Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
RU Russland, Rusia, Russie, Russia, Russia
Wortart, Clase de Palabra, Catégorie grammaticale, Parte del Discorso, Part of Speech
Partikel, Partícula, Particule, Particella, Particle

A

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Mendoza, Imke
Zur Geschichte von Partikeln: russisch "uzhe" und "uzh"

(E?)(L?) https://bop.unibe.ch/linguistik-online/issue/view/223


(E?)(L?) https://bop.unibe.ch/linguistik-online/article/view/1004

0 Vorbemerkung

Im vorliegenden Beitrag soll der Bedeutungsentwicklung der russischen Lexeme "uzhe" und "uzh" nachgegangen werden.

In den Wörterbüchern der russischen Standardsprache wird die Bedeutung beider Lexeme als teilweise synonym bezeichnet. "Uzhe" ist ein Adverb mit der Bedeutung "schon", "uzh" kann laut Wörterbüchern ebenfalls "schon" heißen, hat aber darüber hinaus noch eine oder mehrere Bedeutungen als Modalpartikel und eine Bedeutung als Eröffnungspartikel. Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, daß "uzh" im modernen Russischen nur noch als Modalpartikel verwendet wird und die Bedeutung "schon" allein von "uzhe" vertreten wird. Das Russische hat also die Bedeutung als Adverb und die Bedeutung(en) als Modalpartikel auf zwei verschiedene Lexeme aufgeteilt, wohingegen in anderen Sprachen beide Bedeutungen in einem Lexem vertreten sein können, vgl. dt. "schon" oder poln. "juzh" in Äußerungen wie "Idzcie juz stad" "geht schon weg".

Bevor ich die Entwicklung von "uzh" und "uzhe" bzw. seinen Vorgängern und den formal verwandten Lexemen anhand von Wörterbüchern und ausgewählten Texten darstelle, möchte ich die Situation im modernen Russischen ausführlicher darstellen.
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Erstellt: 2014-12

N

O

P

Poljakova, Svetlana
Fokusdomäne von Gradpartikeln im Deutschen und Russischen

(E?)(L?) https://bop.unibe.ch/linguistik-online/issue/view/223


(E?)(L?) https://bop.unibe.ch/linguistik-online/article/view/1011

0 Einführung

Gradpartikeln, um deren syntaktische Eigenschaften es hier geht, werden als eine lexikalisch eigenständige Gruppe von Fokuspartikeln behandelt. Es sind die Partikeln der Gruppen "sogar"/"dazhe", die hier 'Gradpartikeln' genannt werden (siehe unter 1.1). Sie lassen sich im Rahmen eines skalaren Modells paradigmatisch anordnen. Die Kernlexeme der Gradpartikelgruppen im Deutschen ("sogar") und russischen ("dazhe") treten in allen ihren Verwendungen als skalare Fokuspartikeln auf. Im Unterschied zu anderen ihnen semantisch nahestehenden Fokuspartikeln (z.B. restriktiven wie "nur"/"tol'ko", additiven wie "auch"/"tozhe") sind Gradpartikeln (GP'n) nicht als Hauptakzentträger geeignet und können nicht im unmittelbaren Skopus der Negation "nicht"/"ne" vorkommen (von Sonderfällen im Dt. abgesehen, in denen der Negation primär eine andere als negierende Funktion zukommt: Ist das nicht sogar amüsant? Zehn, wenn nicht sogar fünfzehn.), die Russ. Negationspartikel "ni ... ni" bildet hierfür eine Ausnahme ("ni dva, ni dazhe tri turnira"/"weder zwei, noch gar drei" Turniere).

Die Funktion und die Syntax der Gradpartikeln (GP'n) hängen eng mit dem Phänomen 'Fokus' zusammen. Fokus steht für das, was der Sprecher in der Aussage besonders betonen will, also dem Material, welches der Sprecher hervorhebt. Diese Hervorhebung erfolgt in Sprachen wie Deutsch und Russisch prosodisch und äußert sich meistens auch durch Wortfolgeanpassungen.

Die Bezugskonstituente einer Gradpartikel läßt sich stets als Fokusdomäne des Hauptakzents im Satz auffassen. Die Bestimmung der Grenzen der Fokusdomäne stellt ein zentrales Problem dar. Die gängigen Syntaxtheorien zu Fokus orientieren sich an der Tatsache, daß Fokus pragmatisch zugewiesen wird. In der Syntax wird entweder versucht, zu bestimmen, welcher Knoten - von oben nach unten gesehen ('top down') - das Merkmal Fokus bekommt (vgl. Rosengren 1993; Junghanns/Zybatow 1995) oder mit Hilfe von Fokusprojektionsregeln (Selkirk 1995 u.a.) vorauszusagen, wie hoch die Projektion geht, also im Verfahren von unten nach oben ('bottom up'). Zwar haben die top-down-Theorien mehr Anspruch darauf, die Grenzen der Fokusdomäne fixieren zu können, jedoch bleibt diese Angelegenheit dem kontextuellen Zusammenhang und der Frage-Antwort-Relevanz überlassen.

