Etymologie-Newsletter 2004-11

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
Die Lehre von der Wortherkunft

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Begrüssung / Feedback / Korrekturen / Vorwort

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ich begrüsse Sie zum neuen Etymologie-Newsletter



Das Wort des Monats Dezember ist "Playboy"

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Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

Wortgeschichten

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Statt einzelner Wortgeschichten füge ich einige Abschnitte aus der heutigen Link- bzw. Buchempfehlung ein:

Beispiele aus: Hermann Paul: Prinzipien der Sprachgeschichte

(E1)(L1) http://gutenberg.spiegel.de/paulh/prinzip/paulka04.htm

...
Die angeführten Beispiele zeigen, dass die ältere allgemeinere Bedeutung neben der jüngeren spezielleren ungestört fortbestehen kann. In anderen Fällen ist die erstere untergegangen. Unser Fass hat ursprünglich jede Art von Gefäss bezeichnet (vgl. noch Zusammensetzungen wie Salzfass, Tintenfass etc.); Miete ist ursprünglich überhaupt »Lohn«, »Vergeltung«; List ist noch im Mhd. = »Klugheit« ohne üblen Nebensinn, Reue = »Seelenschmerz« überhaupt, Hochzeit = »Festlichkeit«; Brunnen ist früher = »Quell«, ohne dass eine künstliche Einfassung dabei zu sein braucht (vgl. noch Sauerbrunnen u. dgl.); Lehen ist ursprünglich überhaupt »etwas Geliehenes« (vgl. Darlehen); genesen bedeutet ursprünglich überhaupt »am Leben bleiben«, »mit dem Leben davon kommen«, z. B. auch in einem Kampfe, einer Hungersnot; nähren ist eigentlich das Kausativum dazu, bedeutet also ursprünglich »am Leben erhalten«, z. B. auch mit Bezug auf die Tätigkeit des Arztes oder den Schirm im Kampfe.
...


(E1)(L1) http://gutenberg.spiegel.de/paulh/prinzip/paulka11.htm

...
Bei der Wendung in die Schanze [218 Elftes Kapitel. Bildung neuer Gruppen.] schlagen denkt man kaum daran, dass man es mit einem andern Worte als dem gewöhnlichen Schanze zu tun hat; es ist = franz. chance.
...
Seltener ist es, dass ein Wort als Ableitung von einem andern gefasst wird, mit dem es ursprünglich nichts zu schaffen hat. Nhd. Sucht wird vom Sprachgefühl als zu suchen gehörig empfunden, ist aber hervorgegangen aus mhd. suht (= got. sauhts), das mit mhd. suochen (got. sôkjan) nichts zu schaffen hat. Die neuhochdeutsche Anlehnung an suchen ist ausgegangen von Kompositis wie Wassersucht, Mondsucht, Gelbsucht, Schwindsucht, Eifersucht, Sehnsucht, Ehrsucht etc., die man als Begierde nach dem Wasser, nach dem Monde, gelb zu werden, zu eifern etc. auffasste. H. Sachs fasst -sucht noch als Krankheit, wenn er sagt wann er hat auch die Eifersucht. Vgl. dagegen den bekannten Spruch Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Laube hat mit Laub, wozu es jetzt gezogen wird, nichts zu schaffen, da die Grundbedeutung »gedeckter Gang« ist. Laute wird als zu Laut gehörig empfunden, ist aber ein aus dem Arabischen stammendes Lehnwort. Bei hantieren aus franz. hanter denkt man an Hand, bei fallieren aus franz. faillir an fallen, bei beschwichtigen, niederdeutscher Form zu mhd. swiften, an schweigen, bei schmälen (eigentlich schmal, klein machen) an schmähen. Herrschaft, herrlich, herrschen sind aus hehr abgeleitet (daher mhd. hêrschaft etc.), werden aber jetzt auf Herr bezogen, womit sie ursprünglich nur indirekt verwandt sind.
...


Erstellt: 2004-11

spiegel - Paul, Hermann
Prinzipien der Sprachgeschichte

(E?)(L1) http://gutenberg.spiegel.de/autoren/paulh.htm


(E1)(L1) http://gutenberg.spiegel.de/paulh/prinzip/paulinha.htm
Im Projekt Gutenberg findet man auch eine Kurzbiografie von Paul Hermann und seine "Prinzipien der Sprachgeschichte" im Volltext.
Hermann Paul - Geboren am 7.8.1846 in Salbke bei Magdeburg; gestorben am 29.12.1921 in München.
Paul war Professor für Germanistik in Freiburg i.Br. und München, einer der Junggrammatiker, Mitbegründer (1876) und Mitherausgeber der Zeitschrift »Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur«, Herausgeber des »Grundriß der germanischen Philologie« (2 Bde., 1891-93) und Begründer (1881) der »Altdeutschen Textbibliothek«.
Werke u.a.:

Im Projekt Gutenberg-DE vorhanden: Prinzipien der Sprachgeschichte
Besonders die Kapitel scheinen mir in etymologischer Hinsicht interessant zu sein.
Aber vermutlich enthalten alle Kapitel auch interessante etymologische Hinweise. Ich werde die einzelnen Kapitel, sobald ich sie gelesen habe, in die entsprechenden Rubriken des "Etymologie-Portals einordnen.
So handelt z.B. das Elfte Kapitel "Bildung neuer Gruppen" in weiten Teilen von "Volksetymologie", mit vielen Beispielen falscher etymologischer Zuordnungen. Dieses Kapitel habe ich entsprechend schon in die Rubrik "DE - Falsche Freunde" aufgenommen.

Erstellt: 2004-11

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Hermann Paul - Prinzipien der Sprachgeschichte

(E?)(L?) http://www.amazon.ca/exec/obidos/ASIN/3484220058/etymologporta-20


(E?)(L?) http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3484220058/etymologety0f-21


(E?)(L?) http://www.amazon.fr/exec/obidos/ASIN/3484220058/etymologetymo-21


(E?)(L?) http://www.amazon.co.uk/exec/obidos/ASIN/3484220058/etymologety0d-21


(E?)(L?) http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/3484220058/etymologpor09-20
Wer statt der Online-Version lieber ein Buch in die Hand nimmt, kann die "Prinzipien der Sprachgeschicht" von "Hermann Paul" auch als broschierte Ausgabe (Niemeyer, Tübingen) erhalten.

Erstellt: 2004-11

Impressum

Erscheinungsdatum2004-11
TitelEtymologie-Newsletter
ISSN
International Standard Serial Number
- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version)
- ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version)
Die Deutsche Nationalbibliothek


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Herausgeber
Postanschrift
Horst Conrad
Kneippstr.6
D-66482 Zweibrücken
E-Mail mailto:conrad-horst@etymologie.info
Erscheinungsweisewöchentlich die Liste der gesuchten Begriffe auf "http://www.etymologie.info/"
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(E?)(L?) http://www.tantalosz.de/latinum/e.php
Errare humanum est, perseverare diabolicum, corrigere divinum!
Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch, (sich) korrigieren (können) göttlich!

oder

(E?)(L?) http://fr.wikipedia.org/wiki/Errare_humanum_est,_perseverare_diabolicum
Humanum fuit errare, diabolicum est per animositatem in errore manere.
(Aurelius Augustinus, 353-430 n. Chr., Bischof von Hippo in Nordafrika) Sermons (164, 14)
Menschlich ist es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.