Etymologie-Newsletter 2003-01

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
Die Lehre von der Wortherkunft

Etymologie-Portal - Newsletter

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Begrüßung

Liebe Etymologie-Amateure (und Profis),

ich begrüße Sie zum neuen Etymologie-Newsletter

Inhalt



Feedback / Korrekturen

Auf zum ersten Etymologie-Newsletter im Jahr 2003.

Wortgeschichten

Die heutigen Wortgeschichten stammen nochmals aus der Reihe "Untergegangene bzw. untergehende Wörter":

Argwohn

besteht aus zwei Wortteilen, die allein kaum noch auftauchen: "Arg" = "schlimm", "böse" und "Wohn" von "Wahn" = "Vermutung", "Verdacht"

driessen - verdriessen (W2)

Wenn Sie 'driessen' nicht kennen, braucht Sie das nicht zu 'verdriessen' - Denn wir gehen jetzt 'unverdrossen' auf die Suche nach seiner Herkunft.
Nun - 'driessen' ist in den bekannten Nachschlagewerken schon mal nicht zu finden. - Also doch 'Verdruss'!?
Zu 'verdriessn' findet man dann allerdings 'Ärger bereiten' oder 'missmutig machen'. Und hier taucht auch das mhd. 'driezen' = 'drängen, treiben, drohen' auf. Und (zumindest im Saarland) gibt es umgs. noch 'jdn. driezen / triezen' = 'jdn ärgern' oder auch 'jdn. stark belasten, schinden'.
Und nun zeigt sich die grosse Verwandtschaft von 'driessen'. Da gibt es unterschiedliche Formen in verschiedenen germ. Sprachen wie u.a. nl. 'verdrieten' oder schwed. 'tryta' = 'mangeln, fehlen, ausgehen'. Auch im Lat. findet man 'trudere' = 'stossen, drängen'. Selbst im Russ. findet man 'trud' = 'Mühe, Arbeit'.
Bei den "Indogermanen" gab es angeblich ein '*treud' = 'quetschen, stossen, drücken'.
Die weitere Verwandschaft besteht nun aus 'verdrossen' = 'mürrisch, lustlos' und entsprechend 'Verdrossenheit'. Das Gegenteil ist 'unverdrossen' = 'unermüdlich'. Weiter gibt es 'Verdriesslichkeit', 'Verdruss' und 'Überdruss'.
Bevor Sie diesen Wortes nun 'überdrüssig' werden möchte ich mit dem Hinweis auf griech. 'térys' = 'zart, schwach' nun dem Ende 'entgegendrängen'.

Linktipps

Als heutige Linktipps möchte ich Ihnen anbieten:

reppa
Das große Münzlexikon

(E1)(L1) http://www.reppa.de/lexikon/
Dieses Münzlexikon richtet sich zwar an Numismatiker, aber die vielen Hinweise zur Herkunft von numismatischen Bezeichnungen sind einen Besonderen Hinweis auf dieses Lexikon wert.

