Etymologie-Newsletter 2004-09

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
Die Lehre von der Wortherkunft

Etymologie-Portal - Newsletter

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Die HTML-Version finden Sie auf dem Etymologie-Portal in der Rubrik "Newsletter".

Inhalt



Begrüssung / Feedback / Korrekturen / Vorwort

Liebe Etymologie-Amateure (und Profis),

ich begrüsse Sie zum neuen Etymologie-Newsletter

Der heutige Newsletter beschäftigt sich komplett mit der Spiegel-Abteilung "Zwiebelfisch". Möglicherweise ist dies hart am Rande des "Etymologie"-Themas. Aber ich denke, dass es dort doch genügend etynologische Hinweise gibt, um die Aufnahme ins Etymologie-Portal und die Vorstellung im Etymologie-Newsletter zu rechtfertigen.

Das Wort des Monats September ist "Casanova"

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

Wortgeschichten

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Als Wortgeschichten geht es heute um die beim "Zwiebelfisch" zu findenden Themen "Amerikanismen" und "/-Innen".

spiegel - Amerikanismen

(E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,297352,00.html
Interessant an diesem Artikel des "Zwiebelfisch" ist der Hinweis auf "Amerikanismen", die sich nicht in übernommenen Wörtern zeigen sondern in der Übernahme englischer/amerikanischer Formulierungen. Äusserlich sieht man diesen keinerlei Beeinflussung an, aber innerlich sind sie geprägt von englischer/amerikanischer Sprachkultur.
So lehnt sich das deutsche "etwas erinnern" (statt "sich an etwas erinnern") an das engl. "I rememeber" an. Das engl. "to meet someone" wird zu dt. "jemanden treffen" statt "sich mit jemandem treffen". Weiter Beispiele sind "das macht Sinn" (statt "das ist sinnvoll", "Ich denke" (statt "ich meine") oder "einmal mehr" (statt "noch einmal").
Schlimm wird es allerdings, wenn im Deutschen der Sinn verfälscht wird, wie in "Sind Sie bequem?", statt "Sitzen Sie bequem?". Oder "Ich rufe Sie zurück." statt "Ich rufe Sie wieder an.".
Weitere Beispiele schleichender Amerikanismen sind Ausdrücke wie "Halbzeit zwei", "Minute 68", Weltkrieg II" oder "in 2004".

Lesen Sie diesen Artikel und achten Sie zukünftig auf solche sprachlichen Unterwanderungen.

Erstellt: 2004-09

-Innen (W3)

(E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,293425,00.html
Bastian Sick stellt auf dieser Seite die Frage, warum zwar darauf geachtet wird, dass es "KollegInnen" und "StudentInnen" gibt, aber auf die Existenz von "ProletarierInnen" oder gar "VerbrecherInnen" gerne verzichtet wird. Als wortgeschichtlichen Hinweis auf das Auftreten der "-Innen" findet man: 100 Jahre Frauenbewegung haben unsere Gesellschaft deutlich verändert - und unsere Sprache auch.

Erstellt: 2004-09

Zwiebelfisch (W3)
Zweifelsfälle der deutschen Sprache

(E?)(L?) http://www.spiegel.de/zwiebelfisch/


(E?)(L?) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,256454,00.html


(E?)(L?) http://www.amazon.ca/exec/obidos/ASIN/3462034480/etymologporta-20


(E?)(L?) http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3462034480/etymologety0f-21


(E?)(L?) http://www.amazon.fr/exec/obidos/ASIN/3462034480/etymologetymo-21


(E?)(L?) http://www.amazon.co.uk/exec/obidos/ASIN/3462034480/etymologety0d-21


(E?)(L?) http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/3462034480/etymologpor09-20


(E?)(L?) http://www.zwiebelfisch-magazin.de/


(E?)(L1) http://www.typolexikon.de/z/zwiebelfische.html
Die Bezeichnung "Zwiebelfisch" geht in diesem Fall nicht auf den Karpfenfisch "Ukelei", mit der wissenschaftlichen Bezeichnung "Alburnus alburnus" zurück.
Dieser "Zwiebelfisch" kommt aus der Druckersprache und bezeichnet einen


