Buchstaben innerhalb eines Wortes, der (versehentlich) in einer falschen Schriftart gesetzt wurde. Irgendjemand hatte mal die Assoziation, dass ein Haufen durcheinander geratener Schrifttypen wie ein Schwarm Zwiebelfische aussehe. (Anm.: Also geht es letztlich doch auf den realen "Zwiebelfisch" zurück.) Da die Setzersprache bildhafte Ausdrücke sehr schätzt (man denke an "Hurenkind" und "Schusterjunge"), hat sich der "Zwiebelfisch" als Bezeichnung für falsch gesetzte Lettern etabliert. Und da diese Kolumne es sich zur Aufgabe gemacht hat, "falsch gesetzte" Wörter in deutschen Texten aufzuspießen, also "Zwiebelfische" im übertragenen Sinn, schwamm ihr der Name buchstäblich zu.
Die Idee, den Begriff "Zwiebelfisch" aus der Buchdruckersprache auf einen weiter gefassten sprachlichen Kontext zu übertragen, ist allerdings nicht ganz neu. Bereits 1910 gründete Franz Blei eine bibliophile Zeitschrift für Literatur und Kunst dieses Namens, die von 1911 an im Münchner Hyperion-Verlag von Hans von Weber und dessen Sohn fortgeführt wurde, bis ihr Erscheinen 1934 eingestellt wurde. Nach dem Krieg lebte die Zeitschrift kurzzeitig wieder auf, und zwar von 1946 bis 1948.
Heute ziert der Name "Zwiebelfisch" einen kleinen Buchverlag in Berlin, ein Magazin für Gestaltung von der Freien Hochschule für Grafik-Design in Freiburg, eine seit über 30 Jahren bestehende Kneipe in Berlin Charlottenburg sowie etliche Kochrezepte, in denen Fischfilet und jede Menge Gemüsezwiebeln eine Rolle spielen.
Die Rubrik "ABC" enthält das (Online-)Abc, das ständig erweitert wird. Jede Woche kommen neue Einträge hinzu, so dass es allmählich zu einem Nachschlagewerk heranwächst. Sollten Sie Ihr Lieblingsstichwort vermissen, so schreiben Sie es uns. Wir werden uns bemühen, es bei nächster Gelegenheit in das Abc einzubauen. Die Neueinträge werden jeweils unter dem aktuellen "Zwiebelfisch"-Artikel und den "Zwiebelfischchen" angekündigt.
... So etwas wie eine Sprachpolizei bräuchte man, die freundlich aber bestimmt auf Vergehen hinweist und Bußgelder verhängt. Freundliche Hinweise bekommt man auch im Zwiebelfisch, der Sprachkolumne, die Bastian Sick seit über einem Jahr wöchentlich für Spiegel-Online schreibt. Kaum zu glauben, dass man über Phänomene wie Fugen-s, unregelmäßige Verben oder sich epidemisch ausbreitende Suffixe so unterhaltsame Texte schreiben kann. Bastian Sick ist Entertainer und Oberlehrer in einer Person, ...
| Erscheinungsdatum | 2004-09 | Titel | Etymologie-Newsletter |
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- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version) - ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version) Die Deutsche Nationalbibliothek weltweites Verzeichnis des ISSN International Centre in Paris |
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