Etymologie-Newsletter 2005-07

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
Die Lehre von der Wortherkunft

Etymologie-Portal - Newsletter

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Liebe Etymologie-Amateure (und Profis),

ich begrüsse Sie zum neuen Etymologie-Newsletter.

Diesen Monat geht der Etymologie-Newsletter 'mal wieder spät 'raus. Ich hatte mir in den letzten Wochen ein paar Stichwörter vorgenommen, deren Bearbeitung längere dauerte als erwartet. Und drei neue "Projekte" sind schon wieder angefangen.

Die HTML-Version finden Sie auf dem Etymologie-Portal in der Rubrik "Newsletter".

Sie finden in diesem Newsletter:

Das Wort des Monats Juli ist "ausgekocht"

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der linken Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

Wortgeschichten

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Als Wortgeschichten habe ich mir heute einiges um "redout" vorgenommen.

Diesen Monat möchte ich Ihnen am Beispiel von "redout" auch etwas zur Entstehung der Beiträge des Etymologie-Portals vermitteln. Ausserdem erhalte ich ab und zu Hinweise von Lesern, denen die Gesamt-Struktur nicht ersichtlich ist. Deshalb möchte ich Ihnen auch gleichzeitig etwas zum Aufbau der Internetpräsenz näherbringen.

Ich hatte mir also vor einigen Wochen ein Buch von "Pierre-Joseph Redouté" mit dem Titel "Romantic Roses" gekauft. Und zwar weil "Pierre-Joseph Redouté" der Hofmaler der Kaiserin Joséphine Bonaparte die Rosen ihres Rosengartens "Malmaison" ("Jardin de Malmaison") gemalt hat ("Malmaison" = "schlechtes Haus", vielleicht weil das ursprüngliche - längst nicht mehr vorhanden Gebäude in schlechtem Zustand war...?). Die Lithographien der "Rosen" Redouté's erschienen 1817-1824.

Und natürlich gibt es auch eine Rose "Redouté", die nach ihm benannt wurde.

Frz. "redouté" geht zurück auf lat. "reducere" = "zurückführen" von lat. "re-" = "zurück" und lat. "ducere" = "führen", worauf auch "reduzieren" zurückgeführt werden kann. Und wer sich "zurückzieht", der "fürchtet" sich. Auch im Deutschen findet man gelegentlich noch die "Redoute" zum Beispiel als Bezeichnung für einen Ortsteil oder ein noch real vorhandenes "Bollwerk". Die "Festung" war eben das Bauwerk, in das man sich vor dem Feind "zurückzog".

(E?)(L?) http://www.laredoute.at/at/qui/qui.php
Einige Leser kennen vielleicht das französische Versandhaus "La Redoute". Das Stammhaus wurde 1875 von Joseph Pollet als Wollweberei in Roubaix gegründet - und zwar auf dem Gelände einer alten Festung (frz. "redoute"). Der Firmenname "LA REDOUTE" entsteht.

Und dann gibt es da z.B. noch engl. "redoubt" und "redoubtable" die auf der Seite "UK Militarismen" im "Etymologie-Portal" untergebracht sind.

redoubt
Duce
reduzieren (W3)

(E1)(L1) http://www.etymonline.com/


(E?)(L?) http://dictionary.reference.com/wordoftheday/archive/1999/06/11.html


(E?)(L?) http://dictionary.reference.com/wordoftheday/archive/2002/01/23.html


(E?)(L?) http://dictionary.reference.com/wordoftheday/archive/2005/04/12.html


(E1)(L1) http://www.wordsmith.org/awad/
Jul 03

Das engl. "redoubt" = "A small and usually temporary defensive fortification" = "Schanze", "Bollwerk", "Zuflucht" kam 1608 von frz. "redoute" nach England. Nach Frankreich kam es von ital. "ridotto" = "verkleinert", "reduziert", "gekürzt". Das lat. "reductus" hatte schon die Bedeutung "Zuflucht", "Schlupfwinkel", "verborgener Platz" und ist abgeleitet von lat. "reducere" = "zurückführen" von lat. "re-" = "zurück" und lat. "ducere" = "führen".

Die "Redoute" ist also der "Rückzugs-Ort" zum Sammeln der Verteidigungskräfte.

Mit lat. "ducere" hat man auch die Übersetzung von "Duce (del fascismo)" = "Führer (des Faschismus)", des Titels des italienischen Faschistenführers Benito Mussolini (1883-1945).
Das "b" in engl. "redoubt" hat sich übrigens, unter dem Einfluss von engl. "doubt" = "zweifeln", "misstrauen", eingeschmuggelt.

