Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
HR Kroatien, Croacia, Croatie, Croazia, Croatia
Ort, Sitio, Lieu, Luogo, Place

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Krk, strc prst skrz krk, Hals (W3)

Die größte Insel "Krk" (ital. "Veglia") vor der Adriaküste (Kvarner, Kroatien) mit dem Hauptort "Krk" wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts vom Tourismus entdeckt. Hauptatraktion für die anfangs österreichisch-ungarische Nobilität war Kosljun mit seinem Franziskanerkloster.

An einer Bucht der Südwestküste liegt der von venezianischen Befestigungen umgebene Hauptort "Krk". Vielleicht verglich man diese kleine Bucht oder das komplette Adriatische Meer mit einem "Hals" und gab deshalb "Krk" diesen Namen.

Es könnte aber auch aus der römischen Bezeichnung "Curicta", "Curicum" hervorgegangen sein.

Das tschech. "Krk" = "Hals", "Kehle", "Schlucht" geht auf eine ide. Wurzel "*ker-", "*sker-" mit der Bedeutung "drehen", "wenden", "biegen", "krümmen" zurück. Der Zusammenhang durfte sich durch den "drehbaren, biegsamen Hals" ergeben. Übrigens geht auch der "Hals" über mhd., ahd. "hals" und got. "*halsa" auf die Bedeutung "Dreher (des Kopfes)" zurück. Gemeinsam mit dem lat. "collum", "collus" soll es auf die Wurzel ide. "*kolso", "*kelos" = "Drehung" und ide. "*kel" = "drehen" zurück gehen. Schlägt man bei "Kluge" unter "Hals" nach findet man auch noch den Hinweis auf lat. "colere" = "bebauen", "pflegen" und damit die Verbindung zu "Kultur". Unter "Kehle" findet man dann jedoch die Wurzel ide. "*gel-" = "aushöhlen", "Rinne". Da die Hinweise etwas allgemein gehalten sind, wage ich weder zu schließen, dass es einen sprachlichen Zusammenhang zwischen den Bereichen tschech. "Krk" als Ortsnamen, tschech. "Krk" = "Hals", dt. "Hals" und dt. "Kehle" gibt, noch kann ich einen Zusammanhang ausschließen.

Anders gesagt: Mir ist nicht klar ersichtlich ob die indoeuropäischen Wortfamilien mit der Bedeutung "Hals", "Schlucht" und mit der Bedeutung "drehen", "wenden" zusammenhängen. Möglicherweise liegt es einfach an mir, dass diese Materialsammlung etwas chaotisch geraten ist.

Das tschech. "Krk" besitzt keinen Vokal. (In bestimmten Zusammensetzungen kann "krk" aber auch "Kopf" oder auch "Leben" bedeuten - etwa entsprechend dem dt. "es geht um Kopf und Kragen".) Die Tschechen behelfen sich bei der Aussprache mit einem akkustisch eingeschobenen "e" und sprechen es "krek" aus. Da die tschechische Sprache noch andere vokallose Wörter besitzt, kann man damit schöne Zungenbrecher (frz. "virelangue", tchèque "jazykolam") bilden wie etwa "strc prst skrz krk" = "enfonce un doigt dans la gorge" = "einen Finger in den Hals rammen" (was ja zum "Zungenbrecher" passt).

Das tschech. "jazykolam" setzt sich übrigens zusammen aus "jazyk" = "langue" = "Zunge" und "lam", zu dem Verb "lámat" = "rompre", "briser", "casser", "écorcher").

("strc", ausgesprochen "strec" ist die zweite Person singular von "strcit" = "fourrer", "introduire", "enfoncer", "mettre" = "hineinstopfen", "einführen", "einschlagen", "machen"
"prst" = "Daumen"
"krk" = "Hals"
"skrz", Adverb, = "au travers", "de part en part" = "hindurch", "Stück für Stück")

"KRK" kann aber auch für "KlimaRahmenKonvention" stehen. Diese Konvention zum Schutz des Erdklimas wurde auf der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 (»Erdgipfel«) von 159 Staaten unterzeichnet.

