Etymologie-Newsletter 2003-06

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
Die Lehre von der Wortherkunft

Etymologie-Portal - Newsletter

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Inhalt



Begrüssung / Feedback / Korrekturen / Vorwort

Liebe Etymologie-Amateure (und Profis),

ich begrüsse Sie zum neuen Etymologie-Newsletter

Heute waren wir mit den Kleinbundenbachern (http://www.reitverein-bundenbacherhoehe.de/) auf der letzten Etappe der Deutschlandtour (http://www.deutschlandtour.de/tour/etappen/etappe7.htm) zwischen Wallhalben und Käshofen.
Etwa eine Stunde vorher waren die ersten Wagen zu sehen, die die Radmeister ankündigten, dann waren irgendwann die Hubschrauber zu hören und zu sehen und dann schossen etwa 120 Fahrräder an uns vorbei. Innerhalb einer Minute war alles vorbei und 10 Minuten später lag die Landstrasse friedlich da als wäre nichts gewesen. Nur unser provisorisches Zelt mit ein paar Biertischen und -bänken war noch zwei Stunden besetzt.
Bei der Gelegenheit fielen wieder zwei Wortgeschichten für mich ab. Einmal eine lokale Geschichte zur Miss 'Noblies':
Eine nach dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte in der Gegend 'hängengebliebene' Amerikanerin wollte in der Hexennacht ein paar Kinder davon abbringen ihre Streiche zu vollführen und tat dies mit einem 'no please' kund. Seitdem hat sie ihren Spitznamen weg.
Zum anderen geht es um eine regionale Angelegenheit, den 'Botschamber':
Dieser stand noch vor einigen Jahrzehnten unter dem Bett - für dringende Fälle; es war also der Nachttopf. Im französisch beeinfussten Grenzgebiet wollte man diesen Gegenstand vielleicht auch etwas nobler umschreiben und übernahm den französischen Ausdruck "pot de chambre", also den "Zimmertopf". Nur übernahm man ihn eben so wie man es verstand, nämlich als "Botschamber".

Nun aber zum monatlichen Newsletter, bevor dieser ganz ausfällt.
Das Etymologie-Portal hat wieder ein paar Änderungen erfahren. Die Navigation ist jetzt sauber getrennt. In der linken Navigationsleiste können die Themen ausgewählt werden, die rechte Navigationsleiste ist der direkten Auswahl der Worte vorbehalten.
Ausserdem ist die Einrichtung der Länder schon recht weit fortgeschritten. Nach wie vor sind DE (Deutschland), FR (Frankreich), UK (United Kingdom) und US (USA) am stärksten vertreten. Aber der Rahmen ist nun vorhanden, um zukünftig auch Begriffe anderer Länder entsprechend einzuordnen. Ich hoffe, dass diese (umfangreiche Arbeit) zur Verbesserung beigetragen hat.

Das Wort des Monats Mai ist "Delikatessen"

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Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

Wortgeschichten

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Als Wortgeschichten gibt es heute mal wieder zwei untergegangene/untergehende/seltene Begriffe:

baldowern - ausbaldowern

'baldowern' kommt hauptsächlich als 'ausbaldowern' vor; Es geht zurück auf einen Ausdruck der Gaunersprache 'baldower' = 'Auskundschafter' in dem das 'hebr. "ba'al" = 'Herr' und 'davar' = 'Sache' steckt. Somit ist der 'baldower' also 'Herr der Sache', weil er sich vorher 'sachkundig' gemacht hat.

Erstellt: 2003-06

forensisch (W2)

Obwohl der Begriff 'forensisch' in den Lexikas als veraltet bezeichnet wird, ist er mir gerade in der Bezeichnung 'Forensische Analysen' über den Weg gelaufen.
Das lat. 'forensis' bedeutet 'zum Forum gehörend'. Aus der politisch, gesetzgebenden Bedeutung des Forums leitet sich die heutige Bedeutung als 'gerichtlichen oder kriminologischen Zwecken dienend' ab. Und so gibt es denn noch in vielen Disziplinen 'forensische' Teildisziplinen. Zum Beispiel behandelt die 'forensische Chemie' die 'Chemie im Bereich der Gerichtsmedizin'; entsprechend dann auch die 'forensische' Medizin, die alles einschliesst, was mit dem Nachweis von Vergiftungen zu tun hat. Der Jugendstrafvollzug und damit zusammenhängende Massnahmen werden gerne als 'forensische' Pädagogik umschrieben. Und dass es entsprechend auch eine 'forensische' Psychologie gibt, ist nun kaum noch sprachlich interessant.

