Gesetzte und Ausgesetzte
Das Boulevardcafé ist Öffentlichkeit pur: Keine schützenden Blumenkästen, kein Schilf-Paravent. Nur Tische, Stühle und Menschen. Solche, die beobachten, und solche, die beobachtet werden.
...
Und doch hat auch die räumliche Offenheit des Boulevardcafés Schranken, unsichtbare. Welch sinnreiche Etymologie! "Boulevard" kommt von "Bollwerk". Erst nach dem Schleifen der mittelalterlichen Befestigungsanlagen entstanden die grosszügigen städtischen Strassenzüge, die genug Raum liessen für eine oder zwei Reihen Tische, die das Flanieren attraktiv machten. Gehen wir nicht auch, wie ehedem die tapferen Krieger, im Boulevardcafé in Stellung, mit selbst erteiltem Beobachtungsauftrag?
...
Am 26.11.2007 schreibt "ingo" in einer E-Mail:
der Begriff "boulevard" stammt vom niederländischen Wort "bolwerk": Niederländische Arbeiter haben im ausgehenden Mittelalter dzau beigetragen, in der Umgebung der schnell Wachsenden Städte Ländereien zu Kanalisieren, um dort Acker- und Baugrund zu schaffen. Die Kanäle waren mit Deichen gesäumt. Der Abschlussdeich bekam den Namen "bolwerk". Da über die Kanäle der Güterverkehr bestens möglich war und die Wege auf den Deichen zu allen Jahreszeiten gut passierbar waren, entwickelte sich auf den Abschlussdeichen ein Knotenpunkt des Handels, woraus in späterer die Prachtstraße entstand, die man heute unter dem Namen "boulevard" kennt.
Ironie der Geschichte: In vielen niederländischen Städten gibt es heute den Straßennamen "Boulevard". So ist ein Begriff der einstigen Kanalbaumeister Jahrhunderte später reimportiert worden.
Boulevard [Listes d'abréviations]: Le mot "boulevard" peut aussi s’abréger en "bd", en "Bd" et en "Bd", mais "boul." est l’abréviation retenue par la Commission de toponymie.
...
Die Franzosen importierten das Wort, sprachen es auf ihre Weise aus und machten aus dem "Bollwerk" Musik: "boulevard".
...
Und natürlich denkt dabei niemand mehr an Bollwerke, aber die Franzosen nennen eine Vorstadtposse immer noch "une pièces de boulevard" und sprechen vom "boulevard extérieur" zum Beispiel, dem äusseren Ring.
...
1. To fortify with a wall, embankment, or rampart.
2. To provide defense or protection for.
ETYMOLOGY: Middle English "bulwerk", from Middle Dutch "bolwerk", from Middle High German "bolwerc": "bole" = "plank";
see "bhel-"2 in Appendix I + "werc", "work" (from Old High German; see "werg-" in Appendix I).
SYNONYMS: ...
...
(D'après Histoire de Paris rue par rue, maison par maison, paru en 1875)
Notice écrite en 1857. L'année suivante a commencé la suppression de la rue Basse-du-Rempart dans celle des deux moitiés de son parcours où elle était bordée de constructions séculaires. L'autre moitié aurait-elle trouvé grâce?
Gustave Planche: ...
Le comte de Sommariva: ...
Mlle Raucourt: ...
Les Concerts de l'hôtel d'Osmond: ...
M. des Tillières: ...
M. de Saint-Foix: ...
Le 12, le 16, le 18: ...
La Psyché de Mme Récamier: ...
Eine "Recamiere" ist übrigens ein Liege, die nach Jeanne Françoise Julie Adélaïde Récamier (04.12.1777-11.05.1849) benannt war. Sie war mit einem Pariser Bankier Récamier verheiratet und konnte es sich leisten, in ihrem literarisch-politischen Salon, auf besonderen Möbelstücken Platz anzubieten.
...
SCHICKELE, René, * 4.8. 1883 in Oberehnheim (Elsaß) als Sohn eines Weingutbesitzers und Polizeibeamten deutscher Abstammung und einer französischen Mutter; + 31.1. 1940 in Vence/Südfrankreich, elsässischer Schriftsteller. - S. besuchte zunächst das humanistische Gymnasium in Zabern, um später als Internatsschüler auf das bischöfliche Gymnasium in Straßburg überzuwechseln. Von 1901 bis 1904 folgte ein naturwissenschaftliches Studium in Straßburg, München, Paris und Berlin.
...
Der Elsässer René Schickele schrieb 1915 auch ein Drama "Hans im Schnakenloch".
(E?)(L?) http://www.mediaculture-online.de/Hans_im_Schnakenloch.751.0.html
...
Der Text gilt bis heute im Elsass als eine Art selbstkritische "Nationalhymne", weil er die Zwischenposition des nie zufriedenen Elsässers darstellt. Das "Schnakeloch" erklärt sich durch die in der Rheingegend häufigen Sumpflöcher (vor allem an den Altrheinarmen nach der Rheinbegradigung), die von Stechmücken heimgesucht werden.
