Etymologie-Newsletter 2003-12

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
Die Lehre von der Wortherkunft

Etymologie-Portal - Newsletter

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Inhalt



Begrüssung / Feedback / Korrekturen / Vorwort

Liebe Etymologie-Amateure (und Profis),

ich begrüsse Sie zum neuen Etymologie-Newsletter



Das Wort des Monats Dezember ist "Artischocke"

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Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

Wortgeschichten

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Als Wortgeschichten habe ich mir heute die Familie um "genug" vorgenommen.
Ausserdem den engl. "calculator".

genug, Vergnügen, assez (W1)

Getreu dem Motto "genug ist nicht genug" stürzen wir uns heute ins Vergnügen.
'genug' (engl. 'enough', frz. 'assez') gab es schon als mhd. 'genuoc' und ahd. 'ginuoc' = 'ausreichend'. Verwandt damit ist auch das 'Vergnügen', das ursprünglich eigentlich 'Bezahlung; Zufriedenstellung' bedeutete ('vergenügen', also 'ausreichend zufrieden stellen').
Anscheinend handelt es sich dabei um ein altes germanisches Wort, das weiter zurückgeführt wird auf ide. "*nek" = "tragen", "erlangen".
Ich könnte mir vorstellen, dass in Zeiten der (Völker-)Wanderschaft jeder sich mit dem 'genügen' musste, was er auch 'tragen' konnte. Später nahm man dann Tiere zu Hilfe, so dass sich die Genügsamkeit etwas erweitern konnte, auf das, was die vorhandenen Lasttiere 'tragen' konnten.
Mit zunehmender Technisierung verlor der Mensch den Massstab. Für jede Menge an Besitztümern gibt es mittlerweile Hilfsmittel, um das Transportproblem zu lösen. Dadurch weiss heute niemand mehr, was eigentlich 'genug' bedeutet. Und 'Genugsamkeit' kennt heute auch niemand mehr.
Im frz. 'assez' steckt das lat. 'satisfacere' = 'Genüge leisten, befriedigen' (lat. 'satis' = 'genug' und 'facere' = 'tun').

Erstellt: 2003-12

calculator
Die Steinschleuder, verkalkulieren, Jemandem Steine in den Weg legen, Kalkül, calculer, calx, kalkulieren, Kalkulator, calculus, calculus of probabilities, wahr (W1)

(E1)(L1) http://agora.qc.ca/mot.nsf/Dossiers/Calcul


(E1)(L1) http://www.reunion.iufm.fr/recherche/irem/histoire/dictionnaire.htm


(E?)(L?) http://eurekaweb.free.fr/invh1.htm


(E?)(L?) http://www.eurekaweb.fr/


(E2)(L2) http://trucsmaths.free.fr/etymologie.htm


(E?)(L?) http://www.westegg.com/etymology/
Wenn es die Menschheit nicht zu mathematischen Höchstleistungen gebracht hätte, wäre aus dem engl. "calculator" vielleicht eine "Steinschleuder" geworden. So aber ist es eine "Rechenmaschine" geworden. Als die Herden der ersten Schafhirten grösser wurden und die Schafe nicht mehr an zwei Händen abzuzählen waren, nahmen sie Steine zu Hilfe. Morgens nahmen sie für jedes Schaf einen "(Kalk-)Stein" (lat. "calx" = "Kalk") und bei der abendlichen Parade warfen Sie pro Schaf wieder einen Stein weg. War ein Stein zu viel, hatten Sie ein Schaf zu wenig. War ein Stein zu wenig, hatten sie sich auch "verkalkuliert" und bekamen womöglich auch Probleme.

Im Laufe der Entwicklung kam man auch auf die Idee, die Steine besonders zu kennzeichnen und Ihnen damit höhere Wertigkeiten zu verleihen. Und so kam es, dass auch die Steine nicht alle gleich, sondern einige gleicher waren. Einige repräsentierten 10 Schafe andere vielleicht sogar 100 Schafe. Dadurch hatte man natürlich auch weniger Steine zu schleppen.

Vor diesem Hintergrund erhält auch die Redewendung "Jemandem Steine in den Weg legen" nochmal eine ganz besondere Bedeutung.

Jedenfalls entwickelte sich die Menschheit weiter und aus den Kalksteinen wurden Rechensteine (lat. "calculus"). Und um Sie nicht immer wieder vom Boden auflesen zu müssen reihte man sie zuerst auf Steinplatten und später dann auf Drahtgestelle und hatte so den ersten Rechenschieber. - Der Abakus war geboren.

