Etymologie-Newsletter 2006-03 (monatliche Ausgabe)

Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
Die Lehre von der Wortherkunft

Etymologie-Portal - Newsletter

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Das Wort des Monats März 2006 ist "Rettich", "Radieschen"

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Die Wortgeschichte von Christoph Gutknecht ist auf dem Etymologie-Portal in der rechten Navigationsleiste unter "Das Wort des Monats auf http://www.etymologie.info/" aufzurufen.

Wortgeschichten

(E1)(L1) http://www.etymologie.info/
Als Wortgeschichten habe ich mir heute "Lombard..." und "Lombardsbrücke" vorgenommen. Weitere Wortgeschichten aus und zur Lombardei finden Sie auf der Seite "IT Regionen - Lombardia". Dazu gehören z.B.: "Abrogans", "Arianismus", "duke", "Ganza", "get cold feet", "kalte Füsse bekommen", "Aver freddo ai piedi", "Grappa", "Kauderwelsch", "Mailand", "Marron", "Pippinische Schenkung", "Thurn und Taxis" und "zafie".

Lombard... (W1)

(E?)(L1) http://www.bartleby.com/65/lo/Lombards.html
Die Nachfahren der "Langobarden", die norditalienischen "Lombarden" hatten schon früh den Sinn für Geldgeschäfte entwickelt. Sie handelten europaweit mit Geld, das sie gegen Zins ausliehen. Seit dem 13. Jh. wurde der Begriff "Lombarden" allerdings bereits allgemein für "Kaufleute" (aus der Lombardei, aber auch allgemein aus Italien) benutzt.

An ihre große Zeit im Geldgeschäft erinnern aber immer noch viele Begriffe wie "Lombardkredit", "Lombard rate", "Lombardsatz", "Lombarddarlehen", "lombardfähig", "Lombardfenster", "Lombardgeschäft", "lombardieren", "Lombardierung", "Lombardkasse", "Lombardkredit", "Lombardliste", "Lombardsatz" = "Lombard rate", "Lombard Street" = "Strasse der Langbärte", die Strasse des Geldmarkts in London, "Lombardzinsfuß".

Der "Kredit gegen Verpfändung", der "Lombard" entstand in Frankreich als Verkürzung von frz. "Maison de Lombard" = "Leihhaus". Dort hatten im 13.-15. Jh. Kaufleute aus der Lombardei eine entsprechende Marktlücke entdeckt und zu einem Geschäft ausgebaut.
In Folge wurde "Lombarde" zum Inbegriff für "Geldwechsler" und "Lombardgeschäft" zum Begriff für "Kreditgeschäfte", "Lombardkredit" für "Kredit gegen Verpfändung" und "Lombardsatz" zur Bezeichnung für den "Zinsfuß für Lombardgeschäfte, der von der Notenbank festgesetzt wird".

Erstellt: 2006-03

Lombardsbrücke - Pfandhaus Lombard in Hamburg (W3)

(E?)(L1) http://www.abendblatt.de/daten/2002/06/25/39631.html

...
"Lombardsbrücke" - Die Bezeichnung der Brücke, die (in Hamburg) Binnen- und Außenalster teilt, geht auf ein Leihhaus zurück, in dem man gegen Hinterlegung eines Pfandes Geld pumpen konnte. Für dieses Pfandhaus, das 1651 auf der Bastion Diderus der Brücken-Festungsanlage errichtet worden war, verwendete man die italienische Bezeichnung "Lombard".
"Lombarden" waren im Mittelalter Kaufleute aus Italien, die derartige Geldgeschäfte vornehmen durften. Der Name wurde auf die Brücke übertragen.
...


Ironie der Geschichte ist, dass die Langobarden ja schon einmal an der Unterelbe siedelten. Dann zogen sie der Sonne entgegen und siedelten sich schließlich in Norditalien an um dann als Finanzfachleute wieder nach Norden zu gehen.

Erstellt: 2006-03

Langobarden, Bardowick (W3)

(E?)(L1) http://de.wikipedia.org/wiki/Langobarden


(E?)(L1) http://de.wikipedia.org/wiki/Völkerwanderung

Etwa zur gleichen Zeit wie die Goten wanderten die Langobarden von der Unterelbe nach Mähren (heute Tschechien) und Pannonien (heute östl. Österreich.
...
568 fielen die Langobarden von Pannonien aus unter König Alboin in Norditalien ein und errichteten das "Langobardenreich", das bis zur Eroberung durch Karl den Großen bestand. Erst die neu entstandenen Staatswesen der Franken, Langobarden und Angelsachsen hatten Bestand und stabilisierten die Verhältnisse in Mitteleuropa wieder.


Erstellt: 2006-03

Buchtipp

Leider habe ich keine zum Thema passende Buchempfehlung gefunden, aber ein kleines Buch zu deutschen Redensarten ist ja auch nicht verkehrt.

Berger, Franz Severin
Heiliger Bimbam & Teufels Küche
Alltägliche Redensarten und ihre Herkunft

von Franz S. Berger, Elisabeth Tschachler-Roth, Elisabeth Tschachler- Roth
Gebundene Ausgabe - 316 Seiten - Area
Erscheinungsdatum: September 2005
ISBN: 3899964993

Erstellt: 2006-03

Impressum

Erscheinungsdatum2006-03
TitelEtymologie-Newsletter
ISSN
International Standard Serial Number
- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version)
- ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version)
(E?)(L2) http://www.d-nb.de/
Die Deutsche Nationalbibliothek
Herausgeber
Postanschrift
Horst Conrad
Kneippstr.6
D-66482 Zweibrücken
E-Mail mailto:conrad-horst@etymologie.info
Erscheinungsweisewöchentlich die Liste der gesuchten Begriffe auf "http://www.etymologie.info/"
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(E?)(L?) http://www.tantalosz.de/latinum/e.php
Errare humanum est, perseverare diabolicum, corrigere divinum!
Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch, (sich) korrigieren (können) göttlich!

oder

(E?)(L?) http://fr.wikipedia.org/wiki/Errare_humanum_est,_perseverare_diabolicum
Humanum fuit errare, diabolicum est per animositatem in errore manere.
(Aurelius Augustinus, 353-430 n. Chr., Bischof von Hippo in Nordafrika) Sermons (164, 14)
Menschlich ist es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.