Etymologie-Newsletter 2003-03

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
Die Lehre von der Wortherkunft

Etymologie-Portal - Newsletter

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Die HTML-Version finden Sie auf dem Etymologie-Portal in der Rubrik "Newsletter".

Inhalt



Begrüssung / Feedback / Korrekturen / Vorwort

Liebe Etymologie-Amateure (und Profis),

ich begrüsse Sie zum neuen Etymologie-Newsletter

Den heutigen Newsletter erhalten Sie nach einer mehrwöchigen Pause. Im Februar habe ich keinen kleinen Newsletter verschickt. Das hing zum Einen daran, dass "freefind", der Suchdienst des Etymologie-Portals für zwei Wochen keine Auswertung der gesuchten Begriffe schickte.
Das hing aber auch daran, dass ich am 11.02.2003 von einer Abmahnwelle betroffen war, die meine Motivation stark belastete. Ich habe aus diesem Anlass den Begriff "abmahnen" im Etymologie-Portal aufgenommen. Etymologisch hängt 'abmahnen' zusammen mit 'wegdrängen'. Und genau darum geht es ja wohl in den meisten Fällen. Oder es geht einfach um die schnelle Mark - pardon - den schnellen EURO. Ich möchte Sie aber an dieser Stelle nicht weiter damit belasten; wer das Problem kennt oder sich einfach einmal informieren möchte, welchen Umfang die Abmahnmaschinerie mittlerweile angenommen hat, kann sich einen ersten Eindruck unter dem genannten Begriff verschaffen.

Bei den heutigen Begriffen bin ich etwas von meinem 'roten Faden' abgewichen und habe keine untergegangenen Begriffe ausgewählt. Heute geht es um die indogermanischen Stämme 'me' und 'ten'. Was alles aus diesen 2 bzw 3 Buchstaben hervorgegangen ist, sehen Sie weiter unten.

Die Linktipps sind heute französisch/deutsch (Herkunft von französischen Vornamen und Bezeichnungen von Mineralien) gehalten.

Die Buchtipps behandeln einmal die europäische Sprachentwicklung und zum anderen den Einfluss der arabischen Sprachen im Deutschen.

Nicht versäumen möchte ich, auf das "Wort des Monats" aufmerksam zu machen. Sie finden es auf dem Etymologie-Portal. Im März heisst es 'Seine Worte auf die Goldwaage legen'.

Wortgeschichten

Meditation (W1)

von lat. 'meditatio' = 'Nachdenken' ('meditari' = 'meditieren') steht für sinnende Betrachtung, auch mystische oder religiöse Versenkung;
Genau genommen geht es hier um ein (geistiges) Ermessen (einer Sache) um ein 'Ausmessen' der 'Mitte' (lat. 'medium' = 'Mitte') einer Sache oder der eigenen Person.
Auf einer etwas banaleren Ebene spricht man auch von Steak-'medium', dem halb, ('mittig') durchgebratenen Steak.
Trotz seiner Banalität eröffnet sich aber mit diesem Hinweis eine grosse Fülle von Wortverwandschaften. Geht doch 'medium' genau wie 'Mal' und 'Mahl(zeit)' auf einen Stamm ide. "*me(d)" zurück. - Aber nun etwas der Reihe nach.
Aus dem ide. "*me(d)" = "wandern", "(ab)schreiten", "abstecken", "messen" ist nicht nur 'Meditation' sondern sind ganze Wortgruppen hervorgegangen.
So gehören alle Wortbildungen mit 'Maß', 'Muße' und 'müssen' hierher. 'Müssen' tut man das 'was einem (als Aufgabe, als Tagewerk) zugemessen' wurde. Der 'Medicus' (der Arzt) ist der kluge, der abwägende, der 'abmessende' Ratgeber. Und die Medizin ist demnach die Wissenschaft des rechten 'Abmessens' (hier ist noch der Anspruch der präventiven Medizin zu erkennen).
Aber es wird noch interessanter:
Die Bezeichnung für den 'Mond', der seine ihm 'zugemessene' Bahn am Himmelszelt zieht geht auf den Bedeutungsinhalt 'wandern' zurück.
Und eine weitere Linie eröffnet sich über 'Mal'. Der 'Mond' der täglich sein 'Muss' erfüllt, wandert viele 'Male' um die Erde. Mit Hilfe des "Eeinmaleins" kann man 'ermessen' wieviel 'Mal' eine Sache ausgemessen und hinzugenommen wurde. Das 'Mahl' (die Mahlzeit) findet zu einem festen, einem 'abgemessenen' (oder auch 'angemessenen') Zeitpunkt statt, an dem jeder das ihm 'Zugemessene' zu essen bekommt - und zwar 'mehrmals' am Tag.
Und um jetzt 'nochmal' den grossen Bogen zum Ausgangspunkt zu schlagen. Den Zusammenhang von 'wandern' und 'messen' kann man noch in dem Brauch erkennen, an einem bestimmten Tag im Jahr die Grundstücksgrenzen oder Gemeindegrenzen 'abzuwandern' und damit immer wieder neu 'abzumessen' und erkennbar 'abzustecken'.
Dass auf diesen Brauch auch der Ausdruck 'sich etwas hinter die Ohren schreiben' zurückgeht, ist wieder eine andere (Wort)geschichte.
Und wenn Ihnen all diese Wort-Zusammenhänge keinen Anlass zu 'Muße' und 'Meditation' geben, dann weiss ich auch nicht mehr weiter - das 'müssen' Sie sich dann selbst zu'messen'.