...
(E1)(L1) http://www.w-akten.de/begrifflichkeiten.phtml
Das Wort "Boulevard" kommt bekanntermaßen aus dem Französischen. Aber auch die haben das Wort geklaut - aus dem Deutschen. Denn "Boulevard" ist vom Wort "Bollwerk" entlehnt. Im Mittelalter gab es wahrscheinlich oft an der Stadtmauer Händlerstände, an denen man auf Bohlenwegen vorbeiflanieren konnte.
1. A frequenter of city boulevards, especially in Paris.
2. A sophisticated, worldly, and socially active man; a man who frequents fashionable places; a man-about-town.
"Boulevardier" is from "French", from "boulevard", from Old French "bollevart" = "rampart converted to a promenade", from Middle Low German "bolwerk" = "bulwark".
C
D
Doping (W3)
das Wort taucht auf im südöstlichen Afrika zur Bezeichnung eines alkoholischen, stark stimulierenden Getränks bei den Eingeborenen. Die Niederländer übernehmen das Wort als "doop" zur Bezeichnung zähen, leistungssteigernden Flüssigkeit. Im Jahr 1889 taucht dann das Wort zur Bezeichnung betrügerischer Manipulationen bei Rennpferden auf. Im Englischen bezeichnet es heute sowohl eine "zähe Flüssigkeit" (= "Schmiermittel") als auch "rauschhaltige Mittel" (früher: Mischung aus Opium und Narkotika).
Dutch (W3)
Auch die Niederländer waren nicht sehr einfallsreich und haben sich auch nur "Volk" genannt (engl. "Dutch").
(siehe auch: "Deutsch")
The word "Dutch" is associated with a number of common English phrases:
"Dutch treat" = "a situation where each person has to pay for themselves" = "getrennte Kasse"
So nennt man die Erscheinung, dass drei oder vier Leute, die sich gut verstehen, in der gleichen Firma in verschiedenen Abteilungen aufsteigen und gemeinsam eine neue Hausmacht bilden.
Die Bezeichnung wird zurück geführt auf zwei niederländische Kadetten, die gemeinsam in den Krieg zogen. Sie schworen sich, gegenseitig nur Gutes über den anderen zu berichten. Am Ende waren sie die jüngsten Admiräle der Niederlande.
"Filibuster" nennt man eine im Senat der USA angewandtwe Verschleppungstaktik einer Minderheit, um Abstimmungen über missliebige Mehrheitsanträge zu verhindern. Eigentlich waren Filibuster Piraten, die zwischen 1850 und 1860 auf Kuba und in Nicaragua einfielen. Filibuster kommt von Flibustier, das kommt wiederum vom niederländischen "vrijbuiter" = Freibeuter.
G
H
Hängematte (W3)
(E?)(L?) http://www.hamaca.com/misc/etymologie/d_etymologie.htm
Die im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert bezeugte Bezeichnung für die hängende Schlafstelle (ursprünglich speziell der Matrosen auf Schiffen) ist aus gleichbedeutend niederländisch "hangmat" (älter: "hangmak") entlehnt. Das niederländische Wort selbst hat ursprünglich weder mit dem Verb "hängen" (niederländisch "hangen") noch mit dem Substantiv "Matte" (niederländisch "mat") etwas zu tun. Es ist vielmehr ein Lehnwort und führt über gleichbedeutend französisch "hamac" und spanisch "hamaca" auf "[h]amaca" "Hängematte" aus der Sprache der haitischen Ureinwohner zurück. Erst sekundär wurde das nicht verstandene fremde Wort als zu "hängen" und "Matte" gehörig gedeutet und diesen Wörtern lautlich angeglichen.
I
J
K
L
M
Mannequin (W3)
Models nannte man früher Mannequins. Dressman war die männliche Entsprechung des Mannequins. Mannequin kommt vom niederländischen "manneken" = Männchen. Ein Mannequin war anfangs eine Bezeichnung für die hölzerne Gliederpuppe der Maler und Schneider.
N
O
Ohrfeige (W3)
kommt möglicherweise vom niederländischen "oorveg", wobei "veeg" mit "Streich", "Hieb" übersetzt werden kann.
P
Q
quacksalver (W3)
(E?)(L?) http://www.wordsmith.org/words/quacksalver.wav
From obsolete Dutch (now "kwakzalver"), from "quack" ("boast") + "salve" ("ointment").
Imagine someone mounted on a bench, holding vials of solutions in assorted colors while claiming to cure everything from chronic backpain to pyorrhea to migraine, and you'd have a good idea of a "quacksalver". (also etwa "marktschreiender Salbenverkäufer")
Das Wort "Tattoo" entwickelte sich im 17.Jh. aus niederl. "tap-to", "taptoe" = "tap-shut" = "Zapf(hahn) zu", also "Ende des Alkohol-Ausschanks" in den Tavernen. Auch in den Niederlanden gingen abends die Offiziere oder die Polizei durch die Tavernen um für das Schließen der Zapfhähne zu sorgen ("tap room is about to shut"). Das ndl. "tap" = engl. "spigot" = "Zapfen", "Zapfhahn", geht zurück auf mndl. "tappe". Dazu kommt das ndl. "toe" = "shut" = "zu", "schließen".
