Etymologie-Newsletter 2006-02 (monatliche Ausgabe)

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
Die Lehre von der Wortherkunft

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Das Wort des Monats Februar ist "sauertöpfisch"

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Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der rechten Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

Wortgeschichten

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Als Wortgeschichten habe ich mir heute "amanonder" und "sotsëura" vorgenommen. Dabei handelt es sich um zwei Wörter aus dem umfangreichen Durcheinander von Sprachen und Dialekten im und um den Alpenraum. In diesem Fall handelt es sich um dolomitenladinische Wörter. Die Beispiele stammen aus dem online zugänglichen PDF-Dokument von Joachim Grzega, das ebenfalls zusammen mit dem "Etymologischen Wörterbuch des Dolomitenladinischen" von Johannes Kramer vorgestellt wird.

amanonder, manonder (W3)

(E1)(L1) http://www1.ku-eichstaett.de/SLF/EngluVglSW/MEWD.pdf
Dieses Wort aus dem "Grödnischen Teil" erinnert doch sehr stark an "umeinander". Und so bedeutet es auch "herum", "umher".

Im Fassanischen und im Buchensteiner Teil heißt es dagegen nur noch "manonder".

Erstellt: 2006-02

sotsëura, sotissura (W2)

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Ladinisch ("Grödnisch") "sotsëura" = "Unordnung" setzt sich zusammen aus "sot" = "tief", "unter" (lat. "subtum") und "sëura" = "über" (lat. "supra").

Eine andere Variante lautet gad. "sotissura" = "Durcheinander".

Die deutsche Entsprechung lautet natürlich "drunter und drüber". (Während die "direkte Übersetzung von "sotsëura" nur "(d)runter(d)rüber" lautet.)

Erstellt: 2006-02

ku-eichstaett
Grzega, Joachim
Materialien zu einem Etymologischen Wörterbuch des Dolomitenladinischen (MEWD)

(E1)(L1) http://www1.ku-eichstaett.de/SLF/EngluVglSW/MEWD.pdf
317-seitiges Wörterbuch im PDF-Format.

"Ladinisch" ist die Sprache der "Ladiner" einer rätoromanischen Volksgruppe in Südtirol.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

Die Entstehungsgeschichte des vorliegenden Werkes beginnt mit der Veröffentlichung des letzten Bandes von Johannes Kramers EWD, in dem dieser Folgendes mitteilt: "entsprechend dem französischen und spanischen Sonderteil bei Diez sollte auch im EWD jeweils ein Sonderteil die Wörter erfassen, die es im Abteital nicht gibt. Aus einem praktisch-organisatorischen und einem in der Entwicklung des wissenschaftlichen Umfeldes liegenden Grundes kommt dieser Plan nicht wie vorgesehen zur Ausführung" (EWD VIII: 7).
Der buchensteinische Sonderteil soll von EWD-Mitarbeiterin Ruth Boketta-Homge in Angriff genommen worden und so gut wie fertig gewesen sein. Die vorläufige Version aus Verweisen und etymologischen Artikeln soll - im EWD-Layout - 500 Seiten umfasst haben. Dies hätte mit Kramers Worten den letzten EWD-Band "zu einem Monstrum von zwischen 1500 und 2000 Seiten anschwellen lassen, die Horrorvorstellung jedes Lexikographen. Hier drängte es sich einfach aus praktischen Gründen auf, die Notbremse zu ziehen, und diese Entscheidung wurde durch ein nochmaliges Überdenken des wissenschaftlichen Umfeldes erleichtert" (EWD VIII: 8). So sei das Buchensteinische ohnehin schon gut durch zwei Arbeiten etymologisiert; gemeint sind wohl Tagliavinis Arbeit von 1934 und Pallabazzers Arbeit von 1980 (zusätzlich sollte noch 1986 genannt werden).
Das Grödnische sei fast ebenso gut durch Lardschneiders etymologische Anmerkungen bearbeitet. Für das Ennebergische verweist Kramer auf die Arbeit von Kuen (1980-1981).
Lediglich für das Fassanische stellt Kramer fest, dass es "für dessen Etymologie [...] heute noch [...] traurig aussieht" (EWD VIII: 8). Für das Fassanische sollten aber die wertvollen etymologischen Angaben in Elwerts (1943) Monographie sowie Hubschmids (1950) Diskussion einiger dieser Vorschläge nicht ungenannt bleiben.
Da offensichtlich nicht einmal der schon weit gediehene buchensteinische EWD-Sonderteil publiziert werden soll, wuchs in mir die Idee, eine Sammlung des Sonderwortschatzes ggf. mit etymologischen Hinweisen auf der Grundlage des jeweils wichtigsten Wörterbuches für die Talvarietäten erstellen.
Daraus entstand das Projekt für die vorliegenden "Materialien für ein etymologischen Wörterbuch des Dolomitenladinischen" ("MEWD"), das ich sodann bei der Luigi-Heilmann-Stiftung im Rahmen eines Forschungswettbewerbes als Vorschlag einreichte.
...


Dieses umfangreiche Online-Dokument bezieht sich also auf das als Buchausgabe erschienene Werk "Etymologisches Wörterbuch des Dolomitenladinischen" ("EWD") von "Johannes Kramer". Joachim Grzega hat hierzu weitere Wort-Beispiele gesammelt und auch durch zusätzliche etymologische Anmerkungen ergänzt.

Folgende Wörter werden in dem Wörterbuch (als eigenes Stichwort) aufgeführt.
(Neben den hier übernommenen Stichwörtern findet man auch noch einige Ableitungen erwähnt und erklärt.)

Einige Beispiele aus diesem Dokument finden Sie auch auf dieser Seite in etwas freien Zitaten.
Einige Begriffe erinnern sogar an saarländische Ausdrücke, wie etwa der "sudler".

Erstellt: 2006-02

(Die Wörterliste finden Sie im "Etymologie-Portal" auf der Seite "IT Regionen - Venetien" (IT = Italien))

Buchtipp

Die Buchempfehlung für heute ist:

Kramer, Johannes
Etymologisches Wörterbuch des Dolomitenladinischen (EWD)

von Johannes Kramer (Herausgeber)
Gebundene Ausgabe - 3472 Seiten - H. Buske, Hamburg
Erscheinungsdatum: Mai 1998
ISBN: 3871189995

Erstellt: 2006-02

Impressum

Erscheinungsdatum2006-02
TitelEtymologie-Newsletter
ISSN
International Standard Serial Number
- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version)
- ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version)
(E?)(L2) http://www.d-nb.de/
Die Deutsche Nationalbibliothek
Herausgeber
Postanschrift
Horst Conrad
Kneippstr.6
D-66482 Zweibrücken
E-Mail mailto:conrad-horst@etymologie.info
Erscheinungsweisewöchentlich die Liste der gesuchten Begriffe auf "http://www.etymologie.info/"
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Errare humanum est, perseverare diabolicum, corrigere divinum!
Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch, (sich) korrigieren (können) göttlich!

oder

(E?)(L?) http://fr.wikipedia.org/wiki/Errare_humanum_est,_perseverare_diabolicum
Humanum fuit errare, diabolicum est per animositatem in errore manere.
(Aurelius Augustinus, 353-430 n. Chr., Bischof von Hippo in Nordafrika) Sermons (164, 14)
Menschlich ist es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.