Linktipps

boku - Gesteine und Mineralien

(E2) homepage.boku.ac.at/h9440283/getymol.htm
Etymologie der Bezeichnungen von Gesteinen und Mineralien, Geologischen Formationen, Typuslokalitäten Etymologie von lokalen Formationsnamen von Österreich und Umgebung
mit Links zu folgenden Quellen:

Buchtipps

Die beiden Buchempfehlungen für heute sind:

Duden-Band "Deutsch - Englisch - Europäisch"

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Deutsch - Englisch - Europäisch
broschiert, 352 Seiten, Bibliographisches Institut, Mannheim

In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für deutsche Sprache hat die Dudenredaktion Beiträge von mehr als zwanzig namhaften Autoren wie Harald Weinrich oder Julian Nida-Rümelin gesammelt. In den einzelnen Beiträgen werden vor allem drei Themenkomplexe behandelt:
die Situation der Sprachen in der Welt und in Europa,
das Verhältnis von Deutsch und Englisch in Geschichte und Gegenwart sowie
der Einfluss der beiden Sprachen aufeinander.
Das 384 Seiten umfassende Sammelwerk ist der dritte Band in der Reihe "Thema Deutsch" und wendet sich an Lehrende, Schüler und Studierende und an alle, die an der gegenwärtigen Entwicklung der deutschen Sprache interessiert sind. Seit Oktober 2002 ist er für 25 Euro im Handel erhältlich.
Duden online: mit Newsletter der Duden-Sprachberatung, Crashkurs, aktuellen Infos zur neuen Rechtschreibung, Links und Beiträgen rund um die deutsche Sprache, Produktinformationen, Gesamtkatalog, Online-Bestellfunktion und seit September 2002 mit Service und Informationen in Sachen "Schule und Lernen".

Osman, Nabil

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Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft
beck'sche Reihe

Aus der Kundenrezension bei Amazon:

Der Autor geht in seiner Vorbemerkung auf den Weg dieser Wörter ins Deutsche ein. Dabei wird die Geschichte der Mauren in Spanien sowie die Blütezeit der Naturwissenschaften in den arabischen Ländern kurz dargestellt.


Impressum

Erscheinungsdatum2003-03
TitelEtymologie-Newsletter
ISSN
International Standard Serial Number
- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version)
- ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version)
Die Deutsche Nationalbibliothek


weltweites Verzeichnis des ISSN International Centre in Paris
Herausgeber
Postanschrift
Horst Conrad
Kneippstr.6
D-66482 Zweibrücken
E-Mail mailto:conrad-horst@etymologie.info
Erscheinungsweisewöchentlich die Liste der gesuchten Begriffe auf "http://www.etymologie.info/"
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(E?)(L?) http://www.tantalosz.de/latinum/e.php
Errare humanum est, perseverare diabolicum, corrigere divinum!
Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch, (sich) korrigieren (können) göttlich!

oder

(E?)(L?) http://fr.wikipedia.org/wiki/Errare_humanum_est,_perseverare_diabolicum
Humanum fuit errare, diabolicum est per animositatem in errore manere.
(Aurelius Augustinus, 353-430 n. Chr., Bischof von Hippo in Nordafrika) Sermons (164, 14)
Menschlich ist es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.