Einleitung
Die Entstehungsgeschichte des vorliegenden Werkes beginnt mit der Veröffentlichung des letzten Bandes von Johannes Kramers EWD, in dem dieser Folgendes mitteilt: "entsprechend dem französischen und spanischen Sonderteil bei Diez sollte auch im EWD jeweils ein Sonderteil die Wörter erfassen, die es im Abteital nicht gibt. Aus einem praktisch-organisatorischen und einem in der Entwicklung des wissenschaftlichen Umfeldes liegenden Grundes kommt dieser Plan nicht wie vorgesehen zur Ausführung" (EWD VIII: 7).
Der buchensteinische Sonderteil soll von EWD-Mitarbeiterin Ruth Boketta-Homge in Angriff genommen worden und so gut wie fertig gewesen sein. Die vorläufige Version aus Verweisen und etymologischen Artikeln soll - im EWD-Layout - 500 Seiten umfasst haben. Dies hätte mit Kramers Worten den letzten EWD-Band "zu einem Monstrum von zwischen 1500 und 2000 Seiten anschwellen lassen, die Horrorvorstellung jedes Lexikographen. Hier drängte es sich einfach aus praktischen Gründen auf, die Notbremse zu ziehen, und diese Entscheidung wurde durch ein nochmaliges Überdenken des wissenschaftlichen Umfeldes erleichtert" (EWD VIII: 8). So sei das Buchensteinische ohnehin schon gut durch zwei Arbeiten etymologisiert; gemeint sind wohl Tagliavinis Arbeit von 1934 und Pallabazzers Arbeit von 1980 (zusätzlich sollte noch 1986 genannt werden).
Das Grödnische sei fast ebenso gut durch Lardschneiders etymologische Anmerkungen bearbeitet. Für das Ennebergische verweist Kramer auf die Arbeit von Kuen (1980-1981).
Lediglich für das Fassanische stellt Kramer fest, dass es "für dessen Etymologie [...] heute noch [...] traurig aussieht" (EWD VIII: 8). Für das Fassanische sollten aber die wertvollen etymologischen Angaben in Elwerts (1943) Monographie sowie Hubschmids (1950) Diskussion einiger dieser Vorschläge nicht ungenannt bleiben.
Da offensichtlich nicht einmal der schon weit gediehene buchensteinische EWD-Sonderteil publiziert werden soll, wuchs in mir die Idee, eine Sammlung des Sonderwortschatzes ggf. mit etymologischen Hinweisen auf der Grundlage des jeweils wichtigsten Wörterbuches für die Talvarietäten erstellen.
Daraus entstand das Projekt für die vorliegenden "Materialien für ein etymologischen Wörterbuch des Dolomitenladinischen" ("MEWD"), das ich sodann bei der Luigi-Heilmann-Stiftung im Rahmen eines Forschungswettbewerbes als Vorschlag einreichte.
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| Erscheinungsdatum | 2006-02 | Titel | Etymologie-Newsletter |
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