Etymologie-Newsletter 2011-10-16
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Neue Begriffe im Etymologie-Portal
2011-10-09 - 2011-10-16


Diese Woche:
geht es um ein Wort das sich selbst aus dem Dreck gezogen hat. Der englische Stiefel "boot" emanzipierte sich mit Hilfe seiner Stiefelschlauf "bootstrap", entfloh der schmutzigen Bodenhaftung, und gelangte als Verb "to boot" in Sphären höchster Sauberkeit, im Umfeld der Datenverarbeitung. James Joyce ebnete in seinem Werk "Ulysses" im Jahre 1922, in der Form "There were others who had forced their way to the top from the lowest rung by the aid of their bootstraps." den Weg für den englischen Ausdruck "pull oneself up by one's own bootstraps").

Da man engl. "bootstrapping" bereits seit Mitte des 19. Jh. im US-Englisch findet, könnte es im Umfeld der Cowboys entstanden sein, die sich jeden Morgen mit dem Anziehen der Stiefel auch psychisch auf einen neuen harten Tag vorbereiteten. Das "bootstrapping" bedeutete also jeden morgen auch eine mentale Initialzündung.

Nun wurde engl. "bootstrapping" zur allgemeinen Bezeichnung für "einen Prozess starten", einen Vorgang bei dem ein einfaches System ein komplexeres System startet, und fand Verwendung in verschiedenen Bereichen (Elektrotechnik, Informatik, Statistik, Finanzwirtschaft, Wissenschaft, Medizin, Wirtschaft).

In der Computerei tauchte das Wort dann in den 1950er Jahren auf. Dort bezeichnete "bootstrapping" das komplizierte Starten eines Computers. Möglicherweise wurden die Science-fiction-affinen Computer-Freaks zu dieser Begriffsübernahme durch Robert Heinleins 1941 erschienene Zeitreise-Story "By His Bootstraps" angeregt.

Jedenfalls war "bootstrapping" recht passend, da die Aufeinanderfolge von Hardware-nahen Startprogrammen, die das Betriebssystem suchen und starten und schließlich die Anwendungsprogramme und das Laden von Daten ermöglichen, recht bildlich mit dem Ziehen an den "Stiefelschlaufen" verglichen werden kann. Zumal in den Anfangstagen der Computerei das Startprogramm noch über externe Eingabegeräte, z.B. per Lochkarten eingelesen werden mußte.

Und da speziell in der Computerei alles auf ein Minimum abgekürzt wird, wurde aus engl. "bootstrapping" kurz das verb "to boot", das mit der deutschen Verbendung als dt. "booten" übernommen wurde.

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Impressum

Erscheinungsdatum2011-10-16
TitelEtymologie-Newsletter
ISSN
International Standard Serial Number
- ISSN 1610-2320 (2002-07-10) (E-Mail-Version)
- ISSN 1610-3165 (2002-07-22) (Internet-Archiv-Version)
Die Deutsche Nationalbibliothek
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E-Mailmailto:conrad-horst@etymologie.info
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Cuiusvis hominis est errare, nisi insipientis in errore perseverare.
Jeder Mansch kann irren, im Irrtum verharren wird nur der Unkluge.

(Cicero (- 0106 - -0043), römischer Staatsmann und Schriftsteller, (Phillipische Reden) Philippica 12,2,5)

oder

Quia et erasse humanum est et confiteri errorem prudentis.
Weil es sowohl menschlich ist, geirrt zu haben, als auch klug, den Irrtum einzugestehen.

Hieronymus, 347-420, lateinischer Kirchenlehrer, Epistulae 57,12

oder

Humanum fuit errare, diabolicum est per animositatem in errore manere.
Menschlich ist es zu irren, teuflisch ist es, leidenschaftlich im Irrtum zu verharren.

(Aurelius Augustinus, 353-430 n. Chr., Bischof von Hippo in Nordafrika) Sermons (164, 14)

(E?)(L?) http://fr.wikipedia.org/wiki/Errare_humanum_est,_perseverare_diabolicum


oder

Errare humanum est, perseverare diabolicum, corrigere divinum!
Irren ist menschlich, am Irrtum festhalten teuflisch, (sich) korrigieren (können) göttlich!

(E?)(L?) http://www.tantalosz.de/latinum/e.php