Aus dem Vorwort zum Lexikon
...
Im Jahr 1996 beauftragte mich das Münzenversandhaus Reppa, ein neues Lexikon der Münzkunde zu erstellen, das auf die aktuellen Bedürfnisse der gestiegenen Zahl von Sammlern ausgerichtet ist. Die Aufgabe, aus dem umfangreichen Wissensgebiet und dem gewachsenen Anspruch der Numismatik und Geldgeschichte das Wesentliche in einem Lexikon zu konzentrieren, ohne wichtige Einzelheiten und Besonderheiten außer Acht zu lassen, war kein leichtes Unterfangen. Neben dem antiken, mittelalterlichen, neuzeitlichen und modernen Münzgeld sowie neben Marken, Notgeld und sonstigen Münzersatzmitteln mussten auch Medaillen und Plaketten, Rechenpfennige, Jetons und andere numismatische Zeichen Berücksichtung finden. Münzähnliche Objekte wie Gemmen und Siegel usw. werden erklärt, auch auf münztechnische Begriffe, Münzmetalle und -legierungen wird eingegangen. Traditionelle prämonetäre Geldformen im Bereich von Natural,- Geräte- und Schmuckgeld sind detailliert beschrieben, daneben fanden auch wirtschaftstheoretische Begriffe wie Geldtheorie und Inflation Aufnahme. Aus dem mittlerweile sehr umfassenden Bereich des Papiergeldes, zu dem eigenständige Lexika erschienen sind, werden einige Frühformen des europäischen Staatspapiergeldes sowie Wechsel, Aktie usw. definiert und in ihrer geldgeschichtlichen Bedeutung erklärt. Einige der wichtigsten Medailleure sind gewürdigt, auch das Wirken der für das Geld- und Finanzwesen wichtigen Familien der Medici, Fugger und Rothschilds wurde beschrieben. Es liegt in der Natur des Lexikons, dass der Raum nicht ausreichte, um alle Möglichkeiten ausreichend auszuschöpfen. Deshalb kann das Lexikon dem Interessierten erste Information sein, die zur weiterführenden Beschäftigung anregen soll. Eine bibliographische Auswahl aus dem umfangreichen Fundus der numismatischen Literatur erscheint am Ende des Lexikons.
Pirmasens, im November 1999
Hans-Peter Reinhard

Hierzu ein Beispiel:

Numismatik

(E1)(L1) http://www.reppa.de/lexikon/
Die Wissenschaft, die sich mit dem historischen Geldwesen beschäftigt. Der Begriff geht heute weit über den Begriff Münzkunde hinaus. Er leitet sich von griech. 'nomisma', lat. 'nummus' ab (wörtlich übersetzt: 'Münze', sinngemäß: Geld). Die Numismatik beschreibt, analysiert und katalogisiert nicht nur die Münzen, sondern kümmert sich auch um andere Geldformen, u.a. Papiergeld, Münzersatzmittel und vormünzliche Zahlungsmittel. Aus Letzterem entwickelte sich in der 2. Hälfte des 7. Jh.s v.Chr. das Münzgeld, teilweise haben sich diese Geldformen noch bis heute als Zahlungsmittel neben dem Kursgeld gehalten. Zu den vormünzlichen Zahlungsmitteln zählen Naturalgeld (nicht-metallisch), Schmuckgeld, Barren und Gerätegeld (einschließlich der Kümmer- und Wucherformen).
Zum Papiergeld zählen Staats- und Banknoten, Schecks, Wechsel, Wertpapiere wie Aktie und Obligation, auch ein Teil des Notgeldes ist auf Papier gedruckt worden. Das Papiergeld gewann in Europa seit dem 19. Jh. an Bedeutung. Nach dem 2. Weltkrieg nahmen vor allem die elektronischen Zahlungsmittel zu, in letzter Zeit gibt es Pläne, die Kredit- und Scheckkarten durch die Chipkarte zu ersetzen. Dieser Bereich ist vor allem mit dem modernen Bank- und Kreditwesen verbunden.
Auch der Münze verwandte Formen, die keinen Geld- oder Kurswert besitzen (pseudomonetäre Formen), wie Medaillen, Plaketten, Medaillons (auch die Kontorniaten), Rechenpfennige, Jetons, Ehren- und Verdienstzeichen (Orden, Verdienstmedaillen etc.) zählen dazu. Ebenso berührt die Numismatik münzähnliche oder münzverwandte Objekte, wie Gemmen, Kameen, Bullen, Siegel und Petschafte.
Gegenstand der Numismatik ist ferner die Herstellung von Münzen und Medaillen von der Entstehung der Modelle bis zum fertigen geprägten oder gegossenen Stück. Dieser Bereich beinhaltet Münztechnik, Münzwerkstoffe, Münzwerkzeuge, Prägewerkzeuge und -maschinen, Fehlprägungen, Stempelfehler, Abschläge und hybride Münzen. Zum Münzwesen gehören auch Spielmünzen, Münzgewichte, Münzwaagen, Münzverträge , -ordnungen, -verordnungen und -edikte, das Rechenwesen sowie das Bankwesen.

