Etymologie-Newsletter 2006-01 (monatliche Ausgabe)

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
Die Lehre von der Wortherkunft

Etymologie-Portal - Newsletter

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
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Das Wort des Monats Januar ist "sich auf seine vier Buchstaben setzen"

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Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der rechten Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

Wortgeschichten

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Als Wortgeschichten habe ich mir heute "Alraune" und "Floskel" vorgenommen.

Alraune, Alb, Alberich, Albtraum, Alptraum, raunen, Rune (W2)

(E2)(L1) http://www.blueprints.de/wortschatz/


(E2)(L1) http://www.botanikus.de/Gift/alraune.html
Die "Alraune" ("Mandragora") ist eine Wurzel von menschenähnlicher Gestalt, die zu zauberischen Zwecken verwendet wurde. Der Mandragora-Glaube ist orientalischen Ursprungs und auf verschiedenen Wegen, besonders durch die gelehrt-magische Literatur, nach Mitteleuropa gelangt.
Schon im klassischen Altertum wurde das Nachtschattengewächs "Mandragora" zum Liebeszauber und als Betäubungsmittel benutzt.
(© blueprints Team)

Genau ist es nicht mehr nachzuvollziehen, aber es geht vermutlich zurück auf "Alb-raunen".
Der "Alb" entstammt der Familie der "Elfen" mit "Alberich" als "Elfenkönig". Er setzte sich nachts auf die Brust des Schlafenden und verursachte ihm "Albträume" bzw. "Alpträume".
Das "leise Sprechen" nennt man auch heute noch gelegentlich "raunen". Dieses geht weiter zurück auf die "Rune", ahd. "runa" = "Geheimnis", "(heimliches) Geflüster". Davon erhielten die "geheimnisvollen Zeichen der Germanen die Bezeichnung "Runen" bzw. "Runenschrift".
Und irgendwie mengte der Volksglaube das "menschenähnliche Aussehen" der Wurzel mit dem Murmeln von mystischer Handlungen zu "Alraune".

Erstellt: 2006-01

Blume
etwas durch die Blume sagen, Floskel (W3)

Der Ausdruck für eine "verhüllte Andeutung" wurde von zwei Voraussetzungen begünstigt. Einmal hatten in früheren Zeiten (und wohl auch heute noch) Blumen eine bestimmte Bedeutung, so dass man ganz real "Blumen sprechen lassen" konnte/kann. Zum anderen wurde eine üppige Sprache in der Rhetorik schon recht früh als "Flosculus" = "Blümchen" (eingedeutscht "Floskel") bezeichnet. Und so kann man eben auch in übertragenem Sinne "etwas durch die Blume sagen".

Erstellt: 2006-01

about.com
Plant Names - Flowering Parts

(E?)(L?) http://ancienthistory.about.com/library/bl/bl_florus_names.htm

Flower Name Meanings
Florus, Flora, Florum
The following words are used in plant names to describe the flowering section of plants. The ending of most of these words and the beginning of a few others derive from the past participle (florus, flora, florum) of the Latin verb to flower, floreo.
...


In den lat. Bezeichnungen beziehen sich die Adjektive auf die Substantive. Bei männlichen Pflanzennamen endet die Bezeichnung auf "-us" ("Asparagus" = "Spargel"), bei weiblichen Pflanzennamen endet die Bezeichnung (normalerweise) auf "-a", das Neutrum endet auf "-um" ("Lilium" = "lily" = "Lilie", "Lilium longiflorum" = "Lilie mit langen Blüten").

Aber wie sollte es anders sein? - Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen.

Es folgt eine Liste mit Beispielen lateinischer Pflanzennamen und der englischen Bedeutung.

Erstellt: 2006-01

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Düll, Ruprecht
Kutzelnigg, Herfried
Ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter
Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands

Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe - 577 Seiten - Quelle & Meyer
Erscheinungsdatum: April 2005
Auflage: 6., vollst. neu bearb. Aufl.
ISBN: 3494013977


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Kenntnisse über Systematik, Namen, Vorkommen, Blüten und Früchte werden ebenso vermittelt wie Informationen zu Inhaltsstoffen und verwendbarkeit der Pflanzen in Küche und Garten.
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Zu über 450 Arten (weitere ca. 500 Arten werden kürzer charakterisiert) liefert es dem Leser ausführliche Informationen über Vorkommen, Blüten, Früchte, Verwendung und Ökologie. Ersteres beinhaltet dabei nicht nur Standort und ggfls. Ursprung der Pflanzen, sondern auch oft lesenswerte Hintergründe über die Etymologie der deutschen und/oder lateinischen Namen und dem zugrundeliegenden mythologischen oder antiken Ursprung, was einen für mich persönlich besonderen Reiz des Buches ausmacht.
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Erstellt: 2006-01

Impressum

Erscheinungsdatum2006-01
TitelEtymologie-Newsletter
ISSN
International Standard Serial Number
- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version)
- ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version)
Die Deutsche Nationalbibliothek
Herausgeber
Postanschrift
Horst Conrad
Kneippstr.6
D-66482 Zweibrücken
E-Mail mailto:conrad-horst@etymologie.info
Erscheinungsweisewöchentlich die Liste der gesuchten Begriffe auf "http://www.etymologie.info/"
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(E?)(L?) http://www.tantalosz.de/latinum/e.php
Errare humanum est, perseverare diabolicum, corrigere divinum!
Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch, (sich) korrigieren (können) göttlich!

oder

(E?)(L?) http://fr.wikipedia.org/wiki/Errare_humanum_est,_perseverare_diabolicum
Humanum fuit errare, diabolicum est per animositatem in errore manere.
(Aurelius Augustinus, 353-430 n. Chr., Bischof von Hippo in Nordafrika) Sermons (164, 14)
Menschlich ist es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.