Übrigens lässt sich auch "reduzieren" direkt auf lat. "reducere" zurückführen und zwar im Sinne von "(auf das richtige Maß) zurückführen.

Erstellt: 2005-07

redoubtable (W3)

(E1)(L1) http://www.etymonline.com/


(E1)(L1) http://www.marthabarnette.com/learn.html


(E?)(L?) http://dictionary.reference.com/wordoftheday/archive/2004/05/17.html


(E1)(L1) http://www.wordsmith.org/awad/archives/0403
Das engl. "redoubtable" = "arousing fear or alarm", "formidable", "illustrious", "eminent", "worthy of respect or honor" = "furchtbar", "schrecklich", "gewaltig" geht zurück auf altfrz. "redouter" = "to dread" = "fürchten" und weiter auf lat. "redubitare" = "to fear", wörtlich "to doubt back at" von lat. "re-" + "dubitare" = "to doubt".
Wer "zweifelt" macht schon einen kleinen "Rückzieher".

Das, was einen zum "Rückzug" zwingt, ist also etwas "Furchteregendes", wörtlich eben "das zum Rückzug (zwingende)".

Worauf sich lat. "reducere" = "zurückführen" und lat. "redubitare" = "zurückzweifeln" gemeinsam zurückführen lassen ist allerdings noch etwas im Dunkeln.

Erstellt: 2005-07

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Post, Rudolf
Kleines Pfälzisches Wörterbuch

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Gebundene Ausgabe - Edition Tintenfaß
Erscheinungsdatum: Dezember 2000
ISBN: 393746705X

Der Text auf der Rückseite des Buches lautet:

Im Gegensatz zum großen, mehrbändigen Pfälzischen Wörterbuch soll dieses hier vorgelegte Wörterbuch vor allem einen Überblick über wichtige und interessante Wörter im Pfälzischen bieten, wobei diejenigen Wörter, die nicht in der Standardsprache vorkommen oder die sich in Lautung, ihrem Genus, der Flexion oder Bedeutung von ihr abheben, bevorzugt herausgestellt werden. In erster Linie wird also das mundartliche Sondergut berücksichtigt, besonders wenn es in einem größeren Gebiet bezeugt ist.

Das 167-seitige Werk versteht sich also nicht in erster Linie als etymologisches Werk, aber man findet denoch genügend Hinweise auf die Herkunft Pfälzischer Ausdrücke.

Als Beispiel sei "Latwerge" angegeben. Dieser Zwetschgen-Pflaumenmus" kommt natürlich in verschiedenen mundartlichen Varianten vor, wie etwa "Laddwersch", "Laddwerg", "Laddwerich", "Laddwerj", "Laddwerjer", "Lertwerch", aber auch als "Latschmiere", "Leckmerich" oder "Leckschmiere".

Der lateinische Ursprung ist "electuarium" = "Heilsaft". Die alten Römer hatten dem Pflaumenmus wohl heilende Kräfte zugebilligt.

Ergänzend kann man anführen, dass das lat. "electuarium" weiter auf lat. "electus" = "erlesen" und griech. "ekleiktón" = "Arznei, die man im Munde zergehen lässt" zurückgeführt werden kann. Und zu "Latwerch" wurde es kräftig über lat. "(e)lactuarium", altfrz. "(é)lectuaire" und mhd. "la(c)twarje" gekocht.

Eigentlich ist dieses umgangssprachliche Wort also ein sehr erlesener Begriff.

Erstellt: 2005-07

Impressum

Erscheinungsdatum2005-07
TitelEtymologie-Newsletter
ISSN
International Standard Serial Number
- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version)
- ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version)
Die Deutsche Nationalbibliothek


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Herausgeber
Postanschrift
Horst Conrad
Kneippstr.6
D-66482 Zweibrücken
E-Mail mailto:conrad-horst@etymologie.info
Erscheinungsweisewöchentlich die Liste der gesuchten Begriffe auf "http://www.etymologie.info/"
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Errare humanum est, perseverare diabolicum, corrigere divinum!
Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch, (sich) korrigieren (können) göttlich!

oder

(E?)(L?) http://fr.wikipedia.org/wiki/Errare_humanum_est,_perseverare_diabolicum
Humanum fuit errare, diabolicum est per animositatem in errore manere.
(Aurelius Augustinus, 353-430 n. Chr., Bischof von Hippo in Nordafrika) Sermons (164, 14)
Menschlich ist es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.