Interessanter dürfte noch die Entwicklung von 'Forum' sein. Hervorgegangen aus lat. 'forum' der Bezeichnung für den altrömischen Marktplatz, der üblicherweise auch als öffentlicher Gerichtsort genutzt wurde. Aus der allgemeinen Bedeutung 'etwas in der Öffentlichkeit erörtern' wurde es zunehmend eingeengt und hat heute eher die Bedeutung 'etwas in einem kleinen Kreis von Spezialisten erörtern'.

Und sowohl die sprachliche Bedeutung von 'forensisch' als auch die Inhalte der o.g. 'forensischen' Spezialdisziplinen dürften nur einem kleinen Kreis von Spezialisten bekannt bzw. zugänglich sein. Und so wurde aus dem marktschreierischen, aber demokratischen 'Forum' eine disziplinierte, aber eher undemokratische - um nicht zu sagen 'forensische' - Veranstaltung.

Bleiben noch die zu Beginn genannten 'Forensischen Analysen'. Diese habe ich kennengelernt im Zusammenhang mit Computersystemen und -netzen, die im Hinblick auf ihre Angreifbarkeit untersucht, also einer Analyse unter Security-Gesichtspunkten unterzogen werden; mit dem Ziel gerichtsverwertbare Hinweise zu finden und zu dokumentieren.

Erstellt: 2003-06

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Casson, Lionel

(E?)(L?) http://www.amazon.ca/exec/obidos/ASIN/3538071349/etymologporta-20


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(E?)(L1) http://www.alazharonline.org/


(E?)(L1) http://www.bibalex.gov.eg


(E?)(L1) http://www.vaticanlibrary.vatlib.it/BAVT/default.asp


(E?)(L?) http://www.loc.gov/
Bibliotheken der Antike
Artemis & Winkler, 220S.

Von der Keilschrift auf Tontafeln, zur Verwaltung der königlichen Bestände, von den Vorläufern der heutigen Bibliotheken (griech. theke = Aufbewahrungsort) in Griechenland, von privaten Schriftrollensammlungen, von den Anfängen des Buchhandels bei Griechen und Römern, von der Bibliothek von Alexandria (siehe: www.bibalex.gov.eg), von Papyrus und Pergament, von Kodizes, von den Anfängen des Katalogsystems, von schreibenden und kopierenden Mönchen - von all dem handelt dieses Werk.

Das Buch ist kein etymologisches Nachschlagewerk, aber die vielen Geschichten und Anekdoten bergen viele Hinweise, die auch zu kleinen Wortgeschichten "ausarten" können. Eingebettet in ihren thematischen und geschichtlichen Kontext gewinnen dies zusätzlich an Plastizität.

Die folgenden Begriffe sind meines Erachtens aus etymologischer Sicht interessant:

Erstellt: 2003-06

Impressum

Erscheinungsdatum2003-06
TitelEtymologie-Newsletter
ISSN
International Standard Serial Number
- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version)
- ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version)
Die Deutsche Nationalbibliothek


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Herausgeber
Postanschrift
Horst Conrad
Kneippstr.6
D-66482 Zweibrücken
E-Mail mailto:conrad-horst@etymologie.info
Erscheinungsweisewöchentlich die Liste der gesuchten Begriffe auf "http://www.etymologie.info/"
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(E?)(L?) http://www.tantalosz.de/latinum/e.php
Errare humanum est, perseverare diabolicum, corrigere divinum!
Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch, (sich) korrigieren (können) göttlich!

oder

(E?)(L?) http://fr.wikipedia.org/wiki/Errare_humanum_est,_perseverare_diabolicum
Humanum fuit errare, diabolicum est per animositatem in errore manere.
(Aurelius Augustinus, 353-430 n. Chr., Bischof von Hippo in Nordafrika) Sermons (164, 14)
Menschlich ist es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.