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(E?)(L?) http://www.radio.cz/fr/article/51349
Tchèque du bout de la langue: 6.3.2004 Le virelangue - jazykolam : strc prst skrz krk

(E?)(L?) http://www.radio.cz/fr/article/51665
Tchèque du bout de la langue: 13.3.2004 Expressions idiomatiques et corps humain (5e partie : le cou et la gorge : krk)

(E?)(L?) http://www.radio.cz/fr/article/51908
Tchèque du bout de la langue: 20.3.2004 Expressions idiomatiques et corps humain (6e partie : le cou et la gorge : krk - suite)

(E?)(L?) http://de.wikipedia.org/wiki/Krk


Am 31.07.2010 sandte mir Herr Rainer Dornbusch folgenden Beitrag zu


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Ich suchte nach der Herkunft der Namen "KRK" und "Krka".
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Sie schreiben: Das tschech. "Krk" = "Hals", "Kehle", "Schlucht" geht auf eine ide. Wurzel "*ker-", "*sker-" mit der Bedeutung "drehen", "wenden", "biegen", "krümmen" zurück. (mein Kommentar: "Kehle" wäre ja auch das interessantere Wort "GURGEL").

Ich neige zur Auffassung, dass womöglich vor den Indoeuropäern ein älteres Volk nach der Eiszeit in Europa lebte, dessen Sprache sich noch in geographischen Namen erhalten hat. Gerade Namen mit dem Stamm "K.R.K" haben oft mit Wasser zu tun. Im nördlichsten Schottland das Loch "Crocach" (sic!), bei Saarbrücken der Ort "Kirkel", wo man Quellwasser abfüllt, bis hinunter in die Türkei, wo es den Ort "Kirka" an einem Gebirgsfluss gibt (ich besitze berufsbedingt eine sehr detaillierte geographische Karte der Türkei). In Heldburg (Thüringen) kriecht am Fuß des Burgberges ein Flüsschen dahin, der "Krech" genannt. Das Land zwischen Nordschwarzwald und Odenwald heißt "Kraichgau" nach dem schmalen Fluss "Kraich".

Derzeit bin ich dabei, soviele Namen wie möglich daraufhin abzuklopfen, ob sie vielleicht einen anderen Ursprung haben. Da gibt es so schöne Fallen wie das griechische Wort für "Kirche", "Kyriakä", das dann auf englischen Landkarten Orte an Flüssen mit dem Name "kirk" geboren hat.

Also, womöglich hat "Krk" doch was mit der "Gurgel" zu tun, und diese wiederum mit dem Wein oder Wasser, was man da hinunter spült.


Ergänzen möchte ich, dass dt. "Gurgel" über ahd. "gurgula" auf lat. "gurgulio" = dt. "Schlund", "Kehle" zurück geht.

Herr Dornbusch hat eine zweiseitige Übersicht mit "krk"-Wörtern beigefügt. Einige davon könnten durchaus miteinander in Zusammenhang stehen. Aber ich wage nicht, hier eine abschließende Einordnung abzugeben. Dazu sind detailliertere Untersuchungen notwendig.

Mittlerweile habe ich auch einen Hinweis gefunden, wonach der Ortsname "Krk" eine Verkürzung der alten römischen Bezeichnung "Curicta" sein soll.

Bei "Bahlow" (Deutschlands geographische Namenwelt) findet man unter "Kirn" den Bezug zu "kar", "ker", "kor", "kur" = dt. "Sumpfwasser" und lit. "kirnis" = dt. "Sumpf" und weiter "Cirne", "Circhester" (England), "Ciracha", "Kehrig" (bei Mayen), "Ciriacum", "Kirringen" (bei Jülich), "Kirf" (bei Saarburg), "Kirdel", "Kirrweiler", "Kirdorf", "Kirrlach", "Kirrküppel", Kirrgraben" (fließt zur Krauch").

Leider ist "Bahlow" nicht ohne Weiteres hilfreich, da er fast jeden geographischen Namen auf "Wasser" oder "Sumpf" zurück führt.

Krka (W3)

Der Fluss "Krka" (altgriech. "krka" = "Krummholz"), dt. "Kerka" in Mitteldalmatien, Kroatien, könnte seinen Namen der Tatsache verdanken, dass er in einem scharf eingeschnittenen Tal die Karstebene von Kistanje mit viele Wasserfälle durchfließt. Damit könnte die Wortbedeutung tschech. "Krk" = "Schlucht" zu Grunde liegen.

L

M

N

O

P

Q

R

S

T

U

V

W

X

Y

Z