Etymologie-Newsletter 2003-05

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
Die Lehre von der Wortherkunft

Etymologie-Portal - Newsletter

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Inhalt



Begrüssung / Feedback / Korrekturen / Vorwort

Liebe Etymologie-Amateure (und Profis),

ich begrüsse Sie zum neuen Etymologie-Newsletter

Ab heute wird es jeweils nur noch eine Buch- und eine Linkempfehlung geben. Es gibt zwar noch einige Bücher, die etymologisch interessant sind; nur komme ich nicht dazu, monatlich zwei Bücher zu lesen. Und ich möchte nur Bücher empfehlen, die ich auch aus eigener "Anschauung" kenne.
Und die Linkempfehlung reduziere ich, weil die Sites, die sich der Etymologie verschrieben haben, wirklich dünn gesät sind. Zwar habe ich auf dem Etymologie-Portal viele hundert Links versammelt, aber nicht alle führen zu umfangreichen Etymologie-Seiten.

Ich hoffe, die heutige Auswahl gefällt Ihnen. Und wenn Sie Anregungen haben, freue ich mich immer über eine Rückmeldung.

Das Wort des Monats Mai ist "Pfifferling".
Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

Wortgeschichten

Granatapfel (W1)

Der 'Granatapfel' hiess bei den Römern wegen seiner vielen Samenkerne 'malum granatum' = 'kernreicher Apfel' ('granatus' = 'kornreich'). Diese Bezeichnung wurde ins deutsche entlehnt. Das lat. 'granum' = 'Korn, Kern' steckt auch in 'Granit' (wegen seiner 'körnigen' Teile von Feldspat, Quarz u. Glimmer), in dem Schmuckstein 'Granat' (wegen der roten Farbe), in 'Granate' und 'Grenadier', dem 'Handgranatenwerfer'.
Die 'Granate' hat ihren Namen dabei nach dem 'Granatapfel' der seine vielen 'Samenkerne' auch explosionsartig verteilt, wenn man ihm gewaltsam zu Leibe rückt.
Das Kürbisgewächs 'Melone' hingegen hat ihren Namen von einer Kurzform des lat. 'melo pepo' = 'reifer Apfel'. Dieses steckt auch in unserer 'Marmelade' und im frz. Honig 'le miel'.
Ich wundere mich nur, dass das lat. 'malum' eigentlich 'das Schlechte' heisst. Oder ist dies eines der Beispiele dafür, dass ein Wort gleichzeitig beide Bedeutungen, die positive und die negative, in sich trägt. Der 'reife' = 'gute' Apfel kann kurze Zeit später schon über'reif' und damit 'schlecht' sein.
Hier sind die "gelernten Etymologen" gefragt.
Zu dem 'melo pepo' fällt mir noch ein, dass der frz. Apfel ja 'pomme' heisst, also wohl auf den zweiten Teil der Bezeichnung zurückgeht.
Und dann landet man auch bei den frz. 'pommes de terre' den 'Kartoffeln' aus denen die 'Pommes frites' (also eigentlich die 'fritierten Äpfel') hergestellt werden und die im Saarland 'Grummbeere' = '(Erd-)krumenbeeren' heissen. Und es sollte mich doch stark wundern, wenn in den 'Krümeln' des lat. 'grumus' = 'Erdhaufen' neben den '(Acker-)Krumen' nicht auch noch ein 'granum' zu finden wäre.

Erstellt: 2003-05

Schnaps (W3)

Die Bezeichnung für den 'Branntwein', die auch in andere Sprachen übernommen wurde, hat einen minimalen Auslöser. Ein 'Schnaps' war (und ist auch heute noch) ein kleines Glas Branntwein, dessen Inhalt man mit einem Schluck 'schnappen' kann (nd. 'snappsen' = 'sich einen Schluck genehmigen'). Und diese Bezeichnung für die übliche Dareichungsform wurde zum Gattungsbegriff erhoben.

Erstellt: 2003-05

Schnapszehl (W3)

Das Vorkommen zweier oder mehrerer Zeichen in einer Zahl (z.B. '11', '22', ...) wird auch als 'Schnapszahl' bezeichnet. Dies geht auf die Assoziation zurück, dass man im betrunkenen Zustand die Augenmuskulatur nicht mehr unter Kontrolle hat und somit oftmals Informationen doppelt im Gehirn ankommen.

Erstellt: 2003-05

Linktipp

Der Linktipp für heute ist:

clo7

(E1)(L1) http://membres.multimania.fr/clo7/plan.htm
Sans aucune prétention, cet espace n’a d’autre ambition que de vous emmener dans un voyage au pays des mots et de la langue française parce que "Mieux connaître, c’est mieux aimer…" Auf dieser wirklich umfangreichen Site rund um die französische Sprache findet man auch viele interessante etymologische Hinweise. Da die Site wirklich sehr gross ist, muss man etwas sichen. Unter Unter "GRAMMAIRE ET ORTHOGRAPH" z.B. findet man unter anderem die Überschrift "Vocabulaire"; und darunter wiederum folgende Artikel mit einigen etymologisch interessanten Hinweisen:

Erstellt: 2003-05

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Duden: Deutsches Universalwörterbuch

(E?)(L?) http://www.amazon.ca/exec/obidos/ASIN/3411714220/etymologporta-20


(E?)(L?) http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3411714220/etymologety0f-21


(E?)(L?) http://www.amazon.fr/exec/obidos/ASIN/3411714220/etymologetymo-21


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(E?)(L?) http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/3411714220/etymologpor09-20
Auf der (Offline-)Suche nach dem Begriff 'Unterpfand' blieb ich lange erfolglos. Der "Kluge" hatte zwar den Begriff 'Pfand' aufgeführt, aber was es denn nun mit 'Unterpfand auf sich hatte, erklärte er auch nicht.
In letzter Verzweiflung versuchte ich es im "Duden: ???".
Dabei stellte ich fest, dass dieses Werk, das etwas verwaist in meinem Bücherregal steht, doch auch ein gutes etymologisches Wörterbuch abgibt. Zwar ist es nicht so tiefgründig wie andere Spezialwerke. Dafür erklärt es aber auch Begriffe, die diesen zu banal sind oder aus anderen Gründen nicht behandelt werden.

Erstellt: 2003-05

Impressum

Erscheinungsdatum2004-05
TitelEtymologie-Newsletter
ISSN
International Standard Serial Number
- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version)
- ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version)
Die Deutsche Nationalbibliothek


weltweites Verzeichnis des ISSN International Centre in Paris
Herausgeber
Postanschrift
Horst Conrad
Kneippstr.6
D-66482 Zweibrücken
E-Mail mailto:conrad-horst@etymologie.info
Erscheinungsweisewöchentlich die Liste der gesuchten Begriffe auf "http://www.etymologie.info/"
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(E?)(L?) http://www.tantalosz.de/latinum/e.php
Errare humanum est, perseverare diabolicum, corrigere divinum!
Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch, (sich) korrigieren (können) göttlich!

oder

(E?)(L?) http://fr.wikipedia.org/wiki/Errare_humanum_est,_perseverare_diabolicum
Humanum fuit errare, diabolicum est per animositatem in errore manere.
(Aurelius Augustinus, 353-430 n. Chr., Bischof von Hippo in Nordafrika) Sermons (164, 14)
Menschlich ist es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.