Die Analyse von Gradpartikelsätzen veranlaßt zur Frage, ob und inwiefern die Position einer Gradpartikel den Umfang einer Fokusdomäne einschränken oder deutlicher machen kann. Vorhandene Forschungsergebnisse bestätigen die seit langem bekannte Annahme, daß eine GP möglichst nahe zur ihrem eigentlichen Bezugselement platziert werden soll. Das Deutsche und das Russische differieren recht stark in Bezug auf zulässige Positionen für Partikeln bezüglich des Fokusexponenten, d.h. des Trägers des Hauptakzents. Hierbei haben bestimmte GP'n eigene Regeln, so platziert z.B. das russ. "i" als negative GP stets links des Fokusträgers, also des eigentlichen Fokusexponenten, während "dazhe" sehr flexibel sein kann. Die negative Gradpartikel "nicht einmal" kann als Adjunkt einer Quantifikatorphrase oder einer Adjektivphrase innerhalb einer Präpositionalphrase vorkommen; im Russischen ist eine entsprechende Option für "i" bzw. "ni" ausgeschlossen.

Der syntaktische Status der Phrase (oder des Elements), welche(s) am ehesten als Fokus in Frage kommt, ist entscheidend, um festzustellen, um welche Fokusdomäne es sich handelt. Hierbei sind Unterscheidungen zwischen Kopf, Argument und Adjunkt grundlegend (vgl. Selkirk, 1995). Die relative Transparenz dieser Ordnung trifft vor allem für das Deutsche zu. Das Russische - vor allem in seinen umgangssprachlichen Varianten - offenbart eine stark prosodisch bedingte Ordnung dafür, welche Positionen für Gradpartikeln zugänglich sind.

Im Punkt 1 dieses Artikels stelle ich den Hintergrund zu GP'n dar. Im Punkt 2 werden die einschlägigen Theorien zur Informationsstruktur vorgestellt und im Punkt 3 erfolgt die Analyse der Gradpartikelpositionen vom Standpunkt ihres Bezugs zur Fokusdomäne.
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Erstellt: 2014-12

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S

Schümann, Michael
Der russische Partikel-Konjunktiv und der deutsche würde-Konjunktiv im Vergleich

(E?)(L?) http://www.linguistik-online.de/44_10/


(E?)(L?) http://www.linguistik-online.de/44_10/schuemann.html

Michael Schümann (Bern)

1 Einleitung

Im Zusammenhang mit Partikeln denkt man nicht unbedingt an Morphologie. In Sprachen wie dem Englischen oder Deutschen treten Partikeln im engeren Sinne als relativ selbständige Einheiten auf, die nicht als Teile komplexer Wortformen erscheinen. Die Orientierung an derartigen Modellsprachen kann dazu führen, dass eine eingeschränkte Vorstellung von Flexion entsteht, die analytische Bildungsweisen mithilfe von Partikeln terminologisch ausklammert. Golab (1962) kritisiert diese Tendenz am Beispiel der altkirchenslavischen Konstruktion da + Präsens, die im Lateinischen – einer weiteren Mustersprache – einer synthetischen Konjunktivform entspricht. So lautet etwa die Vaterunser-Zeile 'geheiligt werde dein Name' im Altkirchenslavischen da svetit? se ime tvoje, im Lateinischen dagegen sanctificetur Nomen Tuum. Golab (1962: 24) führt aus:

The first modal construction, da + present tense, is not called "subjunctive" (respectively "conjunctive"), although such a denomination would be fully legitimate. But most linguistis [sic] influenced by traditional (conservative) Indoeuropean languages of the s.c. "synthetic type" (cf. the Latin correspondence of the OChS da constructions quoted above [...]) – are used to treating as verbal moods, in principle, synthetic forms, and analytic ones only if they contain an auxiliary finite verb [...]. Such an approach cannot be accepted from general linguistic point of view; it is suggested by a certain linguistic type, namely synthetic inflexional one and does not regard other linguistic types in which, as for example in "isolating" one, verbal tenses and moods are usually expressed by different "particles".
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Erstellt: 2014-12

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