Nordafrika) Sermons (164, 14)
Menschlich ist es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.