Mit dem Aufkommen des Papiers zog man weitere Möglichkeiten der Notation ins "Kalkül" (frz. "calcul", "calculer" von lat. "calculare" = "mit Rechensteinen rechnen, berechnen", "calculus" = "Rechenstein"; "calx" = "Kalk").

Der Stein wurde also zu Papier, auf das man nun die Steinzeichen malte. Und so ging das auch eine ganze Weile gut. Das "Kalkulieren" wurde einfacher, aber auch komplizierter. Was man an der Handhabbarkeit gewann, wurde durch zunehmend komplexer werdende Aufgaben wieder zunichte gemacht. Und da ein Blatt Papier zwar recht leicht ist, ein ganzer Ordner davon aber genauso schwer wie ein Beutel Steine sein kann, sann man schon wieder nach Alternativen.

Und da kamen die Erkenntnisse der Elektrizität und des Magnetismus gerade recht. Wozu sollte man sich weiter mit Steinen und Papier plagen, wenn es doch die vielen winzig kleinen Elektronen gab.

Gesagt getan - man entwickelte einen "Kalkulator" (engl. "calculator") mit Drähten und Magentspeichern. Und nun schaufelte man alles in diese Blechkisten - und siehe da auch diese hatten ein gutes Gewicht, um all die Elektronen auf den richtigen Platz zu setzen. Aber da die Menschheit ja selbst das Wetter "kalkulierbar" machen möchte reduzierte man die Dicke und die Länge der Drähte, verkleinerte die Chips und die Transistoren und packte schliesslich ein ganzes Rechenzentrum in einen tragbaren Laptop. - Und da stehen wir ungefähr heute.

Aber auch das wird nicht der letzte Stand der Dinge bleiben. Es gibt ja heute bereits Laborversuche, um biologische Computer (auch Gehirne genannt) ganz eng mit den Eisengehirnen (Computer genannt) zu verbinden.

Und irgendwann hat vielleicht auch der engl. "calculator" den Weg von der anorganischen zur organischen Lebensweise geschafft.

Nach diesem Schnelldurchgang durch die Geschichte der Rechenmaschinen kommen wir nochmal auf den etymologischen Aspekt der Geschichte zurück. Dass der "Kalkulator" seine Existenz den "Kalksteinen" zu verdanken hat wissen zumindest noch die Mediziner. Bei diesen heissen die Blasen-, Gallen- und Nieren-Steine heute noch "calculus" (Plural: "calculi").

Schön finde ich übrigens auch engl. "calculus of probabilities" = "Wahrscheinlichkeitsrechnung" - eine Verbindung der handfesten Materie mit einer diffusen Vermutung. Dass man dieser Verbindung nicht wirklich vertrauen kann (ahd. "war" = "vertrauenswert") zeigt schon das geflügelte Wort "Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast".

Erstellt: 2003-12

newadvent
Catholic-Encyclopedia

(E3)(L2) http://www.newadvent.org/


(E3)(L2) http://www.newadvent.org/cathen
Alle Bände im englischen Volltext (online)
Die Artikel sind zwar schon etwas älter, aber die Fülle der Informationen ist wirklich immens.
Etymologisch interessant sind die Hinweis zu der Bedeutung biblischer Namen.

Auf der Startseite findet an die Kategorien: Am interesantesten finde ich davon die "Catholic Encyclopedia".

An international work of reference on the constitution, doctrine, discipline, and history of the catholic church. Ed. by Charles G. Herbermann et.al. New York: Appleton 1907-13.
Fathers of the church, summa theologica, acts of the apostles and "catholic" concepts.
1908 Preface. The Catholic Encyclopedia, (1908), as its name implies, proposes to give its readers full and authoritative information on the entire cycle of Catholic interests, action and doctrine. What the Church teaches and has taught; what she has done and is still doing for the highest welfare of mankind; her methods, past and present; her struggles, her triumphs, and the achievements of her members, not only for her own immediate benefit, but for the broadening and deepening of all true science, literature and art -- all come within the scope of the Catholic Encyclopedia.
In all things the object of the Encyclopedia is to give the whole truth without prejudice, national, political or factional.
The work is entirely new, and not merely a translation or a compilation from other encyclopedia sources. The Editors have insisted that the articles should contain the latest and most accurate information to be obtained from the standard works on each subject.

