Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology, Etymologia
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Dialekt, Dialecto, Dialecte, Dialetto, Dialect
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Küchenlatein
Mittellatein
Vulgärlatein
Spätlatein
Christliches Latein
Bibellatein
Scholastiker-Latein (W3)
(E6)(L1) http://www.phil-hum-ren.uni-muenchen.de/GermLat/Acta/Boehm.htm
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Die vorausgehende Phase, der post-antike Sprachwandel des Mittelalters, wurde bekanntlich abgewertet als sog. "Küchenlatein"; das besagte gemäß den wiederentdeckten Quintilianischen Rhetorik-Regeln soviel wie reich an Fehlern durch Barbarismen und Solözismen. Der bayerische Humanist Johann Aventin definierte in seiner Latein-Grammatik von 1519: "das grob nit gut latein ist: kuchilatein"; Reformatoren disqualifizierten es als "Sprechweise der Klosterküchen".
Jenes "Mittellatein" war jedoch umso reicher an Eigentümlichkeiten, als es eben keine tote Sprache war! Seine Anfänge verliefen parallel zur "Entstehung der romanischen Sprachen", die sich in den römischen Provinzen aus dem gesprochenen, nicht als Schriftsprache bezeugten "Vulgärlatein" entwickelten. Kirchliche Zentren waren Orte der Konservierung, aber auch von Wandlungen des nachklassischen Latein als Schrift- und auch als Sprechsprache. In den gesellschaftlich veränderten Umfeldern, in Gallien anders als in den germanischen Missionsgebieten, wurde im Karolingerreich das schulmäßige Latein vorwiegend aus dem "Spätlatein" rezipiert. Das gleichzeitig entstehende "Mittellatein" entbehrte - im Unterschied zu den romanischen Dialekten - die Wurzel gesprochener Sprache, es war eine "Sprache ohne Volk", um sich dennoch als lebendes Kommunikationsmedium in Kirche, Schule, Recht, Verwaltung, Diplomatie zu entfalten, samt Vor- und Nachteilen von Interferenzen mit Vulgarismen, denen heute die Soziolinguisten nachspüren.
Für das frühneuzeitliche Alteuropa erläutert Peter Burke vier Beobachtungen, die auch für frühere Jahrhunderte bedingt gelten dürften: "1. Verschiedene soziale Gruppen benutzen verschiedene Sprachvarianten; 2. dieselben Individuen benutzen in unterschiedlichen Situationen verschiedene Varianten; 3. die Sprache spiegelt die Gesellschaft oder Kultur wider, in der sie gebraucht wird; 4. die Sprache formt die Gesellschaft, in der sie gebraucht wird."
Für das Mittelalter nenne ich zwei Beispiele zum umstrittenen Begriff vom "christlichen Latein", das nicht identisch sein mußte mit dem "Bibelatein".
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Der Begriff "Christliches Latein" bleibt also schwammig. Pol-Distanzen liegen zwischen dem kultivierten "sermo humilis" der Hieronymus-Bibel, der "provinzialrömischen Verkehrssprache" im Übergang zum "romanischen Dialekt" oder zum "Mittellatein", und schließlich dem "hochmittelalterlichen Scholastiker-Latein", das rationale Züge als Denkform und Sondersprache ausformte. Die bewegliche Latinitas hat die neuzeitlichen Wissenschaftssprachen sowohl provoziert als auch befruchtet. Humanisten führten auch eine Debatte darüber, wie man wohl im Rom der Cicero-Zeit gesprochen habe, ob und wie sich das gesprochene Latein des "vulgus" von dem der "literati" unterschied.
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Stefan Marquards Küchenlatein
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Küchenlatein
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KüchenLatein
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Küchenlatein
Erstellt: 2010-08
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Makkaronisches Latein (W3)
"Makkaronisches Latein" ist die Vermischung lateinischer Worte mit Elementen einer Volkssprache. Ein Werk von Jürgen Dahl aus dem Jahr 1962 trägt den Titel "Maccaronisches Poetikum oder Nachtwächteri veniunt cum Spiessibus atque Laternis".
Ob diese Bezeichnung wie "Makkaroni" auf "Makrone" zurück geführt werden kann? Falls ja, geht es (wahrscheinlich) weiter zurück auf neugriech. "makaría" = "Leichenschmaus".
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Vulgärlatein
Veränderungen im 4. Jh.
Im 4. Jh.u.Z. kam es im Vulgärlatein zu einigen Veränderungen:
- Veränderung von Vokalen
- Veränderung von Vokallängen
- Schwund von Vokalen
- Schwund von Konsonanten ("viride" - "verde" (dt. "grün"))
- Reduzierung des Kasussystems
- Ersetzung von Kasus durch Präpositionalverbindungen ("regis filia" - "filia de rege" (dt. "Tochter des Königs"))
- Erstezung von Tempuszeichen durch zusammengesetzte Verbformen ("cantavi" - "habeo cantatum" (dt. "ich habe gesungen"))
Erstellt: 2012-04
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Kiesler, Reinhard - Einführung in die Problematik des Vulgärlateins
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Broschiert - 136 Seiten - Niemeyer, Tübingen
Erscheinungsdatum: 2006
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Kiesler, Reinhard
Einführung in die Problematik des Vulgärlateins
Diese erste deutschsprachige Einführung ins Vulgärlatein seit 40 Jahren beschäftigt sich mit den Änderungen, die zur Entstehung der romanischen Sprachen geführt haben. Die Geschichte dieser Sprachen ist über 2500 Jahre belegt, damit ein Idealfall für die historische Linguistik. Beschrieben werden die Änderungen in Phonologie, Morphologie, Syntax und Lexikon. Vorher werden die Forschungslage, Definition, externe Sprachgeschichte und die Quellenlage skizziert. Auch die griechischen Einflüsse und die Typologie werden behandelt. Ein Anhang bringt eine Übersicht der Verbformen und kommentierte Texte.
ISBN : 3-484-54048-6
2006. XI, 136 Seiten. 22 Abbildungen. Kartoniert
Romanist. Arbeitsh. 48
18,00 €
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Wolf, Joseph G. (Autor)
Crook, John A. (Autor)
Rechtsurkunden in Vulgärlatein aus den Jahren 37-39 n. Chr.
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Broschiert: 48 Seiten
Verlag: Carl Winter Universitätsverlag Heidelberg, (1989)
Sprache: Deutsch
Erstellt: 2012-05
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