Buchstaben innerhalb eines Wortes, der (versehentlich) in einer falschen Schriftart gesetzt wurde. Irgendjemand hatte mal die Assoziation, dass ein Haufen durcheinander geratener Schrifttypen wie ein Schwarm Zwiebelfische aussehe. (Anm.: Also geht es letztlich doch auf den realen "Zwiebelfisch" zurück.) Da die Setzersprache bildhafte Ausdrücke sehr schätzt (man denke an "Hurenkind" und "Schusterjunge"), hat sich der "Zwiebelfisch" als Bezeichnung für falsch gesetzte Lettern etabliert. Und da diese Kolumne es sich zur Aufgabe gemacht hat, "falsch gesetzte" Wörter in deutschen Texten aufzuspießen, also "Zwiebelfische" im übertragenen Sinn, schwamm ihr der Name buchstäblich zu.

Die Idee, den Begriff "Zwiebelfisch" aus der Buchdruckersprache auf einen weiter gefassten sprachlichen Kontext zu übertragen, ist allerdings nicht ganz neu. Bereits 1910 gründete Franz Blei eine bibliophile Zeitschrift für Literatur und Kunst dieses Namens, die von 1911 an im Münchner Hyperion-Verlag von Hans von Weber und dessen Sohn fortgeführt wurde, bis ihr Erscheinen 1934 eingestellt wurde. Nach dem Krieg lebte die Zeitschrift kurzzeitig wieder auf, und zwar von 1946 bis 1948.

Heute ziert der Name "Zwiebelfisch" einen kleinen Buchverlag in Berlin, ein Magazin für Gestaltung von der Freien Hochschule für Grafik-Design in Freiburg, eine seit über 30 Jahren bestehende Kneipe in Berlin Charlottenburg sowie etliche Kochrezepte, in denen Fischfilet und jede Menge Gemüsezwiebeln eine Rolle spielen.


Bastian Sick bietet auf den "SPIEGEL"-Seiten unter der Bezeichnung "Zwiebelfisch" ein Glossar zu den Zweifelsfällen der deutschen Sprache - basierend auf den am häufigsten gestellten Fragen unserer Leser zu Stil, Rechtschreibung und Grammatik.

Bei "Kiepenheuer & Witsch" ist auch ein Buch mit 47 ausgewählten Artikeln unter dem Titel "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" erschienen.
Sämtliche "Zwiebelfisch"-Texte sind auch auf der angegebenen Seite abrufbar.

In den Rubriken "Der Zwiebelfisch | Zwiebelfischchen | Post | Fragen | ABC" findet man viele Artikel rund um die deutsche Sprache. Neben grammatischen Fragen und Antworten findet man auch viele etymologisch interessante Hinweise.

Eine Gesamtübersicht auf einer Seite vermisse ich, und es wird auch nicht ganz klar, was der Unterschied zwischen den Artikeln unter "Zwiebelfisch" und den Artikeln unter "Zwiebelfischchen" ist. Zu beachten ist auch, dass alle Rubriken mehrere "Übersichtsseiten" haben, die man nacheinander mit "WEITERE ARTIKEL" am Ende der Seite erreicht. - Kurz: Ich finde die Navigation etwas umständlich, und auch mit einem ISDN-Zugang etwas zeitraubend.
Dennoch ist dieses Angebot des "SPIEGEL" sehr zu empfehlen.

Die Rubrik "Der Zwiebelfisch" behandelt vorwiegend grammatische Problemfälle. Darunter findet man (aber) immer wieder auch allgemeine sprachliche Anhandlungen und eben auch etymologische Hinweise.
Beispiele dazu sind auf dem Etymologie-Portal z.B. unter "Amerikanismen (spiegel)" und "-Innen" zu finden.

Die Rubrik "Der Zwiebelfisch" enthielt am 2004-09-12 folgende Beiträge:

Die Rubrik "Zwiebelfischchen" behandelt vorwiegend sprachliche Unglücksfälle. Diese sind meist mit einem Bild aus Werbung, Verkehrszeichen oder sonstigen öffentlichen Hinweisen belegt. Als etymologisches Beispiel sei hier auf die Abbildung von Winston Churchill hingewiesen, als er das "V-Zeichen" = "Sieges-Zeichen" (= "Victory-Zeichen") macht. Die Verbreitung dieses Handzeichens wird immer wieder mit ihm in Verbindung gebracht.