Zwei Beispiele zu Namenserklärungen seien angefügt:

Emmanuel (W3)

Emmanual (Septuagint Emmanouel; A.V., Immanuel) signifies "God with us" (Matthew 1:23), and is the name of the child predicted in Isaias 7:14: "Behold a virgin shall conceive, and bear a son, and his name shall be called Emmanuel". The various views advanced as to the identity of the child cannot be fully explained and discussed here; the following observations must suffice:
...

Zacharias (W3)

(Heb. zekharyahu and zekharyah; meaning "Yahweh remembers", Sept. Zacharia and Zacharias), son of Barachias, son of Addo, a Prophet who rose in Israel in the eighth month of the seventh year of the reign of King Darius, 520 B.C. (Zach., i, 1) just two months after Aggeus began to prophesy (Agg., i, 1). The urgings of the two Prophets brought about the building of the second temple (1 Esdr., v and vi). Addo was one of the chief priests who, in the first year of the reign of Cyrus 538 B.C., returned with Zorobabel from captivity (II Esd., xii, 4). Sixteen years thereafter, during the high priesthood of Joacim (verse 12), Zacharia, of the family of Addo (Heb. of verse 16), is listed as a chief priest. This Zacharia is most likely the Prophet and author of the canonical book of the same name. It is not at all probable that the Prophet Zacharias is referred to by Christ (Matt., xxiii, 35; Luke, xi, 51) as having been slain by the Jews in the Temple; that Zacharias was the son of Joiada (II Par., xxiv, 20). Moreover, the Jews of Zorobabel's time obeyed the Prophet Zacharias (Zach., vi, 7); nor is there, in the Books of Esdras, any trace of so heinous a crime perpetrated in the Temple court.
...

Ansonsten findet man viele Biographien und Erklärungen zu Themen aus dem kirchlichen und religiösen Umfeld. Dazu Informationen zur entsprechenden Lehre, Literaturhinweise und Links zu weiterführenden Informationen.

Erstellt: 2003-12

Die komplette Liste der Einträge in dieser Enzyklopädie ist auf dem Etymologie-Portal in der rechten Navigationsleiste nach der Auswahl von "C" als "Catholic-Encyclopedia" aufrufbar.
(Aber Achtung: Die Datei hat eine Grösse von 450KB)

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Duden - Das große Vornamenlexikon

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2., völlig neu bearbeitete Auflage 2003
Über 6 000 Stichwörter, ca. 450 Abbildungen, mit 27 Tabellen 440 Seiten
(1.300 der 6.000 Vornamen sind neu aufgenommen worden.)
Gebunden, 15 x 22,7 cm
ISBN 3-411-06082-4
Ladenpreis 13,90 Euro
Dudenverlag Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich 2003
Das Nachschlagewerk erläutert Herkunft und Bedeutung von Vornamen und führt auch gängige Kurz- und Koseformen auf. Der Serviceteil informiert über standesamtliche Bestimmungen und Schreibweisen von Namen, gibt Tipps zur Namenwahl und enthält Hitlisten der beliebtesten Vornamen in 27 Ländern.
Das Vornamenlexikon beginnt mit einer ausführlichen Einleitung über Namenmoden, legt die Herkunft unseres Vornamengutes dar und erklärt die richtige Namenschreibung sowie die rechtlichen Bestimmungen zur Namengebung. Das "Herzstück" des Bandes ist der 300 Seiten umfassende Lexikonteil, der über 6.000 weibliche und männliche Vornamen von A bis Z verzeichnet.
Der besseren Übersicht wegen wurden männliche und weibliche Vornamen auf jeder Buchseite in zwei parallelen Spalten angeordnet und sind zusätzlich noch blau bzw. rot hervorgehoben.

Erstellt: 2003-12

Impressum

Erscheinungsdatum2003-12
TitelEtymologie-Newsletter
ISSN
International Standard Serial Number
- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version)
- ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version)
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Horst Conrad
Kneippstr.6
D-66482 Zweibrücken
E-Mail mailto:conrad-horst@etymologie.info
Erscheinungsweisewöchentlich die Liste der gesuchten Begriffe auf "http://www.etymologie.info/"
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(E?)(L?) http://www.tantalosz.de/latinum/e.php
Errare humanum est, perseverare diabolicum, corrigere divinum!
Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch, (sich) korrigieren (können) göttlich!

oder

(E?)(L?) http://fr.wikipedia.org/wiki/Errare_humanum_est,_perseverare_diabolicum
Humanum fuit errare, diabolicum est per animositatem in errore manere.
(Aurelius Augustinus, 353-430 n. Chr., Bischof von Hippo in Nordafrika) Sermons (164, 14)
Menschlich ist es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.