Und nun etwas für französische Biologen:

bacterio

(E1)(L2) http://www.bacterio.cict.fr/bacdico/etymologies.html
Étymologie des noms des taxons cités dans "Dictionnaire de bactériologie vétérinaire"
L'étymologie permet de comprendre l'origine d'une nomenclature et de mieux mémoriser le nom et l'orthographe d'un taxon bactérien. Toutefois, l'étymologie des noms de bactéries est parfois surprenante (voir philomiragia ou tarantellae), parfois obscure (voir casseliflavus ou chondrophila) et elle peut même aboutir à des absurdités lorsqu'une espèce est transférée dans un nouveau genre sous la forme d'une nouvelle combinaison (Campylobacter rectus signifie, étymologiquement, le bacille incurvé droit !).
Beispiel:
tarantellae:
n. italien tarantella : tarentelle (danse du sud de l'Italie au rythme très rapide) ; n. N.L. tarantella -ae : tarentelle ; n. gén. N.L. tarantellae : de la tarentelle (nom donné à Eubacterium tarantellae car les poissons infectés ont une nage erratique et très rapide).

Buchtipps

Die beiden Buchtipps sind keine etymologischen Werke. Dennoch sind sie hervorragende Quellen für Wortgeschichten.

Schumann, Walter

(E?)(L?) http://www.amazon.ca/exec/obidos/ASIN/3405163323/etymologporta-20


(E?)(L?) http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3405163323/etymologety0f-21


(E?)(L?) http://www.amazon.fr/exec/obidos/ASIN/3405163323/etymologetymo-21


(E?)(L?) http://www.amazon.co.uk/exec/obidos/ASIN/3405163323/etymologety0d-21


(E?)(L?) http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/3405163323/etymologpor09-20
Edelsteine und Schmucksteine
Alle Arten und Varietäten der Welt
1.600 Einzelstücke
blv, 312S.
Das schöne, handliche Büchlein liefert zu jedem vorgestellten Edelstein auch Hinweise zur Etymologie.
Hierzu ein Beispiel:

Diamant

Den Namen bekam der 'Diamant' von seiner Härte (griech. 'adamas' = 'der Unbezwingbare'). Tatsächlich gibt es nichts gleich Hartes oder gar noch Härteres als Diamant.
...

Krämer, Walter / Trenkler, Götz

(E?)(L?) http://www.amazon.ca/exec/obidos/ASIN/3492234526/etymologporta-20


(E?)(L?) http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3492234526/etymologety0f-21


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(E?)(L?) http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/3492234526/etymologpor09-20
Die besten Geschichten für Besserwisser
Serie Piper, 123S.
Ein kleines Büchlein mit interessanten Erklärungen. In vielen Fällen gehen damit auch etymologische Hinweise einher.

Aus der Kurzbeschreibung von Amazon:
Wußten Sie schon, daß Spaghetti gar nicht aus Italien stammen und daß Kamele keineswegs Wasser in ihrem Höcker speichern? Mit dem Wissen um die Wahrheit hinter diesen und anderen Irrtümern und Mißverständnissen können Sie schnell zum Mittelpunkt jedes intelligenten Gesprächs werden.

Impressum

Erscheinungsdatum2003-01
TitelEtymologie-Newsletter
ISSN
International Standard Serial Number
- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version)
- ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version)
Die Deutsche Nationalbibliothek


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Herausgeber
Postanschrift
Horst Conrad
Kneippstr.6
D-66482 Zweibrücken
E-Mail mailto:conrad-horst@etymologie.info
Erscheinungsweisewöchentlich die Liste der gesuchten Begriffe auf "http://www.etymologie.info/"
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(E?)(L?) http://www.tantalosz.de/latinum/e.php
Errare humanum est, perseverare diabolicum, corrigere divinum!
Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch, (sich) korrigieren (können) göttlich!

oder

(E?)(L?) http://fr.wikipedia.org/wiki/Errare_humanum_est,_perseverare_diabolicum
Humanum fuit errare, diabolicum est per animositatem in errore manere.
(Aurelius Augustinus, 353-430 n. Chr., Bischof von Hippo in Nordafrika) Sermons (164, 14)
Menschlich ist es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.