Die Rubrik "Zwiebelfischchen" enthielt am 12.09.2004 folgende Beiträge:

Die Rubrik "Post" enthält (thematisch sortierte) Mitteilungen der Leser zu den Artikeln des "Zwiebelfisch". Hier habe ich kaum etymologisch interessante Hinweise gefunden. Aber wussten Sie, dass es einen Ort "Welt" gibt? (E?)(L?) http://www.gemeinde-welt.de/


Die Rubrik "Post" enthielt am 12.09.2004 folgende Beiträge:

Die Rubrik "Fragen" enthält Fragen der Leser an den "Zwiebelfisch" und die Antworten des "Zwiebelfisch". Diese Rubrik scheint mir die meisten etymologisch interessanten Hinweise zu enthalten. Leider ist gerade dieser Bereich noch sehr ausbaufähig. Beispiele finden Sie auf dem "Etymologie-Portal" unter "Nagelprobe", "Puff", "Silvester" und "Faust - wie die Faust auf's Auge".

Die Rubrik "Fragen" enthielt am 12.09.2004 folgende Beiträge:


Die Rubrik "ABC" enthält das (Online-)Abc, das ständig erweitert wird. Jede Woche kommen neue Einträge hinzu, so dass es allmählich zu einem Nachschlagewerk heranwächst. Sollten Sie Ihr Lieblingsstichwort vermissen, so schreiben Sie es uns. Wir werden uns bemühen, es bei nächster Gelegenheit in das Abc einzubauen. Die Neueinträge werden jeweils unter dem aktuellen "Zwiebelfisch"-Artikel und den "Zwiebelfischchen" angekündigt.


Die Rubrik "ABC" enthielt am 2004-09-12 folgende Beiträge:

Erstellt: 2004-09

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Sick, Bastian
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

(E?)(L?) http://www.amazon.ca/exec/obidos/ASIN/3462034480/etymologporta-20


(E?)(L?) http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3462034480/etymologety0f-21


(E?)(L?) http://www.amazon.fr/exec/obidos/ASIN/3462034480/etymologetymo-21


(E?)(L?) http://www.amazon.co.uk/exec/obidos/ASIN/3462034480/etymologety0d-21


(E?)(L?) http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/3462034480/etymologpor09-20
Broschiert - 256 Seiten - Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum: September 2004


... So etwas wie eine Sprachpolizei bräuchte man, die freundlich aber bestimmt auf Vergehen hinweist und Bußgelder verhängt. Freundliche Hinweise bekommt man auch im Zwiebelfisch, der Sprachkolumne, die Bastian Sick seit über einem Jahr wöchentlich für Spiegel-Online schreibt. Kaum zu glauben, dass man über Phänomene wie Fugen-s, unregelmäßige Verben oder sich epidemisch ausbreitende Suffixe so unterhaltsame Texte schreiben kann. Bastian Sick ist Entertainer und Oberlehrer in einer Person, ...


Erstellt: 2004-09

Impressum

Erscheinungsdatum2004-09
TitelEtymologie-Newsletter
ISSN
International Standard Serial Number
- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version)
- ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version)
Die Deutsche Nationalbibliothek


weltweites Verzeichnis des ISSN International Centre in Paris
Herausgeber
Postanschrift
Horst Conrad
Kneippstr.6
D-66482 Zweibrücken
E-Mail mailto:conrad-horst@etymologie.info
Erscheinungsweisewöchentlich die Liste der gesuchten Begriffe auf "http://www.etymologie.info/"
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(E?)(L?) http://www.tantalosz.de/latinum/e.php
Errare humanum est, perseverare diabolicum, corrigere divinum!
Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch, (sich) korrigieren (können) göttlich!

oder

(E?)(L?) http://fr.wikipedia.org/wiki/Errare_humanum_est,_perseverare_diabolicum
Humanum fuit errare, diabolicum est per animositatem in errore manere.
(Aurelius Augustinus, 353-430 n. Chr., Bischof von Hippo in Nordafrika) Sermons (164, 14)
Menschlich ist es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.