(E3)(L1) http://www.gutenberg.net/etext/5402
(E3)(L1) http://www.gutenberg.net/etext04/dcvgr10.txt
TATTOO. A beat of the drum, of signal for soldiers to go to their quarters, and a direction to the sutlers to close the tap, anddtew nomore liquor for them; it is generally beat at nine in summer and eight in winter. The devil's tattoo; beating with one's foot against the ground, as done by persons in low spirits.
U
Uni Toronto - mots français d'origine non-latine
§ 10. -- Néerlandais
(E1)(L1) http://www.chass.utoronto.ca/epc/langueXIX/dg/08_t1-2.htm
Das zweite Kapitel des "Dictionnaire général (1890-1900)" enthält eine 93 Seiten lange Liste von nicht-lateinischen französischen Fremdwörtern.
Darin werden Begriffe gelistet, die aus anderen Sprachen in die französische Sprache eingegangen sind. Viele dieser Begriffe sind auch ins Deutsche oder Englische aufgenommen worden. (Dabei kann die Schreibweise in den Empfängersprachen durchaus variieren.)
Ich habe die entsprechenden Abschnitte und die zugehörigen Kommentare des Anhangs als "Ismen" den jeweiligen Herkunftsländern / -kontinenten zugeordnet.
§ 10. -- Néerlandais.
Le néerlandais, avec ses deux variétés, hollandais et flamand, est une langue germanique du groupe dit bas allemand. Les Francs, dont la confédération s'étendait à l'origine entre le Mein, le Rhin et le Weser, parlaient-ils un idiome bas allemand, comme la géographie porterait à le croire ? Il ne servirait de rien de discuter ici cette question. Nous avons enregistré dans le § 6 tous les mots français dont l'introduction paraît due aux Francs, en nous fondant sur des raisons historiques, et sans nous embarrasser de distinguer dans les emprunts faits à l'allemand ancien ce qui peut être qualifié de haut ou de bas allemand (50). Nous ne relèverons ici que les mots passés en français à une époque relativement récente, et dont la provenance néerlandaise peut être considérée comme assurée.
Un groupe nombreux est formé par des mots relatifs aux choses de la mer :
50. C'est au § 6 que nous avons définitivement placé certains mots comme déraper, échasse, étron, flatir, flatter, flou (d'où fluet), frimas, gaufre, hanche, happer, harde, laper, mite (d'où mitaine, mitraille, etc.), moufle, mulot, etc., pour lesquels le Dictionnaire renvoie au § 10.
51. Cf. § 19, p. 29.
52. Le rapprochement, indiqué dans le Dictionnaire, des mots bélier, bélière, bési avec le néerlandais ne repose sur rien de solide ; en revanche, nous pensons que drille (soudard) et driller (courir) doivent être rattachés au holland. drillen, qui signifie non seulement " percer ", mais " tournoyer " et spécialement " faire l'exercice ". Notre maitre drille paraît être une adaptation mal comprise du holland. drilmeester, maître d'escrime. -- L'Académie a admis quelques autres mots spéciaux aux choses de Hollande, comme polder, terre entourée de digues, et stathouder, chef d'Etat.
(E?)(L?) http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_English_words_of_Dutch_origin
From Wikipedia, the free encyclopedia.
This is a list of words of Dutch language origins can be found in the following English language cognates. However, note that this list does also include some words of which the etymology is uncertain, and that some may have been derived from Low Saxon equivalents instead or as well.
Am 02.09.2004 waren folgende (teilweise verlinkten Begriffe aufgeführt:
aardvark | ahoy | apartheid | berm | to bluff | boom | boss | brandy/ brandy wine | bundle | buoy | to cackle | coleslaw | cookie | cruise | cunt | deck | (boat)dock | to drill | dike, dyke | easel | to etch | (to) filibuster | freebooter | freight | frolic | furlough | gas | gin | to grab | guild | halibut | to hoist | holster | Hottentot | iceberg | keel | to keelhaul | knapsack | landscape | leak | maelstrom | manekin | measles | morass | offal | polder | pump | quack | roster | to rove | rucksack | Santa Claus | scow | skate, to skate | sketch | skipper | to snack | sled, sleigh | sloop | sluice | to slurp | smack | to smelt | to smuggle | snuff | splinter | to split | spook | to stoke | stoop | stove | waffle | wagon | yacht
wiseacre (W3)
is a person who pretends to be clever: der "Besserwisser"
"Wiseacre" comes from Middle Dutch "wijssegger" = "a soothsayer", from Old High German "wissago", alteration of "wizago" = "a prophet".
Date: 1595; Synonyms (slang): smart Aleck, clever dick
(OWAD-Newsletter 01.10.2001)